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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Fi­nanz­märk­te und Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des

    Entwicklung von Schulden, Kreditaufnahme, Tilgungen und Zinsen

    Im September wurden für den Bundeshaushalt und seine Sondervermögen insgesamt Kredite im Volumen von 13,5 Mrd. € aufgenommen. Der Schuldendienst betrug ebenfalls 13,5 Mrd. €. Davon entfielen 13,0 Mrd. € auf Tilgungen und 0,5 Mrd. € auf Zinsen.

    Von Januar bis September hat sich der Schuldenstand des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen um 15,1 Mrd. € erhöht. Diese Erhöhung beruht im Wesentlichen auf einen für dieses und nächstes Jahr geplanten Sondereffekt in Höhe von 30 Mrd. € für die Darlehensgewährung an Abwicklungsanstalten gemäß § 9 Abs. 5 Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz. Dieser Sondereffekt ist für die Schuldenstandsentwicklung der gesamten Staatsverschuldung neutral, weil in gleichem Umfang bei der FMS Wertmanagement – einer Abwicklungsanstalt des Bundes1 – sonst notwendige Refinanzierungen substituiert werden. Damit werden im konsolidierten Bundbereich Kostenersparnisse generiert. Im Rahmen dieser Ermächtigung wurden bislang 20 Mrd. € Kredite in Form von Bundeswertpapieren aufgenommen. Rechnet man diesen Sondereffekt heraus, hat sich der Schuldenstand von Januar bis September um 4,9 Mrd. € verringert. Dies ist auch deutlich an der Entwicklung der Schuldenstände zu sehen: So ist der Schuldenstand des Bundeshaushalts von 1.070,2 Mrd. € am 31. Dezember 2018 um 4,9 Mrd. € auf 1.023,6 Mrd. € am 30. September 2019 gesunken. Der Schuldenstand des Finanzmarktstabilisierungsfonds ist im gleichen Zeitraum zwar um 20,0 Mrd. € auf nunmehr 42,6 Mrd. € gestiegen, dies aber ausschließlich wegen des Sondereffekts. Gegenüber dem Jahresende 2018 ist der Schuldenstand des Investitions- und Tilgungsfonds von 19,1 Mrd. € hingegen nahezu unverändert geblieben.

    Im September lagen die Schwerpunkte der Kreditaufnahme auf den Emissionen von jeweils 4 Mrd. € an 2-jährigen Bundesschatzanweisungen und 6-monatigen Unverzinslichen Schatzanweisungen sowie jeweils 3 Mrd. € an 10-jährigen Bundesanleihen und Bundesobligationen. Ferner wurden 30-jährige Bundesanleihen in Höhe von 1,5 Mrd. € sowie 30-jährige inflationsindexierte Anleihen des Bundes in Höhe von 500 Mio. € begeben. Ergänzend war die Kreditaufnahme im September durch eine Erhöhung der Eigenbestände um 2,5 Mrd. € geprägt. Diese Entwicklung ergab sich aus den zurückbehaltenen Emissionsanteilen in den September- Auktionen von zusammen 4,3 Mrd. € sowie von Käufen am Sekundärmarkt in Höhe von 5,0 Mrd. €, denen insgesamt Verkäufe am Sekundärmarkt von 6,8 Mrd. € gegenüberstanden. Am 30. September 2019 erreichten die Eigenbestände an Bundeswertpapieren somit 56,8 Mrd. €.

    Weitere Einzelheiten zu den Schuldenständen sowie ihrer Veränderung infolge von Kreditaufnahme und Tilgungen zeigt die Tabelle „Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen im Monat September 2019“. Eine detaillierte Aufstellung der Kreditaufnahme, der Tilgungs- und Zinszahlungen sowie der Schuldenstände des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen ist im statistischen Anhang des Monatsberichts enthalten. Darüber hinaus enthält er eine längere Datenreihe der Verschuldung, gruppiert nach Restlaufzeitklassen.

    Die Tabelle „Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbeständen an Bundeswertpapieren“ zeigt das Umlaufvolumen der emittierten Bundeswertpapiere wie auch die Eigenbestände jeweils zu Nennwerten.

    Die Abbildung „Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts nach Instrumentenarten per 30. September 2019“ zeigt die Verteilung der vom Bund und seinen Sondervermögen eingegangenen Gesamtschulden nach Instrumentenarten. Mit 44,5 % entfällt der größte Anteil der Schuld auf 10‑jährige Bundesanleihen, gefolgt von den 30-jährigen Bundesanleihen mit 21,0 %, den Bundesobligationen mit 16,9 %, den Bundesschatzanweisungen mit 8,3 %, den inflationsindexierten Bundeswertpapieren mit 6,4 % und den Unverzinslichen Schatzanweisungen mit einem Anteil von 1,7 %. Ein Anteil von 1,2 % der Schulden entfällt auf Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite.

    Von den Schulden des Bundes sind 98,8 % in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft, bei denen die konkreten Gläubiger dem Emittenten Bund nicht bekannt sind.

    Die Emissionsplanung für das 4. Quartal 2019 hat der Bund bereits am 19. September 2019 bekannt gegeben. Das reduzierte Jahresemissionsvolumen der nominalverzinslichen Geld- und Kapitalmarktinstrumente des Bundes beträgt nunmehr 196 Mrd. € gegenüber 199 Mrd. € gemäß der ursprünglichen Jahresplanung.

    Details zu den geplanten Auktionen der nominalverzinslichen 30- und 10-jährigen Bundesanleihen, 5-jährigen Bundesobligationen, 2-jährigen Bundesschatzanweisungen, inflationsindexierten Bundeswertpapiere und Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes können der Internetseite der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH (Finanzagentur) sowie den Pressemitteilungen zum Emissionskalender2entnommen werden. Sie enthalten auch eine jeweils präzisierte vierteljährliche Vorschau der Tilgungszahlungen bis Ende des Jahres 2019
    Ferner veröffentlicht die Finanzagentur auch eine detaillierte Übersicht über die durchgeführten Auktionen von Bundeswertpapieren.3

    Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen

    Tabelle 1

    Entwicklung von Umlaufvolumen und der Eigenbeständen an Bundeswertpapieren

    Tabelle 2
    Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts nach Instrumentenarten per 30. September 2019

    in %

    Das Kreis­dia­gramm zeigt die Struk­tur der Ver­schul­dung des Bun­des­haus­halts nach In­stru­men­te­nar­ten per 30. Sep­tem­ber 2019. Die An­ga­ben sind in Pro­zent.
    nullWert
    10-jährige Bundesanleihen44,5
    30-jährige Bundesanleihen21,0
    Bundesobligationen16,9
    Bundesschatzanweisungen 8,3
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere6,4
    Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes1,7
    Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite1,1
    Sonstige Bundeswertpapiere0,1
    Abbildung 1
    Kreditaufnahme des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen Januar bis September 2019

    in Mio. €

    Bal­ken­dia­gramm: Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des­haus­halts und sei­ner Son­der­ver­mö­gen bis Sep­tem­ber 2019
    KreditaufnahmeWert
    30-jährige Bundesanleihen10136
    10-jährige Bundesanleihen38834
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere4441
    Bundesobligationen32421
    Bundesschatzanweisungen43407
    Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes33240
    Sonstige Bundeswertpapiere0
    Abbildung 2

    Schuldenstand des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2019

    Tabelle 3

    Bruttokreditbedarf des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2019

    Tabelle 4

    Tilgungen des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2019

    Tabelle 5

    Verzinsung der Schulden des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2019

    Tabelle 6

    Die Marktentwicklung im 3. Quartal 2019

    Renten

    Niedrige Inflations- und schwache Konjunkturdaten bestimmten im 3. Quartal 2019 weiterhin das Marktgeschehen. Die Erwartungen, dass die Zentralbanken an einer überaus expansiven Geldpolitik festhalten (Euroraum, Vereinigtes Königreich, Japan) beziehungsweise zu einer solchen zurückkehren könnten (Vereinigte Staaten), wurden in Teilen bestätigt und haben sich angesichts der anhaltenden Serie weltweit rückläufiger Konjunkturindikatoren weiter verfestigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigte auf ihrer Sitzung am 12. September 2019 u. a. an, ab dem 1. November 2019 erneut Nettokäufe von öffentlichen Anleihen sowie Unternehmensschuldverschreibungen durchzuführen. Das Ankaufvolumen wird sich gemäß Beschluss des EZB-Rats auf monatlich 20 Mrd. € belaufen. Der EZB-Rat geht davon aus, dass die Nettokäufe kurz vor einer künftigen Erhöhung der EZB-Leitzinsen beendet werden.

    Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen sind vor dem gegebenen Hintergrund in allen bedeutenden Währungsräumen weiter gefallen. In Deutschland wurde am 21. August 2019 erstmals in der Historie der Bundesrepublik eine 30-jährige Staatsanleihe mit einem Kupon von 0 % begeben, was bei einem Ausgabepreis von etwas über 100 % in einer negativen Emissionsrendite mündete. Die Emission stieß aufgrund der Ausnahmesituation weltweit auf Beachtung. Der bisherige historische Renditetiefstwert für 30-jährige Bundesanleihen wurde schon einige Tage zuvor, am 15. August 2019, mit nahezu -28 Basispunkten erreicht. Weil sich in den vergangenen drei Monaten die Renditen für Bundeswertpapiere am kurzen Laufzeitende aber kaum verändert haben, hat sich die Renditekurve für deutsche Staatsanleihen deutlich verflacht. Der Renditeabstand zwischen 2- und 30-jährigen Schuldtiteln, der zum Ende des 2. Quartals 2019 noch bei rund 1 Prozentpunkt gelegen hatte, ist auf nunmehr 70 Basispunkte gefallen.

    Entwicklung der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen im 3. Quartal 2019

    Tabelle 7

    Die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen markierten im abgelaufenen Quartal mit knapp -0,72 % am 28. August 2019 ebenfalls einen historischen Tiefststand. Die Rendite für 10-jährige US-Treasuries fiel zwischenzeitlich deutlich zurück und erreichte am Tiefpunkt gegenüber dem vergangenen Quartalsende ein Minus von fast 55 Basispunkten, konnte sich aber gegen Ende des Quartals wieder etwas erholen. Ein sehr deutlicher Renditerückgang ist daneben auch für britische Staatsanleihen im Zehnjahresbereich festzustellen.

    Entwicklung der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen im 3. Quartal 2019

    Rendite in % p. a.

    Das Ver­laufs­dia­gramm ver­an­schau­licht die Ent­wick­lung der Ren­di­ten 10-jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen im 3. Quar­tal 2019
    Quelle: Thomson Reuters
    Datum USA Vereinigtes Königreich Japan Deutschland
    30.06.20192,00510,831-0,164-0,329
    01.07.20192,0240,812-0,151-0,358
    02.07.20191,9740,721-0,15-0,369
    03.07.20191,94980,69-0,156-0,387
    04.07.20191,94980,675-0,162-0,4
    05.07.20192,03380,736-0,163-0,365
    06.07.20192,03380,736-0,163-0,365
    07.07.20192,03380,736-0,163-0,365
    08.07.20192,04760,713-0,152-0,368
    09.07.20192,06480,719-0,145-0,356
    10.07.20192,06130,757-0,123-0,309
    11.07.20192,13780,834-0,141-0,228
    12.07.20192,12190,834-0,121-0,212
    13.07.20192,12190,834-0,121-0,212
    14.07.20192,12190,834-0,121-0,212
    15.07.20192,08870,8-0,121-0,254
    16.07.20192,10260,82-0,126-0,246
    17.07.20192,04510,758-0,126-0,292
    18.07.20192,02420,758-0,137-0,312
    19.07.20192,05520,733-0,138-0,325
    20.07.20192,05520,733-0,138-0,325
    21.07.20192,05520,733-0,138-0,325
    22.07.20192,04640,706-0,142-0,348
    23.07.20192,08120,69-0,151-0,356
    24.07.20192,04280,677-0,154-0,38
    25.07.20192,0810,708-0,157-0,364
    26.07.20192,07030,686-0,154-0,378
    27.07.20192,07030,686-0,154-0,378
    28.07.20192,07030,686-0,154-0,378
    29.07.20192,0650,653-0,15-0,393
    30.07.20192,0580,633-0,157-0,401
    31.07.20192,01440,609-0,159-0,442
    01.08.20191,89350,592-0,136-0,451
    02.08.20191,84520,549-0,17-0,497
    03.08.20191,84520,549-0,17-0,497
    04.08.20191,84520,549-0,17-0,497
    05.08.20191,70750,511-0,199-0,517
    06.08.20191,70230,513-0,187-0,538
    07.08.20191,73420,484-0,197-0,583
    08.08.20191,71720,519-0,198-0,562
    09.08.20191,74470,482-0,222-0,578
    10.08.20191,74470,482-0,222-0,578
    11.08.20191,74470,482-0,222-0,578
    12.08.20191,64540,488-0,222-0,593
    13.08.20191,70350,492-0,241-0,611
    14.08.20191,57920,446-0,225-0,652
    15.08.20191,52690,407-0,239-0,715
    16.08.20191,55380,463-0,235-0,687
    17.08.20191,55380,463-0,235-0,687
    18.08.20191,55380,463-0,235-0,687
    19.08.20191,60630,467-0,23-0,65
    20.08.20191,55550,45-0,24-0,692
    21.08.20191,58930,477-0,242-0,672
    22.08.20191,61310,516-0,243-0,646
    23.08.20191,53510,479-0,238-0,677
    24.08.20191,53510,479-0,238-0,677
    25.08.20191,53510,479-0,238-0,677
    26.08.20191,53510,479-0,271-0,669
    27.08.20191,47110,5-0,271-0,695
    28.08.20191,47940,441-0,279-0,716
    29.08.20191,49450,435-0,291-0,694
    30.08.20191,49610,477-0,276-0,702
    31.08.20191,49610,477-0,276-0,702
    01.09.20191,49610,477-0,276-0,702
    02.09.20191,49610,412-0,272-0,704
    03.09.20191,45730,403-0,291-0,708
    04.09.20191,46570,49-0,284-0,677
    05.09.20191,55860,597-0,267-0,595
    06.09.20191,56020,503-0,247-0,64
    07.09.20191,56020,503-0,247-0,64
    08.09.20191,56020,503-0,247-0,64
    09.09.20191,64380,588-0,257-0,587
    10.09.20191,73160,636-0,228-0,55
    11.09.20191,73850,636-0,206-0,565
    12.09.20191,77150,67-0,218-0,518
    13.09.20191,89580,759-0,161-0,45
    14.09.20191,89580,759-0,161-0,45
    15.09.20191,89580,759-0,161-0,45
    16.09.20191,84670,69-0,161-0,482
    17.09.20191,80130,693-0,159-0,476
    18.09.20191,79610,64-0,189-0,512
    19.09.20191,7840,634-0,219-0,509
    20.09.20191,72150,626-0,214-0,523
    21.09.20191,72150,626-0,214-0,523
    22.09.20191,72150,626-0,214-0,523
    23.09.20191,72670,548-0,214-0,582
    24.09.20191,64560,525-0,241-0,602
    25.09.20191,73720,531-0,262-0,576
    26.09.20191,69210,517-0,251-0,584
    27.09.20191,68010,497-0,242-0,575
    28.09.20191,68010,497-0,242-0,575
    29.09.20191,68010,497-0,242-0,575
    30.09.20191,66460,483-0,22-0,573
    Abbildung 3

    Aktien

    Mit Ausnahme des britischen Aktienmarkts konnten im 3. Quartal 2019 die Aktienmärkte in denVereinigten Staaten, Japan sowie Deutschlandeine positive Wertentwicklung verzeichnen. Die Wertzuwächse fielen jedoch deutlich geringer ausals noch im 2. Quartal 2019. Als vergleichsweise schwach entpuppte sich die Aktienmarktentwicklung im Monat August, was in erster Linie auf eine zwischenzeitliche Verschärfung des Handelskonfliktszwischen den USA und China zurückzuführen war.

    Beflügelt wurde die in der Tendenz positive Entwicklung des abgelaufenen Quartals weiterhin vor allem davon, dass die Aussicht auf eine fortgesetzt expansive Geldpolitik der großen Zentralbanken bestand. Weiter sinkende langfristige Zinssätze bedeuten – bei unveränderten Gewinnerwartungen – rechnerisch weiter steigende Aktienkurse. Erste Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China im September taten schließlich ein Weiteres, dass sich die eintrübenden Wirtschaftsdaten an den internationalen Aktienmärkten nicht deutlicher niederschlugen.

    Zum Ende des 3. Quartals notierten die Aktienmärkte trotz zuletzt mehrheitlich rückläufiger Konjunkturdaten und der gegebenen weltpolitischen Risiken noch immer nahe ihrer historischen Höchststände. Dies macht sie für Gewinnwarnungen beziehungsweise rückläufige Unternehmensergebnisse anfällig.

    Wichtige Aktienindizes, Wertentwicklung im 3. Quartal 2019

    Tabelle 8
    Entwicklung ausgewählter Aktienindizes im 3. Quartal 2019

    Wertentwicklung in %, Vorquartalsende = 100

    Ent­wick­lung aus­ge­wähl­ter Ak­tien­in­di­zes im 3. Quar­tal 2019
    Quelle: Thomson Reuters
    DatumS&P 500FTSE 100Nikkei 225DAX
    30.06.2019100100100100
    01.07.2019100,7672278100,967864102,1341028100,9886441
    02.07.2019101,0622892101,7986353102,2483164101,0317127
    03.07.2019101,8376754102,4737295101,7025821101,7537181
    04.07.2019101,8376754102,3964297102,0047547101,8638901
    05.07.2019101,6537719101,7171607102,2112322101,3689228
    06.07.2019101,6537719101,7171607102,2112322101,3689228
    07.07.2019101,6537719101,7171607102,2112322101,3689228
    08.07.2019101,1622294101,6650439101,2146596101,1671291
    09.07.2019101,2873246101,492668101,3594242100,3044649
    10.07.2019101,744194101,4148294101,210570499,79522212
    11.07.2019101,9767078101,1337759101,727821999,46220602
    12.07.2019102,4478543101,0819284101,926967299,39123141
    13.07.2019102,4478543101,0819284101,926967299,39123141
    14.07.2019102,4478543101,0819284101,926967299,39123141
    15.07.2019102,4658708101,4287003101,926967299,9075717
    16.07.2019102,1171102,0411736101,2188897100,2594606
    17.07.2019101,4501523101,4790664100,908350899,53406781
    18.07.2019101,8135402100,908475198,9204697198,62123754
    19.07.2019101,184665101,118693100,898057598,8811014
    20.07.2019101,184665101,118693100,898057598,8811014
    21.07.2019101,184665101,118693100,898057598,8811014
    22.07.2019101,4708882101,2025916100,6621199,11765655
    23.07.2019102,1657103101,7672575101,6213635100,7415234
    24.07.2019102,6446753101,0211928102,0382197101,0008227
    25.07.2019102,1045225100,8540689102,259032799,70400361
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    29.07.2019102,6926058103,5145839101,6021869100,1505791
    30.07.2019102,4277983102,9780638102,036997797,97109398
    31.07.2019101,3128195102,1701862101,154403798,30822338
    01.08.2019100,4011204102,1444645101,245868698,82528954
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    08.08.201999,8752447598,1182741496,7918191195,53674549
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    10.08.201999,2144158697,6866609397,2217417694,31396587
    11.08.201999,2144158697,6866609397,2217417694,31396587
    12.08.201998,0280512397,3213047297,2217417694,20008388
    13.08.201999,4751441397,6469336696,1436215294,76828403
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    15.08.201996,7991950495,1705107895,9096010992,04656902
    16.08.201998,1956379995,8457396995,9714550593,25692809
    17.08.201998,1956379995,8457396995,9714550593,25692809
    18.08.201998,1956379995,8457396995,9714550593,25692809
    19.08.201999,3843821496,8220878296,649921694,48793432
    20.08.201998,597778295,9514546297,1860206393,97022292
    21.08.201999,4108968897,0149334196,9103568795,19348647
    22.08.201999,3605868695,9942792796,9547262894,74336226
    23.08.201996,7825383495,5471791697,3443686693,65027261
    24.08.201996,7825383495,5471791697,3443686693,65027261
    25.08.201996,7825383495,5471791697,3443686693,65027261
    26.08.201997,8455074595,5471791695,229912594,02555086
    27.08.201997,5320896395,4744580696,1466296294,60609091
    28.08.201998,1704829895,8128805296,256331194,37219731
    29.08.201999,4159958796,750309496,1694253495,4840791
    30.08.201999,4799031997,0581620797,3136296896,29383489
    31.08.201999,4799031997,0581620797,3136296896,29383489
    01.09.201999,4799031997,0581620797,3136296896,29383489
    02.09.201999,4799031998,0649453396,9179711196,41078169
    03.09.201998,7935793597,8797758696,9413308696,06461916
    04.09.201999,8647068498,4597939897,0540404496,98551473
    05.09.2019101,163929197,9199071399,1070656497,80607801
    06.09.2019101,256050898,0703320899,641143698,32991902
    07.09.2019101,256050898,0703320899,641143698,32991902
    08.09.2019101,256050898,0703320899,641143698,32991902
    09.09.2019101,246532797,44371858100,199756398,60712327
    10.09.2019101,279166297,87654381100,546063398,95078556
    11.09.2019102,011380998,82030212101,51269699,67956576
    12.09.2019102,305082798,90972214102,2734152100,0923476
    13.09.2019102,230977499,21663212103,3482453100,5623931
    14.09.2019102,230977499,21663212103,3482453100,5623931
    15.09.2019102,230977499,21663212103,3482453100,5623931
    16.09.2019101,91042198,59648272103,348245399,85087267
    17.09.2019102,173528898,58288118103,409488399,78876988
    18.09.2019102,208541898,49736655103,218615299,92596058
    19.09.2019102,210581499,06795787103,6122057100,475046
    20.09.2019101,710200798,91308886103,7750189100,5581992
    21.09.2019101,710200798,91308886103,7750189100,5581992
    22.09.2019101,710200798,91308886103,7750189100,5581992
    23.09.2019101,700342798,65937301103,775018999,5445527
    24.09.2019100,844392598,19274594103,867846899,26081556
    25.09.2019101,465449398,17335364103,497992198,67229087
    26.09.2019101,218998298,99604478103,630019399,11072039
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    28.09.2019100,6808849100,0078108102,83409699,8559538
    29.09.2019100,6808849100,0078108102,83409699,8559538
    30.09.2019101,189084199,76540711102,2556956100,2361519
    Abbildung 4
    Entwicklung der Wechselkurse zum US-Dollar im 3. Quartal 2019

    Wertentwicklung gegenüber US-Dollar in %, Vorquartalsende = 100

    Das Ver­laufs­dia­gramm ver­an­schau­licht die Ent­wick­lung der Wech­sel­kur­se zum US-Dol­lar im 3. Quar­tal 2019
    Quelle: Thomson Reuters
    Datum Euro Britisches Pfund Japanischer Yen
    30.06.2019100100100
    01.07.201999,2350303499,5667926999,48214478
    02.07.201999,2262375899,18872086100
    03.07.201999,164688399,03906742100,0539433
    04.07.201999,2262375899,07844991100,0647319
    05.07.201998,6986722998,6216131199,46056748
    06.07.201998,6986722998,6216131199,46056748
    07.07.201998,6986722998,6216131199,46056748
    08.07.201998,6019519998,5743541399,22321718
    09.07.201998,5491954698,180529399,10454202
    10.07.201998,9272839298,4719596799,47135613
    11.07.201998,9536621898,6216131199,43899018
    12.07.201999,0943462699,0233144399,98921135
    13.07.201999,0943462699,0233144399,98921135
    14.07.201999,0943462699,0233144399,98921135
    15.07.201998,988833298,5822306299,9784227
    16.07.201998,5755737397,723692599,67634049
    17.07.201998,6898795497,9284814199,94605675
    18.07.201999,1558955498,84215501100,5502212
    19.07.201998,6635012798,47195967100,1618298
    20.07.201998,6635012798,47195967100,1618298
    21.07.201998,6635012798,47195967100,1618298
    22.07.201998,5579882298,26717076100,0107887
    23.07.201998,056801297,9836168999,68712914
    24.07.201997,9512881498,3301827399,71949509
    25.07.201998,0128374298,1253938299,30952638
    26.07.201997,8457750897,5425330899,28794908
    27.07.201997,8457750897,5425330899,28794908
    28.07.201997,8457750897,5425330899,28794908
    29.07.201997,9952519196,2429111599,18006257
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    31.07.201997,3885518395,7703213699,18006257
    01.08.201997,4676866395,52614997100,4962779
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    03.08.201997,6699199995,79395085101,2191175
    04.08.201997,6699199995,79395085101,2191175
    05.08.201998,5052316995,64429742101,8232819
    06.08.201998,4700606795,86483932101,3377926
    07.08.201998,4700606795,64429742101,5211997
    08.08.201998,3029983395,56553245101,7046068
    09.08.201998,4788534294,7778828102,0929982
    10.08.201998,4788534294,7778828102,0929982
    11.08.201998,4788534294,7778828102,0929982
    12.08.201998,6019519995,11657215102,4490236
    13.08.201998,2238635494,9905482101,078865
    14.08.201997,9424953894,9905482101,8664365
    15.08.201997,6611272395,21109011101,6614522
    16.08.201997,511650495,6915564101,4348905
    17.08.201997,511650495,6915564101,4348905
    18.08.201997,511650495,6915564101,4348905
    19.08.201997,4061373495,51039698101,1759629
    20.08.201997,5995779595,85696282101,5643543
    21.08.201997,4676866395,54190296101,1975402
    22.08.201997,4237228596,49495904101,3593699
    23.08.201997,9864591696,61310649102,3411371
    24.08.201997,9864591696,61310649102,3411371
    25.08.201997,9864591696,61310649102,3411371
    26.08.201997,6171634696,22715816101,6614522
    27.08.201997,511650496,80214241102,0174776
    28.08.201997,4061373496,18777568101,6506635
    29.08.201997,2214894995,94360428101,2838494
    30.08.201996,5620328895,74669187101,5319883
    31.08.201996,5620328895,74669187101,5319883
    01.09.201996,5620328895,74669187101,5319883
    02.09.201996,4565198395,03780718101,5643543
    03.09.201996,4916908595,15595463101,8340706
    04.09.201997,0280488996,51071204101,4025245
    05.09.201997,0280488997,14870825100,8738807
    06.09.201996,9752923696,74700693100,9062466
    07.09.201996,9752923696,74700693100,9062466
    08.09.201996,9752923696,74700693100,9062466
    09.09.201997,142354797,24322621100,6041644
    10.09.201997,0983909397,2747322100,3236595
    11.09.201996,8082300297,08569628100,0539433
    12.09.201997,2918315397,1565847599,80580429
    13.09.201997,3621735798,4640831899,80580429
    14.09.201997,3621735798,4640831899,80580429
    15.09.201997,3621735798,4640831899,80580429
    16.09.201996,7290952397,9127284299,77343834
    17.09.201997,3621735798,4562066899,77343834
    18.09.201996,9840851198,2356647899,48214478
    19.09.201997,0808054298,6609955999,8489589
    20.09.201996,869779398,28292376100,3020822
    21.09.201996,869779398,28292376100,3020822
    22.09.201996,869779398,28292376100,3020822
    23.09.201996,6587531997,89697543100,3128709
    24.09.201996,8961575798,35381222100,7659942
    25.09.201996,2191154597,29836169100,1078865
    26.09.201996,0256748497,10144928100,0431546
    27.09.201996,1927371896,817895499,92447945
    28.09.201996,1927371896,817895499,92447945
    29.09.201996,1927371896,817895499,92447945
    30.09.201995,8322342496,7942659199,82738159
    Abbildung 5

    Devisen

    Euro und britisches Pfund büßten im 3. Quartal 2019 gegenüber dem US-Dollar 4,2 % beziehungsweise 3,2 % an Wert ein, wohingegen sich der japanische Yen per saldo auf dem Niveau des vorausgehenden Quartalsendes halten konnte. Die Schwäche des Euros gegenüber der US‑Währung lässt sich nach Ansicht von Marktanalysten in erster Linie auf die nach wie vor schwachen Inflationsdaten im Euroraum zurückführen. Eine Anhebung der Leitzinsen zeichnet sich auf absehbare Zeit nicht ab, weshalb Geld- und Rentenmarkt in den Vereinigten Staaten vorerst deutlich attraktiver für die internationalen Kapitalströme bleiben als ihre Pendants im Euroraum.

    Der Sekundärmarkthandel mit Bundeswertpapieren

    Bruttohandel

    Ein entscheidendes Kaufkriterium für Bundeswertpapiere ist ihre sehr gute Liquidität beziehungsweise Handelbarkeit. Messbar ist diese insbesondere an der Höhe der Handelsumsätze, die sich als Summe aus Käufen und Verkäufen von Bundeswertpapieren ergeben. Die einzelnen Kauf- und Verkaufstransaktionen werden regelmäßig von Banken gemeldet, die Bundeswertpapiere bereits direkt in den Auktionen erwerben und dann an andere Investoren weiterverkaufen. Im 1. Halbjahr 2019 übermittelten 32 Kreditinstitute der aktuell 36 Kreditinstitute der „Bietergruppe Bundeswertpapiere“ auf freiwilliger Basis ihre Käufe und Verkäufe an die Finanzagentur. Es handelt sich dabei um Transaktionen, die im direkten Handel mit anderen Kontrahenten, über elektronische Handelsplattformen oder Wertpapierhandelsbörsen zustande kamen.

    Mit Handelsumsätzen von insgesamt 2.256 Mrd. € im 1. Halbjahr 2019 konnte der leicht positive Stabilisierungstrend der vergangenen beiden Jahre nicht fortgeschrieben werden Die Umsätze lagen zwar um 9 % über denen des 2. Halbjahrs 2018, jedoch um 14 % niedriger als im traditionell ebenfalls handelsstärkeren 1. Halbjahr 2018.

    Halbjährliches (Brutto-)Handelsvolumen mit Bundeswertpapieren insgesamt

    in Mrd. €

    Das Ver­laufs­dia­gramm ver­an­schau­licht die Ent­wick­lung des Halb­jähr­li­ches (Brut­to-)Han­dels­vo­lu­mens mit Bun­des­wert­pa­pie­ren
    Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Finanzagentur
    HalbjahreHalbjährliches (Brutto-)Handelsvolumen mit Bundeswertpapieren
    01/20152612,6
    02/20152102,2
    01/20162158,3
    02/20162135,4
    01/20172584,3
    02/20172205,6
    01/20182624,3
    02/20182069,4
    01/20192256,4
    Abbildung 6

    Die Tabelle „Bruttohandel mit Bundeswertpapieren“ zeigt dazu passend das halbjährliche Handelsvolumen in Bundeswertpapieren nach Institutionen.

    Bei der Analyse nach handelnder Institution sind die Broker tonangebend. Neben echten Wertpapierhandelshäusern zählen darunter vor allem elektronische Handelsplattformen, über die der tatsächliche Handelspartner nicht identifiziert werden kann. Zusammen mit den ebenfalls gewichtigen Asset-Managern und Banken sorgen Broker seit Jahren für rund 80 % des Handels mit Bundeswertpapieren. Viertwichtigster Kontrahent sind die Zentralbanken, die jedoch seit 2015 verstärkt Umsatzanteile an Hedgefonds abgeben. Nachdem der Handel mit Asset-Managern im 1. Halbjahr 2018 mit rund 750 Mrd. € noch ein historisches Hoch erreichte, nahm er im Vergleich dazu ein Jahr später um 18 % ab. Banken handelten im Halbjahresvergleich ebenso wie Hedgefonds 15 % weniger, Zentralbanken 14 % und Broker 10 % weniger. Wie schon bei den Regionen vollzogen sich die prozentual größten Veränderungen bei den Kontrahenten mit den geringsten Umsätzen. So gingen im Vergleich der 1. Halbjahre 2018/2019 die Umsätze mit Versicherern um 30 % beziehungsweise 7 Mrd. € zurück, während der Handel mit Pensionsfonds um 10 % beziehungsweise 2 Mrd. € zunahm.

    Bruttohandel mit Wertpapieren

    Tabelle 9
    Halbjährliches (Brutto-)Handelsvolumen mit Bundeswertpapieren nach Institutionen

    in Mrd. €

    Das Ver­laufs­dia­gramm ver­an­schau­licht die Ent­wick­lung des Halb­jähr­li­ches (Brut­to-)Han­dels­vo­lu­mens mit Bun­des­wert­pa­pie­ren nach In­sti­tu­tio­nen
    Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Finanzagentur
    HalbjahreAsset ManagerBankenBrokerHedgefondsPensionsfondsSonstigeVersicherungenZentralbanken
    01/2015604,0631,0802,7119,223,459,919,3353,1
    02/2015452,5476,0644,4127,522,949,819,3309,7
    01/2016482,7457,6686,1157,433,746,215,3279,3
    02/2016505,5434,0650,8172,221,632,319,4299,6
    01/2017704,5533,4753,7209,127,828,522,0305,1
    02/2017587,1467,9653,1160,016,523,118,9279,0
    01/2018745,8579,3776,0207,023,221,224,2247,6
    02/2018587,7457,9620,9163,519,321,015,1183,9
    01/2019613,7491,3696,2176,925,622,917,0212,7
    Abbildung 7

    Aufgeschlüsselt nach Wertpapierarten ergab sich gegenüber dem 1. Halbjahr 2018 die deutlichste prozentuale Zunahme im Handel mit Unverzinslichen Schatzanweisungen: um 56 % beziehungsweise rund 21 Mrd. €. Seit im 1. Halbjahr 2017 die bisher geringsten Umsätze mit Unverzinslichen Schatzanweisungen gemessen wurden, haben sich das Emissions- und mit ihm das Handelsvolumen bis heute nahezu verdoppelt.

    Leicht rückläufige Umsätze waren bei den übrigen Bundeswertpapieren zu verzeichnen. Hier wurden im 1. Halbjahr 2019 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2018 rund 80 Mrd. € weniger gehandelt. Die 10-jährigen Bundesanleihen konnten trotz der Umsatzeinbußen ihre deutliche Dominanz im Handel behalten.

    In der geografischen Verteilung der Umsätze mit Bundeswertpapieren dominieren traditionell Handelspartner aus dem übrigen Europa (Europa ohne Euroraum). Sie handelten im zurückliegenden Halbjahr 19 % beziehungsweise 282 Mrd. € weniger als im 1. Halbjahr 2018. Im Euroraum summierten sich die Umsätze in den vergangenen Jahren durchschnittlich auf die Hälfte, in Asien und Amerika jeweils meist auf weniger als ein Viertel der Umsätze der Region „Übriges Europa“. Dabei übertreffen die Umsätze mit amerikanischen Kontrahenten seit dem Jahr 2013 stets die der asiatischen. Die Umsätze arabischer Staaten, die im 1. Halbjahr mit -59 % beziehungsweise -10 Mrd. € prozentual die höchsten Einbußen verzeichneten, und Umsätze mit Afrika, die sich um rund 0,5 Mrd. € verdoppelten, fallen dagegen aufgrund ihrer sehr geringen Höhe kaum ins Gewicht.

    Nettohandel

    Während beim anfangs analysierten Bruttohandel die absoluten Beträge der Käufe und Verkäufe von Bundeswertpapieren je Wertpapierart, Region oder Handelspartner (der meldenden Banken der Bietergruppe) einfach aufsummiert werden, werden bei der Betrachtung des Nettohandels die Verkäufe der Kontrahenten von ihren Käufen abgezogen. Ergibt sich dabei ein positiver Saldo (Nettokauf), deutet das auf einen Bestandsaufbau bei den Kontrahenten hin. Entsprechend zeigt ein negativer Wert (Nettoverkauf) einen Bestandsabbau. Im Vergleich der 1. Halbjahre 2018/2019 ergaben sich fast 50 % höhere Nettokäufe bei den Bundesobligationen, von den Unverzinslichen Schatzanweisungen wurden per saldo rund 16 % mehr gekauft. Den mit 57 % stärksten Rückgang der Nettokäufe hatten inflationsindexierte Bundeswertpapiere zu verzeichnen. Um knapp 38 % fielen die Nettokäufe der Bundesschatzanweisungen und die der 10-jährigen Bundesanleihen um rund 22 %. In nahezu unverändertem Umfang wurden 30-jährige Bundesanleihen gekauft.

    Per saldo auf Rekordniveau und mit dem höchsten Zuwachs von 157 % unter allen Regionen kauften Kontrahenten aus Amerika Bundeswertpapiere. Amerika ist damit wieder zweitwichtigste Absatzregion. 17 % mehr als noch vor Jahresfrist wurden in das übrige Europa abgesetzt. Die asiatischen Nettokäufe schlugen dagegen mit -114% erstmals seit dem 2. Halbjahr 2016 wieder in Nettoverkäufe um. Am deutlichsten reduzierte sich der Nettoabsatz jedoch im Euroraum selbst, wo es nach dem 2. Halbjahr 2012 erstmalig wieder zu deutlichen Nettoverkäufen kam (‑218 %).

    Halbjährliches Nettohandelsvolumen mit Bundeswertpapieren nach Regionen

    in Mrd. €

    Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Finanzagentur
    HalbjahreAfrikaAmerikaArabische StaatenAsienEuroraumübriges Europa
    2015/010,4 -1,9 2,6 -47,9 46,7 84,4
    2015/020,0 -14,5 0,3 -11,6 42,1 38,1
    2016/01-0,6 -8,3 0,3 3,1 26,2 42,1
    2016/02-0,1 -4,8 0,2 -1,3 62,9 26,8
    2017/01-0,0 2,0 -1,2 24,2 31,1 26,1
    2017/020,0 0,4 -3,0 15,1 19,0 16,5
    2018/010,1 11,9 -8,3 7,8 11,8 32,0
    2018/020,5 -6,6 -0,0 2,4 41,8 16,3
    2019/010,0 30,7 -1,9 -1,1 -14,0 37,3
    Abbildung 8

    Die bereits aus der Bruttohandelsanalyse bekannte Dominanz der Asset Manager, Banken und Zentralbanken existierte bis zum Beginn des EZB-Kaufprogramms über den Großteil des Betrachtungszeitraums auch beim Nettoabsatz. Im 2. Halbjahr 2015 fielen zuerst die Asset Manager per saldo komplett als Käufer aus, bevor sie im 1. Halbjahr 2018 auf früherem Niveau kaufend zurückkehrten, während zeitgleich die Banken zu Nettoverkäufern wurden. 2018 kamen die Hedgefonds als bedeutende Nettokäufer hinzu. Im 1. Halbjahr 2019 lagen sie gemeinsam mit Asset-Managern (unverändert zum 1. Halbjahr 2018) und Zentralbanken (+84 %) bei jeweils rund 20 Mrd. € Nettokäufen nahezu gleichauf, jedoch 42 % unter ihrem Rekordhalbjahr 1/2018. Die deutlich höheren Nettokäufe der Hedgefonds seit 2018 fallen dabei nicht zufällig mit einer höheren Nachfrage aus Amerika zusammen, denn dort sind die meisten von ihnen beheimatet. Banken, Pensionsfonds, Versicherungen und Sonstige handelten im 1. Halbjahr 2019 netto jeweils weniger als 1 Mrd. €.

    Nettohandel mit Wertpapieren

    Tabelle 10

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