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03.02.2020

G20 Com­pact with Af­ri­ca

Die G20-Afrika-Partnerschaft ist ein zentrales Vorhaben der deutschen G20-Präsidentschaft. Ziel ist es, in afrikanischen Staaten die Rahmenbedingungen für nachhaltige Privatinvestitionen sowie Investitionen in Infrastruktur und wirtschaftliche Teilhabe und Beschäftigung zu stärken. Kernelement im Finanzstrang ist die vom Bundesfinanzministerium koordinierte Initiative Compact with Africa.

Ein prosperierendes Afrika ist unerlässlich, um weltweit nachhaltiges Wachstum und Stabilität zu erreichen. Olaf Scholz, Bundesminister der Finanzen

Die G20 sind sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst, sich den Herausforderungen in den ärmsten Ländern - vor allem in Afrika - gemeinsam zu stellen. Der Compact with Africa (CwA) ist eine zentrale Säule der unter der deutschen G20 Präsidentschaft hierfür ins Leben gerufenen G20-Afrika-Partnerschaft. Ziel des CwA ist die Förderung einer vom Privatsektor getragenen Entwicklung durch verbesserte Rahmenbedingungen für Privatinvestitionen, einschließlich in Infrastruktur. Die Initiative ist in Afrika auf großes Interesse gestoßen. Zwölf Länder haben sich ihr seit dem Start im Jahr 2017 bereits angeschlossen: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien.

Der CwA ist über die - gemeinsam von Südafrika und Deutschland geleitete - Africa Advisory Group nunmehr fest im Finanzbereich (Finance Track) der G20 verankert.

Der Compact with Africa im Überblick

Umfassend - Ziel ist es, den Anreiz für Privatinvestitionen durch Verbesserung der makroökonomischen, wirtschaftspolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen in den teilnehmenden CwA-Ländern zu erhöhen.

Abgestimmt - Reformorientierte afrikanische Staaten, internationale Organisationen und bilaterale Partner aus dem G20-Kreis und darüber hinaus arbeiten zusammen, um Reformprogramme und Fördermaßnahmen abzustimmen und bei Privatinvestoren für den CwA zu werben.

Länderspezifisch - Keine Pauschallösungen, sondern maßgeschneiderte Reformprogramme und Fördermaßnahmen, die von den teilnehmenden CwA-Ländern, internationalen Organisationen und bilateralen Partnern gemeinsam entwickelt werden.

Wie funktioniert die Initiative?

Der CwA ist bedarfsorientiert und steht allen interessierten Ländern offen. Es gibt keine festgelegten Beitritts- oder Austrittskriterien, d. h. die Teilnehmer der Initiative entscheiden selbständig. Erfolg oder Misserfolg hängt von der Umsetzung der Reformmaßnahmen ab. Treibende Kraft beim CwA ist die Eigenverantwortung afrikanischer Staaten, nicht die Vorgaben des Westens. Er ist jedoch nicht nur eine Selbstverpflichtung für die afrikanischen Länder, sondern auch für die G20 und die internationalen Organisationen.

Reformorientierte afrikanische Länder, internationale Organisationen (Weltbankgruppe, Internationaler Währungsfonds, Afrikanische Entwicklungsbank) und bilaterale Partner aus dem G20-Kreis und darüber hinaus erarbeiten gemeinsam umfassende, abgestimmte und länderspezifische Reformprogramme und Maßnahmen zur Förderung von Privatinvestitionen, sogenannte Investitionsvereinbarungen (Compacts). Vertreter der o. g. Akteure treffen sich regelmäßig in Compact-Teams, die in allen CwA-Teilnehmerländern eingerichtet wurden. Als Kernstück der Initiative helfen sie bei der Koordinierung der Maßnahmen vor Ort und dienen als zentrale Anlaufstelle für die Investoren.

Während die afrikanischen Länder ihre Reformmaßnahmen umsetzen, bemüht sich die G20 verstärkt darum, diese Länder mit internationalen Investoren zusammenzuführen. Sie verleiht der Initiative Sichtbarkeit und bietet eine politische Plattform, koordiniert die Fördermaßnahmen und macht Reformfortschritte publik.

Alle einschlägigen Informationen finden sich auf der öffentlich zugänglichen CwA-Webseite, u. a. Reformzusagen, Fördermaßnahmen, Fortschrittsberichte und Investorenveranstaltungen.
Deutschland unterstützt die CwA-Länder im Rahmen der bi- und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit des BMZ, insbesondere über die Umsetzung der Reformpartnerschaften mit den drei Partnerländern Ghana, Côte d’Ivoire und Tunesien.
Deutschland unterstützt die CwA-Länder im Rahmen der bi- und multilateralen Entwicklungs- zusammenarbeit des BMZ, insbesondere über die Umsetzung der Reformpartnerschaften mit den sechs Partnerländern Ghana, Côte d’Ivoire und Tunesien, Marokko, Senegal und Äthiopien. Maßnahmen wie die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung, dem Entwicklungsinvestitionsfonds und Beiträge zu den CwA-unterstützenden Trustfunds der WBG (IFC Support for G20 Compact with Africa (ISCA) und Think Africa Partnership) helfen dabei, die Ziele der Initiative voranzutreiben.

Aktive politische Unterstützung kommt auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nun schon zum dritten Mal eine Compact with Africa Konferenz in Berlin ausgerichtet hat, um die G20- Initiative langfristig zu etablieren.

CwA FAQs auf bundesregierung.de

Alle einschlägigen Informationen finden sich auf der öffentlich zugänglichen CwA-Webseite, u. a. Reformzusagen, Fördermaßnahmen, Fortschrittsberichte und Investorenveranstaltungen.

Dokumente

Com­pact with Af­ri­ca [pdf, 154KB]

G20 Lea­ders' De­cla­ra­ti­on - Sha­ping an in­ter­connec­ted world [pdf, 410KB]

An­nex to G20 Lea­ders De­cla­ra­ti­on [pdf, 129KB]

GIZ Tech­ni­cal Co­ope­ra­ti­on Ap­proa­ches to Sup­port Pri­va­te Sec­tor In­vest­ment [pdf, 302KB]

Mehr zum Thema

Compact with Africa

Die deutsche G20-Präsidentschaft

Der Compact with Africa steht für einen völlig neuen Ansatz in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns gelehrt, dass die vielen bilateralen und multilateralen Akteure besser kooperieren müssen. Auch die Länder selber müssen mehr Verantwortung übernehmen. Hier setzt unsere Compact-Initiative an: Die afrikanischen Länder werden mit den Internationalen Organisationen und bilateralen Partnern gemeinsam daran arbeiten, die Rahmenbedingungen für private Investitionen zu verbessern. Mit der G20-Afrika-Konferenz bieten wir den afrikanischen Ländern eine Plattform, um auf Investoren zuzugehen und so das Engagement des privaten Sektors in Afrika zu steigern. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, kann der Compact with Africa eine Erfolgsgeschichte werden. Die Weltgemeinschaft hat ein Interesse daran, dass Afrika eine bessere wirtschaftliche Entwicklung nimmt. Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen a.D.

G20-Afrika-Konferenz von Berlin

Am 12. und 13. Juni 2017 fand in Berlin die internationale Konferenz „G20 Africa Partnership – Investing in a Common Future“ statt, deren Ausrichter das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die Deutsche Bundesbank waren. Eröffnet wurde die Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Konferenz bot den afrikanischen Ländern, die sich an der G20-Initiative Compact with Africa beteiligen, Gelegenheit, ihre politischen Bestrebungen und Schwerpunkte hervorzuheben. Die Finanzminister Äthiopiens, der Elfenbeinküste, Ghanas, Marokkos, Ruandas, des Senegal und Tunesiens kündigten ehrgeizige Reformmaßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen an. Die Leiter der Afrikanischen Entwicklungsbank, des IWF und der Weltbank sowie zahlreiche G20-Staaten und weitere Länder erklärten ihre Unterstützung für die Initiative und die Umsetzung der einzelnen Compacts. Die internationalen Organisationen sicherten eine enge Zusammenarbeit untereinander zu, um die Beiträge aller Compact-Partner wirksam zu koordinieren.

Bei der Konferenz wurden folgende Aspekte des Compact with Africa besonders hervorgehoben: (1) bedarfsorientierter, offener Prozess, bei dem die Eigenverantwortung der afrikanischen Länder maßgebend ist, (2) engerer Dialog und bessere Koordinierung zwischen den Beteiligten, (3) geschlossenes Handeln auf der Grundlage der klaren Bereitschaft aller Seiten, die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen, sowie (4) Fortbestand der Initiative über die deutsche Präsidentschaft hinaus. Es wurde betont, dass die Initiative anderen afrikanischen Ländern weiterhin offensteht und die aktuellen Compact-Länder als Vorbild für künftige Teilnehmer dienen könnten.

Gesprächsrunde mit Investoren (High-Level Investor Roundtable)

Bei der Gesprächsrunde mit hochrangigen Investoren und den anschließenden bilateralen Treffen mit Investoren haben die Finanzminister der Compact with Africa-Länder den privaten Investoren erste Entwürfe ihrer Compacts vorgestellt und zudem auf konkrete Sektoren und Projekte hingewiesen, bei denen eine Beteiligung der Privatwirtschaft in ihren Ländern am meisten benötigt wird. Sie nutzten die Gelegenheit, die geladenen Vertreter der Privatwirtschaft um eine Rückmeldung zu den Compact-Entwürfen („Prospectuses“) zu bitten.

Die Investoren begrüßten die Compact with Africa-Initiative sowie die Möglichkeit, in einen Dialog mit den Compact-Ländern zu treten. Sie unterstrichen, dass eine gute Regierungsführung und gegenseitiges Vertrauen, eine gute öffentliche Infrastruktur, der Zugang zu Entscheidungsträgern, eine transparente Entscheidungsfindung, Kompetenzen und Ausbildung, gut funktionierende inländische Kapitalmärkte, eine transparente und zuverlässige Regulierung und Besteuerung sowie eine möglichst geringe Bürokratie für private Investoren von entscheidender Bedeutung sind. Verschiedene Wirtschaftsvertreter bekundeten ihr Interesse, in konkrete Länder und Sektoren zu investieren. Andere unterstrichen ihre Präsenz in den Compact-Ländern und den Umfang ihrer Geschäfte. Die Vertreter der Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen betonten ebenfalls ihr Bekenntnis zur Initiative und präzisierten mögliche Beiträge, von technischer Hilfe bis zur Entwicklung innovativer Produkte, die zur Mobilisierung privaten Kapitals beitragen werden.

Dokumente

Zu­sam­men­fas­sung der G20-Part­ner­schafts­kon­fe­renz mit Afri­ka [pdf, 2MB]
Kon­fe­renz­be­richt G20-Part­ner­schafts­kon­fe­renz [pdf, 9MB]
Pro­gramm G20-Part­ner­schafts­kon­fe­renz [pdf, 374KB]
Prospekte der Länder