Navigation und Service

Ar­ka­den

Zurück zu: Büroraum Weiter zu: Übersicht

1935 bis 1945

An der Ostseite des Bundesfinanzministeriums, dort wo sich Wilhelmstraße und Leipziger Straße kreuzen, können Besucher und Passanten den bewegten geschichtlichen Kontext, in dem das Detlev-Rohwedder-Haus steht, verfolgen: Im Jahr 1941 wurde im Pfeilergang ein von Arno Waldschmidt gestaltetes Relief angebracht. Die darauf abgebildeten Wehrmachtssoldaten marschierten gen Osten – und wiesen damit auf den Angriff der deutschen Wehrmacht auf die bis dato mit dem Dritten Reich verbündete Sowjetunion hin, der im gleichen Jahr begann.

1945 bis 1990

Historische Aufnahme eines Reliefs mit Wehrmachtssoldaten um 1941 - 1945 im Pfeilergang des heutigen Bundesfinanzminsiteriums in Berlin
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen
Am 3. Januar 1953 wird in der Vorhalle zur Leipziger Straße, an der selben Stelle, wo das Soldatenfries von Arno Waldschmidt hing, ein neues farbiges Keramikbild angebracht. Das vom Künstler Max Lingner entworfene Bild trägt den Titel „Die Bedeutung des Friedens für die kulturelle Entwicklung der Menschheit und die Notwendigkeit des kämpferischen Einsatzes für ihn“. Allerdings sind sechs Überarbeitungen notwendig, bevor das Kunstwerk auch Zustimmung bei der Partei findet. Einzig eine Gruppe Musikanten bleibt aus der Originalversion übrig. Hinzugekommen sind sozialistische, politische Symbole wie Kinder mit Pionierhalstüchern und Verweise auf die Bauwirtschaft und Schwerindustrie. Mit dem Bild aus Meißener Porzellanfliesen erhält der Gebäudekomplex nun auch nach außen sichtbar eine neue politisch-programmatische Richtung.

Historische Aufnahme eines im Jahr 1953 erstellten Keramikbildes im Pfeilergang des heutigen Bundesfinanzministeriums in Berlin
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Am 16. Juni 1953 versammelten sich vor dem Haus der Ministerien 10.000 Menschen, um gegen eine Erhöhung der Arbeitsnormen zu demonstrieren. Die Kundgebungen waren Auftakt zu landesweiten Unruhen: Die Menschen forderten nun die Absetzung der Regierung, freie und geheime Wahlen sowie den Abzug der sowjetischen Truppen. Als am 17. Juni Hunderttausende zur Regierungszentrale ziehen, fahren russische Panzer auf. Die Demonstration wird blutig niedergeschlagen, es gibt zahlreiche Tote und Verletzte. Bis 1990 wird in Westdeutschland dem Aufstand am 17. Juni 1953 als „Tag der deutschen Einheit“ gedacht.

1990 bis heute

Seit dem Jahr 2000 erinnert an der Ecke Wilhelmstraße und Leipziger Straße ein Denkmal an den Aufstand vom 17. Juni 1953. Das von Wolfgang Rüppel gestaltete Kunstwerk zeigt auf einer Fläche von 24 mal 3 Metern ein Bild friedlicher Demonstranten. Das Foto ist in eine Glasplatte geätzt, darunter liegt das gleiche Motiv gedruckt auf eine helle Fläche. So entsteht ein räumlicher Eindruck – der Platz scheint wieder gefüllt mit Demonstranten. Dem Denkmal gegenüber gestellt ist das alte sozialistische Wandbild von Max Lingner, das glückliche Menschen zeigt. Diesen Konflikt zwischen politischer Wunschvorstellung und gesellschaftlicher Wirklichkeit macht Rüppel mit seiner künstlerischen Gestaltung auf eindrückliche Weise sicht- und erlebbar.

Historische Aufnahme vom Aufstand vom 17. Juni 1953
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen
Historische Aufnahme vom Aufstand vom 17. Juni 1953
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Zurück zu: Büroraum Weiter zu: Übersicht