Der Bundesminister der Finanzen, Olaf Scholz, hat am 21. und 22. Juli 2018 am dritten Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G20 unter argentinischer Präsidentschaft in Buenos Aires teilgenommen. In der Sitzung betonte er vor allem die Risiken, die durch die Handelskonflikte für die Weltwirtschaft entstehen, und rief zur internationalen Zusammenarbeit auf. Zur „Zukunft der Arbeit“, einem Schwerpunkt der argentinischen G20-Präsidentschaft, würdigte Olaf Scholz das G20-Dokument, das die Minister und Gouverneure später verabschiedeten. Es führt zahlreiche Politikoptionen auf, die den G20-Mitgliedern bei der Bewältigung der Herausforderungen des technologischen Wandels und insbesondere der Digitalisierung helfen sollen. Olaf Scholz betonte die Chancen durch die Digitalisierung, mahnte aber, die Ängste vor Arbeitsplatzverlusten ernst zu nehmen. Er betonte in diesem Zusammenhang Investitionen in Bildung und berufliche Qualifizierung. Die Anstrengungen der Politik, ältere Arbeitnehmer im Arbeitsmarkt zu halten, müssten fortgesetzt werden. Die Arbeitgeber seien gefordert, auch ältere Arbeitnehmer einzustellen.

Das Kommuniqué hält den Konsens der 19 G20-Länder und der EU zu den weiteren, zahlreichen wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen fest, die an den beiden Tagen beraten wurden: Es betont die gute weltwirtschaftliche Lage, weist aber auf die Risiken durch Übertreibungen auf den Finanzmärkten, hohe Verschuldung, verstärkte Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, globale Ungleichgewichte, Ungleichheit und strukturell geringes Wachstum in einigen Industrieländern hin. Die Minister und Gouverneure äußern in dem Abschlussdokument ihre Sorge über die Gefährdung von Niedrigeinkommensländern durch hohe Schulden. Sie bekräftigten, zusammen mit IWF, Weltbank und Pariser Club, ihre Arbeiten fortzusetzen, um Transparenz und Tragfähigkeit der Schulden zu erhöhen und die nachhaltige Finanzierungpraxis sowohl öffentlicher als auch privater Schuldner und Gläubiger zu verbessern. Zur Förderung von Infrastrukturinvestitionen verabschiedeten die Minister und Gouverneure die „Prinzipien für die Projektvorbereitungsphase“. Dies ist Teil des Arbeitsplans, um verstärkt private Investoren für Infrastrukturfinanzierungen zu gewinnen. Weitere wichtige Themen des Kommuniqués sind die laufenden Arbeiten zur internationalen Steuerpolitik, zur Finanzmarktregulierung, zum Kapitalverkehr und zur Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.