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12.12.2017

Steu­ern und Di­gi­ta­li­sie­rung: 5. Sym­po­si­um zur In­ter­na­tio­na­len Steu­er­po­li­tik

Beim 5. Symposium zur Internationalen Steuerpolitik im Bundesministerium der Finanzen in Berlin bot sich Gelegenheit, die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung, ihre Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle von Unternehmen und die Folgen für das internationale Steuerrecht näher zu betrachten. Maßgeblich ist dabei, dass die Besteuerung der Gewinne international tätiger Unternehmen dort stattfinden muss, wo die Wertschöpfung und die wirtschaftliche Aktivität stattfinden.

Von links: Dr. Christian Schleithoff, Prof. Dr. Wolfgang Schön, Fritz Esterer, Martin Kreienbaum, Prof. Dr. Deborah Schanz,
Dr. Reimar Pinkernell, Prof. Dr. Martin Gersch, Michael Sell.

Von links: Dr. Christian Schleithoff, Prof. Dr. Wolfgang Schön, Fritz Esterer, Martin Kreienbaum, Prof. Dr. Deborah Schanz, Dr. Reimar Pinkernell, Prof. Dr. Martin Gersch, Michael Sell.
Von links: Dr. Christian Schleithoff, Prof. Dr. Wolfgang Schön, Fritz Esterer, Martin Kreienbaum, Prof. Dr. Deborah Schanz, Dr. Reimar Pinkernell, Prof. Dr. Martin Gersch, Michael Sell. Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Die Digitalisierung erfasst zunehmend alle Bereiche der Gesellschaft, insbesondere auch die Wirtschaft. Moderne Technik macht es Unternehmen möglich, unmittelbar das Nutzerverhalten der Endverbraucher zu analysieren. Dies erlaubt ihnen leichter, ihre Waren und Dienstleistungen stetig und kosteneffizient zu verbessern und gezielter hierfür zu werben. Bereits im BEPS-Projekt von OECD und G20 wurden die Herausforderungen der Digitalisierung untersucht. Diese Diskussionen setzen sich fort und sind zwischenzeitlich auch auf EU-Ebene angekommen.

Zu Beginn des Symposiums beschrieb Martin Gersch, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin, wie die Digitalisierung in vier Schritten zusehends die verschiedenen Branchen und Industriezweige verändert.

Daran anknüpfend stellte Deborah Schanz, Professorin für betriebswirtschaftliche Steuerlehre von der Ludwig-Maximilians-Universität München, dar, welchen Einfluss die Digitalisierung auf konkrete Geschäftsmodelle hat.

Hiernach sprach Prof. Dr. Wolfgang Schön vom Münchener Max Planck Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen über die steuerlichen Rahmenbedingungen und warf in diesem Zusammenhang mehrere Fragen zu den Herausforderungen bei der Besteuerung digitaler Geschäftsmodelle und etwaiger kurz- und langfristiger Lösungsansätzen auf.

Im Anschluss fanden sich auf dem Podium Prof. Dr. Christian Dorenkamp (Deutsche Telekom, BITKOM AK Steuern), Ministerialrat Dr. Christian Schleithoff, Leiter des Referats Internationale Steuerpolitik, Fritz Esterer (WTS Steuerberatungsgesellschaft) und Dr. Reimar Pinkernell, LLM (Flick Gocke Schaumburg), zusammen. Sie diskutierten unter Leitung von Ministerialdirigent Martin Kreienbaum, dem Leiter der Unterabteilung für internationales Steuerrecht, wie sich die Digitalisierung auf gesellschaftliche Prozesse, insbesondere bestehende und neue Geschäftsmodelle, auswirkt und welche Folgen dies für die internationale Unternehmensbesteuerung hat.

Abschließend betonte Ministerialdirektor Michael Sell, Leiter der Steuerabteilung, dass Deutschland sich in die internationale Diskussion einbringe. Gleichwohl bleiben die Entwicklungen auf internationaler Ebene abzuwarten. Entsprechende Maßnahmen müssten vor ihrer Einführung sorgfältig geprüft werden, um hinreichende Rechtssicherheit für alle Beteiligten des Besteuerungsverfahrens zu gewährleisten und um den Digitalisierungsprozess in der deutschen Wirtschaft nicht zu behindern.

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