Die Pandemie trifft die Überlebenden des NS-Terrors besonders hart. Daher verabredeten Jewish Claims Conference und Bundesfinanzministerium im Rahmen ihrer diesjährigen Verhandlungen eine pandemiebedingte Sonderzahlung. Sie kommt den NS-Opfern zugute, die bislang lediglich eine Einmalzahlung aus dem sogenannten Hardship Fund erhalten hatten. Die Sonderzahlung beläuft sich auf insgesamt 2.400 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Das Bundesfinanzministerium stellt die benötigten Mittel von insgesamt mehr als einer halben Milliarde Euro zum Teil noch dieses Jahr bereit. Weltweit können nun etwa 240.000 Berechtigte einen entsprechenden Antrag bei der Claims Conference stellen.

Bereits im März 2020 wurde eine vorübergehende Verlängerung der Regeln des Programms für Hilfen und Pflege in der häuslichen Wohnumgebung (Homecare) bis Mitte 2021 vereinbart. Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger und die Vertreter der Claims Conference, allen voran Verhandlungsführer Botschafter Stuart Eizenstat sowie Auschwitzüberlebender Roman Kent, einigten sich außerdem darauf, die Mittel für das Homecare-Programm 2021 nochmals um 30 Millionen Euro auf insgesamt 554 Millionen Euro aufzustocken. Dies soll Pflegeagenturen vor Ort dabei helfen, kurzfristig passende Hilfen zu schaffen. Sie sollen den Überlebenden in der aktuellen kritischen Lage bestmöglich helfen. Dies wird durch besondere Kenntnisse der jeweiligen Situation und die Anbindung an lokale jüdische Gemeinden erreicht.

Weitere Änderungen, die Bundesfinanzministerium und Jewish Claims Conference in diesem Jahr vereinbaren, betreffen unter anderem die Anerkennung von 18 Orten in Rumänien und 11 Orten in Bulgarien als Ghettos und neunmonatige Fortzahlungen bei bestimmten Entschädigungsrenten aus Deutschland.