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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im April 2018

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sind im April 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,9 % angestiegen. Basis dieser Entwicklung bilden weiterhin die gemeinschaftlichen Steuern mit einem Anstieg von 2,6 %. Deutliche Zuwächse verzeichneten die Lohnsteuer, die veranlagte Einkommensteuer sowie die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag. Demgegenüber standen rückläufige Aufkommensentwicklungen bei den Steuern vom Umsatz, der Körperschaftsteuer sowie der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge. Bei den Bundessteuern ergab sich im Vorjahresvergleich ein Aufkommenszuwachs von 3,2 %. Auch bei den Ländersteuern zeigte sich im Vorjahresvergleich ein deutlicher Anstieg von 41,1 %.

    EU-Eigenmittel

    Im aktuellen Berichtsmonat verringerten sich die Zahlungen von EU-Eigenmitteln inklusive der Zölle um 3,2 % auf rund 2,3 Mrd. €. Im Vorjahr wurde Deutschland mit der Umsetzung des Eigenmittelbeschlusses ein Rabatt für die Mehrwertsteuer-Eigenmittel gewährt. Dadurch verringerten sich die Abführungen im Jahr 2017 deutlich. Des Weiteren fiel der Jahresbeitrag an BNE-Eigenmitteln im beschlossenen EU-Haushalt 2017 ebenfalls geringer aus. Insgesamt waren somit im Jahr 2017 deutlich niedrigere EU-Eigenmittelzahlungen des Bundes an die Europäische Union (EU) zu leisten. Die Mittelabrufe durch die EU orientieren sich an dem für das Jahr 2018 vorgesehenen Finanzrahmen. Unterjährige Schwankungen ergeben sich aufgrund des jeweiligen Finanzierungsbedarfs der EU.

    Gesamtüberblick kumuliert bis April 2018

    In den Monaten Januar bis April 2018 ist das Steueraufkommen insgesamt um 4,0 % angestiegen. Das Aufkommen der gemeinschaftlichen Steuern erhöhte sich um 4,2 %, das der Bundessteuern um 2,0 %. Bei den Ländersteuern lag das Aufkommen um 9,2 % über dem Vorjahresniveau.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen lagen im April 2018 um 3,3 % über dem Ergebnis von April 2017. Die Steuereinnahmen der Länder konnten einen deutlichen Zuwachs von 4,7 % verbuchen. Die Basis waren aktuell hohe Ländersteuereinnahmen. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern stiegen um 7,9 %.

    Gemeinschaftliche Steuern

    Lohnsteuer

    Das Lohnsteueraufkommen konnte im Berichtsmonat erneut einen kräftigen Zuwachs verbuchen. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im April 2018 um 5,0 % gegenüber April 2017, was die gute Lage am Arbeitsmarkt sowie die Lohnentwicklung widerspiegelt. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld verringerte sich gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres leicht um 0,4 %, wobei der Vergleich aber durch eine veränderte statistische Datengrundlage beträchtlich verzerrt ist. Ohne diesen Effekt würde eine Zunahme beim Kindergeld von circa 3 % ausgewiesen, wodurch der Anstieg der Lohnsteuer brutto rund 5,6 % betragen würde. Allerdings ist das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen von diesem Effekt nicht betroffen. Dieses erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,1 %. In den Monaten Januar bis April 2018 stieg das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen ebenfalls um 6,1 % an.

    Körperschaftsteuer

    Im aufkommensschwachen Veranlagungsmonat April verringerten sich die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer brutto gegenüber dem Vorjahr um 26,4 % auf 0,4 Mrd. €. Der aus den Veranlagungen resultierende deutliche Anstieg der nachträglichen Vorauszahlungen konnte den Rückgang des Saldos aus Nachzahlungen und Erstattungen nicht ausgleichen. Nach Verrechnung der Investitionszulage ergab sich ein Rückgang des kassenmäßigen Körperschaftsteueraufkommens im April 2018 von 25,0 %. In den Monaten Januar bis April 2018 stieg das kassenmäßige Körperschaftsteueraufkommen um 8,5 %.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Im eher aufkommensschwachen Veranlagungsmonat April stieg das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer brutto im Vorjahresvergleich deutlich um 10,7 %. Wie bei der Körperschaftsteuer sind die nachträglichen Vorauszahlungen erheblich angestiegen. Zudem verharrte der Saldo aus Nachzahlungen und Erstattungen (ohne Arbeitnehmererstattungen) auf Vorjahresniveau. Nach Abzug der um 10,0 % angestiegenen Arbeitnehmererstattungen sowie der betragsmäßig nur noch unbedeutenden Investitions- und Eigenheimzulagen ergab sich per saldo im April 2018 eine Zunahme des kassenmäßigen Einkommensteueraufkommens um 11,5 %. In den Monaten Januar bis April 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer um 4,3 %.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Im Berichtsmonat ergab sich eine starke Zunahme des Bruttoaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 15,7 % gegenüber der Vorjahresbasis. Verbunden mit einem Rückgang der aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) ergibt sich ein Anstieg des Kassenaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag im Berichtsmonat um 26,4 %. Die unterjährige Volatilität beim Aufkommen dieser Steuer beruht auf der Veränderung der Ausschüttungstermine, insbesondere bei den großen Kapitalgesellschaften. In den Monaten Januar bis April 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 4,1 %.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Steueraufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge verzeichnete im aktuellen Berichtsmonat einen Rückgang von 6,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Rückgang ist vermutlich auf ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Aufkommen aus Veräußerungsgewinnen zurückzuführen. In den Monaten Januar bis April 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge um 16,5 %.

    Steuern vom Umsatz

    Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz wies im April 2018 einen leichten Rückgang von 1,8 % auf. Das Aufkommen der Binnenumsatzsteuer lag mit einer Veränderungsrate von 0,1 % etwa auf Vorjahresniveau. Das Aufkommen der Einfuhrumsatzsteuer verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,5 %. In den Monaten Januar bis April 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 1,9 % an.

    Bundessteuern

    Das Aufkommen der Bundessteuern stieg im April 2018 um 3,2 %. Aufkommensrelevante Zuwächse waren bei der Energiesteuer (+13,7 %), beim Solidaritätszuschlag (+5,3 %) sowie der Versicherungsteuer (+4,9 %) zu verzeichnen. Ein wesentlicher Rückgang gegenüber April 2017 ergab sich bei der Tabaksteuer (-21,1 %). Die Veränderungen bei den übrigen Steuerarten hatten betragsmäßig nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Bundessteuern.

    Ländersteuern

    Das Aufkommen der Ländersteuern lag im April 2018 um 41,1 % über Vorjahrsniveau. Aufgrund eines Sondereffekts zeigte die Erbschaftsteuer im Vorjahrsvergleich eine Zunahme von 97,1 %. Zudem waren bei der Grunderwerbsteuer (+21,1 %) in nahezu allen Ländern hohe Zuwächse zu verzeichnen. Auch bei der Rennwett- und Lotteriesteuer (+2,8 %) sowie der Feuerschutzsteuer (+3,3 %) waren höhere Einnahmen zu verzeichnen. Das Biersteueraufkommen lag 6,8 % unter dem Vorjahrsniveau.

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