Das Treffen der G7-Finanzminister und Notenbankgouverneure am 1./2. Juni 2018 im kanadischen Whistler stand im Zeichen des Handelskonflikts mit den USA. Es wurde deutliche Kritik an der unilateralen Einführung von US-Zöllen geübt mit der Befürchtung, diese könnten das globale Wachstum gefährden. Die Sorge und Enttäuschung der anderen G7 wurde in einer öffentlichen Zusammenfassung des Vorsitzes festgehalten. US-Finanzminister Steven Mnuchin wurde explizit aufgefordert, die Bedenken an US-Präsident Donald Trump im Hinblick auf die anstehenden Beratungen beim Gipfel in Charlevoix weiterzugeben. Daneben wurden zahlreiche weitere Themen zur internationalen Zusammenarbeit im Finanzbereich diskutiert.

Unter der Überschrift „A Resilient Global System that Works for All“ wurde die Bedeutung internationaler Institutionen wie der Financial Action Task Force herausgestellt, deren Effektivität und Governance gestärkt werden sollen. Auch wurde eine verbesserte Kooperation der multilateralen Entwicklungsbanken begrüßt.

Die G7 waren sich einig, dass die Sicherstellung von Wirtschaftswachstum für alle („Economic Growth that Works for Everyone“) eine zentrale Herausforderung ist. Dabei sind Messgrößen hilfreich, die über das reine BIP hinausgehen, wie Bildungsstand, Grad der Kinderarmut, Chancengleichheit und berufliche Teilhabe.

Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Erfordernisses, sich den Veränderungen in modernen Wirtschaftssystemen anzupassen („Adapting to Change in a Modern Economy“). Die Diskussion der G7 zu den Herausforderungen des technologischen Wandels ergab, dass bei der Wissensvermittlung über die traditionellen Bildungsanstrengungen hinausgegangen werden muss. Insbesondere „lebenslanges Lernen“ muss gefördert werden. Ziel soll es auch sein, dass mehr Frauen technische Berufe ergreifen.

Die G7 waren sich einig, dass eine internationale Koordinierung der Regulierung erforderlich ist, um den Herausforderungen in einem global vernetzen Finanzsystem gerecht zu werden („Balancing the Risks and Potential Benefits of Crypto-Assets“).

Dies gilt auch für die Adressierung von Cyberrisiken im Finanzsektor. Die „G7 Cyber Experts Group“ kann dabei Unterstützung leisten, wie die Koordinierung einer angemessenen Reaktion auf einen Cyber-Angriff im Finanzsektor aussehen könnte.

Für die Förderung von Steuergerechtigkeit („Fostering Tax Fairness“) streben die G7 einen Konsens im Bereich der digitalen Besteuerung bis 2020 an. Sie erneuerten ihre globalen Verpflichtungen z. B. für den Informationsaustausch und das "Base Erosion and Profit Shifting (BEPS)-Projekt". Unterstützung sicherten die G7 zu für die globale „Knowledge-Sharing Platform for Tax Administrations“ und die „Platform for Collaboration on Tax“ für Entwicklungsländer.

Erstmalig fand in Whistler auch ein gemeinsames Treffen der G7-Finanz- und Entwicklungsminister statt. Diskutiert wurden im Bereich „Innovative Financing for Development“ die Themen “Mobilizing Private Capital for Sustainable Development” und “Building Economic Resilience against Extreme Weather Events”. Ein Austausch fand auch statt zu „Women's Economic Empowerment”.

Eine Zusammenfassung des kanadischen G7-Vorsitzes findet sich hier.

Die öffentliche Zusammenfassung zum USA-Handelskonflikt findet sich hier.