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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Ent­wick­lung des Bun­des­haus­halts bis ein­schließ­lich Sep­tem­ber 2020

    Einnahmen

    Die Einnahmen des Bundeshaushalts beliefen sich im Zeitraum Januar bis September 2020 auf rund 223,3 Mrd. €. Damit waren die Einnahmen um 12,7 Prozent (rund -32,4 Mrd. €) niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, was insbesondere auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und steuerlichen Hilfsmaßnahmen zu deren Bewältigung beruhte. Die Steuereinnahmen (inklusive der EU-Eigenmittelabflüsse) sanken um 13,6 Prozent (rund -31,9 Mrd. €) gegenüber der Vorjahresperiode. Besonders betroffen waren die Einnahmen aus Steuern vom Umsatz (rund -15,8 Mrd. €) sowie die Einkommen- und Körperschaftsteuer (rund 12,4 Mrd. €).

    Die Sonstigen Einnahmen lagen kumuliert bis September 2020 um 2,4 Prozent (rund -0,5 Mrd. €) unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Dies war neben geringeren Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit auch auf geringere Einnahmen aus der Inanspruchnahme von Gewährleistungen zurückzuführen.

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    Ausgaben

    Um den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie entschlossen zu begegnen, wurden zwei Nachtragshaushalte verabschiedet. Die hiermit beschlossenen zusätzlichen Ausgaben prägen inzwischen die Struktur der Ausgaben des Bundeshaushalts. Von Januar bis September 2020 beliefen sich die Ausgaben auf insgesamt 295,8 Mrd. € und lagen damit um 15,4 Prozent (rund +39,4 Mrd. €) über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Nach ökonomischen Arten gegliedert resultiert der Anstieg der Ausgaben im betrachteten Zeitraum vor allem aus höheren konsumtiven Ausgaben (+15,5 Prozent beziehungsweise rund +36,4 Mrd. €). Ein Großteil der höheren Ausgaben wurde für Laufende Zuschüsse an Unternehmen aufgewendet. So flossen für Corona-Soforthilfen für kleine Unternehmen und Soloselbständige von den im Zweiten Nachtragshaushalt 2020 vorgesehenen Mitteln in Höhe von 18 Mrd. € bis Ende September 2020 rund 14,5 Mrd. € ab. Zusätzliche Mittel für laufende Zuschüsse an soziale Einrichtungen zur Bekämpfung des Coronavirus wurden in Höhe von rund 4,9 Mrd. € (Soll 2020: 9,1 Mrd. €) verausgabt. Außerdem erfolgten im Vergleich zur Vorjahresperiode wesentlich höhere laufende Zuweisungen an Verwaltungen. Darin enthalten waren Ausgleichszahlungen nach § 21 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes von rund 8,8 Mrd. € (Soll 2020: 11,5 Mrd. €). Die Zuweisungen an Sozialversicherungen überstiegen das entsprechende Vorjahresergebnis um 8,4 Mrd. € (+8,4 Prozent). Darin enthalten waren Leistungen an den Gesundheitsfonds und den Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung von insgesamt 5,3 Mrd. €, die damit bereits voll abgeflossen sind. Gedämpft wurde die Zunahme der konsumtiven Ausgaben durch die Zinsausgaben, die um 55,4 Prozent (rund -6,8 Mrd. €) unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums lagen.

    Investiv wurden kumuliert bis September rund 25,2 Mrd. € aufgewendet. Damit wurde das Niveau vom September 2019 um 13,6 Prozent (rund +3,0 Mrd. €) übertroffen. Dies ist vor allem auf unterjährige Liquiditätshilfen an die Bundesagentur für Arbeit (rund +3,9 Mrd. €) zurückzuführen. Die investiven Zuweisungen bis September 2020 sind durch einen Sondereffekt zurückgegangen: Die Kompensationszahlungen des Bundes an die Länder, u. a. für die soziale Wohnraumförderung, entfallen aufgrund einer Neuregelung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen, die seit Jahresbeginn greift. Zum Ausgleich erhalten die Länder höhere Anteile an den Einnahmen aus der Umsatzsteuer. Für den Erwerb von beweglichen Sachen (+23,0 Prozent beziehungsweise rund +0,3 Mrd. €) wurde von Januar bis September 2020 mehr verausgabt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Ausgaben für Baumaßnahmen lagen leicht unter dem Vorjahresniveau (-2,1 Prozent).

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    Finanzierungssaldo

    Im Zeitraum von Januar bis September 2020 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 72,5 Mrd. € auf.

    Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen im Laufe des Haushaltsjahres starken Schwankungen und beeinflussen somit die eingesetzten Kassenmittel in den einzelnen Monaten in unterschiedlichem Maße. Auch der Kapitalmarktsaldo zeigt im Jahresverlauf in der Regel starke Schwankungen. Die unterjährige Entwicklung des Finanzierungssaldos und des jeweiligen Kapitalmarktsaldos sind daher keine Indikatoren, aus denen sich die erforderliche Nettokreditaufnahme und der Finanzierungssaldo am Jahresende errechnen lassen. Dies gilt unter den derzeit obwaltenden Umständen noch in verstärktem Maße.

    Entwicklung des Bundeshaushalts

    Tabelle 1

    Entwicklung der Bundesausgaben nach Aufgabenbereichen

    Tabelle 2

    Die Ausgaben des Bundes nach ökonomischen Arten

    Tabelle 3

    Entwicklung der Einnahmen des Bundes

    Tabelle 4

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