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22.06.2011

Prä­sen­ta­ti­on Mar­ke und Mün­ze "150 Jah­re Ent­de­ckung des Ur­vo­gels Ar­chaeo­pte­ryx"

Aus Anlass der Entdeckung des Urvogels Archaeopteryx stellte Staatssekretär Werner Gatzer am 16. Juni 2011 in Berlin im Museum für Naturkunde die Sonderbriefmarke und 10-Euro-Gedenkmünze vor.

Bei der Präsentation betonte er, dass die sensationelle Entdeckung des Urvogels Archaeopteryx vor 150 Jahren in den Solnhofener Plattenkalken südlich des Fränkischen Jura in Bayern von großem wissenschaftlichen Wert gewesen sei. Das bislang besterhaltene Exemplar dieses Urvogels sei ein Star unter den vielen bemerkenswerten Ausstellungsstücken des Museums, weshalb man gerade ihn für das Sonderpostwertzeichen und die Gedenkmünze ausgesucht habe. Experten sprächen vom wertvollsten Fossil der Welt, sozusagen der Mona Lisa des Naturkundemuseums.

Präsentation der Briefmarke und 10-Euro-Gedenkmünze "150 Jahre Entdeckung des Urvogels Archaeopteryx"
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen


Ein Abdruck des Skeletts mit Kopf wurde 1861 im bayerischen Eichstätt gefunden. Der etwa taubengroße Archaeopteryx, eine Gattung der Archosaurier, wird als „Urvogel“ bezeichnet und lebte vor ca. 150 Mio. Jahren. Er sah aus wie eine Mischung aus Reptil und Vogel und aufgrund seiner Stellung zwischen Vögeln und Fleisch fressenden Dinosauriern spielt er in der Evolutionstheorie eine bedeutende Rolle. Hatte er doch als einziger Vogel noch Zähne im Kiefer, Krallen an den Flügeln und einen Schwanz wie ein Dinosaurier.

Sein Finder, Steinbruchbesitzer Jakob Niemeyer, tauschte den Fund bei einem Gastwirt gegen eine Kuh. Dieser verkaufte das für ein Flugsaurierfossil gehaltene Tier dann für 300 Mark an einen königlichen Steuereinnehmer. Werner von Siemens erwarb es schließlich für 20.000 Mark zugunsten des Naturkundemuseums. Die Summe wurde später vom Preußischen Staat an Siemens zurückgezahlt.

Motiv der 55-Cent-Briefmarke "150 Jahre Entdeckung des Urvogels Archaeopteryx": Urvogel Archaeopteryx
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen


Bei der Berliner Grafikerin Julia Warbanow bedankte Staatssekretär Gatzer sich für den gelungenen Entwurf der Marke. Die Marke hat einen Wert von 55 Cent, eine Auflage von 6,5 Mio. Stück und kann ab 11. August 2011 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post erworben werden. Ebenso bedankte er sich bei der Künstlerin Barbara G. Ruppel aus Krailling, der es gelungen sei, auf der Münze das Besondere des Fossils darzustellen: Die typische Mischung der Merkmale, die den Charakter des Urvogels als Bindeglied zwischen Dinosauriern und Vögeln dokumentiere.