Navigation und Service

  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Fi­nanz­märk­te und Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des

    Entwicklung von Schulden, Kreditaufnahme, Tilgungen und Zinsen

    Auch der Monat Mai war geprägt von den ansteigenden Refinanzierungsbedürfnissen aufgrund der Corona-Hilfsmaßnahmen. Gegenüber 19,3 Mrd. € im Mai 2019 stieg die Kreditaufnahme nunmehr auf das Dreifache. Im Mai 2020 wurden für den Bundeshaushalt und seine Sondervermögen insgesamt Kredite im Volumen von 59,0 Mrd. € aufgenommen, während keine Kredite fällig wurden und daher keine Tilgungen erfolgten. Bei den Zinsen ergab sich ein saldierter Einnahmeüberschuss in Höhe von 1,6 Mrd. €, der im Wesentlichen auf Agio-Einnahmen beruhte. Gegenüber dem Jahresende 2019 hat sich der Schuldenstand damit bis zum 31. Mai 2020 um 78,9 Mrd. € auf 1.157,1 Mrd. € erhöht. In diesem Anstieg ist auch die Kreditaufnahme in Höhe von 5,0 Mrd. € für die Darlehensgewährung an Abwicklungsanstalten gemäß § 9 Abs. 5 Stabilisierungsfondsgesetz enthalten. Die gleichzeitige Kreditaufnahme und Darlehensvergabe, die eine Kostenersparnis bei der Kreditaufnahme im konsolidierten Bundbereich zum Ziel hat, ist für die Verschuldung des Bundes insgesamt neutral, weil in gleichem Umfang bei der FMS Wertmanagement – einer Abwicklungsanstalt des Bundes – sonst notwendige Refinanzierungen substituiert werden. Rechnet man diese Kreditaufnahme zum Vergleich mit früheren Jahren heraus, hat sich der Schuldenstand seit Jahresbeginn um 73,9 Mrd. € auf 1.127,1 Mrd. € erhöht. Gegenüber dem Jahresbeginn erhöhte sich der Schuldenstand des Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) ohne die Kreditaufnahme für die FMS Wertmanagement um 16 Mio. €. Der Schuldenstand des Investitions- und Tilgungsfonds (ITF) verringerte sich um 3,3 Mrd. € infolge des in diesem Jahr vereinnahmten Bundesbankmehrgewinns, der nach den gesetzlichen Vorgaben zur Nettotilgung beim ITF einzusetzen ist.

    Im Mai lag der Schwerpunkt der Kreditaufnahme mit einem Volumen von insgesamt 19,4 Mrd. € bei den 10-jährigen Bundesanleihen. Dieses Emissionsvolumen setzte sich zusammen aus drei im Tenderverfahren begebenen Bundesanleihen, darunter zwei mit jeweils 4 Mrd. € im Mai valutierte 10-jährige Bundesanleihen und eine Bundesanleihe in Höhe von 4 Mrd. € mit einer Restlaufzeit von 7,5 Jahren sowie eine Bundesanleihe in Höhe von 7,5 Mrd. € mit einer Restlaufzeit von 15 Jahren. Diese 15-jährige Anleihe wurde im Syndikat begeben. Ferner wurden 2-jährige Bundesschatzanweisungen mit einem Nominalvolumen von 5 Mrd. €, Bundesobligationen mit einem Volumen von 4 Mrd. €, 30-jährige Bundesanleihen mit einem Volumen von 1 Mrd. € und im Rahmen einer Multi-ISIN-Auktion gleichzeitig zwei inflationsindexierte Anleihen des Bundes mit einem Volumen von zusammen 500 Mio. € begeben. Darüber hinaus wurden 24 Mrd. € Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes (Bubills) aufgelegt.

    Der Eigenbestand an Bundeswertpapieren ging im Mai gegenüber dem Vormonat um 4,9 Mrd. € auf ein Volumen von insgesamt 189,9 Mrd. € zurück. Der Rückgang beruhte vor allem auf Sekundärmarktverkäufen in Höhe von 18,6 Mrd. €. Er wurde jedoch durch zurückbehaltene Emissionsanteile in Höhe von 10,4 Mrd. € und Sekundärmarktkäufe in Höhe von über 3,2 Mrd. € abgeschwächt.

    Weitere Einzelheiten zu den Schuldenständen sowie ihrer Veränderung infolge von Kreditaufnahme und Tilgungen zeigt die Tabelle „Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen“. Eine detaillierte Aufstellung der Kreditaufnahme, der Tilgungs- und Zinszahlungen sowie der Schuldenstände des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich der Kredite für Abwicklungsanstalten ist im statistischen Anhang der Online-Version des Monatsberichts enthalten. Darüber hinaus enthält der statistische Anhang auch die nach Restlaufzeitklassen gruppierte Verschuldung.

    Die Tabelle „Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren“ zeigt das Umlaufvolumen der emittierten Bundeswertpapiere und die Eigenbestände jeweils zu Nennwerten.

    Die Abbildung „Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich Kredite für Abwicklungsanstalten nach Instrumentenarten per 31. Mai 2020“ zeigt die Verteilung der vom Bund und seinen Sondervermögen eingegangenen Gesamtschulden nach Instrumentenarten. Mit 44,4 % entfällt der größte Anteil der Schuld auf 10-jährige Bundesanleihen, gefolgt von den 30-jährigen Bundesanleihen mit 20,6 %, den Bundesobligationen mit 14,9 %, den Bundesschatzanweisungen mit 8,9 %, den inflationsindexierten Bundeswertpapieren mit 4,8 % und den Unverzinslichen Schatzanweisungen mit einem Anteil von 5,4 %. Ein Anteil von 1,0 % der Schulden entfällt auf Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite.

    Von den Schulden des Bundes sind 99,0 % in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft, bei denen die konkreten Gläubiger dem Bund nicht bekannt sind. Die Emissionsplanung des Bundes für das 2. Quartal 2020 wurde zunächst am 23. März 2020 veröffentlicht. Am 7. April 2020 wurde sie mit einer Aufstockung zugunsten der Corona-Hilfsprogramme nochmals präzisiert. Insgesamt steigen sowohl im laufenden Quartal als auch im weiteren Jahresverlauf der Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf des Bundes und seiner Sondervermögen.

    Die Details zu den geplanten Auktionen der nominalverzinslichen 30- und 10-jährigen Bundesanleihen, 5-jährigen Bundesobligationen, 2-jährigen Bundesschatzanweisungen, inflationsindexierten Bundeswertpapieren und Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes können auf der Internetseite der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH (Finanzagentur) sowie in den Pressemitteilungen zum Emissionskalender1 nachgelesen werden, ebenso wie die vierteljährliche Vorschau der Tilgungszahlungen bis Ende des Jahres 2020 und die nach jeder Auktion veröffentlichten Ergebnisse über die durchgeführten Auktionen von Bundeswertpapieren2.

    Struktur der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich Kredite für Abwicklungsanstalten nach Instrumentenarten per 31. Mai 2020

    in %

    Das Kreis­dia­gramm zeigt die Struk­tur der Ver­schul­dung nach In­stru­men­te­nar­ten ein­schließ­lich Kre­di­te für Ab­wick­lungs­an­stal­ten per 31. Mai 2020. Die An­ga­ben sind in Pro­zent.
    nullWert
    10-jährige Bundesanleihen44,4
    30-jährige Bundesanleihen20,6
    Bundesobligationen14,9
    Bundesschatzanweisungen8,9
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere4,8
    Unverzinsliche Schatzanweisungen5,4
    Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite1
    Sonstige Bundeswertpapiere0
    Abbildung 1

    Kreditaufnahme des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich Kredite für Abwicklungsanstalten (Stand Mai 2020)

    in Mio.

    Bal­ken­dia­gramm: Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des­haus­halts und sei­ner Son­der­ver­mö­gen ein­schließ­lich Kre­di­te für Ab­wick­lungs­an­stal­ten (Stand Mai 2020)
    KreditaufnahmeWert
    30-jährige Bundesanleihen7673
    10-jährige Bundesanleihen46720
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere2210
    Bundesobligationen17842
    Bundesschatzanweisungen26623
    Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes62917
    Abbildung 2

    Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen

    Tabelle 1

    Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren

    Tabelle 2

    Verschuldung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich Kredite für Abwicklungsanstalten 2020

    Tabelle 3

    Bruttokreditbedarf des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich Kredite für Abwicklungsanstalten 2020

    Tabelle 4

    Tilgungen des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich Kredite für Abwicklungsanstalten 2020

    Tabelle 5

    Verzinsung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen einschließlich Kredite für Abwicklungsanstalten 2020

    Tabelle 6

Footer