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26.02.2015

Eu­ro­päi­sche Bank für Wie­der­auf­bau und Ent­wick­lung (EB­WE)

Deutschland ist Gründungsmitglied der 1991 in London errichteten multilateralen Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) mit insgesamt 64 nationalen und zwei supranationalen Anteilseignern, der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Mit einem Kapitalanteil von gut 8,5 % ist Deutschland einer der größten EBWE-Anteilseigner. Die EBWE verfügt über ein Stammkapital in Höhe von 30 Milliarden Euro

Die EBWE hat annähernd 2.000 Mitarbeiter in ihrer Zentrale in London und in den Regionalbüros. Die Leitung der Bank obliegt dem Präsidenten, Sir Suma Chakrabarti, in Zusammenarbeit mit dem Management sowie dem Exekutivrat, in dem Vertreter der Anteilseigner regelmäßig zusammenkommen. Wichtige Entscheidungen obliegen dem Gouverneursrat, in dem sich die obersten Vertreter der Anteilseigner zu bedeutenden Gelegenheiten zusammenfinden. Deutscher Vertreter im Gouverneursrat, dem höchsten Beschlussorgan der Bank, ist Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen. Deutscher Exekutivdirektor ist Joachim Schwarzer.

Die Errichtung der EBWE war eine Reaktion auf die historischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa. Politischer Auftrag der Bank, die ihre Tätigkeit knapp zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer aufnahm, ist die Förderung von Demokratie und Marktwirtschaft in ihren 35 Einsatzländern in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, der Kaukasusregion, Zentralasien, Russland und der Türkei, sowie, im Rahmen der Ausweitung ihres Mandats, Ländern des südlichen und östlichen Mittelmeerraums.

Die EBWE finanziert Investitionsprojekte - insbesondere im privaten, aber auch im öffentlichen Sektor -, die ökonomisch tragfähig sind und die wirtschaftliche Entwicklung der Einsatzländer voranbringen. Hauptformen der EBWE-Finanzierung sind Darlehen und Kapitalbeteiligungen. Dabei stellt die EBWE auch ihre besondere regionale und sektorale Kompetenz zur Verfügung. Sie ist der größte Einzelinvestor in ihrer Einsatzregion. Das gesamte Geschäftsvolumen der EBWE in 2014 belief sich auf gut 9,0 Milliarden Euro, das Portfolio der Bank beläuft sich auf rund 20 Milliarden Euro.

Seit ihrer Gründung bewilligte die EBWE Finanzierungsmittel in Höhe von über 95 Milliarden Euro (hauptsächlich Kredite und zu etwa 20 % Kapitalbeteiligungen). Da die EBWE gemeinsam mit anderen Investoren und Finanziers agiert (typischerweise übernimmt die EBWE etwa 1/3 der Gesamtprojektkosten), ergibt sich für die von der EBWE mitfinanzierten Projekte seit ihrer Gründung ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 285 Milliarden Euro.

Neben der Vergabe von Darlehen und dem Eingehen von Beteiligungen, dem geschäftspolitischen Schwerpunkt der EBWE, unterhält sie ein umfangreiches, von Gebern gespeistes Fondsprogramm (Donor funded activities) zur Bereitstellung von fachlicher Beratung (technical cooperation) und Unterstützung von Investitionen in den Einsatzländern. Zudem verwaltet die EBWE zwei EU-Vor-Beitrittsvorbereitungsfonds und mehrere Fonds, mit Hilfe derer die nukleare Sicherheit gefördert wird.

Weitere umfangreiche Informationen über die Geschäftsaktivitäten und Schwerpunktthemen der EBWE finden sich auf der Internetseite der Bank.