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20.11.2009

Die Leh­ren aus der Kri­se

Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble beim Europäischen Bankenkongress

Vom 16. bis 20. November 2009 trafen sich in Frankfurt am Main hunderte Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Finanzbranche, um über die Krise und ihre Konsequenzen zu diskutieren. Abschlussredner des European Banking Congress war Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble. In der Alten Oper sprach er am 20. November über die Lehren, die Finanzbranche und Politik aus der weltweiten Finanzkrise ziehen müssen.

Eine neue Balance aus Risiko und Haftung

Angesichts des Kongresstitels „After the Crisis“ hob Bundesfinanzminister Schäuble hervor, dass die Krise nicht ausgestanden sei. Wirtschaftlich sei man von einem selbsttragenden Aufschwung noch ein gutes Stück entfernt. Dennoch sei es an der Zeit, sich über den Ausstieg aus den konjunkturellen Unterstützungsmaßnahmen Gedanken zu machen. Deutlich sei in der Krise auch geworden, dass man künftig eine neue Balance zwischen Risiko und Haftung auf den Finanzmärkten benötige. Der Bundesfinanzminister erinnerte daran, dass „Kein Risiko ohne Haftung“ schon ein Grundsatz Walter Euckens, einem der Väter der Sozialen Marktwirtschaft war. Die Staatengemeinschaft muss für die Märkte einen Ordnungsrahmen vorgeben und Regeln setzen.

Eine erneuerte Soziale Marktwirtschaft als gemeinsame Aufgabe

Schäuble plädierte deshalb für eine gemeinsame Richtungsänderung hin zu einem neuen Wirtschaften und sah auch die Finanzindustrie in der Verantwortung. „Ökonomisches Handeln ist und bleibt kein Selbstzweck“, so Schäuble. Für die Legitimation des Weltfinanzsystems reiche es nicht aus, lediglich Katalysator für möglichst hohes Wachstum und möglichst hohe Renditen zu sein. Es gehöre auch zu seinen Aufgaben, zu einer gleichmäßigeren Verbreitung von Wohlstand auf der Erde beizutragen.