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12.04.2019

Bei­trag zur glo­ba­len Fi­nanz­sta­bi­li­tät

Staatssekretär Wolfgang Schmidt besiegelt finanzielle Unterstützung für zwei thematische Technische Hilfe-Fonds des Internationalen Währungsfonds (IWF)

Staatssekretär Schmidt und Carla Grasso (IWF) zeigen Dokumente in die Kamera.
Staatssekretär Wolfgang Schmidt und Carla Grasso, Deputy Managing Director des Internationalen Währungsfonds Quelle:  IMF

„Gute und vollständige Daten und tiefe Finanzmärkte sind wichtig für die globale Finanzstabilität“, sagte Wolfgang Schmidt, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, am Rande der Frühjahrstagung des IWF in Washington. „Deshalb haben wir bereits letztes Jahr entschieden, dass wir den Internationalen Währungsfonds dabei unterstützen wollen, in IWF-Mitgliedsländern personelle und institutionelle Kapazitäten aufzubauen. Wir tragen vier Millionen Euro zum Topf des Data for Decisions Fund bei. Daraus werden Workshops und Seminare finanziert, in denen vermittelt wird, wie die nationalen Statistiksysteme ausgebaut werden können. Auch den Financial Sector Stability Fund finanzieren wir mit vier Millionen Euro. Über diesen Fonds werden einerseits Evaluierungen finanziert, die Risiken und Verwundbarkeiten in den Finanzsektoren aufdecken sollen und andererseits technische Hilfe, um diese Lücken zu schließen.“ Um die finanzielle Unterstützung rechtskräftig zu machen, hat Schmidt am 11. April 2019 die beiden Letters of Understanding unterzeichnet. In diesen wird beispielsweise geregelt, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe die einzelnen Tranchen ausgezahlt werden, und welche Ziele die Fonds in den kommenden Jahren erreichen sollen.

Der Internationale Währungsfonds hat 2017 mit dem Data for Decisions Fund (D4D) und dem Financial Sector Stability Fund (FSSF) zwei neue thematische Unterfonds aufgelegt. Ziel des D4D ist, die nationalen Statistiksysteme in Ländern mit geringerem Einkommen (low and lower-middle income countries) zu verbessen, um mehr und bessere Daten zu erheben. Dadurch soll evidenzbasierte makroökonomische Politik gefördert werden. So soll dazu beigetragen werden, die globale Finanzstabilität zu stärken und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu erreichen. Ziel des FSSF ist es, Länder mit geringerem Einkommen beim Aufbau von Kapazitäten im Finanzsektor zu unterstützen. Durch die Entwicklung tieferer und verlässlicher Finanzmärkte soll unter anderem die Widerstandsfähigkeit gegenüber Finanzkrisen gestärkt werden.

Die grundlegende Aufgabe des Internationalen Währungsfonds ist es, die Stabilität des internationalen Währungssystems zu gewährleisten. Um diese Aufgabe zu erfüllen, gibt es drei Säulen, an denen sich die Arbeit des IWF orientiert. Economic Surveillance: Der IWF beobachtet die Wirtschafts- und Finanzpolitik seiner 189 Mitgliedsländer, versucht mögliche Risiken für die globale Finanzstabilität aufzudecken und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Lending: Der IWF bietet seinen Mitgliedsländern Kredite an, wenn diese tatsächliche oder potenzielle Zahlungsbilanzschwierigkeiten erfahren. Die finanzielle Unterstützung des IWF soll den Ländern helfen, ihre Währungsreserven wiederaufzubauen, ihre Währung zu stabilisieren, Importe zu bezahlen und die notwendigen Konditionen für starkes und inklusives Wachstum wiederherzustellen und die zugrundeliegenden Probleme zu korrigieren. Capacity Development: Der IWF unterstützt weltweit Regierungen dabei, ihre Wirtschaftspolitik und Institutionen zu modernisieren und das dafür benötigte Humankapital aufzubauen. Das hilft den Mitgliedsländern, ihre Wirtschaft zu stärken, Wachstumsaussichten zu verbessern und Arbeitsplätze zu schaffen. Neben regionalen Ausbildungszentren, die ein breites Themenspektrum an Fortbildungen anbieten, unterhält der IWF auch thematische Fonds, wie den D4D und den FSSF, die regionenübergreifend, aber themenspezifisch sind.

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