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14.03.2012

Son­der­brief­mar­ke Jo­seph von Fraun­ho­fer: Der große Sohn der Stadt Strau­bing

Staatssekretär Hartmut Koschyk bei der Präsentation einer 90-Cent-Briefmarke
Quelle:  Stephan Herbert Fuchs, Bayreuth

Parlamentarischer Staatssekretär Hartmut Koschyk stellte am 13. März 2012 in Straubing die Sonderbriefmarke „225. Geburtstag Joseph von Fraunhofer“ vor

Joseph von Fraunhofer gehört zu den Forschern, deren Namen in der Wissenschaft bis heute verewigt sind – wegen seiner Leistungen und natürlich, weil sich eine der berühmtesten Forschungsgesellschaften der Welt nach ihm benannt hat: die Fraunhofer-Gesellschaft, welche heute die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa ist.

All das begann in Straubing im Jahr 1787 mit der Geburt von Joseph Fraunhofer, der hier in Straubing als 11. Kind eines Glasermeisters geboren wurde. Seine Kindheit war von einem Schicksalsschlag geprägt: im Alter von zwölf Jahren verlor er beide Eltern und wuchs fortan bei seinem Lehrherrn auf. Dort begann er – wie sein Vater – eine Lehre als Glaser.

Ein weiteres Unglück brachte für sein Leben eine erneute Wendung. Als das Haus seines Lehrherrn 1801 einstürzte, konnte Fraunhofer nach einigen Stunden unverletzt geborgen werden. Dabei kam er in Kontakt mit Kurfürst Maximilian IV. und mit dem Unternehmer Joseph von Utzschneider. Von da an durfte er die Schule besuchen, erhielt Unterricht in der Kunst des Linsenschleifens und wurde schließlich als Optiker an die Werkstatt des renommierten Erfinders und Konstrukteurs Georg von Reichenbach empfohlen.

Die Begabung und Zielstrebigkeit Fraunhofers führten dazu, dass er bereits mit 22 Jahren zum verantwortlichen Leiter der zum Betrieb gehörenden Glashütte in Benediktbeuern ernannt wurde. Er war maßgeblich beteiligt an Entwicklung und Bau optischer Instrumente. Sein Betrieb stellte Fernrohre, Ferngläser, Mikroskope, Lupen und astronomische Fernrohre in einer bis dato unerreichten Qualität her. Fraunhofers Instrumente wurden in ganz Europa vertrieben und eingesetzt. Sein Spektrometer erlaubte ihm die genaue Untersuchung des Sonnenlichts und anderer Lichtquellen; seine optischen Gitter machten es möglich, das Phänomen der Lichtbeugung zu untersuchen und in seiner Auswirkung auf den Bau optischer Instrumente zu beschreiben.

Weltruhm erlangte der „große Fraunhofer Refraktor“, der als das leistungsfähigste Teleskop seiner Zeit galt. Ein Exemplar wurde an die Königliche Sternwarte in Berlin geliefert. Mit diesem Teleskop entdeckte Johann Gottfried Galle 1846 den Planten Neptun. Das Berliner Teleskop ist bis heute erhalten und im Deutschen Museum in München zu besichtigen.

Für sein Wirken und sein Engagement wurde Fraunhofer vom bayerischen König Ludwig I. in den Adelsstand erhoben. Mit nur 39 Jahren erlag Joseph von Fraunhofer am 7. Juni 1826 einer Lungentuberkulose. Seine letzte Ruhestätte fand Joseph von Fraunhofer auf dem Alten Münchner Südfriedhof. Der Grabstein trägt die lateinische Inschrift „Aproximavit sidera“, „Er brachte die Gestirne näher“.

Das Motiv der Sonderbriefmarke zeigt mit den dargestellten Farben das symbolisierte Sonnenspektrum mit den Fraunhofer’schen Absorptionslinien. Sie begegnen jedem, der in die Sphären der Optik einsteigen will.

Das Grafiker-Team Prof. Daniela Haufe und Prof. Detlef Fiedler aus Berlin gestaltete das Sonderpostwertzeichen, welches einen Wert von 90 Cent hat und seit dem 2. Januar 2012 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post erhältlich ist.

Ein Album mit Erstdrucken des Sonderpostwertzeichens überreichte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen Hartmut Koschyk u. a. an den Oberbürgermeister der Stadt Straubing Markus Pannermayr, das Vorstandsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Alfred Gossner und den Bundestagsabgeordneten Ernst Hinsken.