Vom 10. bis 12. April 2014 trafen sich anlässlich der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington D.C. die Finanzminister und Zentralbankgouverneure der G7 und G20 sowie der Lenkungsausschuss des IWF (IMFC). Schwerpunkt der Diskussionen war der Austausch über die Lage der Weltwirtschaft und die Reform des IWF.

Zur Lage der Weltwirtschaft stellten die Finanzminister und Notenbankgouverneure fest, dass sich die wirtschaftliche Erholung weiter fortgesetzt habe. Die Erholung sei aber noch recht fragil und es bestünden weiterhin Risiken und Herausforderungen, die entschieden angegangen werden müssten. Erfreulich aus deutscher Sicht ist insbesondere, dass die Europäer wieder zum Weltwirtschaftswachstum beitragen. Auch die USA seien auf einem guten Weg, wohingegen die Dynamik in den Schwellenländern etwas nachließe. Einigkeit bestand unter den Finanzministern und Notenbank­gouverneuren darin, dass vor allem Strukturreformen für ein stärkeres und nachhaltiges Wachstum entscheidend sind. Die Finanzminister und Notenbankchefs bestätigten ihren Entschluss vom vergangenen Februar, zur Stärkung des globalen Wachstums Politikmaßnahmen zu entwickeln, die innerhalb der nächsten fünf Jahre das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt der G20 um mindestens zwei Prozent über das gegenwärtig prognostizierte Maß heben. Dabei gilt es zu beachten, dass solche Wachstumszahlen die Folge vielfältiger Prozesse sind und die Politik die Ergebnisse nicht garantieren kann.

Jedes G20-Mitglied soll eine nationale Wachstumsstrategie mit den Schwerpunkten Beschäftigung, Investitionen, Wettbewerb, und Handel formulieren. Diese Maßnahmen finden dann Eingang in den beim diesjährigen G20-Gipfel in Brisbane zu verabschiedenden Aktionsplan. Deutschland ist mit den von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen hier gut aufgestellt.

Die Finanzminister und Notenbankgouverneure unterstrichen erneut die Bedeutung von Investitionen, insbesondere im Bereich von Infrastruktur und bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Ziel ist es, die Voraussetzung für die Mobilisierung privater Mittel zu verbessern. Neben Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Investitionsklimas wird hier weiter gemeinsam an der Entwicklung von praxistauglichen Lösungen gearbeitet.

Auch die Finanzmarktregulierung stand erneut auf der Agenda. Bei diesem Treffen wurden vor allem weitere Schritte zur Überwindung der „Too-Big-To-Fail“-Problematik sowie organisatorische Reformen beim Financial Stability Board diskutiert.

Ein weiteres Thema war die Umsetzung der 2010 beschlossenen Reformen der IWF-Leitungsstruktur und der IWF-Quoten. Die Finanzminister und Notenbankgouverneure brachten ihre Enttäuschung zum Ausdruck, dass die bereits 2010 beschlossenen Reformen nach wie vor nicht in Kraft getreten sind und forderten insbesondere die USA auf, die Reform so schnell wie möglich zu ratifizieren. Sollte die Reform nicht bis Ende des Jahres umgesetzt sein, haben sich die Finanzminister und Notenbankgouverneure darauf verständigt, mögliche Zwischenschritte zu diskutieren.

Das nächste Treffen der G20 Finanzminister und Notenbankgouverneure wird am 20. und 21. September in Cairns (Australien) stattfinden. Die Jahrestagung von IWF und Weltbank findet vom 10. bis 12. Oktober 2014 in Washington statt.