Navigation und Service

  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

    Leichter Rückgang des BIP im 3. Quartal

    Im 3. Quartal verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt (BIP) einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in seiner Schnellmeldung am 14. November mitteilte. Das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP ist gegenüber dem Vorquartal um 0,2 % gesunken (nach +0,5 % im 2. Quartal und +0,4 % im 1. Quartal). Dies entspricht dem ersten Rückgang des BIP im Vorquartalsvergleich seit dem 1. Quartal 2015. Im Vorjahresvergleich liegt das BIP im 3. Quartal 2018 preisbereinigt um 1,1 % höher als im Vorjahresquartal. Ausführliche Ergebnisse zum BIP werden vom Statistischen Bundesamt am 23. November veröffentlicht.

    Der leichte Rückgang des BIP im 3. Quartal wird laut dem Statistischen Bundesamt vor allem durch außenwirtschaftliche Entwicklungen bedingt. Die Exporte sind im 3. Quartal gegenüber dem Vorquartal gesunken. Importe verzeichneten gegenüber dem Vorquartal wiederum einen Anstieg. Die Inlandsnachfrage weist im 3. Quartal einerseits gestiegene Investitionen in Ausrüstungen und Bauten auf, andererseits waren private Konsumausgaben rückläufig. Staatliche Konsumausgaben verzeichneten ein leicht höheres Niveau als im Vorquartal.

    In der rückläufigen Exportentwicklung dürfte sich die Abflachung des Welthandels widerspiegeln. Allgemeine weltwirtschaftliche Unsicherheiten bleiben bestehen, die die Erwartungen der Exporteure eintrüben. Dies spricht für eine auch weiterhin verhaltene Exportentwicklung. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ist im 3. Quartal merklich gesunken. Dabei schlugen erhebliche Produktionsprobleme der Automobilindustrie in Folge der Umstellung auf den Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP zu Buche. Ferner behinderte der niedrige Pegelstand des Rheins den Transport von Rohstoffen und Vorleistungsgütern, was die industrielle Fertigung beeinträchtigte. Zum Ende des 3. Quartals hat sich bereits wieder die Situation der Automobilhersteller im Zuge der WLTP-Umstellung verbessert. Nach den deutlichen Produktionsrückgängen in den Monaten Juli und August stieg die Produktion der Kraftfahrzeuge im September wieder merklich an.

    Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt setzen sich weiterhin fort. Im Zuge der sich fortsetzenden Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit von September auf Oktober weiter gesunken und unterschreitet die Werte des Vorjahres. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 4,9 %, was 0,5 Prozentpunkte geringer als im Vorjahresmonat ist. Laut der Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot im 3. Quartal 2018 weiter gestiegen und erreichte mit rund 1,24 Mio. Stellen ein neues Rekordhoch. Frühindikatoren zum Arbeitsmarkt (IAB-Arbeitsmarktbarometer, Stellenmeldungen, Inanspruchnahme von Kurzarbeit) deuten auf eine sich fortsetzende kräftige Arbeitskräftenachfrage. Damit nehmen die Knappheiten am Arbeitsmarkt weiter zu, was sich zukünftig bremsend auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte.

    Das Steueraufkommen der Lohnsteuer spiegelt die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt wider. Von Januar bis Oktober stieg das Aufkommen der Lohnsteuer brutto – ohne Abzug von Kindergeld und Altersvorsorgezulage – um 5,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beschäftigungsexpansion und steigende Löhne und Gehälter trugen zum Aufkommensanstieg bei. Die Einnahmen der konjunkturreagiblen gemeinschaftlichen Steuern sind im Jahresverlauf bis September deutlich um kumuliert 5,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum angestiegen. Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz erhöhte sich kumuliert bis Oktober 2018 vergleichsweise moderat um 3,4 %, was u. a. die schwache Entwicklung des privaten Konsums widerspiegeln dürfte.

    Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten

    Tabelle 1

    Exporte fallen spürbar, Importe leicht rückläufig

    Die nominalen Warenexporte sind im September gegenüber dem Vormonat spürbar um saisonbereinigt 0,8 % gefallen (nach +0,1 % im August). Gegenüber dem Vorjahresniveau lagen die Waren-Ausfuhren um 1,2 % niedriger. In Länder der Europäischen Union (EU) wurden im Zeitraum von Januar bis September Waren im Wert von 988,0 Mrd. € exportiert. Dies entspricht einem Anstieg von 3,5 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr, wobei die Ausfuhren in den Euroraum um 5,4 %, in den Nicht-Euroraum um 3,1 % und in Drittländer um 2,1 % zunahmen.

    Auch die nominalen Warenimporte verringerten sich im September, sind jedoch mit saisonbereinigt 0,4 % nur leicht rückläufig gegenüber dem Vormonat (nach -2,4 % im August). Gegenüber dem Vorjahresmonat ist wiederum ein Zuwachs von 5,3 % zu verzeichnen (nach +6,8 % im August). Von Januar bis September wurden Waren im Wert von 813,6 Mrd. € importiert, was einem Anstieg von 6,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Einfuhren aus dem Euroraum nahmen um 7,8 % zu. Aus dem Nicht-Euroraum und den Drittländern sind die Einfuhren um 5,3 % beziehungsweise um 4,8 % gestiegen.

    Die Handelsbilanz (nach Ursprungswerten, mit Ergänzungen zum Außenhandel) liegt damit im Zeitraum von Januar bis September 2018 mit 190,3 Mrd. € unter dem entsprechendem Vorjahresniveau (-13,4 Mrd. €). Der Leistungsbilanzüberschuss liegt mit 187,0 Mrd. € um 0,2 Mrd. € über dem Vorjahresniveau.

    Die nominalen Warenexporte sind im September gegenüber Vormonat und Vorjahresmonat überraschend spürbar gefallen. Somit ergibt sich für das 3. Quartal eine negative Exportentwicklung von saisonbereinigt 0,4 %, wohingegen die Importe dank der guten Entwicklung im Juni um 2,6 % gestiegen sind. In der Exportentwicklung dürfte sich die Abflachung des Welthandels widerspiegeln. Rückläufige Auslandsaufträge der Industrie im 3. Quartal sprechen für eine verhaltene Exportentwicklung in den kommenden Monaten. Zudem bleiben allgemeine weltwirtschaftliche Unsicherheiten bestehen. Die gestiegene Unsicherheit unter den Exporteuren zeigt sich auch in den ifo Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe, die im Oktober merklich gesunken sind.

    Produktion weiterhin schwach, Erholung in der Fahrzeugindustrie

    Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im September 2018 gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 0,2 % gestiegen, nach einem Anstieg im August um 0,1 %. Aufgrund des starken Rückgangs im Juli (-1,3 %) ergibt sich für das 3. Quartal ein Rückgang der Produktion gegenüber der Vorperiode um 0,9 %.

    Die Industrieproduktion blieb im September gegenüber dem Vormonat unverändert (saisonbereinigt 0,0 %), nachdem sie im August einen Anstieg um 0,3 % und im Juli einen kräftigen Rückgang um 1,9 % verzeichnet hatte. Im Dreimonatsvergleich ist die Industrieproduktion gegenüber der Vorperiode um 1,4 % gesunken. Während die Investitionsgüterproduktion zunahm (+0,9 %), sind die Produktion der Vorleistungsgüter (-1,0 %) und die Produktion von Konsumgütern (-0,3 %) zurückgegangen.

    Die Industrieumsätze sind im September mit saisonbereinigt 1,2 % gegenüber dem Vormonat merklich gesunken, nach einem Anstieg im August um 0,4 % und einem kräftigen Rückgang im Juli um 1,3 %. Im September verzeichneten die Inlandsumsätze mit -2,0 % einen deutlich höheren Rückgang gegenüber dem Vormonat als die Auslandsumsätze (-0,6 %). Im Dreimonatsvergleich sind die Industrieumsätze insgesamt um 1,8 % gegenüber der Vorperiode gefallen (Inlandsumsätze um -2,1 %; Auslandsumsätze um -1,2 %).

    Im September verzeichneten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe einen Anstieg um saisonbereinigt 0,3 % gegenüber dem Vormonat, nach einem starken Anstieg im August (-2,5 %) und einem merklichen Rückgang im Juli (-0,9 %). Der Anstieg der Auftragseingänge im September wird jedoch maßgeblich durch einen hohen Anteil an Großaufträgen getrieben. Ohne Großaufträge sind die Auftragseingänge im September um 1,6 % gesunken. Aufträge aus dem Inland sind gegenüber dem Vormonat um 2,8 % gestiegen. Auslandsaufträge gingen dagegen um 1,4 % zurück. Im Dreimonatsvergleich sind die Auftragseingänge deutlich im Minus (-1,0 % gegenüber der Vorperiode), was vor allem durch die gesunken Auslandsaufträge getrieben ist.

    Die Bauproduktion nahm im September um arbeitstage- und saisonbereinigt 2,2 % gegenüber dem Vormonat zu. Im 3. Quartal ergab sich damit ein Anstieg von 0,5 % in der Bauproduktion.

    Nach einem deutlichen Rückgang in den Monaten Juli und August ist die Produktion von Kraftfahrzeugen im September wieder deutlich gestiegen (saisonbereinigt +3,8 %). Dies spricht für eine sich verbessernde Situation der Automobilhersteller im Zuge der WLTP-Umstellung. Dagegen waren Produktionseinschränkungen in anderen Branchen zu verzeichnen, die auf die durch den niedrigen Rheinpegel verursachten Transporteinschränkungen zurückzuführen sein könnten. Im Quartalsvergleich ist die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe merklich gesunken, was das BIP-Wachstum im 3. Quartal belastet haben dürfte. Die Zunahme der Auftragseingänge im September ist maßgeblich durch einen hohen Anteil an Großaufträgen geprägt. Der Anstieg der Aufträge aus dem Inland wurde vom Maschinenbau und vom Fahrzeugbau bestimmt, während Fahrzeugbau und chemische Industrie zum Auftragsrückgang aus dem Ausland beitrugen. Aufgrund des erwarteten Auslaufens temporär belastender Faktoren in der Produktion dürfte sich im 4. Quartal die konjunkturelle Aufwärtsbewegung fortsetzen, wenngleich mit gebremster Dynamik.

    Optimistische Verbraucher, eingetrübte Stimmung im Einzelhandel

    Das Konsumklima blieb laut dem GfK-Konsumklimaindex im Oktober 2018 stabil und mit 10,6 Punkten auf einem sehr hohen Niveau (Anstieg gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte). Für November prognostiziert GfK ein unverändert gutes Konsumklima von ebenfalls 10,6 Punkten. Zwar sind im Oktober die Konjunkturerwartungen leicht zurückgegangen, blieben aber auf vergleichsweise hohem Niveau. Die geringere Dynamik der Konjunkturerwartungen ist in erster Linie auf außenwirtschaftliche Faktoren zurückzuführen. Der weiterhin hohe Optimismus der Verbraucher zeigt sich in den nach wie vor positiven Einkommenserwartungen und der gestiegenen Anschaffungsneigung. Die ausgesprochen gute Konsumlaune der Verbraucher scheint unbeeindruckt von externen Risiken.

    Die Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) sind im September um saisonbereinigt 0,3 % geringer im Vergleich zum Vormonat und um 2,8 % niedriger als im Vorjahresmonat. Laut dem ifo Geschäftsklimaindex trübt sich die Stimmung im Handel weiter ein. Die Einschätzungen der aktuellen Lage sowie die Erwartungen für die nächsten sechs Monate fielen dabei im Einzelhandel deutlich schlechter aus als im Großhandel. Nach Aussage des ifo Instituts ist eine allgemeine weltwirtschaftliche Unsicherheit der wesentliche Grund für die Eintrübung der Aussichten.

    Positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt setzen sich fort

    Die Zahl der Erwerbstätigen (Inlandskonzept) lag nach Ursprungswerten im September bei 45,2 Millionen Personen (+561.000 Personen beziehungsweise +1,3 % gegenüber dem Vorjahr). Saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigenzahl um 39.000 Personen gegenüber dem Vormonat zu (August: +44.000 Personen). Wie schon in den Vormonaten beruht der Anstieg der Erwerbstätigkeit überwiegend auf dem Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (nach Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit) lag im August bei 33,11 Millionen Personen. Der Vorjahresstand wurde damit um 715.000 Personen deutlich überschritten. Saisonbereinigt war im August ein deutlicher Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 56.000 Personen gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen. Die größten Zuwächse wurden im August in der Metall- und Elektroindustrie und bei Qualifizierten Unternehmensdienstleistern registriert.

    BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima Deutschland
    Die In­fo­gra­fik stellt den BIP-Wach­tum und ifo Ge­schäfts­kli­ma dar.
    Im April 2018 löste das ifo Geschäftsklima Deutschland den bisherigen Index für die Gewerbliche Wirschaft ab. <br> Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo Institut, eigene Berechnungen
    nullBIP (Quartal), real, % zum VorjahrGeschäftsklima, saisonbereinigte SaldenGeschäftserwartungen, saisonbereinigte SaldenGeschäftslage, saisonbereinigte SaldenBIP (Jahresdurchschnitt), real, % zum Vorjahr
    01.01.2012null14,95442,8429927,788950,5
    01.02.20121,616,943234,9905229,592880,5
    01.03.2012null17,255116,6924828,357530,5
    01.04.2012null16,972245,1590329,465660,5
    01.05.20120,415,09512,8957528,027960,5
    01.06.2012null11,49601-0,3449324,03920,5
    01.07.2012null8,23737-3,3733520,53370,5
    01.08.20120,27,1429-5,0382220,085090,5
    01.09.2012null5,68518-4,9859316,940220,5
    01.10.2012null6,9079-3,080717,403160,5
    01.11.2012-0,16,34846-4,7647318,094240,5
    01.12.2012null9,2543-0,229119,18789null
    01.01.2013null11,861622,5568521,593810,5
    01.02.2013-1,513,536869,0573118,112390,5
    01.03.2013null14,069527,7712220,558740,5
    01.04.2013null9,070065,339812,868080,5
    01.05.20130,910,811676,1052715,625530,5
    01.06.2013null10,827964,9447516,880050,5
    01.07.2013null13,688067,6572119,894060,5
    01.08.20131,215,4317411,0697519,883880,5
    01.09.2013null16,0101411,9563720,141440,5
    01.10.2013null15,434719,8178321,201950,5
    01.11.20131,418,4562512,9601124,094240,5
    01.12.2013null19,8185313,4386626,3891null
    01.01.2014null21,7502115,30128,39261,9
    01.02.20140,921,7798515,1698728,592881,9
    01.03.2014null21,3286112,9117130,078261,9
    01.04.2014null21,6632112,568231,147361,9
    01.05.20140,918,4442411,3030825,826751,9
    01.06.2014null17,9641110,177526,03921,9
    01.07.2014null17,568559,6976225,734911,9
    01.08.20140,914,812966,1095723,883881,9
    01.09.2014null13,391373,8834723,342651,9
    01.10.2014null10,151091,6590519,000731,9
    01.11.20140,910,727331,7590720,094241,9
    01.12.2014null15,705356,1081125,74947null
    01.01.2015null16,442567,113926,191381,7
    01.02.20150,916,394548,3088524,79411,7
    01.03.2015null16,61938,0341525,558741,7
    01.04.2015null17,40677,7925627,465661,7
    01.05.20150,918,452859,4646427,826751,7
    01.06.2015null19,20810,347628,441631,7
    01.07.2015null17,80737,7672928,332481,7
    01.08.20150,920,3024411,1203629,883881,7
    01.09.2015null18,720298,8086629,102411,7
    01.10.2015null19,6400312,5180127,000731,7
    01.11.20150,921,6431313,6139429,974111,7
    01.12.2015null20,9930111,8337930,54825null
    01.01.2016null18,21477,9462828,990171,9
    01.02.20160,916,341644,3871728,995311,9
    01.03.2016null16,508256,1766927,357531,9
    01.04.2016null17,055046,9378327,666871,9
    01.05.20160,916,916917,6242126,625531,9
    01.06.2016null18,91218,4674529,880051,9
    01.07.2016null19,0123110,8490327,491631,9
    01.08.20160,918,5517910,1529327,286311,9
    01.09.2016null20,2114612,7447527,940221,9
    01.10.2016null21,1101614,4278328,000731,9
    01.11.20160,923,2155612,4771634,496661,9
    01.12.2016null21,5932810,5751833,18789null
    01.01.2017null21,5065210,7709132,788952,2
    01.02.20170,921,685399,4880834,592882,2
    01.03.2017null22,51689,3083836,558742,2
    01.04.2017null24,2268311,0162638,264442,2
    01.05.20170,923,6214710,7943237,229182,2
    01.06.2017null24,8430612,5581537,837982,2
    01.07.2017null27,2382712,9074442,53372,2
    01.08.20170,926,8495914,1642440,286312,2
    01.09.2017null26,9739114,708339,940222,2
    01.10.2017null28,3803315,3474742,201952,2
    01.11.20172,230,4491517,3876444,295452,2
    01.12.2017null29,7900615,3592345,187892,2
    01.01.2018null29,7382812,6571748,19138null
    01.02.20181,428,1225410,59247,11239null
    01.03.2018null26,8318610,3899144,55874null
    01.04.2018null23,706777,0814341,66687null
    01.05.20182,324,165076,9375842,82675null
    01.06.2018null23,066716,5706940,88005null
    01.07.2018null22,639835,9408740,69285null
    01.08.20181,127,0766312,122443,08509null
    01.09.2018null26,7613711,6599542,94022null
    01.10.2018null24,753769,2526641,40316null
    Abbildung 1

    Im Zuge der sich fortsetzenden Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit von September auf Oktober weiter gesunken und unterschreitet die Werte des Vorjahres. Im Oktober waren nach Ursprungswerten 2,204 Millionen Personen als arbeitslos registriert. Das waren rund 53.000 Personen weniger als im Vormonat und 185.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Die entsprechende Arbeitslosenquote lag bei 4,9 %, 0,5 Prozentpunkte unter der Quote des Vorjahresmonats. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl reduzierte sich um 11.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die Zahl der Erwerbslosen (nach ILO-Konzept und Ursprungszahlen) betrug im September 1,43 Millionen Personen. Die Erwerbslosenquote lag nach Ursprungszahlen sowie saisonbereinigt bei 3,4 %.

    Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X), der die Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt abbildet, ist nach einem Anstieg im September im Oktober 2018 um 4 Punkte auf 252 Punkte gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der BA-X um 6 Punkte höher. Er bleibt auf einem sehr hohen Niveau und zeigt die weiterhin hohe Arbeitskräftenachfrage an. Laut der IAB-Stellenerhebung ist das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot im 3. Quartal 2018 weiter gestiegen und erreichte mit rund 1,24 Millionen offenen Stellen ein neues Rekordhoch. Die Arbeitskräftenachfrage ist damit in allen Wirtschaftsbereichen hoch, insbesondere im Dienstleistungssektor, aber zunehmend auch im Bauhauptgewerbe. Damit nehmen die Knappheiten am Arbeitsmarkt weiter zu. Sofern die Unternehmen die offenen Stellen nicht besetzen können, könnte dies die Investitionstätigkeit und das Wachstumspotenzial der Volkswirtschaft einschränken.

    Verbraucherpreise steigen weiter an

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist der Verbraucherpreisindex im Oktober 2018 im Vorjahresvergleich um 2,5 % gestiegen (nach +2,3 % im September). Gegenüber dem Vormonat lag der Anstieg bei 0,2 %. Haupttreiber der Inflation waren die Energiepreise, die im Oktober mit 8,9 % weiterhin stark anstiegen (nach +7,7 % im September). Die Preise für Nahrungsmittel stiegen mit 1,9 % schwächer an als im Vormonat (+2,8 % im September). Der Anstieg der Dienstleistungspreise (+1,8 %), darunter auch der Wohnungsmieten (+1,6 %), blieb im Oktober weiterhin unterdurchschnittlich. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg im Oktober um 2,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat an (+0,1 % gegenüber dem Vormonat).

    Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen im September 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 % (gegenüber dem Vormonat um +0,5 %). Die steigenden Preise der Energiegüter von 8,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat und 2,0 % gegenüber dem Vormonat sind maßgeblich für den Anstieg verantwortlich. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise deutlich moderater an (+1,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Gegenüber dem Vormonat blieben sie unverändert.

    Die Importpreise verzeichneten im September mit 4,4 % erneut einen deutlich Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat (nach +4,8 % im August und +4,8 % im Juli). Auch der Verlauf der Importpreise wurde maßgeblich durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie bestimmt, die um 32,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat anstiegen. Insbesondere Rohöl (+41,1 %) und Mineralölerzeugnisse (+33,8 %) waren deutlich teurer als im Vorjahr. Ohne Energie lag der Einfuhrpreisindex um 1,3 % höher als im Vorjahresmonat.

    Durch den erneut starken Anstieg der Energiepreise lag die Inflation für Deutschland im Oktober 2018 mit 2,5 % auf den höchsten Stand seit September 2008 (+2,8 %). Auch die Kerninflationsrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) ist angestiegen und erreicht mit 1,7 % den höchsten Stand seit Juli 2017. Sie bleibt aber deutlich niedriger als die gesamte Verbraucherpreisinflation.

Footer