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04.03.2011

Mu­sik.Zeit.Ge­sche­hen, Teil 1: Zwi­schen Ver­bot, Vor­sicht und Ver­gnü­gen - 1933-1945

Zwischen Verbot, Vorsicht und Vergnügen - 1933 bis 1945

Geschichte einmal anders hieß am 3. März 2011 das Motto einer Kulturveranstaltung im Bundesministerium der Finanzen. Unter dem Titel „Zwischen Verbot, Vorsicht und Vergnügen – 1933 bis 1945“ erlebten ca. 400 Gäste im Detlev-Rohwedder-Haus Musik und Kunst, die von den Nationalsozialisten einst abgelehnt und verboten wurde. Das Bundesministerium der Finanzen näherte sich damit der Geschichte seines Hauptgebäudes auf unkonventionelle Weise.

Nach einleitenden Worten des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Kampeter zogen die Besucher der Veranstaltung Musik.Zeit.Geschehen durch die Flure unseres Hauptgebäudes und hörten interessante und abwechslungsreiche Vorträge im Eurosaal, dem Eingangsbereich Leipziger Straße und der Steinhalle.

Zur Auswahl standen ein mit musikalischen Beispielen untermalter Vortrag zum Swing im Dritten Reich von dem Historiker und Musikliebhaber Marko Paysan, ein Vortrag zum Leben und Schaffen des Komponisten Walter Braunfels, gehalten von seinem Enkel Prof. Stephan Braunfels, sowie ein Vortrag der Kunsthistorikerin Ute Famulla zur Person und den Werken des Bauhauskünstlers Fritz Kuhr. Dann begrüßte der Bundesminister der Finanzen Dr. Wolfgang Schäuble die Besucher im Großen Saal und erläuterte, dass die Veranstaltung einen Beitrag leisten will zur deutschen Erinnerungskultur, der sich auch das Bundesfinanzministerium in besonderem Maße verpflichtet sieht.

Die Ideengeber und Mitorganisatoren Prof. Ingrid Allwardt vom netzwerk junge ohren e.V. und Christian Kellersmann von Universal Music Classics & Jazz stellten anschließend das Veranstaltungskonzept näher vor.

Danach folgte der wohl bewegendste Teil des Abends: der mittlerweile 87jährige Jazzmusiker Coco Schumann erzählte im Interview mit dem Trompeter Prof. Till Brönner, wie ihn die Musik vor den Gefahren, denen er als Jude während der Zeit des Nationalsozialismus ausgesetzt war, immer wieder gerettet hat. Im Anschluss gaben das Coco Schumann Quartett unter Mitwirkung von Till Brönner ein Konzert.

Finalen Höhepunkt des Abends bildeten die mehrfach ausgezeichneten Musiker Daniel Hope und Sebastian Knauer, die das Publikum mit Stücken von „verbotenen“ Komponisten – wie z. B. Felix Mendelssohn Bartholdy – begeisterten. Dabei berichtete Daniel Hope auch von persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen aufgrund seiner deutsch-jüdischen Herkunft mütterlicherseits.