Die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) in Paris, gegründet durch ein Übereinkommen vom 14.12.1960, ist ein Instrument der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit in wirtschaftlichen Fragen und ging hervor aus der Organisation for European Economic Co-operation (OEEC). Der Haushalt der OECD umfasst rund 300 Mio. € jährlich. Schwerpunkte der OECD-Arbeit in den letzten Jahren sind die Globalisierung der Weltwirtschaft, wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Mitgliedstaaten und die Stärkung des multilateralen Systems. Ihre Politik ist darauf gerichtet,

  • in den Mitgliedstaaten Wirtschaftswachstum, Preisstabilität und steigenden Lebensstandard zu fördern,
  • zur Entwicklung der Weltwirtschaft auch zugunsten der Entwicklungsländer beizutragen und
  • an einer Ausweitung des Welthandels mitzuwirken.

Die OSZE (Organization for Security and Co-operation in Europe) mit Sitz in Wien und einem jährlichen Haushaltsvolumen von rund 180 Mio. €, wurde formell am 3.7.1973 gegründet und umfasst 55 Mitgliedstaaten aus Europa, Zentralasien und Nordamerika. Die Aufgaben der Organisation sind Krisenprävention und -management, Konfliktverhütung sowie Wiederaufbaumaßnahmen nach Konflikten. Dazu werden 18 Missionen, vor allem auf dem Balkan sowie in den neuen zentralasiatischen Republiken unterhalten.

Die WTO (World Trade Organization) in Genf besteht seit dem 1.1.1995 und befasst sich mit den Handelsregelungen zwischen Nationen. Sie hat derzeit 148 Mitglieder. Der WTO-Haushalt für 2004 umfasst ca. 165 Mio. SFr. Ein wichtiges Organ der WTO ist der so genannte "Appellate Body", der internationale Handelsstreitigkeiten beilegt. Die mindestens alle 2 Jahre stattfindenden Ministerkonferenzen der WTO sind ein vielbeachtetes Entscheidungsgremium in Fragen des Welthandels.

Der 1949 gegründete Europarat (Haushaltsvolumen rund 180 Mio. €) mit Sitz in Strasbourg ist nicht - wie der Name nahe legen könnte - eine Institution der EU, da der Europarat auch Nicht-EU-Staaten umfasst. Seine Aufgaben liegen im Bereich der Menschenrechte, der Förderung sozialer Gerechtigkeit sowie von Kultur und Bildung. Der Europarat unterhält den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der 800 Millionen Menschen aus 46 Mitgliedstaaten offen steht.

Mit der Gründung des zum System der Vereinten Nationen gehörenden Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag am 17.7.1998, für den sich Deutschland stark engagiert hat, wurde eine wichtige Grundlage für die internationale Verfolgung von Schwerverbrechen geschaffen. Daneben gibt es noch mehrere eigenständige internationale Gerichtshöfe wie den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg oder den Ständigen Schiedshof in Den Haag, die sich aus Pflichtbeiträgen der Mitgliedstaaten finanzieren.

Die Nutzung und der Schutz von Gebieten außerhalb der Hoheitsrechte bestimmter Staaten (Tiefseeboden und Antarktis) werden durch völkerrechtliche Übereinkommen geregelt, zu deren Umsetzung Organisationen bzw. Sekretariate eingerichtet wurden: Die ISA (Meeresbodenbehörde) auf Jamaika und das Antarktis-Sekretariat in Buenos Aires.

Gegenwärtig bestehen 8 internationale Rofstoffübereinkommen für Kaffee, Kakao, Naturkautschuk, Tropenholz, Jute, Getreide, Zucker und Olivenöl. Dazu kommen 4 internationale Studiengruppen für Blei/Zink, Nickel, Kupfer und Kautschuk. Diese Übereinkommen sollen dazu dienen, die Rohstoffpreise einerseits zu stabilisieren und andererseits den Entwicklungsländern ein verlässliches Einkommen zu garantieren. Zur Umsetzung dieser Übereinkommen wurden ebenfalls verschiedene Organisationen gegründet, die sich aus Pflichtbeiträgen finanzieren. Im Bereich der Rohstofforganisationen nimmt jedoch zunehmend die EU die Beitragsverpflichtungen ihrer Mitgliedstaaten wahr.

Bei der Europäischen Organisation für Nuklearforschung (CERN) mit Sitz nahe Genf im schweizerisch-französischen Grenzgebiet. handelt es sich nicht um eine EU-Organisation, da zu den 20 Mitgliedstaaten auch Nicht-EU-Länder zählen. Die CERN hat ein Jahresbudget von rund 1,3 Mrd. SFr. Aufgabe der Organisation ist die Forschung im Bereich der Partikelphysik, die einen hohen technischen Aufwand erfordert.