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11.02.2016

Welt­bank­grup­pe

Die Weltbankgruppe als global aktive multilaterale Entwicklungsbank ist einer der weltweit größten entwicklungspolitischen Akteure. Dies gilt nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern die Bank ist zugleich eine Ressource für Wissen und Informationen in nahezu allen entwicklungsrelevanten Bereichen wie Infrastruktur, Gesundheit, Bildung, guter Regierungsführung und zunehmend Klimaschutz. Oberstes Ziel der Weltbank ist die Verringerung der Armut in den ärmsten Entwicklungsländern sowie Entwicklungsländern mit mittlerem Pro-Kopf-Einkommen und die Verbesserung des Lebensstandards durch die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung.

Die Weltbankgruppe ist eine internationale Entwicklungsbank mit fünf Mitgliedsorganisationen:

  • International Bank for Reconstruction and Development (IBRD),
  • International Development Association (IDA),
  • International Finance Corporation (IFC),
  • Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA),
  • International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID).

Der Sitz der Weltbankgruppe ist Washington, D.C., USA. Präsident ist seit 1. Juli 2012 der südkoreanisch-US-amerikanische Arzt und Anthropologe Jim Yong Kim. Deutscher Gouverneur bei der Weltbankgruppe ist der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ,, Gerd Müller. Stellvertretender Gouverneur ist der Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Dr. Thomas Steffen. Die Weltbankgruppe hat über 10.000 Beschäftigte aus mehr als 170 Ländern. Neben der Zentrale in Washington unterhält die Weltbankgruppe Länderbüros in mehr als 100 Staaten weltweit.

Die Institutionen der Weltbankgruppe im Einzelnen:

Die IBRD wurde gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 1944 in Bretton Woods, USA, gegründet. Derzeit sind 188 Länder Anteilseigner. Deutschland ist seit 1952 Mitglied der Bank und verfügt über einen Kapitalanteil von 4,6 % und einen daraus resultierenden Stimmrechtsanteil von 4,3 %. Deutschland ist nach USA und Japan drittgrößter Anteilseigner. Die Hauptaufgabe der IBRD ist die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Schwerpunkte bilden die Armutsbekämpfung, der Umweltschutz und die Förderung privatwirtschaftlicher Aktivitäten. Hauptinstrument ist die Gewährung von zinsgünstigen Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren.

Die IDA wurde 1960 gegründet und hat derzeit 173 Mitgliedsländer. Deutschland ist Gründungsmitglied und mit einem Stimmrechtsanteil von 5,4 % drittstärkster Anteilseigner. Die IDA ist der konzessionäre Hilfsfonds der IBRD und hat das Ziel, die Lebensstandards in ihren Partnerländern anzuheben und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern. Die IDA gewährt Darlehen zu Vorzugsbedingungen, das heißt zinslos oder zu sehr günstigen Zinskonditionen. Für die Rückzahlung haben die Länder derzeit, bei fünf bis sechs tilgungsfreien Jahren zwischen 25 und 38 Jahren Zeit. Zudem erhalten Länder mit hohem Überschuldungsrisiko Zuschüsse. Aus diesem Grund kann sich die IDA nicht auf den Kapitalmärkten refinanzieren und ist hauptsächlich auf Haushaltsmittel der (Geber-)Mitgliedsländer angewiesen. Diese Mittel werden alle drei Jahre im Rahmen von Wiederauffüllungsverhandlungen zusammengetragen. Deutschland gehört zu den größten Gebern und hat mit 6,0 % den viertgrößten Anteil an der letzten Wiederauffüllung beigetragen. Zusätzlich zu den Geberbeiträgen erhält IDA Transferleistungen aus Gewinnüberschüssen der IBRD und IFC.

Die IFC wurde im Jahr 1956 als eigenständige Tochter der Weltbankgruppe gegründet und hat derzeit 184 Mitgliedsländer. Deutschland ist Gründungsmitglied mit einem Kapitalanteil von 5,0 % und einem daraus resultierenden Stimmrechtsanteil von 4,8 %. Die IFC beteiligt sich direkt an Investitionsvorhaben privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern durch Beteiligung am Eigenkapital und gewährt langfristige Investitionsdarlehen zu kommerziellen Bedingungen oder Garantien. Ergänzend leistet die IFC seit einigen Jahren technische Hilfe im Privatsektor-Bereich.

Die MIGA wurde 1988 als jüngste Tochter der Weltbankgruppe gegründet und hat derzeit 181 Mitgliedsländer. Der deutsche Kapitalanteil beträgt gegenwärtig 5,0 % und der Stimmrechtsanteil aktuell 4,2 %. Die Hauptaufgaben der MIGA sind die Förderung ausländischer Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern durch die Vergabe von Garantien zur Absicherung gegen nicht-kommerzielle Risiken (z.B. Kapitaltransferbeschränkungen, Enteignung, zivile Unruhen und Kriegshandlungen). Das Garantieportfolio der MIGA konzentriert sich auf die Bereiche Finanzsektor und Infrastruktur, und bietet zudem Dienstleistungen auf den Gebieten der technischen Hilfe und der Investitionsberatung an.

ICSID ist die kleinste Institution der Weltbankgruppe. Das Zentrum wurde 1966 gegründet und hat gegenwärtig 151 Mitgliedsländer. Es ist eine Schlichtungsinstitution zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten zwischen ausländischen Investoren und deren Gastländern. Darüber hinaus unterstützt ICSID durch Publikationen die Fortentwicklung von internationalem Investitionsrecht und Schlichtungsverfahren.

Weitere Informationen über die Geschäftsaktivitäten und Schwerpunktthemen in der Weltbank finden sich auf der Internetseite der Weltbankgruppe.