Seit vielen Jahren bemühten sich Opferverbände, Aufarbeitungsinstitutionen und Politiker fast aller politischen Richtungen um eine angemessene Würdigung des 17. Juni 1953 im Erscheinungsbild des ehemaligen Hauses der Ministerien der DDR. Am Sonntag, 16. Juni 2013 um 12:30 Uhr, war es endlich soweit. Klaus Gronau, der als
16-Jähriger an der Revolte teilgenommen hatte, enthüllte nach einem bewegenden Schlusswort das Schild mit der Aufschrift „Platz des Volksaufstandes von 1953“.

Zuvor hatten sich Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble und der Regierende Bürgermeister von Berlin in Ansprachen an die rund 300 erschienen Bürgerinnen und Bürger gewandt. Der Minister bezeichnete den Juni-Aufstand als „Grundstein der deutschen Einheit“. Der Aufstand hatte am 16. Juni 1953 in Berlin mit Protestaktionen gegen Normerhöhungen begonnen und entwickelte sich im Laufe des 17. Juni zu einer DDR-weiten Revolte mit der Forderung nach freien Wahlen. Die Sowjetarmee und das DDR-Regime ließen die Bewegung mithilfe sowjetischer Panzer und der Volksarmee blutig niederschlagen. Mehr als 50 Menschen kamen ums Leben, viele Tausend wurden verhaftet. Der Vorplatz an der Kreuzung von Leipziger Straße und Wilhelmstraße am damaligen Haus der Ministerien der DDR und heutigen Berliner Sitz des Bundesfinanzministeriums war einer der Brennpunkte des Volksaufstands.

Das BMF nahm den 60. Jahrestag des 17. Juni 1953 zum Anlass für die jetzt erfolgreich abgeschlossene Benennungsinitiative und konnte dabei auf die Unterstützung der beteiligten Opferverbände, Aufarbeitungsinstitutionen und Berliner Behörden zählen. Auf Antrag des Ministeriums hatte das Bezirksamt Mitte am 26. März 2013 beschlossen, das Areal als „Platz des Volksaufstandes von 1953“ zu bezeichnen. Neben den bereits im Januar 2013 mit der Bundesstiftung Aufarbeitung an gleicher Stelle installierten Ausstellungstafeln zum 17. Juni erinnert der „Platz des Volksaufstandes von 1953“ nunmehr dauerhaft an das Streben der Aufständischen nach Freiheit und Selbstbestimmung.