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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im Fe­bru­ar 2018

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sind im Februar 2018 mit 8,1 % gegenüber dem Februar 2017 erheblich angestiegen. Grundlage dieser Entwicklung war der kräftige Zuwachs des Aufkommens bei den gemeinschaftlichen Steuern um 8,2 %. Neben den aufkommensstarken Steuern vom Umsatz und der Lohnsteuer verzeichnete auch die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge ein beträchtliches Einnahmeplus. Zudem zeigte sich bei den Bundessteuern ein deutlicher Aufkommensanstieg (+9,4 %) insbesondere infolge einer kassentechnisch bedingten Verschiebung von Versicherungsteuereinnahmen vom Vormonat in den aktuellen Berichtsmonat. Bei den Ländersteuern zeigte sich ein moderater Zuwachs von 1,3 %.

    EU-Eigenmittel

    Im aktuellen Berichtsmonat stiegen die Zahlungen von EU-Eigenmitteln inklusive der Zölle – ausgehend von einer schwachen Vorjahresbasis – um 46,3 % auf rund 4,0 Mrd. €. Im Vorjahr wurde Deutschland mit der Umsetzung des Eigenmittelbeschlusses ein Rabatt für die Mehrwertsteuer-Eigenmittel gewährt. Dadurch verringerten sich die Abführungen im Jahr 2017 deutlich. Des Weiteren fiel der Jahresbeitrag an BNE-Eigenmitteln im beschlossenen EU-Haushalt 2017 ebenfalls deutlich geringer aus. Insgesamt waren somit im Jahr 2017 deutlich niedrigere EU-Eigenmittelzahlungen des Bundes an die Europäische Union (EU) zu leisten. Die Mittelabrufe durch die EU orientieren sich an dem für das Jahr 2018 vorgesehenen Finanzrahmen. Unterjährige Schwankungen ergeben sich aufgrund des jeweiligen Finanzierungsbedarfs der EU.

    Gesamtüberblick kumuliert bis Februar 2018

    In den Monaten Januar und Februar 2018 ist das Steueraufkommen insgesamt um 5,6 % gestiegen. Die gemeinschaftlichen Steuern stiegen um 6,3 %, die Bundessteuern um 3,0 % und die Ländersteuern um 2,4 %.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen stiegen im Februar 2018 um 4,8 % gegenüber Februar 2017. Die Steuereinnahmen der Länder stiegen mit 6,3 % deutlich stärker als das Aufkommen der Ländersteuern. Grund war das kräftige Wachstum des Länderanteils an den gemeinschaftlichen Steuern. Der Zuwachs der EU-Eigenmittelabführungen aus dem Bundeshaushalt schwächte die Dynamik in der Entwicklung der Steuereinnahmen des Bundes erheblich ab. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern stiegen um 13,4 %.

    Gemeinschaftliche Steuern

    Lohnsteuer

    Das Lohnsteueraufkommen konnte im Berichtsmonat erneut einen kräftigen Zuwachs verbuchen. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im Februar 2018 um 5,2 % gegenüber Februar 2017. Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hielt weiter an. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld stieg gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres nur leicht um 0,2 %. Allerdings führte eine Veränderung der statistischen Datengrundlage in einem Land zu einer beträchtlichen Verzerrung der Zahlen. Ohne diesen Effekt würde die Zunahme beim Kindergeld circa 3½ % betragen. Der Anstieg der Lohnsteuer brutto würde damit bei circa 5,8 % liegen. Das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen ist von diesem Effekt nicht betroffen. Per saldo ergab sich eine Erhöhung des kassenmäßigen Lohnsteueraufkommens gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,7 %. Im Zeitraum Januar bis Februar 2018 stieg das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen um 5,9 %.

    Körperschaftsteuer

    Die Körperschaftsteuer brutto stieg im Februar 2018 gegenüber dem Vorjahr deutlich – auf einem allerdings niedrigen Aufkommensniveau – um 31,7 %. Das Aufkommen im Februar wird vom Ergebnis der Veranlagungstätigkeit geprägt. Der Saldo aus Nachzahlungen und Erstattungen blieb gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu unverändert. Der Aufkommenszuwachs resultierte aus dem Anstieg der nachträglichen Vorauszahlungen. Bei der Investitionszulage zeigte sich in diesem Monat im Saldo ein geringer Rückzahlungsbetrag. Nach Verrechnung der Investitionszulage ergab sich ein Wachstum des kassenmäßigen Körperschaftsteueraufkommens im Februar 2018 von 33,1 %. Im Zeitraum Januar bis Februar 2018 stieg das kassenmäßige Körperschaftsteueraufkommen um 84,2 %.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Das Steueraufkommen der veranlagten Einkommensteuer brutto stieg im Vorjahresvergleich um 12,1 %. Die Veranlagung führte zu einem erheblichen Anstieg der nachträglichen Vorauszahlungen von rund 30 %. Damit wurde die negative Entwicklung im Saldo aus Nachzahlungen und Erstattungen kompensiert, sodass ein deutlich höheres Veranlagungsergebnis als im Vorjahresmonat zu verzeichnen war. Nach Abzug der Arbeitnehmererstattungen sowie der Investitions- und Eigenheimzulagen ergab sich per saldo im Februar 2018 eine Zunahme des kassenmäßigen Einkommensteueraufkommens um 23,7 %. Im Zeitraum Januar bis Februar 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer um 12,6 %.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Im Berichtsmonat ergab sich ein Zuwachs des Bruttoaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag von 5,4 % gegenüber der Vorjahresbasis. Verbunden mit dem Rückgang der aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern um 39,9 % ergab sich ein Zuwachs des Kassenaufkommens der nicht veranlagten Steuern von Ertrag im Berichtmonat um 28,1 %. Im Zeitraum Januar bis Februar 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 9,7 %.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Steueraufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne verzeichnete im aktuellen Berichtsmonat einen Anstieg um 62,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der starke Zuwachs beruht vermutlich auf der Zunahme der Veräußerungsgewinne. Über die Aufteilung des Aufkommens auf Einnahmen aus Veräußerungsgewinnen und Einnahmen aus Zinserträgen liegen mangels statistischer Daten keine gesicherten Erkenntnisse vor. Im Zeitraum Januar bis Februar 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen aus Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge um 32,7 %.

    Steuern vom Umsatz

    Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz wies im Februar 2018 einen deutlichen Zuwachs von 5,9 % auf starker Vorjahresbasis auf. Das Aufkommen der Binnenumsatzsteuer stieg um 4,3 %, das der Einfuhrumsatzsteuer um 11,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Zeitraum Januar bis Februar 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 3,9 %.

    Bundessteuern

    Das Aufkommen der Bundessteuern stieg im Februar 2018 um 9,4 %. Der deutliche Aufkommensanstieg bei den Bundessteuern ist Folge einer kassentechnisch bedingten Verschiebung von Versicherungsteuereinnahmen in den aktuellen Berichtsmonat. Nach einem Rückgang von 38,8 % im Januar wies das Aufkommen der Versicherungsteuer im aktuellen Berichtsmonat einen Zuwachs von 17,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat auf. Weitere Zuwächse waren beim Solidaritätszuschlag (+10,2 %), bei der Stromsteuer (+9,7 %) sowie der Tabaksteuer (+2,0 %) zu verzeichnen. Rückgänge gegenüber Februar 2017 waren bei der Energiesteuer (- 1,8 %), der Alkoholsteuer (ehemals Branntweinsteuer, -4,6 %) und bei der Schaumweinsteuer (-8,3 %) zu beobachten. Die Veränderungen bei den übrigen Steuerarten hatten betragsmäßig nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Bundessteuern.

    Ländersteuern

    Das Aufkommen der Ländersteuern stieg im Februar 2018 im Vorjahresvergleich um 1,3 %. Bei der Grunderwerbsteuer (+3,5 %), der Rennwett- und Lotteriesteuer (+0,5 %), der Biersteuer (+8,5 %) sowie der Feuerschutzsteuer (+4,9 %) waren höhere Einnahmen zu verzeichnen. Die Erbschaftsteuer hingegen wies mit -4,3 % Mindereinnahmen auf.

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