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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

    Lang anhaltender Konjunkturaufschwung mit beschleunigter Dynamik im Jahr 2017

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach den ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts im Gesamtjahr 2017 um real 2,2 % angestiegen und damit etwas kräftiger als noch in der Herbstprojektion der Bundesregierung (+2,0 %) erwartet. Die deutsche Wirtschaft befindet sich demnach in einem kräftigen Aufschwung, der sich zunehmend auf eine breite binnen- und außenwirtschaftliche Basis stützt. Das BIP weitete sich das achte Jahr in Folge aus und zeigte den stärksten Anstieg seit dem Jahr 2011.

    Hauptsächliche Triebkraft der gesamtwirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung war, wie auch in den Vorjahren, die Inlandsnachfrage (mit einem Wachstumsbeitrag von +2,1 Prozentpunkten). Der anhaltende Beschäftigungsaufbau, steigende Einkommen und niedrige Zinsen begünstigten den privaten Konsum sowie Investitionen in den privaten Wohnungsbau. Am Arbeitsmarkt zeigten sich erste Engpässe in einzelnen Wirtschaftsbereichen. Die Belebung der Weltwirtschaft führte zu einer Ausweitung der Exporte und in diesem Zusammenhang auch zu einem Anstieg der Investitionen in Ausrüstungen. Insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen zogen stärker an als erwartet, während die Bauinvestitionen etwas schwächer ausfielen. Der Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, hatte per saldo nur einen leicht positiven Effekt auf das BIP-Wachstum (+0,2 Prozentpunkte), da die Importe weiterhin etwas kräftiger wuchsen als die Exporte.

    Mit dem ersten vorläufigen Jahresergebnis 2017 werden noch keine genauen Angaben zum 4. Quartal 2017 gemacht. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht das BIP für das Schlussquartal 2017 erst am 14. Februar 2018. 2017 war das BIP um 0,9 % im 1. Quartal, 0,6 % im 2. Quartal und 0,8 % im 3. Quartal (jeweils gegenüber dem Vorquartal) gestiegen und damit etwas stärker als erwartet. Den aktuellen Wirtschaftsdaten zufolge dürfte das Wirtschaftswachstum auch im 4. Quartal robust gewesen sein. Die Exporte zeigten im November den stärksten Anstieg seit 2014. Auch die in der Tendenz deutlich aufwärtsgerichteten Auftragseingänge (insbesondere aus dem Ausland), zunehmende Lieferzeiten sowie aktuelle Stimmungsindikatoren deuten allesamt auf eine weiterhin solide konjunkturelle Aufwärtsdynamik in der deutschen Industrie hin.

    Die jüngsten Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute und der Bundesbank wurden für das kommende Jahr vor diesem Hintergrund aufwärts korrigiert. Die Bundesregierung veröffentlicht ihre Jahresprojektion für das Jahr 2018 mit dem Jahreswirtschaftsbericht am 31. Januar.

    Die gute konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2017 zeigte sich auch in der Entwicklung des Steueraufkommens im Haushaltsjahr 2017. Das Steueraufkommen (ohne reine Gemeindesteuern) stieg im Haushaltsjahr 2017 um 4,1 % gegenüber 2016. Insbesondere die Einnahmen aus den gewinnabhängigen Steuern, der Lohnsteuer und den Steuern vom Umsatz erhöhten sich deutlich. Einzelheiten hierzu können dem Artikel „Die Steuereinnahmen des Bundes und der Länder im Haushaltsjahr 2017“ entnommen werden.

    Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten

    Tabelle 1

    Kräftigster Anstieg der Warenausfuhren seit Ende 2014

    Die nominalen Warenexporte sind im November nach zwei leichten Rückgängen in Folge kräftig angestiegen (saisonbereinigt +4,1 % gegenüber dem Vormonat nach -0,3 % im Oktober). Nach zwei schwächeren Monaten war dies der kräftigste Anstieg seit Dezember 2014. Auch im Zweimonatsvergleich ist eine Aufwärtsbewegung zu erkennen (+1,6 %). Das Vorjahresniveau wurde im November erneut deutlich überschritten (+8,2 %). Nach Regionen betrachtet (Zahlen nach Ursprungslandprinzip liegen bis Oktober 2017 vor) nahmen die Warenausfuhren in die Europäische Union (EU), welche den größten Teil der deutschen Exporte ausmachen, im Zeitraum von Januar bis Oktober 2017 um 6,0 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zu. Exporte in Drittländer stiegen im gleichen Zeitraum um 6,8 %.

    Auch die Importe nahmen am aktuellen Rand spürbar zu, jedoch mit einem Anstieg von 2,3 % gegenüber dem Vormonat etwas weniger stark als die Exporte. In der Vorjahresbetrachtung übertrafen die Importe das Niveau von November 2016 erneut merklich (+8,3 %). Im Zeitraum Januar bis Oktober stiegen die Einfuhren aus EU-Ländern um 7,2 % an (Euroraum: +6,3 %; Nicht-Euroraum: +8,9 %) und aus Drittländern um 10,7 % gegenüber dem Vorjahr.

    Insgesamt nahmen die Warenimporte im Zeitraum Januar bis November mit 8,6 % gegenüber dem Vorjahr etwas stärker zu als die Exporte mit +6,5 %.

    Vor diesem Hintergrund unterschritt auch der Handelsbilanzsaldo (nach Ursprungswerten, mit Ergänzungen zum Außenhandel) im Zeitraum Januar bis November 2017 mit 248,6 Mrd. € das entsprechende Vorjahresniveau um 2,9 Mrd. €. Der Leistungsbilanzüberschuss reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 6,8 Mrd. € auf 227,6 Mrd. €.

    Die November-Ergebnisse der Warenausfuhren bestätigen, dass die deutschen Exporteure von der günstigen weltwirtschaftlichen Entwicklung und dem anziehenden Welthandel profitieren. Die Auftragseingänge aus dem Ausland hatten im September und Oktober kräftig zugenommen. Im November weitete sich insbesondere die Nachfrage nach Investitionsgütern aus, die rund 50 % der deutschen Exporte ausmachen. Hier spiegelt sich die mit der Erholung der Weltwirtschaft einhergehende Steigerung der weltweiten Investitionstätigkeit wider. Der Umsatz bei Investitionsgütern im Ausland stieg im November um 10 %.

    Auch im Winterhalbjahr sollte sich das Exportwachstum damit lebhaft fortsetzen. Die ifo Exporterwartungen der Unternehmen bleiben sehr optimistisch. Weltweite Stimmungsindikatoren signalisieren eine robuste Wirtschaftsentwicklung im Euroraum zum Jahresende. Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft weiter deutlich expandieren. Die Exporte werden daher auch im weiteren Verlauf eine Wachstumsstütze bleiben.

    Konsumklima zum Jahresende weiter günstig

    Der private Konsum trug im Jahr 2017 maßgeblich zum Wirtschaftswachstum bei. Die privaten Konsumausgaben lagen nach den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts preisbereinigt um 2,0 % über dem Vorjahresniveau. Der Wachstumsbeitrag betrug 1,1 Prozentpunkte und damit in etwa so viel wie im Vorjahr.

    Der private Konsum wird weiterhin von der guten Arbeitsmarktlage, steigenden Einkommen und einer moderaten Verbraucherpreisentwicklung begünstigt. Der Einzelhandel (ohne Kfz) stieg im November nach einem Rückgang im Vormonat an und ist leicht aufwärtsgerichtet. Das Geschäftsklima im Einzelhandel verbesserte sich im Dezember nach einem Rückgang im November. Der Handel mit Kfz (Daten bis Oktober) war zuletzt verhalten, die Neuzulassungen sind im 4. Quartal aber dynamisch angestiegen und sprechen für eine robuste Entwicklung des Kfz-Handels.

    Die Konsumstimmung befand sich auch zum Jahresende weiter auf einem sehr hohen Niveau und stieg leicht an. Insbesondere die Konjunktur- und Einkommenserwartungen legten spürbar zu. Die Rahmenbedingungen für den privaten Konsum dürften auch im neuen Jahr günstig bleiben.

    Sehr gute Arbeitsmarktentwicklung hat sich im Jahr 2017 fortgesetzt

    Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2017 vor dem Hintergrund der an Schwung gewinnenden konjunkturellen Dynamik erneut ausgesprochen positiv entwickelt. Die Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit erreichten neue Höchst- beziehungsweise Tiefstwerte seit der deutschen Einheit. Wie schon in den Vorjahren wuchs insbesondere die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung noch dynamischer als die Erwerbstätigkeit insgesamt. Gleichzeitig waren die Selbstständigkeit und geringfügige Beschäftigung rückläufig. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg auf hohem Niveau weiter an.

    Im Dezember waren nach Ursprungswerten 2,39 Millionen Personen als arbeitslos registriert. Das waren 183.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 5,3 % und damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Auch gegenüber dem Vormonat ging die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl um 29.000 Personen zurück. Die Zahl der Erwerbslosen (nach Konzept der International Labour Organization, kurz ILO und Ursprungszahlen) betrug im November 1,50 Millionen Personen. Die Erwerbslosenquote betrug 3,4 %. Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 2,53 Millionen Menschen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) arbeitslos gemeldet (-158.000 Personen beziehungsweise -6 % gegenüber dem Vorjahr). Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 5,7 %.

    Die Zahl der Erwerbstätigen lag im November bei 44,74 Millionen Personen (nach Inlandskonzept und Ursprungswerten). Das waren 613.000 Personen beziehungsweise 1,4 % mehr als im Vorjahr. Saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigenzahl um 50.000 Personen gegenüber dem Vormonat zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreichte nach Hochrechnung der BA im Oktober 32,79 Millionen Personen. Der Vorjahresstand wurde damit um 743.000 Personen überschritten (+2,3 %). Gegenüber dem Vormonat erreichte die saisonbereinigte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ein Plus von 69.000 Personen. Im Gesamtjahr 2017 stieg die Erwerbstätigkeit nach vorläufigen Rechnungen um 638.000 Personen beziehungsweise 1,5 % auf 44,28 Millionen Personen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm um 722.000 Personen beziehungsweise 2,3 % auf 32,16 Millionen Personen zu.

    Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter. Der Stellenindex der BA legte im Dezember noch einmal zu (+6 Punkte auf 256 Punkte). Im Dezember waren 761.000 offene Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 103.000 Stellen mehr als vor einem Jahr.

    Das Erwerbspersonenpotenzial hat sich laut dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung trotz deutlicher Effekte des demografischen Wandels (-300.000 Personen) im Jahr 2017 um 570.000 Personen erhöht, wobei die gestiegene Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie die Zuwanderung an Bedeutung gewonnen haben. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wurde knapp zur Hälfte von Ausländern getragen. Gleichzeitig war auch ein merklicher Rückgang der arbeitslosen Inländer zu verzeichnen (-185.000 Personen oder -9 % gegenüber dem Vorjahr). Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beruhte sowohl auf mehr Vollzeit- als auch auf mehr Teilzeitbeschäftigung.

    Angesichts der hohen Arbeitskräftenachfrage und des robusten Wirtschaftswachstums dürfte sich der Arbeitsmarkt auch im Jahr 2018 günstig entwickeln, wenn auch mit abnehmendem Tempo. Auch wenn noch nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel gesprochen werden kann, zeigen sich zunehmend deutlich Engpässe in einzelnen Berufen (technische Berufe, Bauberufe, einige Gesundheits- und Pflegeberufe).

    Industrieproduktion zum Ende des Jahres aufwärtsgerichtet

    Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im November gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 3,4 % nach Rückgängen in den beiden Vormonaten (Oktober: -1,2 %; September: -1,1 %). Im Zweimonatsvergleich verläuft die Produktion damit nahezu konstant gegenüber dem Wert der Vorperiode (-0,2 %). Der Dreimonatsvergleich gegenüber der Vorperiode ist weiterhin aufwärtsgerichtet (+0,9 %).

    Die Industrieproduktion erholte sich im November erwartungsgemäß nach einer etwas schwächeren Entwicklung im Vormonat. Grund für den Oktober-Rückgang waren vor allem die Effekte aus den zwei Feiertagen und den damit verbundenen Brückentagen gewesen. Im November stieg die Industrieproduktion um saisonbereinigt 4,3 % gegenüber dem Vormonat. Der Zweimonatsvergleich weist aufgrund des schwächeren Vormonats einen leichten Rückgang von 0,3 % aus. Der Dreimonatsdurchschnitt ist mit +1,1 % gegenüber der Vorperiode weiter aufwärtsgerichtet, fällt jedoch etwas schwächer aus als im Oktober (+1,5 %).

    Am aktuellen Rand ist insbesondere die Produktion von Investitionsgütern stark aufwärtsgerichtet (+5,7 % gegenüber dem Vormonat). Aber auch Konsum- und Vorleistungsgüterproduktion zeigen nach oben (+3,6 % beziehungsweise +3,0 %). In der Zweimonatstendenz sind Investitions- und Konsumgüter leicht abwärtsgerichtet (-0,9 % beziehungsweise -0,8 %), Vorleistungsgüter leicht aufwärtsgerichtet (+0,5 %).

    Der Umsatz in der Industrie nahm im November nach zwei Rückgängen in Folge spürbar zu (saisonbereinigt +4,7 % nach -2,1 % im Oktober und -1,3 % im September jeweils gegenüber dem Vormonat). Die Inlandsumsätze nahmen im Oktober dabei etwas weniger stark zu als die Auslandsumsätze (saisonbereinigt +2,8 % beziehungsweise +6,8 % gegenüber dem Vormonat). Der Zweimonatsvergleich gegenüber der Vorperiode für die Gesamtumsätze ist leicht abwärtsgerichtet (-0,4 %), während der Dreimonatsvergleich weiterhin nach oben zeigt (+1,0 %).

    Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sanken im November (saisonbereinigt -0,4 % gegenüber dem Vormonat, nach zwei aufwärtsgerichteten Monaten zuvor). Während im November die Vorleistungs- und Konsumgüterbestellungen deutlich zunahmen (+2,0 % beziehungsweise +3,2 % gegenüber dem Vormonat), sanken die Bestellungen von Investitionsgütern (-2,3 %). Aufgrund der Aufwärtsbewegung in den Vormonaten zeigt sich im November immer noch ein solider Anstieg der Aufträge von 1,2 % im Zweimonatsvergleich und 4,2 % im Dreimonatsvergleich. Dabei verliefen Auslandsbestellungen mit 1,8 % beziehungsweise 5,9 % stärker als die Bestellungen aus dem Inland (+0,2 % beziehungsweise +1,8 %).

    Die Bauproduktion stieg im November saisonbereinigt um 1,5 % gegenüber dem Vormonat (Oktober: -1,1 %). Im Zwei- und Dreimonatsvergleich gegenüber der Vorperiode ist weiter ein leichter Abwärtstrend zu beobachten (-0,1 % beziehungsweise -0,2 %).

    Die in der Tendenz deutlich aufwärtsgerichteten Auftragseingänge (insbesondere aus dem Ausland), zunehmende Lieferzeiten sowie aktuelle Stimmungsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe deuten allesamt auf eine weiterhin sehr solide konjunkturelle Aufwärtsdynamik in der deutschen Industrie hin.

    Verbraucherpreise im Jahr 2017 wie erwartet deutlich dynamischer als im Vorjahr

    Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen 2017 jahresdurchschnittlich um 1,8 % gegenüber 2016. Die Inflationsrate liegt damit in etwa beim Inflationsziel der Europäischen Zentralbank für den Euroraum (unter, aber nahe 2 % gegenüber dem Vorjahr). Dies ist der stärkste Anstieg seit vier Jahren. Im Jahr 2016 hatte die Inflation noch bei 0,5 % gelegen. Im Dezember 2017 erreichte die Inflationsrate einen Wert von 1,7 % (gegenüber dem Vorjahresmonat).

    Wesentliche Triebkraft war die im Vergleich zum Vorjahr stärkere Preisdynamik bei Energie. Energie verteuerte sich 2017 gegenüber 2016 um 3,1 %, nach Preisrückgängen in den vergangenen drei Jahren (2016: -5,4 %; 2015: -7,0 %; 2014: -2,1 %). Auch die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2017 spürbar um 3,0 % gegenüber 2016. In den Vorjahren stiegen die Nahrungsmittelpreise noch deutlich schwächer (2016: +0,8 %; 2015: +0,8 %; 2014: +1,0 %). Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel hätte die Jahresteuerungsrate 2017 bei 1,4 % gelegen. Die Preise für Dienstleistungen stiegen 2017 insgesamt um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Überdurchschnittlich stark verliefen auch die Preiserhöhungen für Nettokaltmieten (+1,6 %). Der harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland stieg im Jahresdurchschnitt 2017 um 1,7 % an. Gegenüber Dezember 2016 legte er im Dezember 2017 um 1,6 % zu.

    Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Jahresdurchschnitt 2017 um 2,6 % höher als im Jahr 2016. Somit sind die Preise im Jahresdurchschnitt erstmalig seit 2012 wieder gestiegen. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate der Erzeugerpreise hatte dabei die Preisentwicklung der Vorleistungsgüter mit 3,5 % gegenüber dem Vorjahr (insbesondere Metalle). Energie war 2017 um 3,4 % teurer als 2016. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Erzeugerpreise 2017 gegenüber dem Vorjahr um 2,4 % (2016 gab es noch einen Rückgang von 0,3 %). Im Dezember 2017 lagen die Erzeugerpreise um 2,3 % höher als im Vorjahresmonat. Im November 2017 hatte die Jahresveränderungsrate bei 2,5 % gelegen.

    Die Importpreise lagen im November 2017 um 2,7 % höher als im November 2016. Im Oktober 2017 hatte die Jahresveränderungsrate 2,6 % betragen. Der Anstieg der Importpreise war vor allem durch die Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im November um 17,3 % teurer als im Vorjahresmonat. Insbesondere rohes Erdöl (+27,0 %) und Mineralölerzeugnisse (+19,8 %) verteuerten sich. Der Einfuhrpreisindex ohne Energie lag um 1,1 % höher als im November des Vorjahres.

    Insgesamt entspricht die derzeitige Verbraucherpreisentwicklung den Erwartungen der Bundesregierung in ihrer Herbstprojektion (jahresdurchschnittlich +1,8 % für das Jahr 2017).

    BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima
    Die In­fo­gra­fik stellt den BIP-Wach­tum und ifo Ge­schäfts­kli­ma dar.
    Quellen: Statistisches Bundesamt,Jahresdurchschnitt 2017: erste Jahresergebnisse 11.10.2018, ifo Institut, eigene Berechnungen.
    nullBIP (Quartal), real, % zum VorjahrGeschäftsklima gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftserwartungen gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenGeschäftslage gewerbliche Wirtschaft, saisonbereinigte SaldenBIP (Jahresdurchschnitt), real, % zum Vorjahr
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    Abbildung 1

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