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11.01.2018

Grund­la­gen­wis­sen zum Ben­zin­preis und sei­ner Ent­wick­lung

Die Grafik zeigt die Zusammensetzung des Benzinpreises. Die Steuern machen zwar einen hohen Teil des Benzinpreises aus. Bis auf die Mehrwertsteuer, die sich prozentual am Gesamtpreis bemisst, ist der Energiesteueranteil jedoch fix. Hinzu kommen der so genannte Produkteinstandspreis und der Deckungsbeitrag der Mineralölkonzerne. Beide unterliegen Schwankungen, die wirtschaftlich bedingt sind.

Die Kosten für Kraftstoffe setzen sich wie folgt zusammen:

  • Produkteinstandspreis: Preis, zu dem die Ware importiert wird. Er richtet sich nach der Entwicklung auf den internationalen Ölmärkten.
  • Deckungskosten: Sie entfallen auf die Mineralölkonzerne. Die Summe deckt die Kosten der Konzerne und ihren Gewinn ab. Darin enthalten ist auch der Anteil für den gesetzlichen Bevorratungsverband von rund einem halben Cent. Falls es eine Krise gibt, sichert er einen Ölvorrat, der 90 Tage reichen soll.
  • Energiesteuer (früher „Mineralölsteuer“): Die Höhe der Energiesteuer unterscheidet sich nach den Kraftstoffarten. Die umweltverträglichen Energieträger (z.B. Gaskraftstoffe) besteuert der Staat am geringsten.

    Erdgas (CNG, LNG): rd. 18 Cent/kg

    Flüssiggas (Autogas):  rd. 18 Cent/kg (entspricht rd. 9 Cent/Liter)

    Diesel: 47,04 Cent/Liter

    Benzin: 65,45 Cent/Liter

  • Mehrwertsteuer: 19 Prozent. Sie wird erhoben auf den Warenpreis und die Energiesteuer.

Die Infografik illustriert, wie sich der Spritpreis in Deutschland zusammensetzt. Es wird zwischen den Anteilen für die Mineralölwirtschaft sowie für die Umsatzsteuer und die Energiesteuer unterschieden.

Für die Berechnung der Steueranteile wird von einem Spritpreis von 1,38 Euro für einen Liter Super ausgegangen. Davon entfallen 0,51 Euro pro Liter oder 37 Prozent auf die Mineralölwirtschaft. Auf die Umsatzsteuer entfallen 0,22 Euro pro Liter. Die Energiesteuer macht 0,65 Euro pro Liter aus, was 47,1 Prozent des Spritpreises entspricht.

Demzufolge beträgt die Steuerbelastung beim Spritpreis für einen Liter Super beziehungsweise Benzin von 1,38 Euro insgesamt 0,87 Euro oder 63 Prozent. Eine tabellarische Übersicht der Anteile am Spritpreis ist nachfolgend zu finden.

Bei Spritpreis von 1,38 Euro pro Liter entfallen auf:

Betrag in Euro

Anteil in Prozent

Mineralölwirtschaft

0,5137

Umsatzsteuer

0,22

Energiesteuer

0,6547,1

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Die Infografik illustriert, wie sich der Spritpreis in Deutschland zusammensetzt. Es wird zwischen den Anteilen für die Mineralölwirtschaft sowie für die Mehrwertsteuer und die Energiesteuer unterschieden.

Verdient der Staat am höheren Spritpreis?

Die Spritpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der Vorwurf, der Staat verdiene daran kräftig mit, ist aber falsch. Mit rund 40 Milliarden Euro jährlich ist die Energiesteuer, die unter anderem auf Benzin und Diesel anfällt, für den Bund zwar die wichtigste Verbrauchsteuer. Ein hoher Preis regt aber dazu an, weniger Kraftstoff zu verbrauchen. Wenn weniger verbraucht wird, sinken auch die Einnahmen des Staates aus der Energiesteuer.

Zudem ist die Energiesteuer ein fester Betrag, wobei seit 2003 die Energiesteuer auf Kraftstoffe nicht mehr erhöht wurde.

Unabhängig von der Energiesteuer fällt auf den Spritpreis noch Umsatzsteuer an. Weil Umsatzsteuer prozentual berechnet wird, liegt sie tatsächlich höher, je teurer der Sprit ist. Aber es ist falsch, daraus zu schließen, dass der Staat deshalb insgesamt mehr Umsatzsteuer einnehmen würde.

Die Rechnung ist einfach: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Was die Verbraucher mehr an Umsatzsteuer an der Tankstelle bezahlen, geben sie an anderer Stelle weniger für den Konsum aus. Im Endeffekt bleibt das Steueraufkommen aus der Umsatzsteuer für den Staat gleich. Weder im Hinblick auf die Konjunktur, noch auf Steuereinnahmen hat der Staat ein Interesse an hohen Kraftstoffpreisen.

Übrigens ist der Steueranteil am Spritpreis sogar prozentual zurückgegangen.

Warum ist der Spritpreis so stark gestiegen?

Der Anstieg der Spritpreise ist vor allem den höheren Kosten für Rohöl geschuldet. Ein Hauptgrund dafür ist, dass auf dem Weltmarkt immer mehr Rohöl nachgefragt wird, das Angebot aber nicht steigt. Besonders aufstrebende Staaten wie China treiben die Nachfrage zusätzlich in die Höhe – und damit den Preis.

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