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25.11.2024

WIN-Initiative: Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland

  • Ein breites Bündnis von Wirtschaft, Verbänden, Politik und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekennt sich zum deutschen Finanzstandort und zur Förderung von Start-ups, Innovation und Wagniskapital in Deutschland.
  • Mit der Initiative für Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland (WIN-Initiative) wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wachstums- und Innovationskapital in Deutschland vereinbart.
  • Die teilnehmenden Unternehmen wollen rund 12 Mrd. Euro bis 2030 in die weitere Stärkung des deutschen Venture-Capital-Ökosystems investieren.
Startup Germany Summit: Blick in Veranstaltungsraum BildVergroessern
Vorstellung der WIN-Initiative auf dem Startup Germany Summit am 7. September 2024 Quelle:Bundesministerium der Finanzen / Photothek

WIN-Initiative: „Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland“

Die WIN-Initiative („Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland“) zielt darauf ab, Deutschland bis zum Jahr 2030 weiter als führenden Standort für Innovationen und Wachstumskapital auszubauen. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Wirtschaft, Verbänden, Politik und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird die Bundesregierung dazu die Rahmenbedingungen für Wachstums- und Innovationskapital in Deutschland nachhaltig verbessern. Durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket soll die Finanzierung von Start-ups, Scale-ups und innovativen Unternehmen gestärkt werden, damit diese als „Mittelstand von morgen“ zu einer dynamischen und zukunftsfähigen Wirtschaft beitragen können. Ins Leben gerufen wurde die WIN-Initiative vom damaligen Bundesfinanzminister Christian Lindner.

Erstmals präsentiert wurde die Initiative auf dem Startup Germany Summit, im Rahmen dessen das Bündnis aus Wirtschaft, Verbänden, Politik und KfW eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnete. Gemeinsam wollen die teilnehmenden Unternehmen rund 12 Mrd. Euro in das deutsche Venture-Capital-Ökosystem investieren. Die Maßnahmen der WIN-Initiative zielen darauf ab, bisher erzielte Erfolge fortzuführen und zusätzliches Kapital für innovative Unternehmen zu mobilisieren.

Die Bedeutung von Start-ups und Scale-ups als Innovationsmotoren der deutschen Wirtschaft ist unbestritten. Diese Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, treiben technische Fortschritte voran und sichern langfristig den Wohlstand Deutschlands. Um jedoch ihre volle Wirkung entfalten zu können, benötigen sie stabile und verlässliche Finanzierungsmöglichkeiten. Es sollen den deutschen und europäischen Unternehmen Finanzierungsmöglichkeiten und Kapital für Innovationen geboten werden, damit sie in Deutschland und Europa wachsen und expandieren können – anstatt auf andere Kontinente auszuweichen. Das jährliche Venture-Capital-Dealvolumen auf dem deutschen Markt hat sich in den vergangenen zehn Jahren von 1,5 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 7,1 Mrd. Euro im Jahr 2023 vervierfacht. Dieser Erfolg ist das Ergebnis gezielter Maßnahmen der Bundesregierung sowie der Partnerschaft mit privaten Investoren. Die WIN-Initiative baut auf dieser positiven Entwicklung auf und strebt eine nachhaltige Stärkung des Finanzierungsumfelds an.

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Maßnahmen: Ein umfangreiches 10-Maßnahmen-Bündel

Um die Rahmenbedingungen für Wachstums- und Innovationskapital gezielt zu verbessern, sieht die WIN-Initiative ein 10-Maßnahmen-Bündel vor.

  1. Ausbau der Kooperationen zwischen Hochschulen, Investorinnen und Investoren und Unternehmen: Der EXIST-Leuchtturmwettbewerb „Startup Factories“ fördert die Zusammenarbeit zwischen gründungsstarken Hochschulen, Investorinnen und Investoren sowie Unternehmen. Ziel ist es, fünf bis zehn exzellenzorientierte Startup Factories zu etablieren, die innovative und wissenschaftsbasierte Ausgründungen vorantreiben.
  2. Etablierung von Wachstums- und Innovationskapital als Anlageklasse für Privatpersonen: Durch gezielte Investitionsvehikel wie die European Long-Term Investment Funds sollen vermögende Privatpersonen und andere geeignete Anlegerinnen und Anleger ermutigt werden, in Wachstums- und Innovationskapital zu investieren.
  3. Stärkung von Dachfondsstrukturen: Um das Venture-Capital-Ökosystem weiter zu diversifizieren und größere Investitionsmöglichkeiten zu schaffen, sollen Dachfondsstrukturen weiter ausgebaut werden. Der Wachstumsfonds Deutschland, einer der größten Fund-of-Funds Europas, dient hier als Vorbild. KfW Capital plant bereits ein Nachfolgeprodukt, das im Jahr 2026 im Fundraising stehen wird.
  4. Finanzierungslösungen für CleanTech-Scale-ups: Innovative Unternehmen, besonders im Bereich CleanTech, benötigen spezielle Finanzierungslösungen für den Aufbau industrieller Produktionskapazitäten, insbesondere zur Finanzierung sogenannter First-of-a-kind-Investitionen. Der Bund prüft, wie private Investoren durch öffentliche Unterstützung, etwa über die KfW, mobilisiert werden können, um eine bestehende Lücke in diesem Segment zu schließen.
  5. Know-how-Transfer zur Förderung von Investitionen in Wachstums- und Innovationskapital: Um Investoren das notwendige Fachwissen für Investitionen in Wachstums- und Innovationskapital zu vermitteln, wird die KfW Capital ihre VC Academy erweitern. Zusätzlich wird eine neue Trainingsreihe für potenzielle Limited Partners angeboten, um das Investitions-Know-how weiter zu verbreiten.
  6. Steigerung der WIN-Investitionen durch öffentliche Kapitalsammelstellen: Eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie soll untersuchen, wie öffentliche Fonds stärker in Venture Capital investieren können. Sowohl der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung als auch perspektivisch die Stiftung Generationenkapital haben die Möglichkeit beziehungsweise werden die Möglichkeit haben, in die Assetklasse VC zu investieren.
  7. Verbesserung der Rahmenbedingungen für Börsengänge und Exits: Das Zukunftsfinanzierungsgesetz hat bereits Maßnahmen zur Erleichterung von Initial Public Offerings und Exits von Start-ups umgesetzt. Weitere Schritte wie die Verkürzung der Prospektbilligungspflicht und die im Entwurf für ein Zweites Zukunftsfinanzierungsgesetz vorgesehene Möglichkeit komplett englischsprachiger Wertpapierprospekte sollen die Attraktivität des deutschen Finanzmarkts weiter erhöhen.
  8. Stärkung des Sekundärmarkts für Venture-Capital-Fondsanteile: Die Etablierung eines organisierten Sekundärmarkts für Venture-Capital-Fondsanteile soll die Liquidität der Anlageklasse steigern und neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen. Dies stärkt das Vertrauen der Investoren und macht den deutschen Markt international wettbewerbsfähiger.
  9. Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Investitionen in Wachstums- und Innovationskapital: Die steuerlichen Rahmenbedingungen sollen Investitionen in innovative Unternehmen weiter erleichtern. Geplant sind im Entwurf für ein Zweites Zukunftsfinanzierungsgesetz u. a. die Erweiterung der Möglichkeiten für Fonds, die unter das Investmentsteuergesetz fallen, in gewerblich tätige Personengesellschaften und damit auch in gewerbliche VC-Fonds zu investieren, sowie Anpassungen bei der Besteuerung von Gewinnen aus Veräußerungen von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, wenn diese reinvestiert werden (sogenannter Roll-Over).
  10. Modifikation der Anlageverordnung: Um Versicherern und Pensionskassen zu ermöglichen, mehr in ertrag- und risikoreichere Anlageklassen wie Venture Capital zu investieren, plant die Bundesregierung eine Anpassung der Anlageverordnung. Die Quote für Risikokapitalanlagen soll von 35 auf 40 Prozent erhöht werden und es wird eine Infrastrukturquote von 5 Prozent eingeführt, die weitere Investitionsmöglichkeiten schafft.

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Beiträge: 12 Mrd. Euro für das Wagniskapital-Ökosystem

Mit ihren Beiträgen wollen die teilnehmenden Unternehmen bis zum Jahr 2030 Maßnahmen umsetzen, die eine Gesamtwirkung für das deutsche Wagniskapital-Ökosystem in Höhe von rund 12 Mrd. Euro entfalten. Davon erwarten die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner positive Impulse für den deutschen Finanz- und Wirtschaftsstandort. Die Beiträge umfassen direkte Investitionen in Wachstums- und Innovationskapital, eine finanzielle Unterstützung des Ökosystems über direkte Investitionen hinaus (z. B. finanzielle Unterstützung beim Aufbau von Start-up Factories) sowie eine Stärkung des Ökosystems durch strukturelle Beiträge (z. B. Aufsatz und Vertrieb von VC-Investmentvehikeln für geeignete Privatpersonen).

Folgende Institutionen haben die Absichtserklärung unterschrieben:

Allianz, AXA Deutschland, Barmenia.Gothaer, Bayerische Versorgungskammer, BlackRock, Bertelsmann., Bundeskanzleramt, BMF, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Bundesverband Beteiligungskapital, Bundesverband Deutsche Startups, Bundesverband der Deutschen Industrie, Bundesverband deutscher Banken, Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, Commerzbank, Debeka, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Telekom/T.Capital, Deutsches Aktieninstitut, DZ BANK, European School of Management & Technology, FIEGE Logistik, Frankfurt School of Finance & Management, Generali Deutschland, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Henkel, HUK-COBURG, KfW, Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, Provinzial Versicherung, Schenker Ventures, Stuttgarter Versicherungsgruppe, UnternehmerTUM, Versicherungskammer Bayern, VGH Versicherungen, W&W Asset Management

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Weiter geht’s: WIN als fortlaufende Initiative

Mit der WIN-Initiative schafft Deutschland die Grundlage, um im Bereich Venture Capital international wettbewerbsfähig zu bleiben und seine Rolle als führender Innovationsstandort weiter auszubauen. Alle an WIN beteiligten Akteure wollen die Umsetzung der Maßnahmen und finanziellen Beiträge gemeinschaftlich nachhalten. Die KfW übernimmt dabei die Aufgabe, den Umsetzungsstand der Maßnahmen jährlich zu evaluieren und die Fortschritte zu dokumentieren, um sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele erreicht werden.

So fand z. B. am 22. November 2024 in Frankfurt am Main ein Roundtable zur WIN-Initiative statt. Der damalige Bundesfinanzminister Jörg Kukies nahm am Roundtable teil und betonte, dass die Initiative ein wichtiger Impuls für den Finanzstandort Deutschland sei.