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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

    • Die deutsche Wirtschaft ist gut in das neue Jahr gestartet. Die Wirtschaftsdaten deuten insgesamt auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung hin.
    • Der Beschäftigungsaufbau entwickelt sich weiter dynamisch. Insbesondere die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte nach einer Aufwärtsrevision der Daten, dass sie ihren dynamischen Aufwärtstrend des 1. Halbjahres 2016 auch in der zweiten Jahreshälfte unverändert fortgesetzt hat. Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück.
    • Die Inflation erreicht mit 2,2 % im Februar den höchsten Stand seit Sommer 2012 und liegt über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von nahe, aber unter 2 %.

    Deutsche Wirtschaft setzt soliden Wachstumskurs fort

    Die deutsche Wirtschaft zeigte zum Jahresende ein solides Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im 4. Quartal nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom 23. Februar 2017 in preis-, saison- und kalenderbereinigter Betrachtung gegenüber dem Vorquartal um 0,4 % gestiegen (nach +0,7 % im 1. Quartal, +0,5 % im 2. Quartal und +0,1 % im 3. Quartal 2016). Positive Wachstumsimpulse kamen überwiegend aus dem Inland (+0,8 Prozentpunkte Wachstumsbeitrag). Die privaten und staatlichen Konsumausgaben stiegen mit 0,3 % beziehungsweise 0,8 % im Vergleich zum Vorquartal stärker als im 3. Quartal. Die Investitionen entwickelten sich überwiegend positiv. Insbesondere die Bauinvestitionen stiegen merklich um 1,6 % an, während die Ausrüstungsinvestitionen nach zwei Rückgängen in Folge nahezu konstant blieben. Von der außenwirtschaftlichen Entwicklung wurde das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2016 gebremst. Rechnerisch hatte die Differenz aus Exporten und Importen einen negativen Effekt auf das BIP-Wachstum (-0,4 Prozentpunkte). Dabei dürfte die Ausweitung der binnenwirtschaftlichen Aktivität die Importtätigkeit begünstigt haben. Die Importe von Waren und Dienstleistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorquartal um 3,1 %, während die Exporte um 1,8 % stiegen.

    Auch die Steuereinnahmen sind von der stabilen konjunkturellen Entwicklung geprägt. Das Lohnsteueraufkommen zeigte in den vergangenen Monaten einen stetigen Zuwachs, welcher sich vor dem Hintergrund einer anhaltend guten Beschäftigungslage und weiteren Lohnsteigerungen am aktuellen Rand fortsetzt. Nach Abzug des Kindergelds ergab sich im Februar 2017 eine Erhöhung des kassenmäßigen Lohnsteueraufkommens gegenüber Februar 2016 um 5,0 %.

    Merkliche Einnahmesteigerungen ergaben sich im Februar auch bei den Steuern vom Umsatz, mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs von 7,0 %.

    Die aktuellen Indikatoren sprechen dafür, dass sich die konjunkturelle Expansion auch im 1. Quartal 2017 fortsetzen dürfte.

    Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten

    Tabelle 1

    Belebung der Exporte im Januar

    Die deutschen Warenexporte zeigten nach einem schwachen Dezember zum Jahresbeginn einen kräftigen Anstieg (saisonbereinigt +2,7 % im Januar gegenüber dem Vormonat). Das Niveau von November, dem in saisonbereinigter Betrachtung exportstärksten Monat 2016, wurde fast erreicht. Insgesamt setzt sich der leichte Aufwärtstrend fort. Das Vorjahresniveau wurde im Januar deutlich überschritten (+11,8 %). Nach Regionen betrachtet (Ursprungslandprinzip) nahmen im Gesamtjahr 2016 insbesondere die Exporte in die Europäische Union (EU) zu (+2,2 %, Euroraum +1,9 %; Länder außerhalb des Euroraums +2,6 %). Exporte in Drittländer außerhalb der EU nahmen leicht ab (-0,3 %, darunter die USA -6,0 % und China +6,8 %). Insgesamt gingen 58,6 % der deutschen Exporte im Jahr 2016 in die EU (36,7 % in den Euroraum) und 8,9 % in die USA. Wichtigster Handelspartner mit Blick auf den Umsatz (Exporte + Importe) war im Jahr 2016 China.

    Auch die Importe nahmen zum Jahresanfang 2017 merklich zu (saisonbereinigt +3,0 % gegenüber dem Vormonat nach +0,1 % im Dezember). Sie wuchsen damit stärker als die Exporte. In der Zweimonats-Tendenz zeigt sich bei den Importen eine deutliche Aufwärtsbewegung (+3,3 %). In der Vorjahresbetrachtung überstiegen die Importe das Niveau von Januar 2016 ebenfalls deutlich (+11,7 %). Nach Regionen betrachtet nahmen im Jahr 2016 insbesondere die Importe aus den EU-Ländern außerhalb des Euroraums zu (+3,2 %). Aus Drittländern außerhalb der EU wurde leicht weniger importiert als im Jahr zuvor. Importe kamen im Jahr 2016 zu 57,9 % aus der EU (Euroraum 37,7 %). Wichtigster Importpartner war China (9,8 % der deutschen Importe kamen im Jahr 2016 aus China).

    Im Januar ergab sich erneut ein Überschuss im Warenhandel. Dieser überschritt (nach Ursprungswerten, mit Ergänzungen zum Außenhandel) mit 15,2 Mrd. € im Januar 2017 das entsprechende Vorjahresniveau um 1,3 Mrd. €. Der Leistungsbilanzüberschuss verringerte sich im gleichen Zeitraum um 1,8 Mrd. € auf 12,8 Mrd. €. Dies ist vor allem auf ein größeres Defizit bei den Sekundäreinkommen zurückzuführen (darunter Zahlungen des Staates an internationale Organisationen und Leistungen der Entwicklungshilfe). Der Leistungsbilanzüberschuss insgesamt ist weiterhin hauptsächlich auf den Überschuss beim Warenhandel zurückzuführen.

    Die aktuellen Konjunkturindikatoren sprechen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bei den Exporten. Das weltweite Wirtschaftswachstum wird laut OECD in diesem Jahr leicht anziehen. Gestiegene Einkaufsmanagerindizes im Euroraum, den USA und den Schwellenländern zeigen hohes Wirtschaftsvertrauen an. Die Wachstumserwartungen für das Vereinigte Königreich wurden für das Jahr 2017 deutlich angehoben. Die ifo Exporterwartungen sind im Februar weiter angestiegen. Laut Umfrage berichteten Unternehmen, die in die USA exportieren, sogar von leicht besseren Aussichten.

    Die Unsicherheiten im außenwirtschaftlichen Umfeld bleiben jedoch hoch. Hierzu sind neben dem ungewissen Ausgang der Brexit-Verhandlungen und der US-Handelspolitik auch die bevorstehenden Regierungswahlen in der EU zu nennen.

    Anstieg der Industrieproduktion zu Jahresbeginn

    Die Produktion ist insgesamt gut in das neue Jahr gestartet. Die Industrieproduktion im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Januar mit saisonbereinigt 3,7 % gegenüber dem Vormonat noch stärker als die Produktion insgesamt (+2,8 %). Der Rückgang zum Jahresende wurde im Januar aufgeholt und der Durchschnitt des Schlussquartals damit überschritten. Insbesondere die Produktion von Investitionsgütern nahm im Januar kräftig zu. Die beobachtete hohe Volatilität dürfte auf Urlaubstageeffekte im Dezember zurückzuführen sein. Der weniger schwankungsanfällige Zweimonatsvergleich zeigt allerdings, dass die Produktion insgesamt leicht abwärtsgerichtet ist (-0,7 %). Die Bauproduktion verringerte sich im Januar erneut (saisonbereinigt um -1,3 % gegenüber dem Vormonat, nach -2,7 % im Dezember). Rückgänge waren dabei in den Teilsektoren Hochbau (-3,5 %) und Tiefbau (-9,2 %) zu verzeichnen, während das Ausbaugewerbe spürbar zulegte (+3,7 %). Dies könnte auf einen Wettereffekt in der Bauproduktion hindeuten.

    Der Umsatz in der Industrie stieg im Januar spürbar (saisonbereinigt +3,7 % gegenüber dem Vormonat, nach -2,8 % im Dezember). Dabei nahmen zum Jahresende sowohl die Umsätze im Inland als auch im Ausland gegenüber dem Vormonat zu (+1,8 % beziehungsweise +5,3 %). Auch hier ist der Zweimonatsdurchschnitt für den Gesamtumsatz in der Industrie trotz des starken Januars leicht abwärtsgerichtet (saisonbereinigt -0,7 % gegenüber der Vorperiode).

    Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ging im Januar von einem hohen Niveau deutlich zurück (-7,4 % gegenüber dem Vormonat nach +5,2 % im Vormonat). Die Abnahme resultierte insbesondere aus einem stark unterdurchschnittlichen Umfang an Großaufträgen (Bestellungen ohne Großaufträge im Januar -2,9 %). Sowohl Inlands- als auch Auslandsaufträge nahmen im Januar ab. Die Auftragseingänge waren in den vergangenen Monaten stark von Großaufträgen geprägt, bereinigt um diesen Effekt waren die Auftragseingänge im Dreimonatsvergleich zuletzt leicht aufwärtsgerichtet.

    Die vorausschauenden Indikatoren deuten eine Belebung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten an. Der ifo Geschäftsklimaindex war im Februar angestiegen.

    Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmer so gut wie zuletzt im August 2011. Auch die Geschäftserwartungen verbesserten sich. Die Stimmung der Einkaufsmanager im Februar war außerordentlich gut. Außenwirtschaftliche Unsicherheitsfaktoren scheinen aktuell nicht durchzuschlagen.

    Konsumenten im Februar etwas weniger optimistisch

    Der private Konsum leistete auch im 4. Quartal 2016 mit 0,2 Prozentpunkten einen spürbaren Beitrag zum BIP-Wachstum von 0,4 % (preis-, kalender-, saisonbereinigt gegenüber Vorquartal). Die privaten Konsumausgaben waren im Schlussquartal zudem trotz anziehender Verbraucherpreise etwas stärker angestiegen als im Vorquartal. Die aktuellen Indikatoren zeigen ein gemischtes Bild mit Blick auf die weitere Entwicklung. So ist der Einzelhandelsumsatz sowohl mit als auch ohne Kraftfahrzeuge in der Tendenz rückläufig, die Zulassungen von privaten Pkw nahmen aber im Januar das dritte Mal in Folge zu. Die Unternehmen im Einzelhandel beurteilten ihre Geschäftslage im Februar weniger gut als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate verbesserte sich zwar, bleibt aber weiterhin zurückhaltend. Nach einer positiven Entwicklung des GfK-Konsumklimas zu Jahresbeginn nahm der Optimismus der Verbraucher im Februar etwas ab. Dabei trübten sich offenbar insbesondere die Konjunkturerwartungen der Beschäftigten in exportorientierten Unternehmen ein. Der Einkommensoptimismus wurde vor allem von steigenden Preisen getrübt. Vor diesem Hintergrund nahm auch die Anschaffungsneigung auf hohem Niveau etwas ab. Insgesamt ist das Konsumklima aber immer noch sehr gut. Auch im laufenden Quartal dürften der anhaltende Beschäftigungsaufbau und Einkommenszuwächse den privaten Konsum stützen.

    BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima
    Kom­bi­na­ti­on aus Li­ni­en­dia­gramm und Säu­len­dia­gramm: BIP-Wachs­tum und ifo Ge­schäfts­kli­ma
    Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo Institut, eigene Berechnungen
    nullBIP (Quartal), real, % zum VorjahrGeschäftslage gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftserwartungen gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftsklima gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenBIP (Jahresdurchschnitt), real, % zum Vorjahr
    01.01.2011null18,1515614,3883221,980863,7
    01.02.2011null20,9691114,4560627,679963,7
    01.03.2011620,4494812,116429,109933,7
    01.04.2011null18,189319,1566127,612113,7
    01.05.2011null20,012229,295231,278013,7
    01.06.20113,719,627018,0467631,851843,7
    01.07.2011null18,488125,9777131,758373,7
    01.08.2011null11,70875-1,4474725,736713,7
    01.09.20113,29,05612-4,1195423,118023,7
    01.10.2011null7,52309-6,1975822,215153,7
    01.11.2011null8,0289-5,5827922,593593,7
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    Abbildung 1

    Beschäftigungsaufbau setzt sich ungebrochen fort

    Der Beschäftigungsaufbau entwickelt sich weiter dynamisch. Die Erwerbstätigkeit hat im Januar kräftig zugenommen. Nach einer deutlichen Aufwärtsrevision der Daten als Folge von vorhergegangenen Datenverarbeitungsfehlern bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) (in der Größenordnung von bis zu 380.000 Beschäftigten im November) zeigt sich insbesondere, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ihren dynamischen Aufwärtstrend des 1. Halbjahres 2016 auch in der zweiten Jahreshälfte unverändert fortgesetzt hat.

    Die Erwerbstätigenzahl lag (nach dem Inlandskonzept und Ursprungswerten) im Januar bei 43,6 Millionen Personen (+609.000 Personen beziehungsweise +1,4 % gegenüber dem Vorjahr). Saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigenzahl im Januar um 59.000 Personen gegenüber dem Vormonat zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Dezember bei 31,88 Millionen Personen (nach Hochrechnung der BA). Der Vorjahresstand wurde damit um 735.000 Personen sehr deutlich überschritten. Saisonbereinigt verzeichnete die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ein Plus von 82.000 Personen gegenüber dem Vormonat (nach +96.000 Personen im November). Die größten Zuwächse zeigten sich im Vorjahresvergleich in den Bereichen Pflege und Soziales sowie qualifizierte Unternehmensdienstleister und bei Handel/Instandhaltung von Kfz.

    Der Beschäftigungsaufbau scheint neben der Zuwanderung insbesondere aus EU-Ländern weiterhin maßgeblich durch eine Zunahme der im europäischen Vergleich bereits hohen Erwerbsbeteiligung zu erfolgen. Dies gleicht den demografisch bedingten Rückgang der deutschen Erwerbsbevölkerung aus. Sowohl die Vollzeit- als auch die Teilzeitbeschäftigung lagen im Dezember deutlich über ihrem Vorjahresniveau. Die Zahl der Selbstständigen sowie die der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hatte sich im Schlussquartal gegenüber dem Vorjahr verringert.

    Die Arbeitslosigkeit ist weiter gesunken. Im Februar waren nach Ursprungswerten 2,76 Millionen Personen als arbeitslos registriert. Das waren rund 15.000 Personen weniger als im Vormonat und 149.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 6,3 % (-0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr). Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl weiter (-14.000 Personen). Die Arbeitslosenquote liegt saisonal bereinigt bei 5,9 %. Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen lag deutlich unter dem Wert des Vorjahres.

    Die Erwerbslosenquote befindet sich im internationalen Vergleich auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Zahl der Erwerbslosen (nach dem Konzept der International Labour Organisation und Ursprungszahlen) betrug im Januar 1,76 Millionen Personen (Erwerbslosenquote 4,0 %, saisonbereinigt 3,8 %).

    Die vorausschauenden Arbeitsmarktindikatoren geben einen positiven Ausblick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist in nahezu allen Branchen hoch. Die Arbeitslosigkeit dürfte weiter leicht abnehmen.

    Der Stellenindex der BA (BA-X) blieb im Februar unverändert auf einem hohen Niveau von 226 Punkten. Das vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung gemessene gesamtwirtschaftliche Stellenangebot für den ersten Arbeitsmarkt lag im 4. Quartal 2016 bei 1,04 Millionen Stellen.

    Inflation erstmals seit 2012 wieder über 2 %

    Der Verbraucherpreisindex für Deutschland ist im Februar 2017 im Vorjahresvergleich stark, nämlich um 2,2 % gestiegen. Damit liegt die Inflation auf dem höchsten Stand seit Sommer 2012 und über dem EZB-Ziel von nahe, aber unter 2 %. Im Februar haben erneut steigende Kosten für Energie und Lebensmittel die Verbraucherpreise in die Höhe getrieben.

    Die Energiepreise lagen 7,2 % über ihrem Vorjahresniveau, Preise für Nahrungsmittel stiegen ebenfalls deutlich, nämlich um 4,4 %. Die Dienstleistungspreise erhöhten sich im Februar um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr, und damit etwas stärker als im Vormonat, wobei auch die Mieten mit 1,6 % im Vergleich zum Vorjahr weiterhin eine Aufwärtsdynamik verzeichnen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise im Februar um 0,6 %. Die Kerninflationsrate lag im Februar 2017 bei 1,3 % gegenüber dem Vorjahr (Januar +1,2 %).

    Die Erzeugerpreise lagen im Januar den dritten Monat in Folge nun deutlich über ihrem jeweiligen Vorjahresniveau (+2,4 %). Die nun verzeichnete Preissteigerung ist zugleich die höchste Teuerungsrate seit fast fünf Jahren. Auch gegenüber dem Vormonat nahmen die Erzeugerpreise zu (+0,7 %). Großen Einfluss hatten dabei nach wie vor die Preise für Energiegüter. Zum zweiten Mal in Folge stiegen diese wieder an (+4,0 % gegenüber dem Vorjahr nach +0,2 % im Dezember). Ohne Berücksichtigung von Energie wurde das Vorjahresniveau der Erzeugerpreise im Januar um 1,8 % überschritten.

    Die Importpreise stiegen im Januar sehr deutlich um 6,0 % gegenüber dem Vorjahr. Bis November 2016 waren die Importpreise seit Ende 2012 nicht gestiegen. Auch gegenüber dem Vormonat nahmen die Einfuhrpreise spürbar zu (+0,9 %), wenn auch etwas weniger stark als im Dezember.

    Nach lang anhaltender Schwächephase war die Inflationsrate im Dezember vergangenen Jahres mit +1,7 % gegenüber dem Vorjahr erstmals wieder auf einen Wert in der Nähe von 2 % gestiegen.

    Insgesamt dürfte der Trend zu weiter steigenden Inflationsraten im Vorjahresvergleich infolge höherer Ölpreise im Jahresverlauf nachlassen. Im Januar 2016 waren die Energiepreise noch einmal deutlich zurückgegangen, um danach bis zum Sommer 2016 zügig zu steigen. Der Basiseffekt niedriger Ölpreise wird sich dadurch zunehmend abbauen. Die Bundesregierung geht in ihrer aktuellen Jahresprojektion von einem jahresdurchschnittlichen Anstieg der Verbraucherpreise von 1,8 % im Jahr 2017 und 1,6 % im Jahr 2018 aus.

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