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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Fi­nanz­märk­te und Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des

    Entwicklung von Schulden, Kreditaufnahme, Tilgungen und Zinsen

    Im Januar 2020 wurden für den Bundeshaushalt und seine Sondervermögen insgesamt Kredite im Volumen von 30,5 Mrd. € aufgenommen. Der Schuldendienst betrug 26,7 Mrd. €, davon entfielen 22,0 Mrd. € auf Tilgungen und 4,7 Mrd. € auf Zinszahlungen.

    Der Schuldenstand zum 31. Januar 2020 hat sich gegenüber dem Jahresende 2019 um 8,5 Mrd. € auf 1.086,8 Mrd. € erhöht. In diesem Anstieg ist ein Sondereffekt enthalten, da im Januar Kredite in Höhe von 1,5 Mrd. € für die Darlehensgewährung an Abwicklungsanstalten gemäß § 9 Abs. 5 Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz aufgenommen wurden. Die gleichzeitige Kreditaufnahme und Darlehensvergabe, die eine Kostenersparnis bei der Kreditaufnahme im konsolidierten Bundbereich zum Ziel hat, ist für die Verschuldung des Bundes insgesamt neutral, weil in gleichem Umfang bei der FMS Wertmanagement – einer Abwicklungsanstalt des Bundes – sonst notwendige Refinanzierungen substituiert werden. Rechnet man diese Kreditaufnahme zwecks Vergleichbarkeit mit früheren Jahren heraus, hat sich der Schuldenstand im Monat Januar um 7,0 Mrd. € auf insgesamt nur 1.085,3 Mrd. € erhöht, wobei sich diese Erhöhung nur beim Kernhaushalt niederschlagen hat. Gegenüber dem Jahresbeginn verringerte sich der Schuldenstand des Finanzmarktstabilisierungsfonds ohne die gleichzeitige Kreditaufnahme und Darlehensgewährung um 3 Mio. €; der Schuldenstand des investitions- und Tilgungsfonds blieb gleich.

    Im Januar lagen die Schwerpunkte der Kreditaufnahme auf den Emissionen einer 10-jährigen Bundesanleihe mit einem Nominalvolumen von 5 Mrd. €, einer 2-jährigen Bundesschatzanweisung und einer 5-jährigen Bundesobligation jeweils mit einem Nominalvolumen von 4 Mrd. € sowie einer 30-jährigen Bundesanleihe mit einem Nominalvolumen von 1,5 Mrd. €. Zudem wurden Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes mit einem Nominalvolumen von 6,5 Mrd. € (darunter eine Neuemission über 3 Mrd. €) und eine inflationsindexierte Anleihe des Bundes mit einem Emissionsbetrag von 500 Mio. € begeben.

    Im Januar verringerte sich der Eigenbestand um saldiert 9,0 Mrd. € auf nunmehr 54,7 Mrd. €. Der Januar-Saldo setzte sich zusammen aus zurückbehaltenen Emissionsanteilen über 4,8 Mrd. €, Sekundärmarktkäufen von Bundeswertpapieren über 2,3 Mrd. €, Sekundärmarktverkäufen über 8,3 Mrd. € und Tilgungen von Eigenbeständen über 7,7 Mrd. €. Die Einbehalte an den Emissionstagen sowie die Käufe und die Verkäufe in Bundeswertpapieren dienen der Feinsteuerung der Kreditaufnahme des Bundes wie auch der Unterstützung der Sekundärmarktliquidität an Bundeswertpapieren.

    Weitere Einzelheiten zu den Schuldenständen sowie ihrer Veränderung infolge von Kreditaufnahme und Tilgungen zeigt die Tabelle „Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen“. Eine detaillierte Aufstellung der Kreditaufnahme, der Tilgungs- und Zinszahlungen sowie der Schuldenstände des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen ist im statistischen Anhang der Online-Version des Monatsberichts enthalten. Darüber hinaus enthält der statistische Anhang auch die Verschuldung, gruppiert nach Restlaufzeitklassen.

    Die Tabelle „Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren“ zeigt das Umlaufvolumen der emittierten Bundeswertpapiere und die Eigenbestände jeweils zu Nennwerten.

    Die Abbildung „Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen nach Instrumentenarten per 31. Januar 2020“ zeigt die Verteilung der vom Bund und seinen Sondervermögen eingegangenen Gesamtschulden nach Instrumentenarten. Mit 44,0 % entfällt der größte Anteil der Schuld auf 10‑jährige Bundesanleihen, gefolgt von den 30-jährigen Bundesanleihen mit 21,3 %, den Bundesobligationen mit 16,4 %, den Bundesschatzanweisungen mit 8,7 %, den inflationsindexierten Bundeswertpapieren mit 6,5 % und den Unverzinslichen Schatzanweisungen mit einem Anteil von 2,0 %. Ein Anteil von 1,0 % der Schulden entfällt auf Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite.

    Von den Schulden des Bundes sind 98,9 % in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft, bei denen die konkreten Gläubiger dem Bund nicht bekannt sind.

    Am 19. Dezember 2019 wurde die Emissionsplanung des Bundes für das Jahr 2020 veröffentlicht. Zur Finanzierung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen plant der Bund im Jahr 2020 die Emission nominalverzinslicher Bundeswertpapiere im Volumen von 210 Mrd. €, davon 148 Mrd. € am Kapitalmarkt und 62 Mrd. € am Geldmarkt. Zusätzlich sollen im Jahr 2020 inflationsindexierte Bundeswertpapiere im Volumen zwischen 6 Mrd. € und 8 Mrd. € begeben werden. In der zweiten Jahreshälfte 2020 beabsichtigt der Bund, erstmals Grüne Bundeswertpapiere zu emittieren.

    Details zu den geplanten Auktionen der nominalverzinslichen 30- und 10-jährigen Bundesanleihen, 5 jährigen Bundesobligationen, 2-jährigen Bundesschatzanweisungen, inflationsindexierten Bundeswertpapieren und Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes können auf der Internetseite der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH (Finanzagentur) sowie in den Pressemitteilungen zum Emissionskalender1 ebenso nachgelesen werden wie die vierteljährliche Vorschau der Tilgungszahlungen bis Ende des Jahres 2020 und die nach jeder Auktion veröffentlichten Ergebnisse über die durchgeführten Auktionen von Bundeswertpapieren2.

    Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen nach Instrumentenarten per 31. Januar 2020

    in %

    Das Kreis­dia­gramm zeigt die Struk­tur der Ver­schul­dung nach In­stru­men­te­nar­ten per 31. Ja­nu­ar 2020. Die An­ga­ben sind in Pro­zent.
    nullWert
    10-jährige Bundesanleihen44
    30-jährige Bundesanleihen21,3
    Bundesobligationen16,4
    Bundesschatzanweisungen 8,7
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere6,5
    Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes2
    Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite1
    Sonstige Bundeswertpapiere0
    Abbildung 1
    Kreditaufnahme des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen (Stand Januar 2020)

    in Mio. €

    Bal­ken­dia­gramm: Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des­haus­halts und sei­ner Son­der­ver­mö­gen bis Ja­nu­ar 2020
    KreditaufnahmeWert
    30-jährige Bundesanleihen1351
    10-jährige Bundesanleihen11711
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere503
    Bundesobligationen3543
    Bundesschatzanweisungen5319
    Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes8083
    Abbildung 2

    Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen

    Tabelle 1

    Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbeständen an Bundeswertpapieren

    Tabelle 2

    Schuldenstand des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2020

    Tabelle 3

    Bruttokreditbedarf des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2020

    Tabelle 4

    Tilgungen des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2020

    Tabelle 5

    Verzinsung der Schulden des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen 2020

    Tabelle 6

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