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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im Au­gust 2019

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) lagen im August 2019 um 5,6 % über dem Vorjahresmonat. Wesentliche Ursache hierfür sind höhere Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern, wobei insbesondere die Lohnsteuer zu diesem Anstieg beiträgt. Zudem lagen die Einnahmen aus nicht veranlagten Steuern vom Ertrag im Monatsvergleich deutlich über Vorjahresniveau, was auf die unterjährig schwankenden Ausschüttungszeitpunkte zurückzuführen sein dürfte. Die Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge lagen ebenfalls über dem Ergebnis aus August 2018. Zudem verbesserte sich das Aufkommen aus den Steuern vom Umsatz. Die Einnahmen aus den Bundessteuern lagen nahezu auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Einnahmen aus den Ländersteuern wiesen einen beträchtlichen Anstieg um 15,2 % auf. Ihr Einfluss auf das Gesamtaufkommen ist aufgrund ihres verhältnismäßig niedrigen Anteils allerdings gering.

    EU-Eigenmittel

    Im aktuellen Berichtsmonat August 2019 stiegen die Zahlungen von EU-Eigenmitteln inklusive der Zölle um 6,4 % und lagen bei rund 2,7 Mrd. €. Die Mittelabrufe durch die Europäische Union (EU) orientieren sich an dem für das Jahr 2019 vorgesehenen Finanzrahmen, wobei der EU-Haushalt 2019 insgesamt ein höheres Volumen aufweist als im Jahr 2018. Die monatlichen Anforderungen der EU schwanken zudem aufgrund des jeweiligen Finanzierungsbedarfs der EU.

    Gesamtüberblick kumuliert bis August 2019

    In den Monaten Januar bis August 2019 ist das Steueraufkommen im Vorjahresvergleich insgesamt um 2,7 % gestiegen. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern wuchsen um 2,9 %. Bei den Bundessteuern ist ein Anstieg um 0,6 % und bei den Ländersteuern um 6,6 % zu verzeichnen.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen verzeichneten im August 2019 einen Anstieg um 3,4 % gegenüber dem Ergebnis im August 2018. Ursache sind höhere Einnahmen aus dem Bundesanteil an den Gemeinschaftsteuern (+5,0 %); auch wenn sich der prozentuale Bundesanteil an den Gemeinschaftsteuern gegenüber dem Vorjahr verringert hat.

    Die Länder verbuchten einen Anstieg ihrer Steuereinnahmen um 7,1 %. Mehreinnahmen aus dem Länderanteil an den Gemeinschaftsteuern sind Basis dieses Anstiegs (+7,5 %) – auch weil sich die Umsatzsteuerverteilung zugunsten der Länder im Jahr 2019 verschoben hat. Zudem ergaben sich höhere Einnahmen aus den Ländersteuern (+15,2 %). Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den Gemeinschaftsteuern stiegen um 10,3 %.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

    Tabelle 1

    Gemeinschaftsteuern

    Lohnsteuer

    Das Lohnsteueraufkommen entwickelte sich im Berichtsmonat auffällig positiv. Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer stieg im August 2019 um 9,4 % gegenüber August 2018. Grundsätzlich wirkten ein höheres Beschäftigungsniveau sowie höhere Einkommen gegenüber dem Vorjahr aufkommenssteigernd. Daneben sorgten im aktuellen Berichtsmonat u. a. im Jahr 2019 in der Metall- und Elektroindustrie erstmals geleistete tarifliche Sonderzahlungen im Juli, die im Folgemonat August im Lohnsteueraufkommen kassenwirksam wurden, für einen besonders hohen Zuwachs. Das aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlte Kindergeld stieg gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 8,2 %, da im Juli das Kindergeld pro Kind um 10 € erhöht worden war. Per saldo erhöhte sich das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,3 %. In den Monaten Januar bis August 2019 stieg das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen im Vorjahresvergleich kräftig um 6,3 %.

    Körperschaftsteuer

    Im aufkommensschwachen Veranlagungsmonat August wurden rund 71 Mio. € Körperschaftsteuer vereinnahmt. Im Vorjahresmonat wurden noch rund 48 Mio. € vereinnahmt, was somit im Ergebnis eine Einnahmeverbesserung darstellt. Die Investitionszulage hatte nur noch einen marginalen Einfluss auf das Ergebnis. Für die Monate Januar bis August 2019 lag das kumulierte Körperschaftsteueraufkommen um 5,2 % unter dem Vorjahresniveau.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Das Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer wurde im August ebenfalls von der Veranlagungstätigkeit bestimmt. Das Bruttoaufkommen verringerte sich auf rund 1,0 Mrd. € (-5,9 % gegenüber August 2018). Dagegen nahmen die Arbeitnehmererstattungen (-2,0 %) leicht ab. Nach Abzug der betragsmäßig nur noch unbedeutenden Investitions- und Eigenheimzulagen ergab sich per saldo im August 2019 ein gegenüber dem Vorjahr um 31 Mio. € leicht höheres Auszahlungsvolumen von rund 0,5 Mrd. €. In den Monaten Januar bis August 2019 stieg das kassenmäßige Aufkommen der veranlagten Einkommensteuer um 3,1 %.

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Im August 2019 lag das Bruttoaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 22,9 % über der Vorjahresbasis, nachdem im Vormonat ein Rückgang um 39,8 % zu verzeichnen gewesen war. Verbunden mit einem Rückgang der aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern (-22,1 %) ergibt sich ein Anstieg des Kassenaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 28,6 %. Insgesamt entwickelt sich das Steueraufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag im Jahresverlauf sehr volatil und orientiert sich an den Ausschüttungsterminen der Kapitalgesellschaften. Wichtiger ist deshalb der Blick auf das kumulierte Ergebnis. Für die Monate Januar bis August 2019 liegt das kassenmäßige Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 0,4 % unter dem Vorjahresniveau.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Aufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge verzeichnete im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg um 15,1 %. In den Monaten Januar bis August 2019 verringerte sich das kassenmäßige Aufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge im Vorjahresvergleich um 34,4 %. Der statistisch nicht ermittelbare Anteil der Steuern auf Veräußerungserlöse am Gesamtaufkommen der Steuerart liegt vermutlich in diesem Jahr bisher deutlich niedriger als im Jahr 2018.

    Steuern vom Umsatz

    Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz verzeichnete im August 2019 einen Anstieg von 2,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Aufkommen der Binnenumsatzsteuer lag auf Vorjahresniveau. Die Einnahmen aus der Einfuhrumsatzsteuer stiegen um 8,9 % gegenüber August 2018. In den Monaten Januar bis August 2019 stieg das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 %.

    Bundessteuern

    Das Aufkommen aus den Bundessteuern lag im August 2019 nahezu auf Vorjahresniveau (+0,1 %). Der Solidaritätszuschlag konnte mit einem Zuwachs von 10,0 % vom Anstieg seiner Bemessungsgrundlagen – besonders der Lohnsteuer – profitieren. Weitere bedeutsame Zuwächse ergaben sich bei der Tabaksteuer (+3,7 %) sowie der Versicherungsteuer (+3,4 %). Demgegenüber standen geringere Einnahmen aus der Energiesteuer (-3,5 %), der Stromsteuer (-4,4 %), der Kraftfahrzeugsteuer (-1,7 %) sowie der Alkoholsteuer (-12,6 %). Die Veränderungen bei den übrigen Steuerarten hatten betragsmäßig nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Bundessteuern.

    Ländersteuern

    Das Aufkommen der Ländersteuern lag im August 2019 um 15,2 % über dem Vorjahresmonat. Ursächlich hierfür waren höhere Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer (+7,2 %) sowie der Erbschaftsteuer (+43,1 %). Beim Feuerschutzsteueraufkommen ergab sich eine Zunahme gegenüber August 2018 um 0,9 %. Wegen aktuell laufender Erstattungen aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (C-30/17 vom 17. Mai 2018) zu Biermischgetränken und aromatisiertem Bier zeigten sich bei der Biersteuer im bisherigen Jahresverlauf ab Februar Aufkommensrückgänge. Nunmehr ergab sich im aktuellen Berichtsmonat ein leichter Zuwachs bei den Biersteuereinnahmen um 2,2 % gegenüber August 2018. Die Einnahmen aus der Rennwett- und Lotteriesteuer verringerten sich um 2,8 %.

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