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High-Le­vel-Work­shop zur Ver­mö­gens­ver­tei­lung in Deutsch­land

Eurosaal im Bundesfinanzministerium
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Am 12. März 2020 findet im Bundesministerium der Finanzen ein hochrangig besetzter Workshop zum Thema Vermögensverteilung in Deutschland statt. Gäste aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Medien und Politik diskutieren die Ergebnisse der ersten umfassenden Studie zur langfristigen Vermögensentwicklung des Exzellenzclusters ECONtribute der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Professor Moritz Schularick von der Universität Bonn stellt die Ergebnisse der ersten Studie des DFG-Exzellenzclusters ECONtribute „Vermögensverteilung in Deutschland von 1895 bis 2018“ exklusiv im Bundesministerium der Finanzen vor. Ergebnis der Studie ist unter anderem, dass sich seit der Wiedervereinigung Deutschlands die Vermögen der Haushalte in der oberen im Vergleich zur unteren Hälfte der Vermögensverteilung deutlich auseinanderentwickelt haben. Kapitalgewinne durch höhere Aktienpreise kamen vor allem der Spitze der Vermögensverteilung zugute, während die obere Mittelschicht von steigenden Immobilienpreisen profitierte. Der Boom an den Aktien- und Immobilienmärkten im letzten Jahrzehnt ist an den Haushalten der unteren Hälfte der Vermögensverteilung hingegen nahezu komplett vorbeigegangen, so die Studie. Ein weiteres zentrales Ergebnis ist, dass amtliche Betriebs- und Immobilienvermögen in den Statistiken deutlich unterbewertet sind. „Wir gehen davon aus, dass das deutsche Betriebsvermögen 2018 ca. vier Billionen Euro und das Immobilienvermögen mehr als neun Billionen Euro betrug. Damit wurde allein das deutsche Betriebsvermögen um fast zwei Billionen Euro zu niedrig bewertet“, beschreibt Studienautor Schularick die Ergebnisse.

Die Ergebnisse für Deutschland werden vom international renommierten Verteilungsforscher Thomas Piketty eingeordnet und kommentiert.

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz betont, dass eine solide Bestandsaufnahme für eine kluge und durchdachte Politik unabdingbar ist. Mit Ihrer Langzeitstudie zur Vermögensungleichheit lieferten Schularick und seine Ko-Autoren einen wichtigen Beitrag zur wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Debatte. „Sozialer Zusammenhalt kann nur gelingen, wenn alle am Wachstum und Erfolg unserer Gesellschaft teilhaben“, so der Finanzminister.

Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, den Austausch zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Politik weiter zu vertiefen.