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17.04.2012

Ei­ne Er­folgs­ge­schich­te: Die Eu­ro­päi­sche Wäh­rungs­u­ni­on

Wie aus einer Vision Wirklichkeit wurde

Schon 1929 stellte der damalige deutsche Außenminister Gustav Stresemann vor dem Völkerbund die Frage: „Wo bleibt in Europa die europäische Münze, die europäische Briefmarke?“ Bis die kühne Vision von Gustav Stresemann Wirklichkeit werden konnte, sollten jedoch noch einige Jahrzehnte ins Land ziehen.

Die Erfolgsgeschichte der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) begann erst vor rund 20 Jahren. Im Juni 1988 beauftragte der Europäische Rat einen Ausschuss damit, konkrete Schritte hin zur Verwirklichung der EWWU vorzuschlagen. Am 1. Juli 1990 trat die Gemeinschaft in ihre erste Phase: An diesem Tag wurden alle Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den damaligen Mitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft aufgehoben. Außerdem verpflichteten sich diese Länder zu einer engeren Kooperation in der Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik.

Schon kurze Zeit später, am 7. Februar 1992, konnte in Maastricht der Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet werden. Damit war das Fundament zur Einführung einer gemeinsamen Währung gelegt und ein wichtiger Meilenstein des europäischen Aufbauwerkes erreicht. Die Verwirklichung der EWWU konnte in die entscheidende Phase gehen.

EWWU ermöglicht Einführung des Euro

Nachdem am 1. Januar 1994 das Europäische Währungsinstituts, die Vorgängerin der Europäischen Zentralbank, gegründet wurde, konnten im Dezember 1996 bereits ausgewählte Gestaltungsentwürfe für die Euro-Banknoten präsentiert werden.

Am 2. Mai 1998 fällte der Rat der Europäischen Union die Entscheidung über die ersten Euro-Mitgliedsländer: Er beschloss einstimmig, dass elf Mitgliedsstaaten die Voraussetzungen für die Einführung der einheitlichen Währung erfüllen – Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland.

Für diese elf Länder wurde am 1. Januar 1999 mit Beginn der dritten und letzten Stufe der Euro gesetzliches Zahlungsmittel. Gleichzeitig wurden für alle Mitgliedstaaten der so genannten Euro-Zone die unwiderruflich fixierten Kurse festgelegt, mit denen die jeweiligen Währungen zum Euro getauscht wurden. Drei Jahre später - am 1. Januar 2002 - folgte der Euro auch als Bargeld.

Heute bezahlen in den siebzehn EU-Ländern, die zwischenzeitlich den Euro eingeführt haben, mehr als 320 Millionen Menschen mit dem Euro. Mitglied der Wirtschafts- und Währungsunion sind jedoch alle 27 EU-Staaten, also auch jene, die den Euro nicht eingeführt haben. Inzwischen zählt der Euro zu den wichtigsten Zahlungsmitteln der Welt und hat längst seine ganz eigene Erfolgsgeschichte geschrieben.