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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

    • Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf einem soliden Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes mit real + 1,9 % im Gesamtjahr 2016, und damit etwas kräftiger als noch in der Herbstprojektion der Bundesregierung (+ 1,8 %) erwartet, angestiegen. Hauptmotor der gesamtwirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung war im Jahr 2016 erneut die Inlandsnachfrage, wozu die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts beitrug.
    • Die Bundesregierung erwartet in ihrer Jahresprojektion für das Jahr 2017 einen Anstieg des realen BIP um 1,4 % und damit eine Fortsetzung der gesamtwirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung. Die verringerte Wachstumsrate geht fast vollständig auf eine geringere Anzahl von Arbeitstagen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Auch 2017 wird das Wachstum von der binnenwirtschaftlichen Entwicklung geprägt sein. Risiken bestehen insbesondere im außenwirtschaftlichen Umfeld.
    • Im Dezember 2016 erhöhte sich das Verbraucherpreisniveau sprunghaft um 1,7 % gegenüber dem Vorjahr. Damit stiegen die Preise nach anhaltender Schwächephase wieder so stark wie zuletzt im Sommer 2013. Im Jahresdurchschnitt betrug die Verbraucherpreisinflation 0,5 %.

    Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf einem soliden Wachstumskurs

    Das BIP ist nach den ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Gesamtjahr 2016 um real + 1,9 %, und damit etwas kräftiger als noch in der Herbstprojektion der Bundesregierung (+ 1,8 %) erwartet, angestiegen. Die deutsche Wirtschaft befindet sich demnach – trotz der nach wie vor verhaltenen weltwirtschaftlichen Entwicklung – in einer soliden Aufwärtsbewegung.

    Hauptsächliche Triebkraft der gesamtwirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung war – wie auch in den Vorjahren – die Inlandsnachfrage. Der anhaltende Beschäftigungsaufbau und steigende Einkommen begünstigten den privaten Konsum sowie Investitionen in den privaten Wohnungsbau. Hinzu kamen positive Impulse vom erneuten Ölpreisrückgang, der zu Kostenentlastungen bei den Unternehmen und zusätzlichen Kaufkraftsteigerungen bei den privaten Haushalten geführt hat. Auch der gestiegene staatliche Konsum (Flüchtlingsausgaben, öffentlicher Wohnungsbau) trug zum Wachstum bei.

    Während die Bauinvestitionen höher ausfielen als erwartet, verliefen die Ausrüstungsinvestitionen eher schwach. Trotz günstiger Fremd- und Innenfinanzierungsmöglichkeiten sind die Unternehmensinvestitionen in Ausrüstungen (Maschinen und Geräte, Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie Fahrzeuge) nur sehr moderat angestiegen. Hierzu dürfte insbesondere die nach wie vor zögerliche Entwicklung der Exportwirtschaft beigetragen haben, ebenso Verunsicherungen aus beachtlichen außenwirtschaftlichen Risiken (Brexit, US-Wahl). Der Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, hatte per Saldo einen leicht negativen Effekt auf das BIP-Wachstum, da die Importe stärker stiegen als die Exporte.

    Die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für das BIP-Wachstum 2016 entsprechen insgesamt den Erwartungen der Herbstprojektion der Bundesregierung.

    Mit dem ersten vorläufigen Jahresergebnis 2016 werden noch keine genauen Angaben zum 4. Quartal 2016 gemacht. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht das BIP für das Schlussquartal 2016 erst am 14. Februar 2017. Die deutsche Wirtschaft dürfte ihren Wachstumskurs aber auch im 4. Quartal fortgesetzt haben.

    Die Industrie legte im November mit einer weiter leicht aufwärtsgerichteten Produktion eine gute Basis für das Schlussquartal 2016. Die Stimmung der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes befand sich zuletzt auf dem höchsten Niveau seit 2014. Der private Konsum sollte angesichts der Arbeitsmarktlage und der moderaten Preisniveauentwicklung robust bleiben. Die Exporte zeigen einen leichten Aufwärtstrend, wenn auch die Risiken aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld hoch bleiben.

    Die stabile konjunkturelle Entwicklung in Deutschland im Jahr 2016 zeigte sich auch in der Entwicklung des Steueraufkommens. Eine steigende Erwerbstätigkeit, zunehmende Löhne und expandierende Gewinne begünstigen insbesondere die konjunkturreagiblen gemeinschaftlichen Steuern. Das Nettoaufkommen der Lohnsteuer lag abzüglich des Kindergelds in den Monaten Januar bis Dezember 2016 um 3,3 % über dem Vorjahreszeitraum. Auch bei den Steuern vom Umsatz ist mit einem Anstieg um 3,4 % im Jahr 2016 insgesamt eine Zunahme des Aufkommens gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Die sehr gute Entwicklung der Kassenaufkommen von veranlagter Einkommensteuer und Körperschaftsteuer deuten auf eine positive Gewinnsituation bei den Unternehmen hin.

    Mit dem Jahreswirtschaftsbericht 2017, der am 25. Januar 2017 im Bundeskabinett beschlossen wurde, legt die Bundesregierung ihre gesamtwirtschaftliche Jahresprojektion für 2017 vor. Es wird darin ein Anstieg des BIP um 1,4 % projiziert. Dies entspricht den Erwartungen der Herbstprojektion aus dem Oktober 2016.

    Insgesamt wird erwartet, dass der kontinuierliche Beschäftigungsaufbau zusammen mit merklichen Einkommenssteigerungen das Fundament für eine anhaltende binnenwirtschaftliche Dynamik in Deutschland bildet. Wie auch in den vergangenen Jahren wird die zusätzliche Beschäftigung voraussichtlich vor allem in den Dienstleistungsbereichen entstehen, wenn auch mit geringerer Dynamik als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit wird trotz der zunehmenden Anzahl von Flüchtlingen, die z. B. nach Integrationskursen im Arbeitsmarkt ankommen, weiter abnehmen.

    Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung sind günstig. Auf der Unternehmensseite schlagen die nach wie vor günstigen Fremd- und Innenfinanzierungsmöglichkeiten zu Buche, die vor dem Hintergrund einer allmählichen weltwirtschaftlichen Erholung zu einer Steigerung der Investitionen führen sollten (+ 1,7 %).

    Eine Haupttriebkraft des Wirtschaftswachstums in Deutschland wird weiter die Ausweitung des privaten Konsums bleiben (+ 1,4 %). In der Projektion ist unterstellt, dass die Tarifvertragsparteien vor dem Hintergrund zunehmender Knappheitsverhältnisse am Arbeitsmarkt gesamtwirtschaftlich spürbare Lohnsteigerungen vereinbaren. Zudem wurde der Mindestlohn zum 1. Januar 2017 erhöht. Insgesamt werden die Effektivlöhne erneut deutlich zunehmen. Die Bruttolöhne und -gehälter werden ebenso kräftig ansteigen (+ 3,3 %), aber etwas weniger dynamisch als in der Herbstprojektion erwartet.

    Durch die turnusmäßige Anpassung der Rentenleistungen und durch die Transfers an die sich in Deutschland aufhaltenden Flüchtlinge werden sich die monetären Sozialleistungen dieses Jahr deutlich erhöhen und so die verfügbaren Einkommen begünstigen (+ 2,9 %). Den Entlastungen durch die beschlossenen Steuersenkungen stehen Belastungen durch höhere Sozialversicherungsbeiträge gegenüber. Zusammen mit der guten Entwicklung der Beschäftigung und dem nach wie vor gemäßigten Verbraucherpreisanstieg ist eine Ausweitung des privaten Konsums zu erwarten.

    Auch der Staatskonsum wird im Jahr 2017 erneut deutlich ansteigen, wenn auch etwas weniger stark als im Vorjahr. Der Anstieg ist dabei vor allem auf die Ausgaben zur Bewältigung der Flüchtlingszuwanderung und die Leistungsausweitung in der Pflegeversicherung zurückzuführen.

    Auf der außenwirtschaftlichen Seite zeichnet sich eine leichte Beschleunigung des globalen Wachstumstempos ab. Insbesondere die Schwellenländer sollten von den anziehenden Rohstoffpreisen profitieren. Auch die konjunkturelle Dynamik in den USA zog zuletzt deutlich an. In der Europäischen Union setzt sich die wirtschaftliche Erholung moderat fort. Die Unsicherheiten für die globale Wirtschaft bleiben allerdings beachtlich (Brexit, Regierungswechsel in den USA, Entwicklung der Zinsen und Rohstoffpreise). In Anlehnung an die Prognosen internationaler Organisationen wird in der Projektion für das Jahr 2017 eine leichte Beschleunigung der Weltwirtschaft und des Welthandels unterstellt. Verbunden mit einem gesunkenen Außenwert des Euro gegenüber dem US-Dollar ist eine moderate Zunahme der deutschen Exporte zu erwarten (+ 2,8 %).

    Vor dem Hintergrund des beschriebenen binnen- und außenwirtschaftlichen Umfelds dürfte das reale Wirtschaftswachstum 2017 bei 1,4 % liegen (nach 1,9 % im Jahr 2016). Dies entspricht der Herbstprojektion der Bundesregierung. Die verringerte Wachstumsrate geht fast vollständig auf eine geringere Anzahl von Arbeitstagen im Vergleich zum Vorjahr zurück. So gibt es im Jahr 2017 mit dem Reformationstag einmalig einen zusätzlichen bundesweiten Feiertag.

    Aufgrund der Annahmen zur Ölpreisentwicklung dürfte sich die Verbraucherpreisinflation in diesem Jahr beschleunigen und im Jahresdurchschnitt bei 1,8 % liegen (2016: 0,5 %). Die Kerninflation dürfte nach 1,2 % im Jahr 2016 einen Wert von 1,4 % erreichen.

    Inflationäre Spannungen sind aber nicht zu erwarten. Die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten werden weitgehend normal ausgelastet bleiben. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen werden dieses Jahr etwas weniger stark steigen als im Vorjahr (2,0 %) und als die Arbeitnehmerentgelte. Die Lohnquote dürfte geringfügig zunehmen. Die Lohnstückkosten werden bei weiterhin geringer Zunahme der Produktivität weiter wachsen.

    Die Jahresprojektion der Bundesregierung dient als Basis für die Vorbereitung des Eckwertebeschlusses der Bundesregierung zum Bundeshaushalt 2018.

    Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten

    Tabelle 1

    Deutlicher Anstieg der Exporte im November

    Die deutschen Warenexporte stiegen im November 2016 im Vergleich zum Vormonat und im Vergleich zum Vorjahr unerwartet kräftig an (saisonbereinigt + 3,9 % gegenüber dem Vormonat). Im Zweimonatsdurchschnitt sind die Exporte damit deutlich aufwärtsgerichtet (+ 2,0 %). Auch das Vorjahresniveau wurde im November merklich überschritten (+ 5,6 %). Die nominalen Warenimporte legten im November ebenso merklich zu (saisonbereinigt + 3,5 % gegenüber dem Vormonat nach + 1,3 % im Oktober). In der Zweimonats-Tendenz zeigt sich auch bei den Importen eine Aufwärtsbewegung (+ 2,6 %). Das Niveau von November 2015 wurde um 4,5 % überschritten.

    Der Handel mit EU-Ländern außerhalb des Euroraums nahm im Zeitraum Januar bis Oktober 2016 (Daten nach Ursprungsland liegen bis Oktober vor) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresergebnis erneut spürbar zu (+ 2,5 %). Dabei stiegen insbesondere die Exporte in die osteuropäischen EU-Länder außerhalb des Euroraums, während die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich um 2,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgingen. Die Exporte nach China fielen um 4,2 % höher aus, während die Exporte in die USA um rund 7 % abnahmen.

    Die Handelsbilanz (nach Ursprungswerten, mit Ergänzungen zum Außenhandel) überschritt im Zeitraum Januar bis November 2016 das entsprechende Vorjahresniveau um 13 Mrd. €. Der Leistungsbilanzüberschuss erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 14,8 Mrd. € und ist weiterhin hauptsächlich auf den Überschuss im Warenhandel zurückzuführen.

    Nach einer mäßigen Zunahme zu Beginn des 4. Quartals gewannen die Exporte zur Quartalsmitte an Dynamik und erreichten den höchsten bisher gemessenen Monatswert. Der Aufwärtstrend der Exporte dürfte sich vor dem Hintergrund einer sich leicht beschleunigenden weltwirtschaftlichen Expansion auch in den kommenden Monaten fortsetzen. In den Schwellenländern zeichnet sich eine leichte Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität ab. Auch in den USA deutet sich ein dynamisches Wachstum im 4. Quartal an. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind trotz eines Rückgangs im November aufgrund des starken Oktobers aufwärtsgerichtet, insbesondere bei Investitionsgütern.

    Die seit November zu beobachtende Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar dürfte, sofern sie nicht von kurzer Dauer ist, die Exportwirtschaft in diesem Jahr weiter begünstigen. Entsprechend sind die vom ifo Institut gemessenen Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember gestiegen. Allerdings sind die Unsicherheiten im außenwirtschaftlichen Umfeld nach wie vor hoch.

    BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima
    Kom­bi­na­ti­on aus Li­ni­en­dia­gramm und Säu­len­dia­gramm: BIP-Wachs­tum und ifo Ge­schäfts­kli­ma
    Quelle: Statistisches Bundesamt, ifo Institut
    nullBIP (Quartal), real, % zum VorjahrGeschäftslage gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftserwartungen gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftsklima gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenBIP (Jahresdurchschnitt), real, % zum Vorjahr
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    Industrieproduktion weiter leicht aufwärtsgerichtet

    Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg saisonbereinigt im November gegenüber dem Vormonat leicht um + 0,4 % an. Der Anstieg war damit in etwa so stark wie im Vormonat (+ 0,5 %). Auch der um monatliche Schwankungen geglättete und deswegen aussagekräftigere Dreimonatsdurchschnitt zeigt gegenüber der Vorperiode mit + 0,5 % eine leichte Aufwärtstendenz.

    Die Industrieproduktion legte im November (gegenüber dem Vormonat) ebenfalls leicht um + 0,4 % zu. Auch der Dreimonatsvergleich (gegenüber der Vorperiode) bleibt für die Industrie weiterhin leicht positiv (+ 0,5 %). Dabei wurde die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,9 % und die von Konsumgütern um 0,3 % gegenüber der Vorperiode ausgeweitet, während die Investitionsgüterproduktion nahezu stagnierte (- 0,1 %). Die Dreimonatsdurchschnitte der drei Gütergruppen schwächten sich im Vergleich zum Oktober leicht ab, die Konsumgüterproduktion verzeichnete gar einen leichten Rückgang (- 0,3 %).

    Der Umsatz in der Industrie legte im November wieder etwas stärker zu (saisonbereinigt + 0,4 % gegenüber dem Vormonat) nachdem er im Oktober nur schwach zunahm (+ 0,2 %). Der Dreimonatsdurchschnitt für den Gesamtumsatz in der Industrie ist weiterhin aufwärtsgerichtet (saisonbereinigt + 1,3 % gegenüber der Vorperiode). Während der Umsatz im Inland gegenüber dem Vormonat erneut stagnierte (saisonbereinigt 0,0 %), nahm er im Ausland erneut leicht zu (saisonbereinigt + 0,8 %).

    Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zeigten nach einem kräftigen Anstieg im Oktober (saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat: + 5,0 %) eine erwartete Gegenbewegung im November (- 2,5 %). Dies resultiert insbesondere aus der rückläufigen Entwicklung der Großaufträge (Bestellungen ohne Großaufträge im November: - 0,6 %). Infolge der Gegenbewegung nahmen Inlands- und Auslandsaufträge im November ab (saisonbereinigt - 2,8 % beziehungsweise - 2,3 %). Eine gleichgerichtete Entwicklung war auch für die Aufträge aus dem Euroraum und Nicht-Euroraum (- 2,7 % beziehungsweise - 2,0 %) zu beobachten. Insgesamt lassen die Auftragseingänge aber weiterhin eine spürbare Zunahme erkennen (+ 2,8 % im Dreimonatsdurchschnitt gegenüber der Vorperiode) und bilden somit eine gute Basis für die Produktion in der ersten Jahreshälfte 2017.

    Im Baugewerbe legte die Produktion im November etwas stärker zu als in der Industrie (saisonbereinigt + 1,5 % gegenüber dem Vormonat, Oktober: + 1,1 %). Deutliche Zuwächse waren dabei in den Teilsektoren Hochbau (+ 4,2 %) und Tiefbau (+ 3,6 %) zu verzeichnen. Die Produktion im Ausbaugewerbe nahm unterdessen ab (- 1,4 %). Im Dreimonatsvergleich ist die gesamte Bauproduktion weiter aufwärtsgerichtet (+ 0,9 %).

    Der freundliche Verlauf der Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand, die in der Tendenz gute Situation bei den industriellen Auftragseingängen und die leichte Verbesserung der Weltkonjunktur deuten insgesamt auf eine robuste Industriekonjunktur im Winterhalbjahr hin.

    Bedingungen für privaten Konsum weiterhin günstig

    Der private Konsum wurde nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auch im Jahr 2016 deutlich ausgeweitet (+ 2,0 %) und trug maßgeblich zum Wachstum bei (+ 1,1 Prozentpunkte Wachstumsbeitrag). Auch in diesem Jahr dürften die Konsumausgaben der privaten Haushalte weiter ansteigen. Insbesondere der private Konsum sollte weiterhin eine wesentliche Stütze des Wirtschaftswachstums bleiben.

    Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin gut. Das Verbrauchervertrauen ist hoch und das GfK.-Konsumklima für Januar deutet eine erneute Verbesserung der Stimmung der Verbraucher an. Insbesondere die Einkommenserwartung wurde positiver bewertet. Zudem haben sich die Geschäftserwartungen der Unternehmen im Einzelhandel im Dezember verbessert. Der Umsatz im Einzelhandel ist im Zweimonatsdurchschnitt aufwärtsgerichtet.

    Weiter rückläufige Arbeitslosigkeit im Jahr 2016

    Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2016 sehr positiv entwickelt. Die Erwerbstätigkeit hat weiter zu- und die Arbeitslosigkeit hat weiter abgenommen auf die jeweils höchsten beziehungsweise niedrigsten Niveaus seit der deutschen Einheit. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes waren im Gesamtjahr 2016 mit 43,49 Millionen Rund 429.000 mehr Personen (+ 1,0 %) erwerbstätig. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg erneut schneller an als die Erwerbstätigkeit, während die Anzahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten zurückging. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm voraussichtlich um 602.000 beziehungsweise 2 % auf circa 31,37 Millionen Personen im Jahr 2016 zu. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit ist im vergangenen Jahr kontinuierlich gewachsen und befand sich zum Ende des Jahres auf einem Höchststand. Die meisten offenen Stellen wurden in den Branchen des Dienstleistungssektors wie Handel, Gesundheit oder Sozialwesen gemeldet.

    Im Dezember waren nach Ursprungswerten 2,57 Millionen Personen arbeitslos registriert. Das waren etwa 36.000 Personen mehr als im Vormonat und 113.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 5,8 % (- 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat, - 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr). Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl sank deutlich um 17.000 Personen. Die Arbeitslosenquote lag saisonal bereinigt bei 6,0 %. Im Jahresdurchschnitt 2016 waren damit 2,69 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren im Vorjahresvergleich 104.000 Personen weniger beziehungsweise ein Rückgang um 4 %. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 % im Jahresdurchschnitt.

    Die Dynamik des Beschäftigungsaufbaus schwächte sich nach einem sehr kräftigen Jahreseinstieg seit den Sommermonaten etwas ab. Zum Jahresende zeichnete sich jedoch eine erneute Belebung ab. Im Jahresdurchschnitt nahmen sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitbeschäftigung zu. Der Anteil der sozialversicherten Teilzeitbeschäftigung hat sich weiter erhöht. Dem demografisch bedingten Rückgang der inländischen erwerbsfähigen Bevölkerung wirkten eine gestiegene Erwerbsneigung von Frauen und Älteren und Zuwanderung insbesondere aus Süd- und Osteuropa entgegen. Die Fluchtmigration beeinflusst zunehmend die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

    Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich auch in diesem Jahr fortsetzen, wenn auch weniger kräftig als im vergangenen Jahr. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor sehr hoch, wobei sich hier in zunehmendem Maße auch Besetzungsschwierigkeiten widerspiegeln könnten. Bei der Arbeitslosigkeit dürfte sich eine zunehmende Anzahl von Flüchtlingen bemerkbar machen, die nach Teilnahme an Integrationskursen im Arbeitsmarkt ankommen.

    Inflation springt zum Jahresende an

    Der Verbraucherpreisindex für Deutschland erhöhte sich im Dezember 2016 im Vorjahresvergleich deutlich um 1,7 %. Gegenüber November erhöhten sich die Preise um 0,7 %. Damit steigen die Preise nach anhaltender Schwächephase wieder so stark wie zuletzt im Sommer 2013. Erstmals seit Anfang 2014 wirkten die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe gegenüber dem Vorjahr nicht mehr dämpfend auf das Preisniveau. Die Preise für Energie lagen 2,5 % über ihrem Vorjahresniveau. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen ebenfalls spürbar um 2,5 %. Die Kerninflationsrate erhöhte sich im Dezember demgegenüber nur leicht auf 1,4 % gegenüber dem Vorjahr.

    Nach dem OPEC-Beschluss zur Begrenzung der Fördermenge stieg der Rohölpreis im Dezember spürbar an. Der Preis für Rohöl liegt mit rund 55 $ pro Barrel im Monatsdurchschnitt aktuell deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 40 %), das allerdings relativ niedrig war. Der Vormonatswert wurde um circa 16 % übertroffen.

    Insgesamt zog die jahresdurchschnittliche Inflationsrate 2016 auf niedrigem Niveau an. Die Verbraucherpreise stiegen 2016 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 0,5 %, nach 0,3 % im Jahr 2015.

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