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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im Sep­tem­ber 2017

    Steuereinnahmen im September 2017

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) stiegen im September 2017 um 4,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Zunahme basiert auf der weiterhin günstigen Entwicklung bei den gemeinschaftlichen Steuern. Deren Aufkommen stieg um 4,8 %. Im Vorauszahlungsmonat September konnten die veranlagte Einkommensteuer sowie die Körperschaftsteuer erneut kräftige Zuwächse erzielen. Die Einnahmen aus den Bundessteuern stiegen um 3,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat an, die Ländersteuern um 4,9 %.

    EU-Eigenmittel

    Der Abfluss von EU-Eigenmitteln inklusive Zöllen verringerte sich im aktuellen Berichtsmonat um 15,0 % im Vorjahresvergleich. Für den Zeitraum Januar bis September ist nunmehr insgesamt eine erhebliche Verminderung - um 29,6 % - festzustellen. Der Saldenausgleich im Zuge von Korrekturen und Berichtigungshaushalten der Europäischen Union (EU) sowie die Umsetzung des neuen EU-Eigenmittelbeschlusses haben in diesem Jahr die Abführungen stark reduziert. Insgesamt ist in diesem Jahr mit niedrigeren EU-Eigenmittelzahlungen des Bundes an die EU zu rechnen. Die Höhe der monatlichen Abrufe hängt vom jeweiligen Finanzierungsbedarf der Europäischen Union ab.

    Gesamtüberblick kumuliert bis September 2017

    Das Steueraufkommen insgesamt stieg bis einschließlich September um 4,2 %. Der Anstieg resultiert aus einem überdurchschnittlichen Wachstum der Einnahmen aus gemeinschaftlichen Steuern (+6,5 %). Bei den Bundessteuern (-6,6 %) und den Ländersteuern (-0,4 %) sind dagegen Einnahmerückgänge zu verzeichnen.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen erhöhten sich im September um 6,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Entwicklung basiert im aktuellen Berichtsmonat auf drei Säulen. Zum Ersten stiegen die eigenen Einnahmen des Bundes aus Bundessteuern um 3,8 %. Zum Zweiten nahm der Bundesanteil an den gemeinschaftlichen Steuern um 4,1 % zu. Und zum Dritten musste der Bund geringere Zahlungen an die EU sowie an die Länder leisten.

    Die Steuereinnahmen der Länder stiegen nach Verrechnung der Bundesergänzungszuweisungen um 4,5 %. Ursache sind höhere Einnahmen aus Ländersteuern (+4,9 %) und aus gemeinschaftlichen Steuern (+5,1 %). Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern erhöhten sich um 6,4 % gegenüber dem September des Vorjahres.

    Gemeinschaftliche Steuern

    Lohnsteuer

    Der Aufwärtstrend des Lohnsteueraufkommens der vergangenen Monate setzte sich weiter fort. Grundlage dafür sind die anhaltend positive Beschäftigungsentwicklung und steigende Löhne. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im September 2017 um 2,4 %. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 %. Das Lohnsteuer-Kassenaufkommen wuchs somit um 2,5 %. Die im Jahresverlauf unterdurchschnittliche Wachstumsrate ist auf eine hohe Vorjahresbasis zurückzuführen. Im Zeitraum von Januar bis September 2017 stieg das Kassenaufkommen der Lohnsteuer um 6,2 %.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Körperschaftsteuer

    Im Vorauszahlungsmonat September stieg das Körperschaftsteueraufkommen brutto um 8,0 %. Das Vorauszahlungsvolumen wuchs deutlich an, während Nachzahlungen etwas schwächer ausfielen und geleistete Erstattungen gegenüber dem Vorjahr anstiegen. Im Zeitraum Januar bis September 2017 erhöhte sich das Kassenaufkommen der Körperschaftsteuer um 5,2 %. Allerdings stehen noch beträchtliche Körperschaftsteuererstattungen aufgrund von höchstrichterlicher Rechtsprechung aus.1

    Veranlagte Einkommensteuer

    Bei der veranlagten Einkommensteuer waren ebenso wie bei der Körperschaftsteuer im September Vorauszahlungen fällig. Rund ein Viertel der Jahreseinnahmen werden regelmäßig im September vereinnahmt. Das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer brutto stieg im September erneut kräftig um 4,6 %. Der Aufkommenszuwachs wurde wesentlich durch höhere Vorauszahlungen getragen. Nach Abzug der Erstattungen an veranlagte Arbeitnehmer nach § 46 Einkommensteuergesetz sowie der betragsmäßig nur noch unbedeutenden Eigenheim- und Investitionszulage erhöhte sich das Kassenergebnis aus veranlagter Einkommensteuer im Berichtsmonat um 6,4 %. Im Zeitraum Januar bis September 2017 stieg das Aufkommen aus veranlagter Einkommensteuer kumuliert um 13,1 %.

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Das Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag speist sich überwiegend aus der Besteuerung der Dividendenauszahlungen der Kapitalgesellschaften. Nachdem im August 2017 ein hoher Anstieg des Bruttoaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag zu verzeichnen war, ist im aktuellen Berichtsmonat ein rechnerischer Rückgang von 2,0 % zu sehen. Höchstwahrscheinlich verschoben sich Dividenden-Ausschüttungstermine im Jahresverlauf 2016 gegenüber 2017. Dies führt zu unterschiedlichen Steuer-Fälligkeits- und somit Steuer-Zahl-Terminen. Die aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern nahmen ebenfalls zu. Im Ergebnis verringerte sich im Berichtsmonat im Vorjahresvergleich das Kassenaufkommen aus nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 6,2 %. Im Zeitraum Januar bis September 2017 liegt das Aufkommen aus nicht veranlagten Steuern vom Ertrag dennoch um 9,2 % über dem Vorjahresniveau.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Aufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge stieg im Berichtsmonat um 16,4 %. Damit setzte sich der Aufwärtstrend bei den Einnahmen aus dieser Steuerart weiter fort. Dieses ist bereits seit Februar dieses Jahres zu beobachten. Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus kann diese Entwicklung nicht aus der Besteuerung der Zinseinkünfte hergeleitet werden. Vielmehr ist ein Zusammenhang mit der Entwicklung der Veräußerungserträge wahrscheinlich. Mangels getrennter statistischer Erfassung der beiden Aufkommenskomponenten liegen hierzu jedoch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Im Zeitraum Januar bis September 2017 stieg das Aufkommen aus Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge um 22,6 %.

    Steuern vom Umsatz

    Das Steueraufkommen aus den Steuern vom Umsatz stieg im Berichtsmonat um 4,7 %. Die Einnahmen aus der Binnenumsatzsteuer stiegen etwas geringer um 3,6 %. Deutlich stärker wuchs das Aufkommen der Einfuhrumsatzsteuer mit 7,7 % an. Im Zeitraum Januar bis September 2017 stieg das Aufkommen aus Steuern vom Umsatz um 4,5 %.

    Bundessteuern

    Das Steueraufkommen aus Bundessteuern stieg im September 2017 um 3,8 %. Im aktuellen Berichtsmonat verzeichneten die aufkommensstärkeren Bundessteuern teilweise deutliche Zuwächse: die Energiesteuer (+0,8 %), die Tabaksteuer (+14,2 %), der Solidaritätszuschlag (+4,6 %), die Versicherungsteuer (+18,8 %) und die Stromsteuer (+3,5 %). Das Aufkommen aus der Kraftfahrzeugsteuer sank um 3,6 %. Im Zeitraum Januar bis September 2017 verringerte sich das Aufkommen aus Bundessteuern um 6,6 %, bedingt durch die Erstattungszahlungen der Kernbrennstoffsteuer als Folge des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 13. April 2017 (2 Bvl 6/13).

    Ländersteuern

    Das Aufkommen aus Ländersteuern stieg im September 2017 um 4,9 %. Basis des Anstiegs ist die Grunderwerbsteuer. Diese verbesserte sich gegenüber September 2016 um 11,6 %. Aufkommensrückgänge waren bei der Erbschaftsteuer (-1,2 %), der Rennwett- und Lotteriesteuer (-13,0 %) sowie der Biersteuer (-3,9 %) zu verzeichnen. Im Zeitraum Januar bis September 2017 verringerte sich das Aufkommen aus Ländersteuern leicht um 0,4 %.

    Fußnoten

    1
    Urteile des Bundesfinanzhofs zu STEKO und § 40a des Gesetzes zu Kapitalanlagegesellschaften (KAGG).

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