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07.03.2011

Wech­sel­kurs von Eu­ro zum US-Dol­lar

Der Wechselkurs von Euro und US-Dollar ist für Unternehmer, Ökonomen und Bürger von großer Bedeutung. Insbesondere determiniert der Dollarwechselkurs zu welchen Preisen Güter zwischen den Staaten des Euroraumes und der USA gehandelt werden und stellt damit einen erheblichen Wettbewerbsfaktor dar. Den Wert einer Währung im Vergleich zu anderen Währungen bestimmen Angebot und Nachfrage. Der Wechselkurs ergibt sich im freien Handel zwischen den Banken und wird täglich an den Devisenbörsen ermittelt.

Ursachen für die Entwicklung des Wechselkurses

Die Ursachen für die Entwicklung dieses wichtigen Wirtschaftsparameters sind keineswegs eindeutig bestimmbar und geklärt. Theoretisch gesehen müsste sich der Wechselkurs aus dem Zusammenspiel von u.a. Preisniveau, Zinsniveau sowie Wertpapierkursen der jeweiligen Länder ergeben (Kaufkraftparitäten-, Zinsparitäten- und Portfoliotheorie). In der Praxis könnenwirtschaftliche Fundamentaldaten oftmals nur Teile der Entwicklung erklären.

Häufig spielen Erwartungen der Anleger und Spekulanten über die Wechselkursentwicklung eine entscheidende Rolle. Gehen diese beispielsweise von einer Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar aus, führt dieses zu Dollarverkäufen und Eurokäufen, um somit, falls die Vermutung zutrifft, Gewinne zu erzielen. Falls aber viele Anleger aufgrund solcher Erwartungen parallel vorgehen, steigt die Nachfrage nach dem Euro und somit auch der Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar.

Starker Euro - Risiko für die deutsche Konjunktur?

Für Deutschland spielt die Entwicklung des Wechselkurses eine besonders wichtige Rolle, da der Exportsektor in Deutschland von sehr hoher Bedeutung ist. Daher wird die derzeit starke Aufwertung des Euros mit großer Beunruhigung beobachtet, da ein steigender Wechselkurs dazu führen kann, dass die ausländische Nachfrage nach Exporten aus den Euroländern aufgrund gestiegener Preise sinkt. Ob es tatsächlich zu einem solchen Nachfragerückgang kommt, hängt davon ab, wie stark die Reaktion der ausländischen Nachfrager auf gestiegene Exportpreise ausfällt. Geht die Nachfrage bei einer Preissteigerung überproportional zurück, kommt es zu einem Rückgang der Exporte.

Allerdings gehen von einer Aufwertung auch spürbar positive Effekte aus. Denn eine stärkere Währung verbilligt die Importe, welches sowohl Unternehmen als auch private Haushalte entlastet. Beispielsweise würde der Anstieg der Energiepreise ohne die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar noch stärker ausfallen. Durch die günstiger werdenden Importpreise steigt das real verfügbare Einkommen, welches einen höheren Konsum ermöglicht (z.B. Tourismus).

Unternehmen, die hauptsächlich auf dem inländischen Markt agieren und einen Teil ihrer Vorleistungen aus dem Ausland beziehen, können aufgrund eines gestiegenen Wechselkurses des Euro profitieren. Aber auch für Exporteure ergibt sich aus billigeren Vorleistungsgütern eine Entlastung.

Insgesamt stellt sich die Entwicklung des Dollar-Wechselkurses in einem wesentlich neutraleren Licht dar, wenn man die Entwicklung des Wechselkurses des Euros bezogen auf andere Währungen betrachtet. Beispielsweise hat der Euro gegenüber einigen ost- und zentraleuropäischen Währungen abgewertet, so dass die Aufwertung des Euro im gewogenen Durchschnitt gegenüber den Währungen aller Handelspartner deutlich geringer ausfällt als diejenige gegenüber dem Dollar.

Weiterhin ist zu bemerken, dass aufgrund der Währungsunion die Währungsverhältnisse gegenüber den anderen Mitgliedern des einheitlichen Währungsraumes stabil sind. Die Exporte in die Eurozone umfassen immerhin 44 % der deutschen Exporte, in die mittel- und osteuropäischen Länder fließen 12 % der Gesamtexporte, während in die USA nur 9 % der Exporte gehen.

Insgesamt ist daher festzuhalten, dass ein höherer Wechselkurs des Euro zum US-Dollar hemmend auf die Exporte in die USA wirkt, jedoch in geringerem Ausmaße als gemeinhin angenommen wird.

Auf den Seiten der Deutschen Bundesbank finden Sie Informationen über den Kursverlauf des Euro gegenüber dem US-Dollar seit dem 01.01.1999.