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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Fi­nanz­märk­te und Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des

    Entwicklung von Schulden, Kreditaufnahme, Tilgungen und Zinsen

    Im März wurden für den Bundeshaushalt und seine Sondervermögen insgesamt Kredite im Volumen von 18,0 Mrd. € aufgenommen. Die Tilgungen beliefen sich auf 15,0 Mrd. €. Die Zinseinnahmen lagen um rund 0,6 Mrd. € höher als die Zinsausgaben, sodass sich der Schuldendienst von Tilgungen und Zinszahlungen insgesamt auf 14,8 Mrd. € reduzierte.

    Der Schuldenstand zum 31. März 2018 hat sich gegenüber Ende Dezember 2017 um 0,2 Mrd. € auf 1.086,5 Mrd. € erhöht. Von den Schulden wurden für die Finanzierung des Bundeshaushalts 1.045,2 Mrd. €, des Finanzmarktstabilisierungsfonds 22,4 Mrd. € und des Investitions- und Tilgungsfonds 18,9 Mrd. € verwendet.

    Die Schwerpunkte der Kreditaufnahme lagen auf den Emissionen einer Bundesschatzanweisung und einer Bundesobligation mit einem Nominalvolumen von je 4 Mrd. €, einer 10-jährigen Bundesanleihe mit einem Nominalvolumen von 3 Mrd. €, einer 30-jährigen Bundesanleihe mit einem Nominalvolumen von 1,5 Mrd. € sowie der Aufstockung einer Unverzinslichen Schatzanweisung des Bundes in Höhe von 2 Mrd. €. Zudem stockte der Bund erstmalig im Rahmen einer Multi-ISIN-Auktion gleichzeitig zwei inflationsindexierte Anleihen des Bundes mit einem Emissionsbetrag von je 500 Mio. € auf.

    Der Eigenbestand erhöhte sich saldiert um 0,5 Mio. € auf ein Volumen von insgesamt 49,9 Mrd. €. Weitere Einzelheiten zu den Schuldenständen sowie ihrer Veränderung infolge von Kreditaufnahme und Tilgungen zeigt die Tabelle „Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen“.

    Eine detaillierte Aufstellung der Kreditaufnahme, der Tilgungs- und Zinszahlungen sowie der Schuldenstände des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen ist im statistischen Anhang des Monatsberichts enthalten. Darüber hinaus enthält der statistische Anhang für den interessierten Leser auch eine längere Datenreihe der Verschuldung gruppiert nach Restlaufzeitklassen.

    Die Tabelle „Entwicklung des Umlaufvolumens an Bundeswertpapieren“ zeigt das Umlaufvolumen der emittierten Bundeswertpapiere einschließlich der zusätzlich als Kassenkredit emittierten und verbuchten Bundeswertpapiere.

    Die Abbildung „Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts nach Instrumentenarten per 31. März 2018“ zeigt die Verteilung der vom Bund und seinen Sondervermögen eingegangenen Gesamtschulden nach Instrumentenarten. Mit 45,2 % entfällt der größte Anteil der Schuld auf 10-jährige Bundesanleihen, gefolgt von den 30-jährigen Bundesanleihen mit 19,1 %, den Bundesobligationen mit einem Anteil von 17,8 %, den Bundesschatzanweisungen mit 8,7 %, den inflationsindexierten Bundeswertpapieren mit einem Anteil von 6,9 % und den Unverzinslichen Schatzanweisungen mit 0,8 %. Ein Anteil von 1,2 % der Schulden entfällt auf Kreditaufnahmen wie Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite.

    Von den Schulden des Bundes sind 98,6 % in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft, bei denen der konkrete Gläubiger dem Emittenten Bund nicht bekannt ist.

    Am 19. Dezember 2017 wurde die Emissionsplanung des Bundes für das Jahr 2018 veröffentlicht. Details zu den geplanten Auktionen der nominal-verzinslichen 30- und 10-jährigen Bundesanleihen, 5-jährigen Bundesobligationen, 2-jährigen Bundesschatzanweisungen, inflationsindexierten Bundeswertpapiere und Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes können der Internetseite der Finanzagentur sowie den Pressemitteilungen zum Emissionskalender1 entnommen werden. Sie enthalten auch eine jeweils präzisierte, vierteljährliche Vorschau der Tilgungszahlungen bis Ende des Jahres 2018.

    Ferner veröffentlicht die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH auch eine detaillierte Übersicht über die durchgeführten Auktionen von Bundeswertpapieren.2

    Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen

    Tabelle 1

    Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren

    Tabelle 2
    Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts nach Instrumentenarten per 31. März 2018

    in %

    Das Kreis­dia­gramm zeigt die Struk­tur der Ver­schul­dung des Bun­des­haus­halts nach In­stru­men­te­nar­ten per 31. März 2018. Die An­ga­ben sind in Pro­zent.
    nullWert
    10-jährige Bundesanleihen45,2
    30-jährige Bundesanleihen19,1
    Bundesobligationen17,8
    Bundesschatzanweisungen 8,7
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere6,9
    Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite1,2
    Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes0,8
    Sonstige Bundeswertpapiere0,1
    Abbildung 1
    Kreditaufnahme des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen bis März 2018

    in Mio. €

    Bal­ken­dia­gramm: Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des­haus­halts und sei­ner Son­der­ver­mö­gen bis März 2018
    KreditaufnahmeWert
    30-jährige Bundesanleihen4463
    10-jährige Bundesanleihen21489
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere2379
    Bundesobligationen6912
    Bundesschatzanweisungen16269
    Unverzinsliche Schatz- anweisungen des Bundes5016
    Sonstige Bundeswertpapiere0
    Sonstige Kredite und Buchschulden0
    Abbildung 2

    Schuldenstand des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2018

    Tabelle 3

    Bruttokreditbedarf des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2018

    Tabelle 4

    Tilgungen des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2018

    Tabelle 5

    Verzinsung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2018

    Tabelle 6

    Balkendiagramm: Handelsvolumen mit Bundeswertpapieren insgesamt und nach Instrumentenarten zwischen 2005 und 2017
    Abbildung 3

    Der Sekundärmarkthandel mit Bundeswertpapieren

    Wer handelt mit Bundeswertpapieren und wer kauft sie letztlich? Die regelmäßige Analyse der Handelsumsätze von Banken, die Bundeswertpapiere bereits direkt in der Auktion erwerben und dann weiterverkaufen, versucht diese Fragen zu beantworten. Dafür übermitteln 32 dieser aktuell 36 Kreditinstitute und Wertpapierfirmen mit Zugang zu Auktionen regelmäßig ihre Umsätze mit Bundeswertpapieren der Finanzagentur. Auf freiwilliger Basis melden sie alle ihre Käufe und Verkäufe, die im direkten Handel mit anderen Kontrahenten oder über elektronische Handelsplattformen und Börsen zustande kamen.

    2017 summierten sich diese Handelsumsätze auf ein Nominalvolumen von insgesamt rund 4.790 Mrd. €. Sie übertrafen damit die Umsätze der beiden Vorjahre und bestätigten die sich schon im 1. Halbjahr 2017 andeutende Stabilisierung der Handelsvolumina in Bundeswertpapieren. Trotz eines nicht mehr ganz so handelsstarken 2. Halbjahrs 2017 ergab sich gegenüber dem bisher schwächsten Gesamtjahr 2016 ein Umsatzplus von fast 12 %.

    Analog dem Emissionsvolumen ging der Nettohandel mit Bundeswertpapieren im vergangenen Jahr um etwas mehr als 10 % zurück. Es wurden Bundeswertpapiere im Volumen von insgesamt rund 130 Mrd. € abgesetzt – nach fast 147 Mrd. € im Jahr 2016 und rund 139 Mrd. € im Jahr 2015.

    Der Nettohandel ist der Saldo aus Käufen und Verkäufen der Bieterbanken. Ergibt sich aus der aggregierten Sicht der Bieterbanken für den Handel mit einem Kontrahenten, einer Region oder in einem Instrument ein positiver Saldo, deutet das auf einen Bestandsaufbau bei der Gegenpartei hin. Entsprechend zeigt ein negativer Wert einen Bestandsabbau von Bundeswertpapieren. Zwischen der Entwicklung des jährlichen Emissionsvolumens in Bundeswertpapieren und dem jährlichen Nettohandelsvolumen besteht naturgemäß eine vergleichsweise hohe Korrelation. Grundsätzlich sollte der Nettoabsatz pro Jahr in etwa dem Emissionsvolumen entsprechen, da die Bieterbanken bestrebt sind, neu emittierte und von ihnen per Auktion erworbene Papiere nahezu vollständig an Marktteilnehmer weiterzuverkaufen.

    Aufgeschlüsselt nach Wertpapierarten ergab sich 2017 die deutlichste Zunahme im (Brutto-)Handel mit Bundesobligationen. Ihr Anteil am gesamten Handelsvolumen stieg um 2,5 Prozentpunkte auf über 18 %. Bundesschatzanweisungen (Schatz) und 10-jährige Bundesanleihen konnten im Vergleich zu 2016 um fast 1 Prozentpunkt beziehungsweise 0,5 Prozentpunkte zulegen.

    Als Konsequenz aus dem geringen ausstehenden Volumen an Unverzinslichen Schatzanweisungen halbierte sich ihr Umsatzanteil von 2,8 % auf ein historisches Tief von 1,4 % beziehungsweise rund 69 Mrd. €. Anteilig noch deutlicher ging der Handel mit den 30-jährigen Bundesanleihen zurück: Trotz einer weiteren Erhöhung des Emissionsvolumens büßten sie fast 2 Prozentpunkte auf 7,6 % ein. Der Anteil inflationsindexierter Bundeswertpapiere fiel um 0,5 Prozentpunkte. In absoluten Zahlen wurden sie mit knapp 173 Mrd. € zwar nur leicht unter Vorjahresniveau, aber dennoch auf dem geringsten Level seit 2010 gehandelt.

    Analog der Bruttohandelsdaten stellte sich auch beim Nettohandel mit Unverzinslichen Schatzanweisungen im Gesamtjahr 2017 ein historisches Minimum von 9,3 Mrd. € ein, nach 22,9 Mrd. € im Vorjahr. Ebenfalls deutlich ging der Nettohandel bei den inflationsindexierten Bundeswertpapieren um 37 % auf 3,4 Mrd. € zurück, den zweitniedrigsten Wert seit 2006, dem Jahr ihrer Erstemission. Rückläufig im Vergleich zu 2016 zeigte sich auch der Nettoabsatz bei 30-jährigen Bundesanleihen um gut 25 % auf 10,2 Mrd. €, sowie bei Bundesschatzanweisungen um 20 % auf 32,6 Mrd. €. Bei Bundesobligationen reduzierten sich die Nettoverkäufe 2017 um 11 % auf 25,9 Mrd. €.

    Ein Plus beim Nettohandelsvolumen weisen dagegen das dritte Jahr in Folge die 10-jährigen Bundesanleihen auf: Ausgehend von knapp 31 Mrd. € im Jahr 2015 stieg das Volumen auf über 35 Mrd. € im Jahr 2016 und fast 49 Mrd. € im Jahr 2017 – ein Wert der in dieser Höhe zuletzt vor fünf Jahren erreicht wurde.

    Handel mit Bundeswertpapieren nach Kontrahenten 2017

    in %

    Tor­ten­dia­gramm: Han­del mit Bun­des­wert­pa­pie­ren nach Kon­tra­hen­ten 2017 in Pro­zent
    Handel mit Bundeswertpapieren nach Kontrahenten 2017null
    Asset Manager27
    Banken20,9
    Broker29,4
    Hedgefonds7,7
    Pensionsfonds0,9
    Sonstige0,9
    Versicherungen1,1
    Zentralbanken12,2
    Abbildung 4

    In der geografischen Verteilung und in absoluten Zahlen legte der (Brutto-)Handel 2017 mit allen Regionen zu. Mit Kontrahenten aus Amerika konnte nach zwei überdurchschnittlich starken Halbjahren das beste Handelsergebnis seit Datenerhebung verbucht werden. Gegenüber 2016 stieg es um mehr als 40 % auf rund 714 Mrd. € beziehungsweise anteilig am Handel mit allen Regionen um mehr als 3 Prozentpunkte auf 15 %. Der Handel mit asiatischen Kontrahenten am Gesamthandelsvolumen stieg um ½ Prozentpunkt auf 7 %. Auf sehr niedrigem Niveau vervielfachte sich das absolute Handelsvolumen mit Afrika im Vergleich zu 2016 auf fast 7 Mrd. €. Absolut betrachtet wurde sowohl mit afrikanischen, als auch mit arabischen Kontrahenten 2017 so viel gehandelt wie zuletzt 2012. Anteilig am Gesamthandel über alle Regionen bleiben diese Zuwächse aber kaum spürbar.

    Hingegen ging der Handelsanteil von Kontrahenten aus dem übrigen Europa, der mit großem Abstand bedeutendsten Umsatzregion, um rund 1 Prozentpunkt auf weniger als 55 % zurück. Anteilig die deutlichsten Umsatzrückgänge wurden mit Kontrahenten aus dem Euroraum verbucht. Trotz eines Anstiegs in absoluten Zahlen auf 1.098 Mrd. € nahm ihr Anteil am Handel 2017 um fast 2,5 Prozentpunkte auf knapp 23 % ab.

    2017 kehrten die asiatischen Kontrahenten mit einem Plus von mehr als 37 Mrd. € nach kaum 2 Mrd. € im Jahr 2016 zurück. Sie landen damit nach dem Euroraum und dem übrigen Europa wieder in den Top-3-Regionen der Nettokäufer. Das Nettoabsatzvolumen erreicht den höchsten Stand seit 2013. Ein ähnliches Comeback feierten 2017 die Kontrahenten aus Amerika mit einem Zuwachs von mehr als 15 Mrd. € und damit einer Rückkehr von der Nettoverkäuferseite (-13 Mrd. € im Jahr 2016) zu den Nettokäufern (+2 Mrd. €).

    Balkendiagramm zu den Nettohandeslvolumen mit Bundeswertpapieren von Afrika, Amerika, Arabische Liga, Asien, Euroraum und übriges Europa
    Abbildung 5

    Das erste negative Nettohandelsergebnis seit Statistikbeginn wurde in Höhe von -4 Mrd. € im Jahr 2017 für die arabischen Staaten verzeichnet, die schon seit dem 2. Halbjahr 2015 per saldo kaum noch spürbar als Käufer von Bundeswertpapieren auftraten. Stärker rückläufige Nettonachfrage ergab sich im Handel mit dem Euroraum. Sie fiel von 89 Mrd. € im Jahr 2016 auf 50 Mrd. € im Jahr 2017 und damit den niedrigsten Wert seit 2012. Von 69 Mrd. € auf 43 Mrd. € ging 2017 der Nettoabsatz mit Kontrahenten aus dem übrigen Europa zurück – der niedrigste Wert seit 2008.

    Bis auf Pensionsfonds und „Sonstige“, zu denen Privatanleger und Unternehmen aus Industrie und Handel sowie alle weiteren nicht zuordenbaren Kontrahenten zählen, legte der (Brutto-)Handel mit allen Kontrahenten im Jahr 2017 in absoluten Zahlen zu. Bei 51 Mrd. € erreichte der Handel mit den sonstigen Kontrahenten zudem den niedrigsten Wert seit Datenerhebung. In Relation zum Handelsvolumen insgesamt (über alle Kontrahenten hinweg) nahm der Handel vor allem mit Asset Managern von 23 % auf 27 % zu. Zuletzt hatten Asset Manager 2012 in diesem Umfang Bundeswertpapiere gehandelt. In Höhe von fast 8 % des Gesamthandels und damit anteilig gegenüber 2016 unverändert, aber dennoch mit absolutem Zuwachs und zugleich auf historischem Höchststand von 369 Mrd. € verlief der Handel mit Hedgefonds.

    Die deutlichsten relativen Rückgänge waren dagegen im Handel mit Brokern, der sowohl „echten“ Brokerhandel als auch elektronischen Handel umfasst, zu verzeichnen. Der Anteil fiel von 31 % im Jahr 2016 auf rund 29 % im Jahr 2017. Zentralbanken reduzierten ihre Handelsaktivitäten anteilig von knapp 14 % auf etwas mehr als 12 %. Weiterhin dominierend im Handel mit Bundeswertpapieren bleiben somit auch 2017 die Broker (1.407 Mrd. €), gefolgt von deutlich erholten Umsätzen bei Asset Managern (1.292 Mrd. €) und Banken (1.001 Mrd. €).

    2017 verzeichneten die drei wichtigsten Nettokäufer des Vorjahres teils deutliche Rückgänge – allen voran Zentralbanken, deren Nettokaufsaldo von 138 Mrd. € auf 117 Mrd. € zurückging. Banken halbierten ihr Nettokaufvolumen nahezu von rund 26 Mrd. € auf circa 14 Mrd. € – ebenso die „Sonstigen“, die ja bereits beim Bruttohandel Anteile verloren. Netto sank ihr Kaufvolumen von rund 11 Mrd. € im Jahr 2016 auf knapp 6 Mrd. € im Jahr 2017.

    Dagegen schafften Asset Manager den Turnaround vom erstmals negativen Nettohandelssaldo des Vorjahres in Höhe von -3 Mrd. € auf +1 Mrd. € im Jahr 2017. Noch stärker erholten sich die Nettoverkäufe der Hedgefonds vom Negativrekord aus dem Vorjahr (-11 Mrd. €) auf nicht ganz -1 Mrd. € im Jahr 2017. Pensionsfonds legten vom ausgeglichenen Niveau 2016 auf 3 Mrd. € und damit den besten Wert seit 2012 zu. Versicherungen verfünffachten ihre Nettokäufe fast auf beinahe 2 Mrd. € – allerdings von einem sehr niedrigen Level ausgehend.

    Die Marktentwicklung im 1. Quartal 2018

    Renten

    Am Rentenmarkt wurde das 1. Quartal des Jahres zunächst von der Erwartung dominiert, dass es auch im Euroraum in den kommenden Monaten zu ersten Leitzinserhöhungen kommen könnte und die US-Notenbank den bereits vor Monaten eingeschlagenen Erhöhungspfad recht zügig fortsetzen wird. Die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen stiegen vor dem Hintergrund eines robusten globalen konjunkturellen Umfelds in der Spitze um 80 Basispunkte an. Der Markt nahm auch die von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesandten Signale zur Kenntnis, in den kommenden Monaten die Kommunikation zur Vorbereitung des Markts auf geldpolitische Maßnahmen in der Zukunft (die sogenannte Forward Guidance) möglicherweise zu verändern. Viele Marktteilnehmer vermuten, dass der EZB-Rat einen Ausstieg aus dem Wertpapierankaufprogramm spätestens zum Ende des Jahres 2018 ernsthaft in Erwägung zieht. Seitens der US-Notenbank wurde verlautet, dass ihr Inflationsziel von 2 % schon bald erreicht werden könnte.

    Bruttohandel mit Bundeswertpapieren

    Tabelle 7

    Der Aufwärtstrend bei den Staatsanleiherenditen im Euroraum und den USA währte jedoch nur kurz. Er wurde spürbar gebremst, als die US-Regierung Anfang März Strafzölle für bestimmte Warenimporte ankündigte. Sie löste damit deutliche verbale Gegenreaktionen in Europa und China aus, weshalb die Sorge der Marktteilnehmer vor einem globalen Konflikt im Güterhandel und Warenverkehr spürbar zunahm. Die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen sanken daher bis Quartalsende auf etwa 0,5 %. Ein vergleichbarer Renditerückgang war in den USA nicht feststellbar, weshalb sich der Renditeabstand (Spread) zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und 10-jährigen Bundesanleihen über das Quartal hinweg ausweitete.

    Aktien

    Die global bedeutenden Aktienmärkte starteten – mit Ausnahme der Börse in London – sehr aussichtsreich in das Jahr und mit einem ansehnlichen Plus bis kurz vor Ende Januar. Hauptursache hierfür war die verabschiedete Steuerreform in den USA, mit der aus Unternehmenssicht zeitnah potenziell erhebliche Steuerentlastungen einhergehen würden. Zusätzliche Unterstützung kam von sehr soliden, globalen Konjunkturdaten und einem vergleichsweise schwachen US-Dollar.

    Entwicklung der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen im 1. Quartal 2018

    Tabelle 8

    Verlaufsdiagramm: Entwicklung der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen 2017
    Abbildung 6

    Ähnlich wie an den Rentenmärkten endete der Aufwärtstrend auch bei den Aktien sehr schnell. Am 5. Februar verzeichnete der Dow-Jones-Aktienindex ein Minus von über 1.100 Punkten und damit den größten Tagesverlust seit seiner Einführung. Aus fundamentaler Sicht dürften es vor allem die Sorgen vor raschen und stärker als bis dato erwarteten Zinserhöhungsschritten durch die US-Notenbank gewesen sein, die die Stimmung deutlich eintrübten. Zu einer weiteren Verunsicherung hatte eine volatile Ölpreisentwicklung beigetragen.

    Die Rückgänge zum Ende des 1. Quartals standen dabei vor allem unter dem Eindruck von Risiken beruhend auf dem weltweiten Handelskonflikt.

    Devisen

    Im Berichtszeitraum konnten Yen, Euro und Pfund per saldo an Wert gegenüber dem US-Dollar zulegen. Zur Abwertungstendenz des Dollar gegenüber den anderen drei genannten Leitwährungen dürfte u. a. die kritische Entwicklung des Haushaltsdefizits und damit einhergehend der US-Staatsschulden beigetragen haben. Im Gegensatz zu den Renten- und Aktienmärkten übte der sich androhende Handelskonflikt zwischen den USA und vor allem China bis zum Ende des Quartals keinen spürbaren Einfluss auf die Wechselkurse aus.

    Wichtige Aktienindizes, Wertentwicklung im 1. Quartal 2018

    Infografik: Entwicklung ausgewählter Aktienindizes im 1. Quartal 2018
    Abbildung 7

    Inflation und Ölpreis

    Der Ölpreis entwickelte sich im 1. Quartal unter hoher Volatilität. Auf US-Dollar-Basis erreichte der Preis für 1 Barrel (159 l) Rohöl im Januar und März mehrfach Niveaus, die zuvor seit Ende des Jahres 2014 nicht mehr erreicht worden waren. Angesichts der vergleichsweise starken Entwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar hatte die Ölpreisentwicklung aber einen weiterhin nur begrenzten Einfluss auf die Verbraucherpreise und damit auf die Inflationsentwicklung im Euroraum.

    Infografik: Entwicklung der Wechselkurse zum US-Dollar im 1. Quartal 2018
    Abbildung 8

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