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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

    Reales BIP geht infolge der Pandemie im Jahr 2020 um 5,0 Prozent zurück

    Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 für einen starken Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland gesorgt. Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts vom 14. Januar 2021 ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken (2019: +0,6 Prozent). Im Jahresverlauf ergab sich infolge der einsetzenden Pandemie im 1. Quartal bereits ein spürbarer Rückgang des BIP (-1,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal). Im Zuge der ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen und der parallelen Behinderungen der Lieferketten im internationalen Umfeld kam es dann im 2. Quartal zu einem historisch einmaligen Einbruch der Wirtschaftsleistung in nahezu allen Sektoren der Wirtschaft (-9,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal). Mit der schrittweisen Rücknahme der Eindämmungsmaßnahmen und angesichts der umfangreichen staatlichen Stützungsmaßnahmen war im 3. Quartal eine deutliche Erholung zu verzeichnen (+8,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal). Eine Schnellmeldung zum Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal wird das Statistische Bundesamt am 29. Januar 2021 veröffentlichen. In diesem Quartal dürfte die Aufwärtsdynamik der gesamtwirtschaftlichen Aktivität angesichts des Wiederaufflammens der Pandemie und der deshalb erneut notwendigen Eindämmungsmaßnahmen zum Erliegen gekommen sein. Dabei zeigte sich über die einzelnen Verwendungs- bzw. Entstehungskomponenten ein differenziertes Bild (vergleiche aktuelle Indikatoren unten).

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kam es im Jahr 2020 insgesamt zu deutlichen Rückgängen fast aller verwendungsseitigen Aggregate des BIP. Der private Konsum fiel um 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen auf die pandemiebedingten Einschränkungen und Verhaltensanpassungen zurückzuführen und zeigt sich auch in einer stark gestiegenen Sparquote. Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten ein Minus gegenüber 2019 von 3,5 Prozent. Dabei stützten die staatlichen Investitionen mit einem Plus von 4,5 Prozent. Die hohe wirtschaftliche Unsicherheit dürfte insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen, die um 12,5 Prozent kräftig zurückgingen, sowie die Exporte negativ beeinflusst haben. Demgegenüber konnten die Bauinvestitionen um 1,5 Prozent. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen gingen insgesamt mit 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr stärker zurück als die Importe (-8,6 Prozent). Hier trugen ausbleibende Auslandsreisen zum Rückgang der Importe bei. Der staatliche Konsum wirkte angesichts des Konjunkturpakets und der Hilfsmaßnahmen stützend und legte gegenüber 2019 um 3,4 Prozent kräftig zu.

    Auch auf dem Arbeitsmarkt macht sich die Corona-Pandemie deutlich negativ bemerkbar. So lag nach vorläufigen Berechnungen die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2020 um 477.000 Personen oder 1,1 Prozent niedriger als 2019. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahresdurchschnitt um 429.000 Personen, die Arbeitslosenquote um 0,9 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent an. Ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit konnte insbesondere durch das Instrument der Kurzarbeit vermieden werden. Die Zahl der Personen in Kurzarbeit hatte im April mit knapp 6 Millionen Menschen ihren Höhepunkt erreicht. Im Oktober 2020 bezogen nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit 1,99 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld aus konjunkturellen Gründen.

    In diesem Jahr ist angesichts des Infektionsgeschehens und der Eindämmungsmaßnahmen zunächst mit einer weiterhin erheblich gedämpften Wirtschaftstätigkeit zu rechnen. Bei rückläufigen Infektionszahlen, zunehmender Impfung der Bevölkerung und Aufhebung der beschränkenden Maßnahmen dürfte sich die unterbrochene wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf wieder fortsetzen. Insgesamt rechnet die Bundesregierung in ihrer am 27. Januar veröffentlichen Jahresprojektion für dieses Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Die Folgen des wirtschaftlichen Einbruchs sowie der steuerlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der Pandemie beeinflussten auch die Steuereinnahmen. Diese gingen für Bund, Länder und Gemeinden (ohne Gemeindesteuern) im Haushaltsjahr 2020 um 53,5 Mrd. € oder 7,3 Prozent merklich auf 682,3 Mrd. € zurück. Insbesondere die Einnahmen aus den Steuern vom Umsatz verringerten sich signifikant aufgrund des Einbruchs der privaten Konsumausgaben im vergangenen Jahr sowie der Reduzierung der Umsatzsteuersätze im 2. Halbjahr 2020.

    Außenhandel setzt Erholung gegen Jahresende fort

    Die nominalen Warenexporte lagen im November 2020 saisonbereinigt um 2,2 Prozent über dem Vormonatswert, nach einem Anstieg im Oktober um 0,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Warenausfuhren um 1,3 Prozent niedriger. In EU-Länder wurden im Zeitraum von Januar bis November Waren im Wert von 582,8 Mrd. € exportiert. Dies entspricht einem Rückgang um 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ausfuhren in Drittländer außerhalb der EU sind merklich um 10,3 Prozent gesunken. In den Euroraum wurde 11,5 Prozent weniger exportiert. Ausfuhren in EU-Länder außerhalb des Euroraums waren um 7,0 Prozent rückläufig.

    Die nominalen Warenimporte lagen im November saisonbereinigt um 4,7 Prozent höher im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat gingen die Importe nur um 0,1 Prozent zurück. Von Januar bis November wurden Waren im Wert von 501,3 Mrd. € aus EU-Ländern importiert, was einem Rückgang von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Importe aus Ländern des Euroraums am stärksten (-10,0 Prozent). Einfuhren aus dem Euroraum hingegen fielen um 6,2 Prozent. Aus Drittländern außerhalb der EU wurde 7,2 Prozent weniger importiert.

    Die Bilanz des Warenhandels (Warenhandel nach Ursprungswerten, mit Ergänzungen zum Außenhandel) lag im Zeitraum Januar bis November mit 177,9 Mrd. € um 31,1 Mrd. € merklich unter dem Vorjahresniveau. Der Leistungsbilanzüberschuss betrug 208,5 Mrd. € und damit 11,0 Mrd. € weniger als im Vorjahreszeitraum.

    Insgesamt setzt sich die Erholung des Außenhandels nach den tiefen Einbrüchen im Frühjahr im November weiter fort. So konnten die nominalen Warenexporte das siebte Mal in Folge zulegen, fielen jedoch noch 4,7 Prozent niedriger aus als im Februar 2020, dem letzten Monat vor den pandemiebedingten Einschränkungen. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich ein Anstieg der nominalen Exporte um 3,2 Prozent gegenüber der Vorperiode. Auch die nominalen Importe erholten sich und lagen nur noch um 0,6 Prozent niedriger als im Februar 2020. Nach ausgewählten Ländern zeigten sich im November insbesondere Zuwächse beim Handel mit der Volksrepublik China. So lagen die Exporte im Vorjahresvergleich um 14,3 Prozent und die Importe um 5,4 Prozent höher. Gegenüber den Vereinigten Staaten gingen die Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,1 Prozent und die Importe um 1,5 Prozent zurück.

    Die Stimmungsindikatoren zum Außenhandel deuten auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung hin. So haben sich laut dem ifo Institut die Exporterwartungen im Dezember leicht und im Januar noch einmal merklich verbessert und sind per saldo wieder optimistisch ausgerichtet. Auch die Auslandsaufträge konnten im November weiter zulegen. Die außenwirtschaftlichen Risiken bleiben angesichts der globalen Pandemieentwicklung jedoch weiterhin sehr hoch.

    Industrieproduktion nähert sich weiter dem Vorkrisenniveau an

    Die preisbereinigte Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im November 2020 gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 0,9 Prozent gestiegen (nach +3,4 Prozent im Oktober). Im Vergleich zum November 2019 lag die Produktion damit noch um 2,6 Prozent niedriger und gegenüber dem letzten Vorkrisenmonat Februar 2020 um 3,8 Prozent niedriger. Auch die Industrieproduktion erhöhte sich im November und übertraf das Vormonatsniveau um saisonbereinigt 1,2 Prozent. Dabei nahm die Produktion von Vorleistungsgütern um 2,4 Prozent und die Produktion von Investitionsgütern um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Die Produktion von Konsumgütern ging dagegen um 1,7 Prozent zurück. Der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe lag im November saisonbereinigt um 1,1 Prozent höher als im Oktober (Oktober gegenüber September revidiert +3,2 Prozent). Gegenüber dem Vorkrisenmonat Februar 2020 ergab sich ein saisonbereinigter Rückgang von 3,6 Prozent.

    Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im November saisonbereinigt um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen (Oktober revidiert +3,3 Prozent). Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen lag der Auftragseingang dabei saisonbereinigt um 1,6 Prozent höher als im Vormonat. Die Aufträge aus dem Inland stiegen gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,6 Prozent, aus dem Ausland um 2,9 Prozent (davon Euroraum +6,1 Prozent und restliches Ausland +0,9 Prozent). Im Vergleich zum Februar 2020 fiel der Auftragseingang im November saisonbereinigt um 4,0 Prozent höher aus.

    Insgesamt hat sich die Aufwärtsbewegung in der Industrie in Richtung des Vorkrisenniveaus auch im November fortgesetzt, wenngleich mit etwas geringerer Dynamik als im Oktober 2020. Im Zweimonatsdurchschnitt beträgt das Plus bei der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber der Vorperiode 5,4 Prozent, was für eine deutliche Zuwachsrate im 4. Quartal 2020 spricht. Auch die Auftragseingänge haben im November mit leicht abgeschwächter Dynamik weiter zugelegt. Der Volumenindex liegt hier bereits über Vorkrisenniveau, insbesondere spürbar bei Auftragseingängen aus dem Ausland. Die Industrie dürfte die Entwicklung der Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2020 deutlich gestützt haben. Dafür spricht neben den verfügbaren Zahlen für Oktober und November auch, dass laut dem Statistischem Bundesamt die Lkw-Fahrleistung auf Autobahnen, die mit der Industrieentwicklung zusammenhängt, im Dezember nochmals um 4,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zugelegt hat. Laut dem ifo Institut haben sich im Dezember die Produktionserwartungen der deutschen Industrie für die kommenden Monate gegenüber dem Vormonat derweil etwas eingetrübt, während sich das ifo Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe seit November trotz leichter Eintrübung am aktuellen Rand insgesamt verbessert hat.

    Konsumklima sinkt im Januar weiter

    Die realen Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) lagen im November 2019 um saisonbereinigt 1,9 Prozent höher als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich verzeichneten sie einen Anstieg von 5,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorkrisenmonat Februar 2020 lagen die Einzelhandelsumsätze um 8,4 Prozent höher. Innerhalb der Branche ergeben sich dabei infolge der Pandemie weiterhin starke Unterschiede in der Entwicklung. Während z. B. der Internet- und Versandhandel im November ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahresmonat von 31,8 Prozent zu verzeichnen hatte, lag der Umsatz im Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren 20,0 Prozent unterhalb des Niveaus zum Vorjahreszeitpunkt.

    Das Konsumklima ist laut dem Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Januar auf -7,5 Punkte gefallen (-0,7 Punkte gegenüber dem Vormonat). Damit hat es im Zuge der pandemischen Lage und Verschärfung der Eindämmungsmaßnahmen einen weiteren Dämpfer hinnehmen müssen, nachdem es bereits im in den letzten beiden Monaten deutlich zurückgegangen war. Für den Monat Februar prognostiziert die GfK einen weiteren erheblichen Rückgang des Konsumklimas um 8,1 Punkte.

    Arbeitslosenzahlen zum Jahresende stabil – Kurzarbeitsanzeigen steigen

    Die Zahl der als arbeitslos registrierten Personen lag im Dezember nach Ursprungswerten bei 2,707 Millionen. Das waren rund 8.000 Personen mehr als im Vormonat und rund 480.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 37.000 Personen ab. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 6,1 Prozent; gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenquote um 1,0 Prozentpunkte. Nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) waren im November wie im Oktober saisonbereinigt 1,98 Millionen Personen erwerbslos. Dies entspricht einer saisonbereinigten Erwerbslosenquote von 4,5 Prozent.

    Erwerbstätig waren im November nach Inlandskonzept und Ursprungswerten 44,9 Millionen Personen, ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigenzahl um 3.000 Personen gegenüber dem Vormonat ab. Die sozialversicherungs-pflichtige Beschäftigung lag nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Oktober bei 33,86 Millionen Personen (‑0,3 Prozent gegenüber Vorjahr). Nach vorläufigen Hochrechnungen der BA erhielten im Oktober 1,99 Millionen Beschäftigte Kurzarbeitergeld (Kurzarbeiterquote über alle Branchen hinweg bei 5,9 Prozent). Der durchschnittliche Arbeitsausfall lag bei 37 Prozent. Anzeigen auf Kurzarbeit wurden im Dezember (bis 28. Dezember) für 666.000 Personen gestellt, ein leichtes Plus gegenüber November (628.000 Personen) und ein deutlicheres Plus gegenüber Oktober (148.000 Personen).

    Insgesamt blieb die Entwicklung am Arbeitsmarkt somit zum Jahresende gegenüber dem Sommer und Frühherbst stabil. Wie schon im Vormonat gingen allerdings erneut wesentlich mehr Anzeigen auf Kurzarbeit bei der BA ein als noch im Sommer und Frühherbst. Nach Angaben der BA betraf dies im Dezember größtenteils Beschäftigte im Handel und in der Gastronomie, aber auch personennahe Dienstleistungen wie Friseurbetriebe. Bei den Frühindikatoren war das umfragebasierte ifo Beschäftigungsbarometer im Dezember gegenüber dem Vormonat vor allem wegen rückläufiger Einstellungspläne im Dienstleistungssektor zurückgegangen. Im Januar ist nun ein weiterer leichter Rückgang zu verzeichnen, der diesmal maßgeblich auf negative Signale aus dem (Einzel-)Handel zurückzuführen ist. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) war im Dezember noch leicht gestiegen, bevor es dann im Januar einen Rückgang hinnehmen musste. Es verbleibt dabei aber noch im leicht positiven Bereich und deutet daraufhin, dass der Arbeitsmarkt den pandemiebedingten Belastungen zu Jahresbeginn insgesamt gesehen standhalten dürfte.

    Inflationsrate im Dezember unverändert leicht negativ

    Die Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat) lag nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts im Dezember 2020 wie schon im Vormonat bei ‑0,3 Prozent (nach je -0,2 Prozent im Oktober und September). Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einer Steigerung des Verbraucherpreisniveaus um 0,5 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2020 lag die Inflationsrate gegenüber 2019 bei 0,5 Prozent.

    Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte verringerten sich im November 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,5 Prozent (+0,2 Prozent gegenüber Vormonat). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Erzeugerpreise um 0,3 Prozent über das Niveau des Vorjahresmonats. Die Preise importierter Güter lagen im November um 3,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Vormonatsvergleich stiegen sie um 0,5 Prozent. Ein maßgeblicher Treiber der Entwicklung waren die Einfuhrpreise für Energie, welche 27,8 Prozent unter Vorjahresniveau lagen (Erdöl dabei -35,1 Prozent). Der Einfuhrpreisindex ohne Energie ging im November um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.

    Die Inflationsrate in Deutschland blieb auch zum Jahresende vor allem angesichts der zeitweiligen Umsatzsteuersatzsenkung und des Basiseffekts durch den Einbruch der Energiepreise zum Jahresanfang 2020 im leicht negativen Bereich. Aufgrund der im Jahresverlauf 2020 wieder deutlich gestiegenen Energiepreise sowie dem Ende der befristeten Absenkung der Umsatzsteuersätze sind für die ersten Monate 2021 für sich genommen wieder höhere Inflationsraten zu erwarten. Die Kerninflationsrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) ist im Dezember mit 0,3 Prozent gegenüber den in den Vormonaten zu verzeichnenden Raten (je 0,5 Prozent von September bis November) etwas zurückgegangen. Gegenüber dem 1. Halbjahr hatte sich auch hier ein dämpfender Effekt durch die Absenkung der Umsatzsteuersätze ergeben, der mit dem Jahreswechsel wegfallen dürfte.

    Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten

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    Tabelle 1
    BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima Deutschland
    Die In­fo­gra­fik stellt den BIP-Wach­tum und ifo Ge­schäfts­kli­ma dar.
    Im April 2018 löste das ifo Geschäftsklima Deutschland den bisherigen Index für die Gewerbliche Wirtschaft ab. <br> Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo Institut, eigene Berechnungen
    nullBIP (Quartal), real, % zum VorjahrGeschäftsklima, saisonbereinigte SaldenGeschäftslage, saisonbereinigte SaldenGeschäftserwartungen, saisonbereinigte SaldenBIP (Jahresdurchschnitt), real, % zum Vorjahr
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    01.12.2020null1,22237-5,47628,1516null
    Abbildung 1

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