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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im Ju­li 2018

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sind im Juli 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,9 % gestiegen. Die gemeinschaftlichen Steuern verzeichneten einen Zuwachs von 2,3 %. Besonderes das Lohnsteueraufkommen sowie das Aufkommen aus nicht veranlagten Steuern vom Ertrag konnten weiterhin hohe Zuwächse verbuchen. Ein Aufkommensrückgang zeigte sich bei der Abgeltungssteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne. Die Bundessteuern verzeichnen im Vorjahresvergleich einen Aufkommenszuwachs von 4,6 %. Die Ländersteuern weisen gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 10,5 % auf.

    EU-Eigenmittel

    Im aktuellen Berichtsmonat verringerten sich die Zahlungen von EU-Eigenmitteln inklusive der Zölle um 1,7 % auf rund 2,3 Mrd. €. Die Mittelabrufe durch die Europäische Union (EU) orientieren sich an dem für das Jahr 2018 vorgesehenen Finanzrahmen. Unterjährige Schwankungen ergeben sich aufgrund des jeweiligen Finanzierungsbedarfs der EU.

    Gesamtüberblick kumuliert bis Juli 2018

    In den Monaten Januar bis Juli 2018 ist das Steueraufkommen insgesamt um 6,7 % gestiegen. Das Aufkommen der gemeinschaftlichen Steuern erhöhte sich um 5,5 %, das der Bundessteuern um 14,3 %. Bei den Ländersteuern lag das Aufkommen um 7,3 % über dem Vorjahresniveau.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen lagen im Juli 2018 um 2,9 % über dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Die Steuereinnahmen der Länder konnten einen Zuwachs von 2,6 % verbuchen. Bund und Länder profitierten jeweils vom guten Ergebnis der ihnen alleinig zustehenden Steuern. Im Juli 2018 zahlte der Bund zudem 800 Mio. € Konsolidierungshilfen an die Länder Berlin, Bremen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern stiegen um 7,9 %.

    Gemeinschaftliche Steuern

    Lohnsteuer

    Das Lohnsteueraufkommen konnte im Berichtsmonat erneut einen kräftigen Zuwachs verbuchen. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im Juli 2018 um 6,5 % gegenüber Juli 2017. Hier zeigen sich die stetige Beschäftigungsexpansion sowie steigende Einkommen. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld verringerte sich gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 0,4 %. Probleme in einem Land bei der Aufbereitung der Datengrundlage für das Kindergeld verzerren weiterhin das Bild: Nach Bereinigung ergibt sich ein Zuwachs des Kindergelds von circa 3 %. Das Wachstum des Bruttoaufkommens der Lohnsteuer beläuft sich dann auf circa 7 %. Allerdings ist das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen von diesem Effekt nicht betroffen. Per saldo erhöhte sich das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 %. In den Monaten Januar bis Juli 2018 stieg das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen kumuliert um 6,5 %.

    Körperschaftsteuer

    Im aufkommensschwachen Veranlagungsmonat Juli wurden rund 0,5 Mrd. € Körperschaftsteuer erstattet. Im Juli 2017 wurde ein Körperschaftsteueraufkommen von rund 0,2 Mrd. € vereinnahmt. Die Investitionszulage hatte nur noch einen marginalen Einfluss auf das Ergebnis. In den Monaten Januar bis Juli 2018 stieg das kassenmäßige Körperschaftsteueraufkommen um 9,9 %.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer wurde im Juli ebenfalls von der Veranlagungstätigkeit bestimmt. Das Bruttoaufkommen verringerte sich auf rund 1,0 Mrd. €. Nach Abzug der Arbeitnehmererstattungen (+11,8 %) sowie der betragsmäßig nur noch unbedeutenden Investitions- und Eigenheimzulagen wurden per saldo im Juli 2018 rund 0,6 Mrd. € veranlagte Einkommensteuer erstattet. In den Monaten Januar bis Juli 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer um 0,8 %.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Im Juli 2018 verbesserte sich das Bruttoaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 5,5 % gegenüber der Vorjahresbasis. Verbunden mit einem Rückgang der aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern ergibt sich ein Anstieg des Kassenaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag im Berichtsmonat um 6,6 %. Trotz der hohen Zuwächse in den Vormonaten sowie der hohen Vorjahresbasis war damit die Dynamik in diesem Monat erneut kräftig. In den Monaten Januar bis Juli 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 29,0 % an.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Steueraufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne verzeichnete im aktuellen Berichtsmonat einen Rückgang von 5,8 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Rückgang in diesem Monat ist vermutlich überwiegend auf einem im Vergleich zum Vorjahr geringeren Aufkommen aus Veräußerungsgewinnen zurückzuführen. In den Monaten Januar bis Juli 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge um 6,4 %.

    Steuern vom Umsatz

    Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz wies im Juli 2018 einen moderaten Anstieg von 2,1 % auf, wobei die Vorjahresbasis vergleichsweise hoch war. Das Aufkommen der Binnenumsatzsteuer verringerte sich leicht um 1,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Einnahmen der Einfuhrumsatzsteuer stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,7 %. In den Monaten Januar bis Juli 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 2,8 %.

    Bundessteuern

    Das Aufkommen der Bundessteuern stieg im Juli 2018 um 4,6 %, wobei zwei Sondereffekte den Aufkommenszuwachs leicht überzeichnen. Bei der Tabaksteuer (+29,1 %) war ein Teil des Aufkommens vom Juni erst im Juli verbucht worden. Bei der Versicherungsteuer (+16,6%) resultieren Mehreinnahmen aus der Verbuchung von Steueraufkommen für abgelaufene Jahre. Aufkommensrelevante Zuwächse waren zudem beim Solidaritätszuschlag (+3,3 %) zu verzeichnen. Rückgänge gegenüber Juli 2017 ergaben sich bei der Energiesteuer (-3,0 %) sowie der Kraftfahrzeugsteuer (-1,2 %). Die Veränderungen bei den übrigen Steuerarten hatten betragsmäßig nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Bundessteuern.

    Ländersteuern

    Das Aufkommen der Ländersteuern lag im Juli 2018 um 10,5 % über dem Vorjahresniveau. Basis des Anstiegs waren deutlich gestiegene Grunderwerbsteuereinnahmen (+10,0 %) sowie höhere Erbschaftsteuereinnahmen (+10,5 %), wenngleich letztere im Vorjahresmonat vergleichsweise schwach waren. Die Rennwett- und Lotteriesteuer (+24,8 %) konnte ebenfalls ein im direkten Vorjahresvergleich deutlich besseres Ergebnis erzielen. Im Minus zeigten sich Biersteuer (-4,4 %) und Feuerschutzsteuer (-2,8 %).

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