Navigation und Service

  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im März 2018

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sind im März 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 % angestiegen. Basis des Aufkommenszuwachses bilden weiterhin die gemeinschaftlichen Steuern mit einem Anstieg um 2,4 %. Aufgrund der hohen Vorjahresbasis war diese vergleichsweise abgeschwächte Dynamik erwartet worden. Deutliche Zuwächse verzeichneten die Lohnsteuer, die veranlagte Einkommensteuer sowie die Körperschaftsteuer. Demgegenüber zeigen die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag, die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge sowie die Steuern vom Umsatz eine eher verhaltene bis rückläufige Aufkommensentwicklung. Bei den Bundessteuern ergab sich im direkten Vorjahresvergleich ein leichter Aufkommensrückgang von 0,5 %. Auch bei den Ländersteuern zeigte sich ein Rückgang von 4,1 %.

    EU-Eigenmittel

    Im aktuellen Berichtsmonat stiegen die Zahlungen von EU-Eigenmitteln inklusive der Zölle – ausgehend von einer schwachen Vorjahresbasis – um 32,3 % auf rund 2,5 Mrd. € an. Im Vorjahr wurde Deutschland mit der Umsetzung des Eigenmittelbeschlusses ein Rabatt für die Mehrwertsteuer-Eigenmittel gewährt. Dadurch verringerten sich die Abführungen im Jahr 2017 deutlich. Des Weiteren fiel der Jahresbeitrag an BNE-Eigenmitteln im beschlossenen EU-Haushalt 2017 ebenfalls geringer aus. Insgesamt waren somit im Jahr 2017 deutlich niedrigere EU-Eigenmittelzahlungen des Bundes an die Europäische Union (EU) zu leisten. Die Mittelabrufe durch die EU orientieren sich an dem für das Jahr 2018 vorgesehenen Finanzrahmen. Unterjährige Schwankungen ergeben sich aufgrund des jeweiligen Finanzierungsbedarfs der EU.

    Gesamtüberblick kumuliert bis März 2018

    Im 1. Quartal 2018 ist das Steueraufkommen insgesamt um 4,1 % angestiegen. Das Aufkommen der gemeinschaftlichen Steuern erhöhte sich um 4,7 %, das der Bundessteuern um 1,7 %. Bei den Ländersteuern lag das Aufkommen nahezu auf Vorjahresniveau.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen lagen mit -0,1 % im März 2018 geringfügig unter dem Ergebnis vom März 2017. Die Steuereinnahmen der Länder konnten einen leichten Zuwachs von 1,3 % verbuchen, trotz schwächerem Aufkommen aus Ländersteuern, da der Länderanteil an den gemeinschaftlichen Steuern leicht höher lag. Der deutliche Zuwachs der EU-Eigenmittelabführungen aus dem Bundeshaushalt schwächte die rechnerische Dynamik in der Entwicklung der Steuereinnahmen des Bundes weiter ab. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern stiegen um 5,5 %.

    Gemeinschaftliche Steuern

    Lohnsteuer

    Das Lohnsteueraufkommen konnte im Berichtsmonat erneut einen kräftigen Zuwachs verbuchen. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im März 2018 um 4,8 % gegenüber März 2017, was die gute Lage am Arbeitsmarkt sowie die Lohnentwicklung widerspiegelt. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld verringerte sich gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres leicht um 1,7 %, was aber durch eine veränderte statistische Datengrundlage beträchtlich verzerrt ist. Ohne diesen Effekt würde eine Zunahme beim Kindergeld von 1,7 % ausgewiesen, wodurch der Anstieg der Lohnsteuer brutto nur rund 4,1 % betragen würde. Allerdings ist das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen von diesem Effekt nicht betroffen. Dieses erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,3 %. Im 1. Quartal 2018 stieg das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen um 6,1 % an.

    Körperschaftsteuer

    Im wichtigen aufkommensstarken Vorauszahlungsmonat März stiegen die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer brutto gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,3 % an. Dabei erhöhten sich die Vorauszahlungen deutlich vor dem Hintergrund leicht höherer Erstattungen und etwas geringerer Nachzahlungen. Nach Verrechnung des geringen Rückzahlungssaldos der Investitionszulage ergab sich ein Wachstum des kassenmäßigen Körperschaftsteueraufkommens im März 2018 von 4,2 %. Im 1. Quartal 2018 stieg das kassenmäßige Körperschaftsteueraufkommen um 10,7 %.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Im wichtigen Vorauszahlungsmonat März stieg das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer brutto im Vorjahresvergleich um 0,2 %. Dies ist ein vergleichsweise niedriger Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. So erhöhten sich die Vorauszahlungen auf sehr hoher Vorjahresbasis nur um 1 %. Nach Abzug der Arbeitnehmererstattungen sowie der betragsmäßig nur noch unbedeutenden Investitions- und Eigenheimzulagen ergab sich per saldo im März 2018 eine Zunahme des kassenmäßigen Einkommensteueraufkommens um 2,5 %. Aufgrund der hohen Vorjahresbasis war diese abgeschwächte Dynamik zu erwarten. Im Vorjahr hatte der Aufkommensanstieg im März 14,2 % betragen. Im 1. Quartal 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer um 3,7 %.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Im Berichtsmonat ergab sich ein Rückgang des Bruttoaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag von 11,4 % gegenüber der Vorjahresbasis. Verbunden mit dem Anstieg der aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern ergibt sich ein Rückgang des Kassenaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag im Berichtsmonat um 19,3 %. Die unterjährige Volatilität beim Aufkommen dieser Steuer beruht auf den jeweiligen Festsetzungen von Ausschüttungsterminen der Unternehmen. Im 1. Quartal 2018 verringerte sich das kassenmäßige Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 3,7 %.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Steueraufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne verzeichnete im aktuellen Berichtsmonat einen Rückgang um 16,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ist vermutlich auf ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Aufkommen aus Veräußerungsgewinnen zurückzuführen. Im 1. Quartal 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen aus Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge um 22,5 %.

    Steuern vom Umsatz

    Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz wies im März 2018 einen leichten Zuwachs von 0,7 % auf. Das Aufkommen der Binnenumsatzsteuer erhöhte sich um 0,3 %, das der Einfuhrumsatzsteuer um 1,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im 1. Quartal 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 3,0 % an.

    Bundessteuern

    Das Aufkommen der Bundessteuern verringerte sich im März 2018 leicht um 0,5 %. Aufkommensrelevante Zuwächse waren bei der Versicherungsteuer (+1,6 %), beim Solidaritätszuschlag (+3,0 %), bei der Energiesteuer (+2,5 %) sowie der Kraftfahrzeugsteuer (+4,1 %) zu verzeichnen. Rückgänge gegenüber März 2017 waren bei der Tabaksteuer (-10,7 %), der Stromsteuer (-17,8 %) und bei der Kaffeesteuer (-2,6 %) zu beobachten. Die Veränderungen bei den übrigen Steuerarten hatten betragsmäßig nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Bundessteuern.

    Ländersteuern

    Das Aufkommen der Ländersteuern verringerte sich im März 2018 im Vorjahresvergleich um 4,1 %. Bei der Grunderwerbsteuer (+5,3 %), der Rennwett- und Lotteriesteuer (+3,6 %) sowie der Feuerschutzsteuer (+3,3 %) waren höhere Einnahmen zu verzeichnen. Die Erbschaftsteuer hingegen zeigt im direkten Vorjahrsvergleich mit einem Rückgang von 23,9 % ein erheblich geringeres Aufkommen. Zudem lag das Biersteueraufkommen ebenfalls 9,7 % unter dem Vorjahrsniveau.

Footer