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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im Au­gust 2018

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) sind im August 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 % gestiegen. Die gemeinschaftlichen Steuern verzeichneten einen Zuwachs von 1,9 %. Besonders das Aufkommen aus den Steuern vom Umsatz sowie das Lohnsteueraufkommen verzeichneten hohe Zuwächse. Bei den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag zeigte sich ein starker Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat, der die hohen Zuwächse in den Vormonaten teilweise wieder ausgleicht. Die Bundessteuern verzeichnen im Vorjahresvergleich einen Aufkommenszuwachs von 14,7 %. Die Vorjahresbasis ist hier aufgrund einer Erstattung von Kernbrennstoffsteuer in Höhe von rund 1,0 Mrd. € reduziert. Ohne Berücksichtigung der Kernbrennstoffsteuer liegt der Anstieg der Bundessteuern lediglich bei rund 1,8 %. Die Ländersteuern weisen gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 2,5 % auf.

    EU-Eigenmittel

    Im aktuellen Berichtsmonat wurden an die Europäische Union (EU) Eigenmittel inklusive der Zölle in Höhe von 2,5 Mrd. € abgeführt. Dies ist eine Steigerung gegenüber den Zahlungen im August 2017 um 77,6 %. Die Mittelabrufe durch die EU orientieren sich an dem für das Jahr 2018 vorgesehenen Finanzrahmen. Unterjährige Schwankungen ergeben sich aufgrund des jeweiligen Finanzierungsbedarfs der EU.

    Gesamtüberblick kumuliert bis August 2018

    In den Monaten Januar bis August 2018 ist das Steueraufkommen insgesamt um 6,4 % gestiegen. Das Aufkommen der gemeinschaftlichen Steuern erhöhte sich um 5,1 %, das der Bundessteuern um 14,4 %. Bei den Ländersteuern lag das Aufkommen um 6,7 % über dem Vorjahresniveau.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen lagen im August 2018 um 1,4 % über dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Die Steuereinnahmen der Länder konnten einen Zuwachs von 1,4 % verbuchen. Der Bund hatte einen erheblichen Anstieg der Eigenmittelabführungen aus dem Bundeshaushalt an die EU zu verzeichnen. Dieser wurde jedoch durch die Verbesserung bei der Kernbrennstoffsteuer ausgeglichen. Während hier aktuell keine Einnahmen (beziehungsweise Rückzahlungen) mehr zu verzeichnen waren, ergab sich im August 2017 noch eine Erstattung von circa 1 Mrd. €. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den gemeinschaftlichen Steuern stiegen um 9,8 %.

    Gemeinschaftliche Steuern

    Lohnsteuer

    Das Lohnsteueraufkommen konnte im Berichtsmonat erneut einen deutlichen Zuwachs verbuchen. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im August 2018 um 3,9 % gegenüber dem August 2017. Hier zeigen sich die stetige Beschäftigungsexpansion sowie steigende Einkommen. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld verringerte sich gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 0,7 %. Die seit einigen Monaten bestehenden Probleme in einem Land beim statistischen Ausweis des Kindergelds verzerren weiterhin das Bild. Allerdings ist das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen von diesem Effekt nicht betroffen. Per saldo erhöhte sich das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 %. In den Monaten Januar bis August 2018 stieg das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen kumuliert um 6,3 %.

    Körperschaftsteuer

    Im aufkommensschwachen Veranlagungsmonat August wurden rund 47 Mio.Körperschaftsteuer vereinnahmt. Dies bedeutet einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat, in dem rund 25 Mio. € vereinnahmt worden waren. Interessanter ist hier der Blick auf das kumulierte Ergebnis: In den Monaten Januar bis August 2018 stieg das kassenmäßige Körperschaftsteueraufkommen um 10,1 % auf rund 18,3 Mrd. €.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer wurde im August ebenfalls von der Veranlagungstätigkeit bestimmt. Das Bruttoaufkommen stieg auf rund 1,0 Mrd. € (+34,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Nach Abzug der Arbeitnehmererstattungen (+9,9 %) sowie der betragsmäßig nur noch unbedeutenden Investitions- und Eigenheimzulagen wurden per saldo im August 2018 rund 0,5 Mrd. € veranlagte Einkommensteuer erstattet. In den Monaten Januar bis August 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer um 1,2 % auf 31,4 Mrd. €.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Im August 2018 lag das Bruttoaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 59,4 % unter der Vorjahresbasis. Verbunden mit einem Rückgang der aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern ergibt sich ein Rückgang des Kassenaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag im Berichtsmonat um 61,6 %. Nachdem in den Vormonaten – verursacht durch abweichende Dividendenauszahlungstermine – hohe Zuwächse zu verzeichnen waren, kam es im aktuellen Berichtsmonat nunmehr zu einer Abwärtskorrektur im Aufkommen. In den Monaten Januar bis August 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 13,4 %.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Steueraufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungsgewinne verzeichnete im aktuellen Berichtsmonat einen Anstieg von 6,1 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. In den Monaten Januar bis August 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge um 6,4 %.

    Steuern vom Umsatz

    Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz wies im August 2018 einen deutlichen Anstieg von 8,6 % auf. Dieser bisher höchste monatliche Anstieg im Jahr 2018 korrigiert die eher schwache Einnahmeentwicklung im abgelaufenen Jahr beträchtlich nach oben. Das Aufkommen der Binnenumsatzsteuer stieg deutlich um 7,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Zudem stiegen die Einnahmen der Einfuhrumsatzsteuer im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,4 %. In den Monaten Januar bis August 2018 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 3,6 %.

    Bundessteuern

    Das Aufkommen der Bundessteuern stieg im August 2018 um 14,7 %, wobei die Entwicklung bei der Kernbrennstoffsteuer den Aufkommenszuwachs deutlich überzeichnet. Während im aktuellen Monat keine Einnahmen beziehungsweise Ausgaben zu verzeichnen waren, wurden im August 2017 rund 1,0 Mrd. € Kernbrennstoffsteuer erstattet. Ohne diesen Effekt liegt der Anstieg der Bundessteuern bei 1,8 %. Weitere aufkommensrelevante Zuwächse waren zudem beim Solidaritätszuschlag (+7,0 %), der Kraftfahrzeugsteuer (+6,3 %), der Stromsteuer (+9,7 %) sowie der Versicherungsteuer (+2,8 %) zu verzeichnen. Rückgänge gegenüber August 2017 ergaben sich bei der Tabaksteuer (-5,7 %) sowie der Energiesteuer (-0,3 %). Die Veränderungen bei den übrigen Steuerarten hatten betragsmäßig nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Bundessteuern.

    Ländersteuern

    Das Aufkommen der Ländersteuern lag im August 2018 um 2,5 % über dem Vorjahresniveau. Basis des Anstiegs waren deutlich gestiegene Grunderwerbsteuereinnahmen (+5,0 %) sowie ein höheres Aufkommen aus Rennwett- und Lotteriesteuern (+9,6 %). Zudem stieg das Biersteueraufkommen in Vorjahresvergleich um 3,2 %. Das Feuerschutzsteueraufkommen lag nahezu auf Vorjahresniveau (-0,4 %). Bei der Erbschaftsteuer zeigte sich ein Rückgang von 5,0 %.

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