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#BM­FOn­Tour: EU-Bür­ger­dia­log in Lin­gen und Mark­grö­nin­gen

#BMFOnTour führte den Dialog über Europa, die Zukunft des Euro, der Währungsunion und des EU-Haushalts auch nach Niedersachsen und Baden-Württemberg: Sybille Stoßberg besuchte ihre ehemalige Schule in Lingen – das Franziskusgymnasium – und Steffen Jenner diskutierte gleich an zwei Schulen in seiner Heimatstadt Markgröningen – am Hans-Grüninger-Gymnasium und am Helene-Lange-Gymnasium.

EU-Bürgerdialog mit Sibylle Stoßberg in Lingen (Ems)

Am 28. September 2018 besuchte Sibylle Stoßberg im Rahmen von #BMFOnTour das Franziskusgymnasium in Lingen (Ems), an dem sie selbst Abitur gemacht hat. Dort diskutierte sie mit etwa 100 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 über europäische Finanzpolitik, über die Bedeutung der EU im Alltag der Jugendlichen und über die weitere Zukunft Europas. Sibylle Stoßberg ist Referentin im Referat „Wirtschaftspolitische Koordinierung in der EU und der Eurozone“ im Bundesministerium der Finanzen.

Zu Beginn der Veranstaltung gab Sibylle Stoßberg einen Überblick über die europapolitische Rolle des BMF und erläuterte anhand dessen auch das Zusammenspiel der europäischen Institutionen und die Rolle der Mitgliedstaaten im europäischen Politikbetrieb. Daraus entstand ein reger Austausch über die Bedeutung des Euro, über mögliche Beweggründe und Auswirkungen der Brexit-Entscheidung und über die Kunst der Ergebnis- und Kompromissfindung, wenn 28 Mitgliedstaaten an einem Tisch miteinander verhandeln. Auch diskutierten die Teilnehmenden über die Frage, welche Rolle die EU bei der Bewältigung künftiger Herausforderungen übernehmen kann.

Eine zentrale Erkenntnis im Laufe der Diskussion war, dass europapolitische Prozesse zwar manchmal „weit weg“ erscheinen, dass aber gleichzeitig die Vorteile der EU in vielen Aspekten des Alltags sehr greifbar geworden sind, und die EU gerade auch jungen Leuten in ihrer weiteren Lebensgestaltung viele Möglichkeiten eröffnet. Trotz, oder vielleicht sogar angesichts der vielfältigen aktuellen Herausforderungen ist die EU von zentraler Bedeutung für Frieden, Stabilität und Rechtsstaatlichkeit in Europa und für Deutschland. Um das Projekt Europa am Laufen zu halten, – so stimmten die Schülerinnen und Schüler am Ende der Veranstaltung überein – ist es gerade auch auf das Interesse und die Mitgestaltung durch seine Bürgerinnen und Bürger angewiesen.

Bürgerdialog am Franziskus-Gymnasium Lingen
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

EU Bürgerdialog mit Steffen Jenner in Markgröningen

Am 24. Oktober 2018 besuchte BMF-Referent Steffen Jenner im Rahmen des EU‐Bürgerdialogs seine Heimatschule, das Hans-Grüninger-Gymnasium in Markgröningen. 35 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe diskutierten mit ihm und miteinander, was gut läuft in Europa, was ihnen wichtig ist und was sie anders machen würden.

Schnell wurde klar: Diese jungen Menschen haben klare Haltungen und sie sprechen sie auch aus. Der Brexit zum Beispiel soll schnell überwunden werden. Wenn Großbritannien nicht bleiben will, möge es bitte zügig gehen. Dafür solle die EU motivierte neue Mitglieder aufnehmen. Bosnien wurde mit so viel Leidenschaft beworben, die dortige Regierung hätte es kaum besser machen können. Thematisch solle die EU mehr tun für Klimaschutz, für Bildung, für Migration und dafür, dass man auch in Zukunft überall hinreisen, arbeiten und leben kann.

Eine Schulklasse des Hans-Grüninger-Gymnasiums in Markgröningen
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Es war eine rundum muntere Diskussion. In die Tiefe ging die Diskussion beim Thema Währungsstabilität. Was ist das überhaupt? Wer hat die Verantwortung und warum halten sich manche nicht an die Regeln? Der italienische Haushaltsentwurf solle die Maastricht-Kriterien einhalten, auch weil man ansonsten potentielle Neumitglieder (Stichwort Bosnien) nicht an gleichen Maßstäben messen kann. Von Währungsstabilität zu Regeln, von Regeln zu Angemessenheit und Gerechtigkeit. Griechenland habe viel reformiert, aber gerade der schwache Teil der Gesellschaft zu stark gelitten.

Die Schülerinnen und Schüler, das lässt sich abschließend sagen, waren dank zweier engagierter Lehrkräfte hervorragend vorbereitet. Sie selbst brachten darüber hinaus einen inneren Kompass mit, der einen hoffnungsvoll auf die Zukunft Europas blicken lässt.

Am 25. Oktober 2018 besuchte Steffen Jenner auch noch das Helene-Lange-Gymnasium in seiner Heimatstadt Markgröningen, um dort mit 20 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe über Europa zu diskutieren.

Eine Schulklasse des Helene-Lange-Gymnasiums in Markgröningen
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Überall hinreisen können, mit dem Euro bezahlen, Handy-Roaming und online europäische Produkte shoppen. Mit diesen für sie alltäglichen Dingen verbanden die Schülerinnen und Schüler spontan die EU. Auch die Möglichkeit, in anderen EU-Staaten studieren und arbeiten zu können, wird von ihnen bewusst und mutig in Betracht gezogen.

Eine interessante Diskussion entstand, geprägt von fundierten und gut argumentierten Beiträgen. „Wenn ich einen Tag lang die Präsidentin der Europäischen Kommission wäre, würde ich noch stärker die Schulen und Unis in Europa miteinander verbinden.“ Andere würden die Umwelt schützen und die Menschen wieder von Europa begeistern. Ein bunter Mix an Themen und Interessen. Allen gemein: Europa soll nach vorne schauen statt zurück!

Der Brexit stand ganz besonders im Mittelpunkt. Was würde man einer Britin oder einem Briten sagen, die für „Leave“ votiert haben? Gar keine so einfache Frage. Frieden, Wohlstand, gemeinsame Werte. Alles irgendwie wichtig, aber auch abstrakt. „Draußen seid ihr alleine in der Welt“ war eine der kurzen aber umso treffenderen Antworten. Es ist zu hoffen, dass diese in Großbritannien gehört wird. Mit den Schülerinnen und Schülern des Helene-Lange-Gymnasiums zumindest ließe sich hervorragend an einer gemeinsamen Zukunft Europas bauen.

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