Navigation und Service

  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im Ok­to­ber 2017

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) stiegen im Oktober 2017 um 0,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im aktuellen Berichtsmonat entwickelten sich die gemeinschaftlichen Steuern etwas verhaltener. Deren Aufkommen stieg um 1,2 %. Die Lohnsteuer sowie die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne erzielten hohe Aufkommenszuwächse. Die Einnahmen aus den Bundessteuern lagen um 2,2 %, die Ländersteuern um 0,6 % unter dem Vorjahresniveau.

    EU-Eigenmittel

    Der Abfluss von EU-Eigenmitteln inklusive Zöllen verringerte sich im aktuellen Berichtsmonat um 16,0 % im Vorjahresvergleich. Für den Zeitraum Januar bis Oktober ist nunmehr insgesamt eine erhebliche Verminderung um 28,1 % festzustellen. Der Saldenausgleich im Zuge von Korrekturen und Berichtigungshaushalten der Europäischen Union (EU) sowie die Umsetzung des neuen EU-Eigenmittelbeschlusses haben in diesem Jahr die Abführungen stark reduziert. Insgesamt ist in diesem Jahr mit niedrigeren EU-Eigenmittelzahlungen des Bundes an die EU zu rechnen. Die Höhe der monatlichen Abrufe hängt vom jeweiligen Finanzierungsbedarf der EU ab.

    Gesamtüberblick kumuliert bis Oktober 2017

    Das Steueraufkommen insgesamt stieg bis einschließlich Oktober um 3,9 %. Der Anstieg resultiert aus einem überdurchschnittlichen Wachstum der Einnahmen aus gemeinschaftlichen Steuern (+6,1 %). Bei den Bundessteuern (-6,2 %) und den Ländersteuern (-0,4 %) sind dagegen Einnahmerückgänge zu verzeichnen.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen erhöhten sich im Oktober leicht um 0,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Entwicklung im aktuellen Berichtsmonat ist das Ergebnis zweier gegenläufiger Ursachen. Zum einen lagen die eigenen Einnahmen des Bundes aus Bundessteuern um 2,2 % unter dem Vorjahresniveau und auch der Bundesanteil an den gemeinschaftlichen Steuern verringerte sich um 0,5 %. Dagegen trugen der geringere Abfluss von EU-Eigenmitteln sowie niedrigere Bundesergänzungszuweisungen positiv zum aktuellen Monatsergebnis für den Bund bei. Die Steuereinnahmen der Länder stiegen nach Verrechnung der Bundesergänzungszuweisungen um 1,6 %. Im Gegensatz zum Bund konnten die Länder einen Anstieg ihres Anteils an den gemeinschaftlichen Steuern (+2,0 %) vorweisen. Dies liegt insbesondere an einer Erhöhung des Länderanteils an den Steuern vom Umsatz. Der Beitrag der Ländersteuern zu den Steuereinnahmen der Länder verringerte sich um 0,6 %. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern erhöhten sich deutlich um 6,9 % gegenüber dem Oktober des Vorjahres.

    Gemeinschaftliche Steuern

    Lohnsteuer

    Der Aufwärtstrend des Lohnsteueraufkommens der vergangenen Monate setzte sich weiter fort. Grundlage dafür sind die anhaltend positive Beschäftigungsentwicklung und steigende Löhne. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im Oktober 2017 um 4,0 %. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,7 %. Das Kassenaufkommen der Lohnsteuer wuchs somit um 4,5 %. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 stieg das Kassenaufkommen der Lohnsteuer um 6,1 % an.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Körperschaftsteuer

    Das Körperschaftsteueraufkommen lag im Veranlagungsmonat Oktober rund 0,5 Mrd. € unter dem Vorjahresniveau. Neben einem schwächeren Ergebnis aus der Veranlagungstätigkeit wurde das Aufkommen auch durch einen Anstieg des in diesem Monat letztmalig auszuzahlenden Körperschaftsteuerguthabens um circa 0,2 Mrd. € belastet. Die Auszahlung des Guthabens erfolgte regelmäßig in den Monaten September und Oktober. Im aktuellen Jahr war der Auszahlungsbetrag im September gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Der Anstieg im laufenden Monat ist im Wesentlichen auf eine Verschiebung von Auszahlungen zurückzuführen. Die Investitionszulage hat nur noch geringen Einfluss auf das Steueraufkommen. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 erhöhte sich das Kassenaufkommen der Körperschaftsteuer um 3,0 %.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Das Steueraufkommen der veranlagten Einkommensteuer entwickelt sich weiterhin günstig. Aus der Veranlagungstätigkeit resultierte in diesem Monat ein im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Mrd. € geringeres Kassenergebnis von -0,2 Mrd. €. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 stieg das Aufkommen aus veranlagter Einkommensteuer kumuliert um 12,8 %.

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Das Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag speist sich überwiegend aus der Besteuerung der Dividendenauszahlungen der Kapitalgesellschaften. Im aktuellen Berichtsmonat war ein Rückgang von 1,9 % zu verzeichnen. Die aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern nahmen zu. Im Ergebnis verringerte sich im Vorjahresvergleich das Kassenaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 9,0 %. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 liegt das Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 8,2 % über dem Vorjahresniveau.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Aufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge stieg im Berichtsmonat um 15,8 %. Damit setzte sich der bereits seit Februar dieses Jahres zu beobachtende Aufwärtstrend weiter fort. Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus kann diese Entwicklung nicht aus der Besteuerung der Zinseinkünfte hergeleitet werden. Vielmehr ist ein Zusammenhang mit der Entwicklung der Veräußerungserträge wahrscheinlich. Mangels getrennter statistischer Erfassung der beiden Aufkommenskomponenten liegen hierzu jedoch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 stieg das Aufkommen der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge um 22,1 %.

    Steuern vom Umsatz

    Das Steueraufkommen aus den Steuern vom Umsatz stieg im Berichtsmonat um 0,9 %. Die Einnahmen aus der Binnenumsatzsteuer verringerten sich um 0,6 %. Deutlich wuchs dagegen das Aufkommen der Einfuhrumsatzsteuer, und zwar um 5,8 %. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 stieg das Aufkommen aus Steuern vom Umsatz um 4,1 % an.

    Bundessteuern

    Das Steueraufkommen aus Bundessteuern verringerte sich im Oktober 2017 um 2,2 %. Eine Ursache des Rückgangs ist die Verschiebung von Tabaksteueraufkommen in Höhe von 0,2 Mrd. € in den Folgemonat. Dadurch verringerte sich das Tabaksteueraufkommen um 18,4 % im Vorjahresvergleich. Zudem war ein Rückgang bei der Luftverkehrsteuer von 4,3 % zu beobachten. Zuwächse konnten im aktuellen Berichtsmonat die folgenden großen Bundessteuern verzeichnen: die Energiesteuer (+1,7 %), der Solidaritätszuschlag (+1,7 %) und die Versicherungsteuer (+2,8 %). Die Stromsteuer lag nahezu auf Vorjahresniveau (-0,1 %). Die übrigen Steuern hatten nur geringen Einfluss auf das Ergebnis der Bundessteuern. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 verringerte sich das Aufkommen aus Bundessteuern um 6,2 %, wesentlich bedingt durch die Erstattungszahlungen der Kernbrennstoffsteuer als Folge des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 13. April 2017 (2 Bvl 6/13).

    Ländersteuern

    Das Aufkommen aus Ländersteuern verringerte sich im Oktober 2017 leicht um 0,6 %. Wesentliche Ursache hierfür sind niedrigere Erbschaftsteuereinnahmen (-16,7 %) gegenüber dem Vorjahr. Weitere Aufkommensrückgänge waren bei der Feuerschutzsteuer (-17,1 %) sowie der Biersteuer (-15,8 %) zu verzeichnen. Mehreinnahmen waren hingegen bei der für das Steueraufkommen der Länder wichtigen Grunderwerbsteuer (+8,0 %) und bei der Rennwett- und Lotteriesteuer (+5,5 %) zu beobachten. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 verringerte sich das Aufkommen aus Ländersteuern leicht um 0,4 %.

Footer