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04.02.2022

Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE)

Deutschland ist Gründungsmitglied der 1991 in London errichteten multilateralen Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) mit insgesamt 64 nationalen und zwei supranationalen Anteilseignern, der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Mit einem Kapitalanteil von gut 8,5 Prozent ist Deutschland einer der größten EBWE-Anteilseigner. Die EBWE verfügt über ein Stammkapital in Höhe von 30 Mrd. Euro.

Die EBWE hat annähernd 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Zentrale in London und in den Regionalbüros. Die Leitung der Bank obliegt der Präsidentin, Odile Renaud-Basso, in Zusammenarbeit mit dem Management sowie dem Direktorium, in dem Vertreter der Anteilseigner zweimal monatlich zusammenkommen. Die wichtigen strategischen Entscheidungen obliegen dem Gouverneursrat, in dem sich die obersten Vertreter der Anteilseigner zur Jahresversammlung zusammenfinden. Deutscher Vertreter im Gouverneursrat, dem höchsten Beschlussorgan der Bank, ist Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen. Deutscher Exekutivdirektor ist Dr. Michael Offer.

Die Errichtung der EBWE war eine Reaktion auf die historischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa. Politischer Auftrag der Bank, die ihre Tätigkeit knapp zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer aufnahm, ist die Förderung von Demokratie und Marktwirtschaft in ihren 39 Einsatzländern in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, der Kaukasusregion, Zentralasien, sowie, im Rahmen der Ausweitung ihres Mandats, der Türkei und den Ländern des südlichen und östlichen Mittelmeerraums.

Die EBWE finanziert Investitionsprojekte – insbesondere im privaten, aber auch im öffentlichen Sektor –, die ökonomisch tragfähig sind und die wirtschaftliche Entwicklung der Einsatzländer voranbringen. Hauptformen der EBWE-Finanzierung sind Darlehen und Kapitalbeteiligungen. Dabei stellt die EBWE auch ihre besondere regionale und sektorale Kompetenz zur Verfügung. Sie ist der größte Einzelinvestor in ihrer Einsatzregion. Das gesamte Geschäftsvolumen der EBWE in 2021 belief sich auf gut 10,4 Mrd. Euro, das Portfolio der Bank beläuft sich auf rund 50 Mrd. Euro.

In den über 30 Jahren seit ihrer Gründung bewilligte die EBWE mehr als 6.000 Projekte im Gesamtvolumen von rund 164 Mrd. Euro, hauptsächlich Kredite und in geringerem Umfang Kapitalbeteiligungen. Die EBWE arbeitet regelmäßig mit privaten Investoren zusammen und mobilisierte dadurch seit 1991 ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 300 Mrd. Euro.

Neben der Vergabe von Darlehen und dem Eingehen von Beteiligungen, dem geschäftspolitischen Schwerpunkt der EBWE, unterhält sie ein umfangreiches, von Gebern gespeistes Fondsprogramm (Donor funded activities) zur Bereitstellung von fachlicher Beratung (technical cooperation) und Unterstützung von Investitionen in den Einsatzländern. Zudem verwaltet die EBWE mehrere Fonds, mit Hilfe derer die nukleare Sicherheit gefördert wird.

Weitere umfangreiche Informationen über die Geschäftsaktivitäten und Schwerpunktthemen der EBWE finden sich auf der Internetseite der Bank.