Die Einführung des Euro stellte für rund 300 Millionen europäische Bürger im Jahr 1999 ein historisches Ereignis dar. Die am 1. Juni 1998 gegründete Europäische Zentralbank (EZB) steht im Mittelpunkt dieser Entwicklung.

Denn sie und die nationalen Zentralbanken der 12 Länder des Euro-Währungsgebiets bilden zusammen das System der Europäischen Zentralbanken (ESZB). Zentraler Auftrag des ESZB ist es, die Preisstabilität zu sichern. Dabei gilt folgende Vorgabe: der Euro soll mindestens so stabil sein wie jede der ehemaligen nationalen Währungen im Euro-Währungsgebiet. Schließlich müssen sich die Menschen in Europa darauf verlassen können, dass ihr Geld morgen noch soviel wert ist wie heute.

Die Aufgaben der EZB

Die in diesem Rahmen durch das Eurosystem auszuführenden, grundlegenden Aufgaben sind:

  • die Geldpolitik für das Euro-Währungsgebiet festzulegen und auszuführen,
  • Devisengeschäfte durchzuführen und die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets zu halten und zu verwalten,
  • Banknoten im Euro-Währungsgebiet auszugeben und das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern.

Des Weiteren:

  • die erforderlichen statistischen Daten entweder von den nationalen Behörden oder unmittelbar von den Wirtschaftssubjekten, beispielsweise Finanzinstituten, einzuholen,
  • die Entwicklungen im Banken- und Finanzsektor genau zu beobachten und einen reibungslosen Informationsaustausch zwischen dem ESZB und den zuständigen Aufsichtsbehörden zu fördern.
  • Die Leitung der EZB 

Geleitet wird die EZB von ihren Beschlussorganen. Es sind dies:

  • das Direktorium: bestehend aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und (höchstens) vier weiteren Mitgliedern, die von den Staats- und Regierungschefs der an der Währungsunion teilnehmenden Mitgliedstaaten einvernehmlich ausgewählt und für eine einmalige Amtszeit von acht Jahren ernannt werden;
  • der EZB-Rat: bestehend aus den Mitgliedern des Direktoriums der EZB und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der an der Währungsunion teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der Präsident des Rates und ein Mitglied der Kommission können ohne Stimmrecht an den Sitzungen des EZB-Rates teilnehmen

Die Unabhängigkeit der EZB

Ein zentraler Aspekt bei der Erfüllung seiner Arbeit ist die im EG-Vertrag verankerte Unabhängigkeit des Eurosystems von jeglichen externen Vorgaben und Einflüssen. Diese Unabhängigkeit ist eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Tätigkeit einer jeden Zentralbank. Weder die EZB noch die nationalen Zentralbanken des Eurosystems noch die Mitglieder der Beschlussorgane dürfen Weisungen von dritter Seite einholen oder entgegennehmen.

Den Organen und Einrichtungen der Europäischen Gemeinschaft sowie den Regierungen der Mitgliedstaaten ist es verboten, die Mitglieder der Beschlussorgane der EZB oder der nationalen Zentralbanken zu beeinflussen. Zudem darf die EZB keine Kredite an Einrichtungen der Gemeinschaft oder nationale Regierungsinstitutionen vergeben. Dies bietet zusätzlichen Schutz vor politischer Einflussnahme. Die EZB verfügt über einen eigenen Haushalt, der nicht Teil des Haushalts der Europäischen Gemeinschaft ist. Auf diese Weise bleibt die Verwaltung der EZB unabhängig von den finanziellen Interessen der Gemeinschaft. 

Nähere Informationen hierzu auf den Seiten der EZB