Navigation und Service

03.07.2013

So klingt Eu­ro­pa: Est­land

Die Euroländer zu Gast im BMF, Teil 1

„In Vielfalt geeint“: Das offizielle Motto der Europäischen Union drückt nicht nur die Einigkeit der Mitgliedstaaten in ihrer Unterschiedlichkeit aus, es definiert den Kern europäischer Kultur. Aus gleichen oder ähnlichen Wurzeln hat sich in hunderten Jahren eine vielfältige Kulturlandschaft mit unterschiedlichen Traditionen und Sprachen entwickelt, die aber gleichzeitig große Überein-stimmungen aufweist. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Union sich nicht nur als reine wirtschaftliche Zweckgemeinschaft versteht, sondern auch und vor allem als kulturell-politische Wertegemeinschaft.

So ist auch der Euro als europäische Währung nicht nur bloßes Zahlungsmittel, sondern ein starkes Symbol dieser Wertegemeinschaft. Gerade in schwierigen Zeiten sollten wir uns daran immer wieder erinnern. Die europäische Idee ist mehr als Finanzfragen. Europa ist Vielfalt und Kultur, ist Freundschaft und Miteinander, ist Nachhaltigkeit und Zukunft.

„So klingt Europa“: Mit einer Mischung aus politisch-kulturellem Dialog und musikalischer Exzellenz möchte die neue Veranstaltungsreihe des Bundesfinanzministeriums einen Beitrag dazu leisten, dass wir uns regelmäßig dieses Miteinanders in Vielfalt vergewissern können – und uns daran erfreuen. „So klingt Europa“ möchte die Euro-Partner Deutschlands vorstellen, deren musikalischen Reichtum näherbringen und die individuelle Stärke jedes einzelnen Euro-Partners in der Begegnung gemeinsamer politischer Herausforderungen verdeutlichen!

Den Auftakt machte am 28. Juni 2013 Estland, das in dreierlei Hinsicht ein ganz außerordentliches Mitglied der europäischen Währungsgemeinschaft ist. Erstens: Estland ist das jüngste Euro-Mitglied und bewies mit dem Beitritt im Jahr 2011 – im Auge des finanzpolitischen Krisensturms – Mut und großes Vertrauen in die Stärke des Euro. Zweitens: Estland belegt seit Jahren eindrücklich, dass Haushaltsdisziplin und Wirtschaftswachstum kein Widerspruch sind. Drittens: Estland ist das „Sängervolk“: „Bittet man einen Esten zu singen, antwortet er in der Regel mit einer verschämten Ablehnung. Dabei singt er gerne im Chor, und Chormusik ist in der Tat für viele Esten ein Symbol. Die Bezeichnung „Sängervolk“ ist aus der Tradition der Sängerfeste erwachsen, zu denen seit Mitte des 19. Jahrhunderts alle fünf Jahre Chöre aus dem ganzen Land zusammen kommen. Das Volk von Sängern stellte Ende der 1980er Jahre seine Kraft in der „singenden Revolution“ unter Beweis, als sich mehr als ein Viertel aller Esten auf der Tallinner Sängerfesttribüne versammelte und in Sowjet-Estland verbotene vaterländische Lieder sang, um die staatliche Eigenständigkeit einzufordern“ (Auszug aus der Broschüre „12 Fragen zu Estland“, Eesti Instituut, S. 19).

Im Mittelpunkt der ersten Ausgabe von „So klingt Europa“ stand folgerichtig einer der bekanntesten Chöre Estlands, ja weltweit: der Estonian TV Girls‘ Choir. In mehreren Programmpunkten verzauberten 23 Sängerinnen im Alter von 15 bis 25 Jahren mit einem musikalischen Repertoire, das sich von spirituellen und säkularen Liedern verschiedener Zeitalter über Folk-Musik bis hin zu modernem Pop und Jazz erstreckt, traditionellen estnischen Kleidern und außergewöhnlicher Choreografie.

Veranstaltungsreihe im Bundesministerium der Finanzen "So klingt Europa -  Teil 1 Estland".
Auftritt des Estonian TV Girl´s Choir.

Als Vertreterinnen der großen estnischen Folk-Musiktradition waren zwei Mitglieder des Violinistinnen-Trios Midrid aus Tartu angereist, um Neu-Interpretationen alter Folk-Lieder, aber auch eigens komponierte Musik zum Besten zu geben. So märchenhaft wie der Name der Band ist – abgeleitet vom geheimnisvollen Vogel „Midrilind“ – so magisch waren deren Lieder.

Veranstaltungsreihe im Bundesministerium der Finanzen "So klingt Europa -  Teil 1 Estland". Auftritt von Midrid.
Auftritt von Midrid.

Das Spannende an Estland ist die Verbindung zwischen Tradition und Moderne und so durften auch etablierte Spitzeninterpreten zeitgenössischer Musik nicht fehlen. Diesen Part übernahmen drei Vertreter (Klavier, Cello, Violine) des YXUS Ensembles, das aus dem berühmten NYYD Ensemble hervorgegangen ist. In eindrucksvoller Manier präsentierten sie Stücke der großen estnischen Komponisten – Arvo Pärt, der weltweit zu den meist aufgeführten Komponisten zeitgenössischer Musik gehört; Heino Eller, Gründer der estnischen klassischen Musik und Lehrer Pärts; und Erkki-Sven Tüür, der selbst Gast der Veranstaltung war und in einem Kulturgespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Steffen Kampeter die Rolle der Musik und der Kunst im politischen Alltag diskutierte.

Veranstaltungsreihe im Bundesministerium der Finanzen "So klingt Europa -  Teil 1 Estland". Auftritt des YXUS Ensembles.
Auftritt des YXUS Ensembles.

Veranstaltungsreihe im Bundesministerium der Finanzen "So klingt Europa -  Teil 1 Estland". Der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Kampeter und der estnische Komponist Erkki-Sven Tüür.
Der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Kampeter und der estnische Komponist Erkki-Sven Tüür.

Einen Großteil des Programms konnten auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und sein estnischer Amtskollege Jürgen Ligi miterleben, die die Veranstaltung mit einem politischen Gespräch über kulturelle Vielfalt im Euroraum unter Moderation von Petra Pinzler eröffneten. Beide betonten die große Bedeutung von Kultur für die europäische Gemeinschaft.

Veranstaltungsreihe im Bundesministerium der Finanzen "So klingt Europa -  Teil 1 Estland". Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble und der estnische Finanzminister Jürgen Ligi.
Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble und der estnische Finanzminister Jürgen Ligi.

Neben Frau Dr. Ingrid Allwardt, die als Moderatorin durch die Veranstaltung führte, bildete ein ganz besonderer Programmpunkt den Rahmen der Veranstaltung: Der estnische Künstler Ivar Kaasik, der in Berlin lebt, malte begleitend zum gut dreistündigen Bühnenprogramm aus Musik und Gesprächen live ein neues Werk: „Eesti“. Über Großprojektionen konnte das Publikum dem Entstehungsprozess des Ölgemäldes jederzeit folgen.

Veranstaltungsreihe im Bundesministerium der Finanzen "So klingt Europa -  Teil 1 Estland". Moderatorin Dr. Ingrid Allwardt im Gespräch mit dem Maler Ivar Kaasik.
Moderatorin Dr. Ingrid Allwardt im Gespräch mit dem Maler Ivar Kaasik.

„So klingt Estland“: Der erste Teil der neuen BMF-Veranstaltungsreihe hat nicht nur großen Eindruck hinterlassen vom kulturellen Reichtum eines Euro-Partnerlandes, sondern auch gezeigt, dass trotz vieler Unterschiedlichkeiten Europa immer wieder eint. Europa: in Vielfalt geeint.

Im Winter 2013 soll ein weiteres Land im Bundesfinanzministerium „erklingen“ und mit seiner kulturellen Vielfalt begeistern. Wenn Sie Interesse haben, frühzeitig von dieser Veranstaltung zu erfahren, geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdetails ein.