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03.10.2012

Rei­se­wel­le in den Wes­ten

Die DDR reglementierte Reisen in das westliche Ausland. Nur eine sehr überschaubare Anzahl von Menschen durfte die Grenze Richtung Bundesrepublik Deutschland überschreiten, hierzu zählten beispielsweise besondere Berufsgruppen wie Sportler, Wissenschaftler oder Künstler. Auch Rentner konnten aufgrund eines besonderen Abkommens zwischen den beiden deutschen Staaten in den Westen reisen. Jüngere Menschen durften oftmals nur zu besonderen Anlässen Verwandte im Westen besuchen. Erst nach dem 9. November 1989 konnten Ostdeutsche uneingeschränkt nach Westdeutschland fahren.

Für einen Besuch in der Bundesrepublik Deutschland durften in der DDR zunächst offiziell 70 DDR-Mark, ab 1985 nur noch 15 DDR-Mark zum Kurs von 1:1 in D-Mark umgetauscht werden. Ansonsten gab es D-Mark nur auf dem Schwarzmarkt – zu deutlich schlechteren Konditionen. Vonseiten der Bundesrepublik Deutschland wurde seit 1970 das sogenannte Begrüßungsgeld an die Besucher aus der DDR ausgezahlt. Es betrug 30 D-Mark pro Person und konnte zweimal pro Jahr in Anspruch genommen werden, ehe es 1988 auf 100 D-Mark pro Person und Jahr erhöht wurde.

In den Tagen und Wochen nach dem Mauerfall bildeten sich vielerorts vor westdeutschen Banken, Sparkassen und Ämtern lange Schlangen. Dort gab es gegen Vorlage eines gültigen DDR-Personalausweises oder -Reisepasses das Begrüßungsgeld. Ende 1989 wurde die Zahlung eingestellt. Der deutsch-deutsche Reisefonds löste das Begrüßungsgeld ab.