Navigation und Service

16.04.2020

In­ter­na­tio­na­le So­li­da­ri­tät von his­to­ri­scher Di­men­si­on

Um den 77 ärmsten Ländern bei der Bewältigung der Corona-Krise zu helfen, stunden die G20-Mitglieder erstmals gemeinsam sowie viele weitere Gläubigerstaaten alle Zins- und Tilgungszahlungen im Jahr 2020. Damit entsteht für die verwundbarsten Länder finanzieller Handlungsspielraum, insbesondere für akuten Gesundheitsschutz. Auch der IWF hat weitreichende Hilfsmaßnahmen beschlossen.

G20 Schuldenmoratorium
Staatssekretär Wolfgang Schmidt und Bundesfinanzminister Olaf Scholz in der G20-Videokonferenz am 15. April 2020 Quelle:  © Bundesministerium der Finanzen / Photothek

Das beschlossene Schuldenmoratorium ist ein Akt internationaler Solidarität von historischer Dimension. Um den 77 ärmsten Ländern bei der Bewältigung der Corona-Krise zu helfen, stunden die G20-Mitglieder erstmals gemeinsam sowie viele weitere Gläubigerstaaten alle Zins- und Tilgungszahlungen in diesem Jahr. Damit verschaffen wir den betroffenen Ländern größeren finanziellen Handlungsspielraum, um zum Beispiel in den Gesundheitsschutz ihrer Bevölkerungen zu investieren - sofort und ohne zeitraubende Einzelfallprüfung.Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Die G20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure haben sich am 15. April 2020 im Rahmen einer Videokonferenz auf einen Aktionsplan verständigt, in dessen Mittelpunkt ein Schuldenmoratorium für Entwicklungsländer steht. Die Vereinbarungen der G20 zur internationalen Unterstützung von besonders verwundbaren Ländern in der Corona-Krise beinhalten darüber hinaus Instrumente des IWF, Maßnahmen und Verpflichtungen im Gesundheitsbereich (wie zum Beispiel die Finanzierung der Impfstoffentwicklung), die Verpflichtung zur kurzfristigen Stützung der Wirtschaft, das Eintreten für freien und fairen Handel sowie gemeinsame Grundsätze für mittel- und langfristige Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erholung. Alle Details der Vereinbarungen finden Sie im am 15. April 2020 beschlossenen G20-Kommuniqué und -Aktionsplan (in Englisch).

Das Steuerungsgremium des Internationalen Währungsfonds (IWF – International Monetary and Financial Committee (IMFC)) hat in einer Video-Konferenz am 16. April 2020 ebenfalls weitreichende Maßnahmen gegen die Corona-Krise verabschiedet. Diese umfassen einen flexibleren Einsatz und die Ausweitung der IWF-Notfallinstrumente für Entwicklungs- und Schwellenländer, ein neues vorsorgliches Kreditinstrument und die Aufstockung des IWF-Katastrophenfonds CCRT (Catastrophe Containment and Relief Trust). Deutschland beteiligt sich daran mit bis zu 80 Mio. Euro. Alle Details der Vereinbarungen finden Sie im am 16. April 2020 beschlossenen IMFC-Kommuniqué (in Englisch).

Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Staatssekretär Wolfgang Schmidt bei der IMFC-Videokonferenz am 16. April 2020
Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Staatssekretär Wolfgang Schmidt bei der IMFC-Videokonferenz am 16. April 2020 Quelle:  © Bundesministerium der Finanzen / Photothek