Navigation und Service

  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

    Die gesamtwirtschaftliche Aufwärtsbewegung ist solide und zeigte im 1. Quartal 2017 eine spürbare Beschleunigung.

    Gemäß Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,6 % gegenüber dem Schlussquartal 2016. Im 4. Quartal 2016 hatte das Wachstum 0,4 % betragen, im 3. Quartal 0,2 %. Zu Beginn dieses Jahres kamen positive Wachstumsimpulse (preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal) sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Insbesondere die Investitionen in Bauten und Ausrüstungen legten kräftig zu. Zudem erhöhten die privaten Haushalte und der Staat leicht ihre Konsumausgaben. Der Beitrag der Außenwirtschaft nahm im 1. Quartal zu und stützte das Wachstum, da die Exporte nach vorläufigen Berechnungen stärker wuchsen als die Importe.

    Der positive Impuls der Bauinvestitionen dürfte laut Statistischem Bundesamt auch auf die milde Witterung im Frühjahr nach den kälteren Wintermonaten zurückzuführen sein. Die gestiegenen Ausrüstungsinvestitionen dürften im Zusammenhang mit der stärkeren Industriekonjunktur zu Jahresbeginn gesehen werden. Die dynamischere Außenhandelstätigkeit deutet auf eine allmähliche Belebung der Weltwirtschaft hin. Der leicht steigende private Konsum reflektiert Einkommenszuwächse auf breiter Basis bei einer Normalisierung der Verbraucherpreise.

    Die günstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen, wie sich aufhellende Absatzperspektiven im In- und Ausland, niedrige Zinsen sowie nach wie vor moderate Preise für Energiegüter, lassen eine Fortsetzung des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs im weiteren Jahresverlauf erwarten, wenn auch mit weniger Dynamik als im 1. Quartal. Auch die vorausschauenden Konjunkturindikatoren, wie die Auftragseingänge in der Industrie am aktuellen Rand sowie die Verbesserung der Stimmung von Unternehmen und Verbrauchern, stützen diese Erwartung.

    Die vorläufigen Wachstumsergebnisse für das 1. Quartal stimmen insgesamt mit den Erwartungen der Bundesregierung in ihrer Frühjahrsprognose überein. Für dieses Jahr wird von einem Wirtschaftswachstum von real 1,5 % ausgegangen, für das Jahr 2018 von real 1,6 %. Über den gesamten Projektionszeitraum wird die Binnenwirtschaft weiterhin als hauptsächliche Auftriebskraft gesehen. Die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte profitieren von Lohn- und Beschäftigungssteigerungen und begünstigen den privaten Konsum (+1,4 %) sowie Investitionen in den privaten Wohnungsbau. Auch vom öffentlichen Konsum gehen positive Impulse durch Ausgaben im Zuge der Bewältigung der Flüchtlingsmigration und der Leistungsausweitung in der Pflegeversicherung aus. Die Exporttätigkeit trägt stärker als bisher zum Wirtschaftswachstum bei (Exporte +3,3 %, nach +2,6 % im Jahr 2016).

    Auf der Unternehmensseite schlagen die nach wie vor günstigen Fremd- und Innenfinanzierungsmöglichkeiten zu Buche, die vor dem Hintergrund einer allmählichen weltwirtschaftlichen Erholung zu einer Steigerung der Investitionen führen sollten. Die Investitionen in Ausrüstungen werden voraussichtlich um real 1,1 % in diesem und um 3,3 % im nächsten Jahr zunehmen.

    Die Zunahme der Exporte dürfte etwas höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Auf der außenwirtschaftlichen Seite zeichnet sich eine leichte Beschleunigung des globalen Wachstumstempos ab. Insbesondere die Schwellenländer sollten von den anziehenden Rohstoffpreisen profitieren. Auch die konjunkturelle Dynamik in den USA zog zuletzt deutlich an. In der Europäischen Union (EU) setzt sich die wirtschaftliche Erholung moderat fort. Von den Nettoexporten werden in diesem und im nächsten Jahr aufgrund der kräftigen Binnennachfrage rechnerisch dennoch leicht negative Wachstumsimpulse zu erwarten sein. Die Risiken für die globale Wirtschaft bleiben beachtlich (Unwägbarkeiten mit Blick auf Brexit-Entscheidung, Regierungswechsel in den USA, Entwicklung der Zinsen und Rohstoffpreise).

    Die Beschäftigung wird auch in diesem und im nächsten Jahr ansteigen, auch wenn die Dynamik im Jahr 2018 etwas abnehmen dürfte. Die Arbeitslosigkeit wird sich in diesem Jahr erneut verringern, diesmal um 140.000 Personen. Die Arbeitslosenquote dürfte damit im Jahresdurchschnitt 2017 auf 5,7 % absinken und im Jahr 2018 in etwa unverändert bleiben.

    Die stabile gesamtwirtschaftliche Aufwärtsbewegung spiegelt sich weiterhin im Wachstum des Steueraufkommens wider. Die Steuereinnahmen stiegen im April 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat auf allen staatlichen Ebenen erneut um 5,8 % kräftig an. So wurden insbesondere bei den gewinnabhängigen Gemeinschaftsteuern kräftige Zuwächse verzeichnet. Auch das Aufkommen der Steuern vom Umsatz stieg um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Das Lohnsteueraufkommen wird von der fortgesetzten positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt begünstigt und erhöhte sich um 4,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

    Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten

    Tabelle vergrößern
    Tabelle 1

    Aufwärtstrend der Warenexporte im 1. Quartal

    Die nominalen Warenexporte sind im März weiter leicht angestiegen (saisonbereinigt +0,4 % gegenüber dem Vormonat, nach +0,9 % im Februar 2017). Auch das Vorjahresniveau wurde im März erneut merklich überschritten (+10,8 %). Im Durchschnitt des 1. Quartals sind die Exporte damit deutlich aufwärtsgerichtet (+2,3 % gegenüber dem Vorquartal). Vor allem die Exporte in Drittländer liegen weiter spürbar über dem Vorjahresniveau (insbesondere China, USA, Russland; Daten nach Ursprungsland bis Februar). Exporte in EU-Länder stiegen im Zeitraum Januar-Februar um 5,5 % an (Euroraum: +5,9 %; Nicht-Euroraum: +4,4 %).

    Auch die Importe nahmen kräftig zu und wuchsen im 1. Quartal stärker als die Exporte. Im März zeigten die nominalen Warenimporte nach einem Rückgang im Vormonat einen spürbaren Anstieg (saisonbereinigt +2,4 % gegenüber dem Vormonat, nach -1,6 % im Januar). In der Dreimonats-Tendenz zeigt sich für das 1. Quartal auch bei den Importen eine deutliche Aufwärtsbewegung (+3,7 %). In der Vorjahresbetrachtung überstiegen die Importe das Niveau vom März 2016 ebenfalls spürbar (+14,8 %). Nach Regionen betrachtet stiegen die Einfuhren aus EU-Ländern (Daten nach Ursprungsland bis Februar) um 7,1 % (Euroraum: +6,6 %; Nicht-Euroraum: +8,1 %) und aus Drittländern um 8,0 % gegenüber dem Vorjahr an.

    Der Handelsbilanzüberschuss (nach Ursprungswerten, mit Ergänzungen zum Außenhandel) erreichte im Zeitraum Januar bis März 2017 ein Niveau von 66,7 Mrd. € und überschritt damit das entsprechende Vorjahresniveau um 2,6 Mrd. €. Der Leistungsbilanzüberschuss erhöhte sich im gleichen Zeitraum leicht um 0,8 Mrd. € auf 65,1 Mrd. €.

    Die deutschen Warenausfuhren und -einfuhren dürften auch im weiteren Jahresverlauf zunehmen. Das Wachstum der Weltwirtschaft wird voraussichtlich leicht anziehen. Die konjunkturelle Erholung im Euroraum und in den Schwellenländern setzt sich fort, wie auch die Winterprognose der EU-Kommission zeigt. Die Exporterwartungen der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe befinden sich auf hohem Niveau und sind laut ifo Institut im März in wichtigen Bereichen weiter gestiegen (leichte Eintrübungen in der Metall- und Automobilindustrie). Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im März deutlich gestiegen, auch wenn sie im Quartalsdurchschnitt leicht abwärtsgerichtet sind. Unsicherheiten im außenwirtschaftlichen Umfeld bleiben bestehen.

    Die Importe dürften im weiteren Jahresverlauf aufgrund der starken Inlandsnachfrage etwas kräftiger zunehmen als die Exporte. Die Bundesregierung erwartet in ihrer Frühjahrsprojektion einen Anstieg der Exporte von Waren und Dienstleistungen im Jahr 2017 um 3,3 % beziehungsweise der Importe um 4,5 %. Der Leistungsbilanzüberschuss dürfte von 8,3 % des BIP im Jahr 2016 auf 7,7 % im Jahr 2017 sinken.

    Fortsetzung der konjunkturellen Dynamik in der Industrie

    Das Produzierende Gewerbe zeigt sich im 1. Quartal dynamisch. Die Produktion sank im März gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt zwar leicht um 0,4 %. In den Vormonaten waren aber spürbare Zunahmen zu verzeichnen (Januar: +1,3 %; Februar: +1,8 %). Im Dreimonatsvergleich ist gegenüber der Vorperiode deswegen eine Aufwärtstendenz zu erkennen (+1,3 %).

    Dabei sind sowohl die Industrie als auch das Baugewerbe aufwärtsgerichtet. Zwar sank auch die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat im März saisonbereinigt um 0,5 %, dennoch ist auch hier aufgrund der stärkeren Vormonate der aussagekräftigere Dreimonatsdurchschnitt gegenüber der Vorperiode aufwärtsgerichtet (+1,1 %). Diese Tendenz resultiert aus Zunahmen in allen drei Teilbereichen der Produktion. So nahm die Herstellung von Konsumgütern im Dreimonatsvergleich um 1,2 % gegenüber der Vorperiode zu, die Investitionsgüter stiegen um 1,1 % und Vorleistungen wurden um 1,0 % gesteigert.

    Insgesamt nahmen die Umsätze in der Industrie im März ab (saisonbereinigt -0,8 % gegenüber dem Vormonat). Dieser Rückgang ist vor allem durch die Abnahme der Inlandsumsätze geprägt (-2,0 % gegenüber dem Vormonat). Im Ausland legten die Umsätze hingegen weiterhin leicht zu (+0,4 %). Aufgrund der stärkeren Vormonate zeigt der Dreimonatsvergleich für die Gesamtumsätze nach oben (saisonbereinigt +1,1 %).

    Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe zeigt – nach einem deutlichen Rückgang im Januar und einer Gegenbewegung im Februar – im März eine Fortsetzung der leichten Aufwärtsdynamik (+1,0 %). Vor allem die Hersteller von Konsumgütern konnten ein deutliches Auftragsplus verzeichnen (+5,5 %) und auch das Bestellvolumen im Investitionsgüterbereich stieg spürbar an (+3,7 %). Für Vorleistungsgüter gingen hingegen weniger Bestellungen ein (-3,7 %). Der Anstieg der Auftragseingänge basiert maßgeblich auf einer gestiegenen Auslandsnachfrage (+4,8 %), während Bestellungen aus dem Inland nach kräftigem Zuwachs im Vormonat nun eine Gegenbewegung aufweisen (-3,9 %). In der Dreimonatstendenz sind die gesamten Auftragseingänge leicht abwärtsgerichtet.

    Die Dynamik im Bausektor ist weiterhin deutlich positiv. Die Bauproduktion nahm im März um 1,5 % gegenüber dem Vormonat zu. Im Februar hatte ein Sondereffekt bei der Baustatistik (Aktualisierung des Berichtskreises) zu einer außerordentlichen Zunahme um 9,9 % geführt. Im März waren Zuwächse im Tiefbau (+4,7 % gegenüber dem Vormonat) und im Hochbau (+2,1 %) zu verzeichnen. Der Ausbau sank um 0,3 %.

    Die Entwicklung in der Industrie und im Bau dürfte auch durch Einmaleffekte beeinflusst sein. So war etwa aufgrund der Lage der Weihnachtsfeiertage im vergangenen Jahr ein Teil der Industrieproduktion in den Januar 2017 verschoben worden. Im Bau wirkte insbesondere im Februar der beschriebene Sondereffekt. Am aktuellen Rand deuten Indikatoren wie der ifo Geschäftsklimaindex und die Stimmung der Einkaufsmanager auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Dynamik in der Industrie hin.

    Der private Konsum setzt weiterhin positive Wachstumsimpulse

    Der private Konsum ist in den vergangenen Quartalen kontinuierlich ausgeweitet worden. Zum Jahreswechsel hatte die Verbraucherpreisinflation deutlich angezogen und damit die Kaufkraft der Verbraucher leicht gedämpft. Dies dürfte sich in den Einzelhandelsumsätzen niedergeschlagen haben, welche – mit und ohne Kfz – im Quartalsdurchschnitt lediglich seitwärtsgerichtet sind. Auch der ifo Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel hat sich im 1. Quartal spürbar eingetrübt.

    Allerdings zeigten die Zulassungen für private Pkw eine merkliche Zunahme von 1,2 % gegenüber dem Vorquartal. Darüber hinaus ist die Stimmung der Konsumenten laut GfK-Konsumklimaindex (Gesellschaft für Konsumforschung) trotz einer leichten Eintrübung immer noch ausgesprochen gut. In den Monaten Februar und März war es vor dem Hintergrund der steigenden Inflation zwar auf hohem Niveau zu einer Eintrübung des Konsumklimas gekommen. Im April waren die Verbraucher jedoch wieder spürbar positiver gestimmt. Die Einkommenserwartungen erhielten durch den moderateren Preisanstieg im März einen Anstoß. Sie beflügelten zusammen mit der positiven Beschäftigungssituation zudem die Anschaffungsneigung. Beides wird gestützt durch die verbesserten Konjunkturaussichten. In der Frühjahrsprojektion erwartet die Bundesregierung für das Jahr 2017 einen Anstieg des privaten Konsums von real 1,4 %.

    Die Bedingungen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bei den privaten Konsumausgaben im Jahresverlauf sind nach wie vor günstig. Beschäftigungsexpansion, steigende Löhne und Entlastungen durch moderate Energiepreise stärken voraussichtlich die Kaufkraft der privaten Haushalte und damit deren Konsumentfaltung.

    Weiterhin positive Signale vom Arbeitsmarkt

    Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin sehr positiv. Die Arbeitslosigkeit nimmt insgesamt weiter ab. Im April waren nach Ursprungswerten 2,57 Millionen Personen als arbeitslos registriert. Das waren rund 93.000 Personen weniger als im Vormonat und 175.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 5,8 % (-0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr). Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl weiter (-15.000 Personen), die Arbeitslosenquote liegt saisonal bereinigt bei 5,8 %. Die Zahl der Erwerbslosen (nach ILO-Konzept und Ursprungszahlen) betrug im März 2017 1,70 Millionen Personen (Erwerbslosenquote: 4,0 %, saisonbereinigt 3,9 %).

    Der Beschäftigungsaufbau hat sich auch im März kräftig fortgesetzt und zeigt im Quartalsvergleich eine Beschleunigung. Die Erwerbstätigenzahl lag im März bei 43,82 Millionen Personen (nach dem Inlandskonzept und nach Ursprungswerten). Das waren 638.000 Personen beziehungsweise 1,5 % mehr als im März des Vorjahres. Saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigenzahl um 42.000 Personen gegenüber dem Vormonat zu (nach +56.000 Personen im Februar). Im Quartalsdurchschnitt stieg die Erwerbstätigkeit um 0,5 % nach 0,4 % im 4. Quartal und 0,3 % im 3. Quartal 2016. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Februar (nach Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit) bei 31,77 Millionen Personen. Der Vorjahresstand wurde damit um 717.000 Personen weiter deutlich überschritten. Saisonbereinigt war dies ein Plus von 56.000 Personen gegenüber dem Vormonat (nach +68.000 Personen im Januar). Die größten Zuwächse zeigten sich im Vorjahresvergleich in den Bereichen Pflege und Soziales sowie qualifizierte Unternehmensdienstleister und im Handel.

    Der Anstieg der Erwerbstätigkeit resultiert weiterhin maßgeblich aus der Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Sonstige Formen der Erwerbstätigkeit, wie die Selbstständigkeit und die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten, haben sich im Vergleich zum Vorjahr weiter verringert. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung basierte im Vergleich zum Vorjahr zu fast der Hälfte auf einem gestiegenen Arbeitskräfteangebot aus dem Ausland (etwa zur Hälfte aus osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten, zu 14 % aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern).

    Die Arbeitslosigkeit ging vor allem bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit im Vergleich zum Vormonat weiter merklich zurück, bei Staatsangehörigen aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern nahm sie leicht zu. Bei dieser Personengruppe erhöhte sich insbesondere die Teilnahme an Maßnahmen der entlastenden Arbeitsmarktpolitik weiter, während sie insgesamt im April unverändert blieb.

    Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern befindet sich auf anhaltend hohem Niveau. Laut ifo Beschäftigungsbarometer stieg zuletzt die Einstellungsbereitschaft insbesondere bei Unternehmen im Dienstleistungssektor, aber auch im Baugewerbe, in der Industrie und im Handel. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) stieg im April auf sehr hohem Niveau um 3 auf 231 Punkte. Das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot (laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) lag im 4. Quartal 2016 bei 1,05 Millionen Stellen.

    Die Bundesregierung erwartet in ihrer Frühjahrprojektion für das Jahr 2017 einen Anstieg der Erwerbstätigkeit um rund 530.000 Personen (oder +1,2 % im Vergleich zum Vorjahr) und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 140.000 Personen.

    BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima
    Kom­bi­na­ti­on aus Li­ni­en­dia­gramm und Säu­len­dia­gramm: BIP-Wachs­tum und ifo Ge­schäfts­kli­ma
    Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo Institut, eigene Berechnungen
    nullBIP (Quartal), real, % zum VorjahrGeschäftsklima gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftserwartungen gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftslage gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenBIP (Jahresdurchschnitt), real, % zum Vorjahr
    01.01.2010null-9,01582,31963-19,716144,1
    01.02.2010null-8,997384,13606-21,285864,1
    01.03.20102,6-4,975865,16749-14,617744,1
    01.04.2010null2,2496910,85979-6,008844,1
    01.05.2010null4,0168710,47479-2,24294,1
    01.06.20104,75,487979,158791,881584,1
    01.07.2010null13,7793216,1940611,391554,1
    01.08.2010null16,0187116,5087415,52984,1
    01.09.20104,616,4713515,7994517,145354,1
    01.10.2010null18,4708617,499919,446154,1
    01.11.2010null20,9139119,0650222,778394,1
    01.12.20104,421,1840417,8773824,54089null
    01.01.2011null17,9401414,4850621,450883,7
    01.02.2011null20,7496414,474727,208163,7
    01.03.2011620,0998711,8984328,618753,7
    01.04.2011null17,738269,2051626,619413,7
    01.05.2011null20,290929,3555931,797443,7
    01.06.20113,719,766038,1585132,020813,7
    01.07.2011null18,887326,1603832,399933,7
    01.08.2011null11,9822-1,3597126,220243,7
    01.09.20113,28,97951-4,4275423,305663,7
    01.10.2011null7,60438-6,2672322,469213,7
    01.11.2011null8,23377-5,6644223,125923,7
    01.12.20111,87,07598-5,9414820,96666null
    01.01.2012null8,08409-3,4748420,322880,5
    01.02.2012null9,17757-2,0653921,059140,5
    01.03.20121,69,66591-0,8229620,707140,5
    01.04.2012null9,93256-0,1221120,493020,5
    01.05.2012null6,3337-3,211116,341440,5
    01.06.20120,42,95681-9,6493716,397850,5
    01.07.2012null-0,64229-12,618112,098920,5
    01.08.2012null-0,97416-13,0098611,836220,5
    01.09.20120,2-3,06604-13,926828,428660,5
    01.10.2012null-4,29546-13,992625,907240,5
    01.11.2012null-3,42617-10,645024,067880,5
    01.12.2012-0,1-2,51116-7,232362,32566null
    01.01.2013null1,77732-4,551378,310940,5
    01.02.2013null4,590522,207397,001740,5
    01.03.2013-1,53,704030,250467,217150,5
    01.04.2013null0,09952-2,673052,911050,5
    01.05.2013null3,2907-1,369658,060410,5
    01.06.20130,94,700220,90948,562560,5
    01.07.2013null5,448691,238259,747220,5
    01.08.2013null8,98745,2766812,765210,5
    01.09.20131,29,733277,7429311,742680,5
    01.10.2013null9,389916,2707612,556230,5
    01.11.2013null11,6613311,1798812,143880,5
    01.12.20131,411,6610611,4336811,88868null
    01.01.2014null14,6762513,1475416,215931,6
    01.02.2014null14,7257412,5280716,946141,6
    01.03.20142,614,322089,528119,225751,6
    01.04.2014null13,90629,5226818,381441,6
    01.05.2014null13,078217,8371718,451421,6
    01.06.20140,911,879765,7483918,193851,6
    01.07.2014null9,621183,4562315,972931,6
    01.08.2014null6,28551,9335910,731211,6
    01.09.20141,24,0708-2,5070210,86771,6
    01.10.2014null0,25912-4,979275,638211,6
    01.11.2014null2,51603-2,514677,674881,6
    01.12.20141,74,07745-0,775869,04898null
    01.01.2015null6,699540,8363412,733911,7
    01.02.2015null6,956392,3954111,620161,7
    01.03.20151,38,833494,6032913,151151,7
    01.04.2015null9,821563,6595516,170021,7
    01.05.2015null10,474193,1220818,092421,7
    01.06.20151,88,622421,1830516,336881,7
    01.07.2015null9,529652,2531817,06791,7
    01.08.2015null10,053051,7524118,695211,7
    01.09.20151,89,97082,9453117,239491,7
    01.10.2015null9,09163,8973114,418211,7
    01.11.2015null10,786085,9279915,758781,7
    01.12.20152,19,954155,4979614,506971,7
    01.01.2016null7,788511,7781613,97789null
    01.02.2016null4,94858-4,5303514,887181,9
    01.03.20161,56,66835-2,4349716,191141,9
    01.04.2016null6,43064-1,6892814,883041,9
    01.05.2016null8,990760,6701317,656411,9
    01.06.20163,210,770423,2216918,599561,9
    01.07.2016null9,876181,4680718,635191,9
    01.08.2016null6,00066-2,7928215,186241,9
    01.09.20161,611,776035,4087618,340661,9
    01.10.2016null13,692138,4736819,041211,9
    01.11.2016null13,828027,5839520,259921,9
    01.12.20161,314,92258,104721,963661,9
    01.01.2017null12,702163,4337122,39288null
    01.02.2017null15,010515,3010725,17914null
    01.03.20172,917,52278,282227,17315null
    01.04.2017null18,472537,2497830,303null
    01.05.2017nullnullnullnullnull
    01.06.2017nullnullnullnullnull
    01.07.2017nullnullnullnullnull
    01.08.2017nullnullnullnullnull
    01.09.2017nullnullnullnullnull
    01.10.2017nullnullnullnullnull
    01.11.2017nullnullnullnullnull
    01.12.2017nullnullnullnullnull
    Abbildung 1

    Inflation erreicht im April erneut die 2-Prozent-Marke

    Der Verbraucherpreisindex für Deutschland ist nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts im April 2017 im Vorjahresvergleich um 2,0 % und damit wieder deutlich stärker gestiegen als noch im Vormonat (+1,6 %). Gegenüber dem Vormonat bewegten sich die Preise im April seitwärts (0,0 %). Bereits im Februar überschritt die Inflation das Ziel der europäischen Zentralbank von nahe, aber unter 2 % und erreichte mit 2,2 % den höchsten Stand seit Sommer 2012. Nachdem der Rohölpreis im März nach einer Normalisierung in den drei vorausgegangenen Monaten erneut zurückgegangen war und die diesjährige Verschiebung der Osterferien in den April den Preisdruck senkte, notierte die Inflation im März mit +1,6 % wieder deutlich unter dem Februarwert.

    Im April lagen die Energiepreise erneut 5,1 % über ihrem Vorjahresniveau, Preise für Nahrungsmittel stiegen um 1,8 %. Die Dienstleistungspreise erhöhten sich im April um 1,7 % gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger als in den Vormonaten seit Jahresbeginn, wobei die Mieten annähernd konstant mit 1,7 % gegenüber dem Vorjahr zunahmen. Die Kerninflationsrate lag im April mit 1,7 % gegenüber dem Vorjahr spürbar höher als im Vormonat (+1,1 %).

    Die Erzeugerpreise lagen im März zum fünften Mal in Folge deutlich über ihrem Vorjahresniveau und wuchsen, wie schon im Februar, um 3,1 % – die höchste Teuerungsrate seit über fünf Jahren. Großen Einfluss hatten dabei weiterhin die Preise für Energiegüter. Ohne Energiegüter wurde das Vorjahresniveau der Erzeugerpreise im März um 2,6 % überschritten. Auch die Importpreise nahmen zum fünften Mal in Folge zu. Sie stiegen im März erneut deutlich um 6,1 % gegenüber dem Vorjahr. Im Vormonat Februar wurde mit 7,4 % der höchste Anstieg seit April 2011 verbucht.

    Die Bundesregierung geht in ihrer aktuellen Frühjahrsprojektion vom April 2017 davon aus, dass die Verbraucherpreise im Jahr 2017 jahresdurchschnittlich um 1,8 % steigen.

Footer