Die Zollverwaltung hat sich intensiv vorbereitet

Die Zollverwaltung hat sich intensiv auf den Brexit vorbereitet, um die sach- und bedarfsgerechte Aufgabenwahrnehmung in Folge des Brexit bestmöglich gewährleisten zu können.

Mit dem Austritt aus der EU hat das Vereinigte Königreich - einer der größten Handelspartner Deutschlands - den EU-Binnenmarkt sowie die EU-Zollunion verlassen und ist daher nun ein zollrechtliches Drittland. Folglich müssen seit dem 1. Januar 2021 alle Waren, die aus dem Vereinigten Königreich in die EU gelangen, zollrechtlich abgefertigt werden.

Die Abfertigung von Waren aus Drittländern ist für den Zoll keine neue Aufgabe, diese hat aber post-Brexit an Umfang stark zugenommen. Darauf hat sich der Zoll gut vorbereitet.

Personal des Zolls deutlich verstärkt: Zusätzliche Zöllner*innen stehen für den Brexit bereit

Das Personal des Zolls wurde deutlich verstärkt. Im Bundeshaushalt wurden für den Brexit zusätzlich ca. 900 Stellen bewilligt. Das Personal wird die Zollverwaltung nach und nach verstärken. Den voraussichtlich am stärksten vom Brexit betroffenen Zolldienststellen wurden zusätzliche Kräfte frühzeitig zugewiesen. Im Fokus stehen dabei die internationalen Frachtflughäfen Leipzig, Frankfurt/Main und Köln/Bonn. Hierdurch erfolgt eine grundsätzlich service- und wirtschaftsorientierte Stärkung der Zollabfertigung in besonders betroffenen Bereichen.

Optimierung der Zollabfertigung durch IT und flexiblen Personaleinsatz: Einrichtung eines Brexit-Pools

Außerdem begegnet der Zoll der zusätzlichen Arbeit in Folge des Brexit über einen flexiblen Personaleinsatz und durch die IT-gestützte Optimierung des Abfertigungsprozesses. Um hinreichend flexibel auf die quantitativen und örtlichen Auswirkungen des Brexit reagieren zu können, hat die Generalzolldirektion z. B. einen Brexit-Pool eingerichtet, über den sich Zolldienststellen bei Bedarf gegenseitig IT-basiert unterstützen können.

Zoll sensibilisiert und informiert Unternehmen

Der Brexit kann nicht allein durch die Zollverwaltung bewältigt werden: Betroffene Unternehmen mussten sich ebenfalls auf den Brexit vorbereiten. Zur Sensibilisierung der Wirtschaftsbeteiligten fanden bundesweit Informationsveranstaltungen in sieben Städten zum Thema „Brexit und Zoll“ statt. Es findet zudem bei Bedarf ein Austausch zwischen der Generalzolldirektion und den Wirtschaftsbeteiligten statt, insbesondere mit den Post- und Expressdienstleistern.

Ein Zoll-Internetauftritt informiert über die Auswirkungen des Brexit und stellt Fachinformationen bereit, insbesondere zu den zollseitigen Anforderungen und notwendigen Formalitäten im Warenverkehr mit Drittländern. Darüber hinaus sind entsprechende Informationen der EU-Kommission sowie der französischen und niederländischen Zollverwaltung (Eurotunnel beziehungsweise Häfen) und die Informationen der britischen Regierung zum dortigen (Zoll)Rechtsrahmen verlinkt.