Navigation und Service

  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Fi­nanz­märk­te und Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des

    Die Kreditaufnahme des Bundes umfasst die Kreditaufnahme für die Verschuldung des Bundes (Haushalt und Sondervermögen) und die Kreditaufnahme für die Refinanzierung der Sondervermögen des Bundes zur Durchleitung von Krediten an öffentliche Anstalten des Bundes.

    Entwicklung der Kreditaufnahme des Bundes

    Der Bund hatte am 31. Dezember 2019 Kredite in Höhe von 1.078,3 Mrd. € aufgenommen. Dieser Bestand hat sich zum 31. August 2020 auf 1.262,6 Mrd. € erhöht. Der mit 184,3 Mrd. € deutliche Anstieg der Kreditaufnahme geht auf die Finanzierungsbedürfnisse des Bundes für den Haushalt und die Sondervermögen, aber auch auf die Bedarfe für Refinanzierungen derjenigen Sondervermögen zurück, die dazu dienen, Kredite an Bundesanstalten des öffentlichen Rechts weiterzuleiten. Der wirtschaftliche Hintergrund der gestiegenen Kreditaufnahme sind die Maßnahmen, die die Bundesregierung zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie beschlossen hat und die sowohl eine gestiegene Nettokreditaufnahme des Bundeshaushalts als auch umfangreiche Refinanzierungsaufgaben des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) vorsehen.

    Der Anstieg der Kreditaufnahme gegenüber dem 31. Dezember 2019 resultiert aus neuen Aufnahmen im Volumen von 325,6 Mrd. € bei Fälligkeiten im Volumen von 141,3 Mrd. €. In den Monaten Januar bis August des Jahres 2020 musste der Bund für die Verzinsung aller auch in früheren Jahren aufgenommenen bestehenden Kredite saldiert 6,8 Mrd. € aufwenden.

    Auch im August lag der Schwerpunkt der Emissionen mit einem Gesamtvolumen von 48,0 Mrd. € bei den konventionellen Bundeswertpapieren. Sie verteilten sich auf 1,5 Mrd. € 30-jährige Bundesanleihen, 11,5 Mrd. € 10-jährige Bundesanleihen, 5 Mrd. € Bundesobligationen, 6 Mrd. € Bundesschatzanweisungen und 24 Mrd. € Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes. Darüber hinaus wurden saldiert 1,1 Mrd. € Bundeswertpapiere dem Eigenbestand entnommen, um die Kreditaufnahme zu finanzieren. Konkret handelte es sich dabei um Verkäufe in Höhe von 13,7 Mrd. € am Sekundärmarkt. Ihnen standen Käufe von 2,3 Mrd. € und die Erhöhung von Eigenbeständen um 10,3 Mrd. € durch bei Emissionen zurückbehaltene Emissionsanteile gegenüber. Damit verringerte sich der Eigenbestand zum 31. August auf insgesamt 178,3 Mrd. €.

    Am 31. August 2020 entfielen 96,1 % der Kreditaufnahmen auf die Verschuldung des Bundes (Haushalt und Sondervermögen) und 3,9 % auf die Refinanzierung der Sondervermögen für durchgeleitete Kredite an Bundesanstalten des öffentlichen Rechts.

    Entwicklung der Verschuldung des Bundes (Haushalt und Sondervermögen)

    Im August 2020 wurden für den Bund (Haushalt und Sondervermögen) 39,2 Mrd. € an Krediten aufgenommen. Gleichzeitig wurden 8,6 Mrd. € fällige Kredite getilgt. Für die Verzinsung der Verschuldung des Bundes (Haushalt und Sondervermögen) wurden im August im Saldo 0,9 Mrd. € aufgewendet.

    Am 31. August 2020 betrug die Verschuldung des Bundes (Haushalt und Sondervermögen) 1.213,5 Mrd. €. Damit erhöhte sie sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 160,3 Mrd. €. Der größte Teil der Erhöhung entfiel mit 162,3 Mrd. € auf den Bundeshaushalt, dessen Verschuldung auf 1.173,7 Mrd. € anstieg. Bis zum 31. August 2020 wurden die Kreditermächtigungen des WSF für Kredite für Rekapitalisierungsmaßnahmen gemäß § 22 Stabilisierungsfondsgesetz (StFG) in Höhe von 1,3 Mrd. € in Anspruch genommen.

    Beim Investitions- und Tilgungsfonds (ITF) verringerte sich die Verschuldung seit Jahresbeginn infolge des nach den gesetzlichen Vorgaben beim ITF vereinnahmten Bundesbankmehrgewinns um 3,3 Mrd. €. Seine Verschuldung sank damit auf 15,9 Mrd. €. In einem relativ geringen Umfang von 30 Mio. € sank in dieser Zeit auch die Verschuldung des Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) für Kredite für Aufwendungen gemäß § 9 Abs. 1 StFG.

    Entwicklung der Refinanzierung der Sondervermögen zur Durchleitung von Krediten an öffentliche Anstalten des Bundes

    Im Jahr 2019 hat der FMS gemäß § 9 Abs. 5 StFG begonnen, Kredite zur Refinanzierung von an Bundesanstalten des öffentlichen Rechts durchzuleitende Darlehen aufzunehmen. Seit Jahresbeginn 2020 wurden durch den FMS Kredite zur Refinanzierung von Darlehen an die FMS Wertmanagement in Höhe von 5 Mrd. € aufgenommen, sodass per 31. August 2020 der Bestand an solchen Krediten 30 Mrd. € beträgt. Diese gleichzeitige Kreditaufnahme und Darlehensvergabe, die eine Kostenersparnis bei der Kreditaufnahme im konsolidierten Bundbereich zum Ziel hat, ist für die Verschuldung des Bundes insgesamt neutral, da sie bei der jeweiligen Abwicklungsanstalt des Bundes sonst notwendige Refinanzierungen substituiert.

    Seit Juli 2020 nimmt der WSF Kredite für die Gewährung von Darlehen an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gemäß § 23 StFG auf. Bis Ende August wurden insgesamt 19 Mrd. € solcher Kredite aufgenommen. Diese Kreditaufnahme dient der Kostensenkung im Bundeshaushalt, der die saldierten Kosten und Erträge des KfW Sonderprogramms 2020 trägt.

    Seit Jahresbeginn ist der Bestand der Refinanzierungen der Sondervermögen zur Durchleitung von Krediten an Bundesanstalten des öffentlichen Rechts somit insgesamt um 24 Mrd. € auf nunmehr 49 Mrd. € gestiegen.

    Weitere Einzelheiten zur Kreditaufnahme des Bundes können folgenden Tabellen entnommen werden:

    • Entwicklung der Kreditaufnahme des Bundes,
    • Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und der Sondervermögen,
    • Entwicklung der Refinanzierung der Sondervermögen zur Durchleitung von Krediten an öffentliche Anstalten des Bundes

    jeweils für Januar bis August 2020 sowie für den Monat August 2020.

    Die Tabelle „Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren im August 2020“ zeigt das Umlaufvolumen der emittierten Bundeswertpapiere und die Eigenbestände jeweils zu Nennwerten.

    Darüber hinaus enthält der statistische Anhang der Online-Version des Monatsberichts auch die nach Restlaufzeitklassen gruppierte Kreditaufnahme des Bundes.

    Die Abbildung „Struktur der Kreditaufnahme des Bundes nach Instrumentenarten“ zeigt die Verteilung auf die Finanzierungsinstrumente. Danach entfällt mit 42,8 % der größte Anteil der Kreditaufnahme auf 10-jährige Bundesanleihen, gefolgt von den 30-jährigen Bundesanleihen mit 19,7 %, den Bundesobligationen mit 14,9 %, den Unverzinslichen Schatzanweisungen mit 8,8 %, den Bundesschatzanweisungen mit 8,4 % und den inflationsindexierten Bundeswertpapieren mit einem Anteil von 4,5 %. Ein Anteil von 0,9 % der Kreditaufnahme entfällt auf Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite.

    Von der Kreditaufnahme des Bundes sind somit über 99 % in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft, bei denen die konkreten Gläubiger dem Bund nicht bekannt sind.

    Details zu den geplanten Emissionen der konventionellen nominalverzinslichen 30- und 10-jährigen Bundesanleihen, 5-jährigen Bundesobligationen, 2-jährigen Bundesschatzanweisungen und Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes wie auch zu den bereits etablierten inflationsindexierten und den neu hinzukommenden Grünen Bundeswertpapieren können in den Pressemitteilungen zum Emissionskalender1 sowie auf der Internetseite der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH nachgelesen werden. Dort sind auch die vierteljährliche Vorschau der Tilgungszahlungen bis Ende des Jahres 2020 und die nach jeder Auktion von Bundeswertpapieren veröffentlichten Ergebnisse über die durchgeführten Auktionen zu finden.2

    Entwicklung der Kreditaufnahme des Bundes im August 2020

    Tabelle 1

    Entwicklung der Verschuldung des Bundeshaushalts und der Sondervermögen im August 2020

    Tabelle 2

    Entwicklung der Refinanzierung der Sondervermögen zur Durchleitung von Krediten an öffentliche Anstalten des Bundes im August 2020

    Tabelle 3

    Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren im August 2020

    Tabelle 4

    Struktur der Kreditaufnahme des Bundes nach Instrumentenarten per 31. August 2020

    in %

    Das Kreis­dia­gramm zeigt die Struk­tur der Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des nach In­stru­men­te­nar­ten per 31. Au­gust 2020. Die An­ga­ben sind in Pro­zent.
    nullWert
    30-jährige Bundesanleihen19,7
    10-jährige Bundesanleihen42,8
    Bundesobligationen14,9
    Bundesschatzanweisungen8,4
    Unverzinsliche Schatzanweisungen8,8
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere4,5
    Schuldscheindarlehen und sonstige Kredite0,9
    Abbildung 1

    Bedarf der Kreditaufnahme des Bundes von Januar bis August 2020

    in Mio.

    Bal­ken­dia­gramm: Be­darf der Kre­dit­auf­nah­me des Bun­des von Ja­nu­ar bis Au­gust 2020
    KreditaufnahmeWert
    30-jährige Bundesanleihen17899
    10-jährige Bundesanleihen96155
    Bundesobligationen32989
    Bundesschatzanweisungen42135
    Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes133524
    Inflationsindexierte Bundeswertpapiere2930
    Abbildung 2

    Kreditaufnahme des Bundes 2020

    Tabelle 5

    Bedarf der Kreditaufnahme des Bundes 2020

    Tabelle 6

    Tilgungen von Kreditaufnahmen des Bundes 2020

    Tabelle 7

    Zinsen für die Kreditaufnahme des Bundes 2020

    Tabelle 8

Footer