Die G20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure haben bei ihrem virtuellen Treffen am 14. Oktober 2020 einen aktualisierten Aktionsplan mit einer Reihe wichtiger Maßnahmen zur fortgehenden Bewältigung der COVID-19 Pandemie und der Gestaltung der weltwirtschaftlichen Erholung verabschiedet. Dazu zählt insbesondere die Verlängerung eines Schuldenmoratoriums für die ärmsten Länder der Welt bis Ende Juni 2021.

Das ist ein starkes Signal internationaler Solidarität. Heute haben die G20 die Grundlage geschaffen für weitreichende Schulderleichterungen. Damit leisten wir unseren Beitrag, dass auch die Schwächsten vernünftig durch die Krise kommen können. Das beweist: Wenn es darauf ankommt, sind die G20 handlungsfähig. Die internationale Gemeinschaft steht den ärmsten Ländern in der Corona-Krise zur Seite. Alle haben verstanden, wir können die Pandemie nur gemeinsam besiegen.Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Der Zahlungsaufschub für Zins- und Tilgungszahlungen im Rahmen der Debt Service Suspension Initiative (DSSI) soll den betroffenen Ländern mehr finanziellen Spielraum zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geben. Über eine erneute Verlängerung des Moratoriums soll im Frühjahr beim G20-Treffen am Rande der kommenden IWF-Frühjahrstagung 2021 entschieden werden. Darüber hinaus erklärten die G20, dass angesichts des Ausmaßes der Corona-Krise bei Ländern mit erheblicher Verschuldung im Einzelfall auch über weitergehende Maßnahmen entschieden werden müsse. Das Rahmenwerk dazu wurde bei ihrem Treffen im November verabschiedet und veröffentlichet.

Deutschland hat sich bei dem G20-Treffen für Maßnahmen zur effektiven Eindämmung des Corona-Virus und der Entwicklung und globalen Versorgung mit Impfstoffen, Diagnostika und Therapeutika als multilaterale Antwort auf die Krise stark gemacht. Auch Maßnahmen zur Rückkehr zu einem starken, ausgewogenen, nachhaltigen und inklusiven Wachstum wurden angesprochen. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs sowie sog. „global stablecoins“ thematisiert.

Globale Unternehmensbesteuerung

Die G20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure befassten sich darüber hinaus mit Fortschritten bei der Reform der globalen Unternehmensbesteuerung. Dazu hatte das G20/OECD Inclusive Framework on BEPS einstimmig sogenannte Blaupausen für die beiden Säulen des Reformvorhabens beschlossen und zum G20-Treffen vorgelegt. „Wir sind mit der einstimmigen Einigung auf die Blaupausen zur Reform der globalen Unternehmensbesteuerung einen gewaltigen Schritt weitergekommen“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Erklärtes Ziel der G20 ist eine Verständigung über die noch offenen Fragen bis Mitte 2021.