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  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Steuer­ein­nah­men im Mai 2021

    Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) lagen im Mai 2021 um 19,1 Prozent über dem Monatsergebnis aus dem Mai 2020. Beim Vergleich ist dabei zu beachten, dass das Steueraufkommen im Vorjahresmonat erneut deutlich durch die steuerlichen Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen der Corona-Pandemie (wie Stundungen) gemindert war. Gegenüber Mai 2019 – also dem entsprechenden Monat im Vorkrisenjahr – lagen die Steuereinnahmen 4,6 Prozent beziehungsweise rund 2,4 Mrd. € niedriger. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern lagen im Mai 2021 insgesamt um 23,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Bei den Bundessteuern ergab sich im Mai 2021 ein Einnahmeanstieg um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmen aus den Ländersteuern wiesen einen Anstieg um 12,0 Prozent auf.

    EU-Eigenmittel

    Im Berichtsmonat Mai 2021 lagen die Zahlungen von EU-Eigenmitteln inklusive der Zölle um knapp 0,7 Mrd. € (-18,1 Prozent) unter dem Ergebnis im Mai 2020. Die monatlichen Anforderungen der Europäischen Union (EU) schwanken aufgrund des jeweiligen Finanzierungsbedarfs der EU. Sie orientieren sich grundsätzlich an dem jeweils gültigen Jahreshaushalt der EU.

    Gesamtüberblick kumuliert Januar bis Mai 2021

    In den Monaten Januar bis Mai 2021 stieg das Steueraufkommen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern stiegen dabei um 6,4 Prozent; das Aufkommen der Bundessteuern sank um 8,3 Prozent. Die Ländersteuern verzeichneten einen Einnahmezuwachs um 8,6 Prozent.

    Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden

    Die Steuereinnahmen des Bundes nach Verrechnung von Bundesergänzungszuweisungen verzeichneten im Mai 2021 einen Anstieg um 29,1 Prozent gegenüber dem Ergebnis im Mai 2020. Neben höheren Einnahmen aus den Bundessteuern (+5,1 Prozent) verbesserten geringere Eigenmittelabführungen des Bundes an die EU die Einnahmen des Bundes im Vorjahresvergleich. Allerdings waren gegenüber Mai 2020 leicht höhere Bundesergänzungszuweisungen an die Länder zu leisten.

    Die Länder verbuchten im Mai 2021 ebenfalls einen deutlichen Anstieg ihrer Steuereinnahmen um 20,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Ländereinnahmen aus den Gemeinschaftsteuern stiegen dabei insgesamt um 23,7 Prozent. Zudem war bei den Ländersteuern ein deutliches Plus von 12,0 Prozent zu verzeichnen. Die Einnahmen der Gemeinden aus ihrem Anteil an den Gemeinschaftsteuern stiegen um 3,3 Prozent.

    Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr

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    Tabelle 1

    Gemeinschaftsteuern

    Lohnsteuer

    Das Bruttoaufkommen der Lohnsteuer lag im Mai 2021 um 8,3 Prozent über dem Aufkommen im Vorjahresmonat, trotz der für sich genommen einnahmemindernden Entlastungen in diesem Jahr (Erhöhung Grundfreibetrag, Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte). Das Kassenaufkommen in diesem Monat beinhaltet die für April 2021 abgeführte Lohnsteuer. Zwar haben die Unternehmen auch im April 2021 noch spürbar vom Instrument der Kurzarbeit Gebrauch gemacht (vergleiche Bericht zur konjunkturellen Entwicklung in dieser Ausgabe), jedoch deutlich weniger als im April 2020, als die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ihren Rekordwert in der Pandemie erreicht hatte. Nichtsdestotrotz lag das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen im Ergebnis im Mai 2021 um 8,0 Prozent niedriger als im Vorjahr. Ein maßgeblicher Grund dafür war neben der mit dem Zweiten Familienentlastungsgesetz beschlossenen Kindergelderhöhung gegenüber dem Vorjahr um 15 € pro Kind seit 1. Januar 2021 die Auszahlung von 150 € Kinderbonus aus dem Aufkommen im Mai 2021. In den Monaten Januar 2021 bis Mai 2021 insgesamt lag das kassenmäßige Lohnsteueraufkommen um 3,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

    Körperschaftsteuer

    Im Veranlagungsmonat Mai 2021 wurden rund 21 Mio. € Körperschaftsteueraufkommen erstattet. Im Mai 2020 waren hier noch rund 225 Mio. € erstattet worden. Ein Teil des Unterschieds dürfte mit den untergesetzlichen Corona-Maßnahmen wie Stundungen oder der pauschalierten Herabsetzung bereits geleisteter Vorauszahlungen zu tun haben, die insbesondere die Vorjahresbasis merklich betroffen hatten. Die Investitionszulage hatte aufgrund ihres geringen Volumens nahezu keinen Einfluss auf das Aufkommen im Mai 2021. In den Monaten Januar bis Mai 2021 insgesamt stieg das kassenmäßige Körperschaftsteueraufkommen um 97,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

    Veranlagte Einkommensteuer

    Das Aufkommen aus veranlagter Einkommensteuer brutto stieg im Mai 2021 um 27,3 Prozent gegenüber Mai 2020. Ähnlich wie bei der Körperschaftsteuer dürften hier steuerliche Maßnahmen die Vergleichsbasis 2020 relativ spürbar gemindert haben. Nach Abzug der Arbeitnehmererstattungen, die sich um 22,9 Prozent gegenüber Mai 2020 verringerten, und der nur noch unbedeutenden Investitions- und Eigenheimzulagen ergab sich per saldo im Mai 2021 kassentechnisch ein Erstattungsvolumen von rund 218 Mio. € gegenüber 999 Mio. € im Mai 2020. In den Monaten Januar bis Mai 2021 lag das kassenmäßige Aufkommen aus veranlagter Einkommensteuer insgesamt um 5,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

    Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag

    Im Mai 2021 lag das Bruttoaufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 76,4 Prozent über der Vorjahresbasis. Die aus dem Aufkommen geleisteten Erstattungen durch das Bundeszentralamt für Steuern lagen bei rund 49 Mio. € (-32,9 Prozent gegenüber Mai 2020). Insgesamt ergab sich so ein Anstieg des Kassenaufkommens der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 82,7 Prozent gegenüber Mai 2020. In den Monaten Januar bis Mai 2021 lag das kassenmäßige Aufkommen der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag insgesamt um 4,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

    Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge

    Das Aufkommen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge verzeichnete im Vergleich zum Mai 2020 einen Anstieg um 99,2 Prozent. In den Monaten Januar bis Mai 2021 stieg das kassenmäßige Aufkommen insgesamt um 41,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

    Steuern vom Umsatz

    Das Aufkommen der Steuern vom Umsatz lag im Mai 2021 um 37,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Einnahmen aus der Binnen-Umsatzsteuer stiegen dabei um 34,7 Prozent, die Einnahmen aus der Einfuhrumsatzsteuer um 46,8 Prozent. Ursache waren zum einen die umfangreichen steuerlichen Corona-Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen (wie gewährte Stundungen oder aufgeschobene Vollstreckungsmaßnahmen), die sich insbesondere im vergangenen Jahr deutlich im Aufkommen niedergeschlagen hatten. Zum anderen dürfte die Einfuhrumsatzsteuer von der sukzessiven Erholung des im Frühjahr vergangenen Jahres pandemiebedingt eingebrochenen Außenhandels und die Binnenumsatzsteuer von den deutlich über den entsprechenden Werten aus dem Vorjahr liegenden Einzelhandelsumsätzen im März und April 2021 profitieren. In den Monaten Januar bis Mai 2021 insgesamt stieg das kassenmäßige Aufkommen der Steuern vom Umsatz um 8,9 Prozent gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

    Bundessteuern

    Das Aufkommen aus den Bundessteuern insgesamt lag im Mai 2021 um 5,1 Prozent über dem Steueraufkommen des Vorjahresmonats. Spürbare Anstiege waren bei der Energiesteuer (+17,8 Prozent), der Stromsteuer (+10,4 Prozent), der Kraftfahrzeugsteuer (+12,0 Prozent), der Tabaksteuer (+21,7 Prozent) und der Alkoholsteuer (+48,8 Prozent) zu verzeichnen. Im Aufkommen der Energiesteuer dürfte sich dabei bemerkbar machen, dass die Mobilität in Deutschland im Zuge der Pandemie im Frühjahr 2020 sehr stark zurückgegangen war. Im Frühjahr 2021 war zwar immer noch eine deutlich eingeschränkte Mobilität zu beobachten, die jedoch oberhalb der Werte aus dem Frühjahr 2020 lag. Das Aufkommen aus dem Solidaritätszuschlag verringerte sich um 54,6 Prozent, was vor allem auf dessen weitgehende Abschaffung zurückzuführen war. Die Veränderungen bei den übrigen Steuerarten hatten betragsmäßig nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Bundessteuern. In den Monaten Januar bis Mai 2021 verringerte sich das kassenmäßige Aufkommen der Bundessteuern insgesamt um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

    Ländersteuern

    Das Aufkommen der Ländersteuern lag im Mai 2021 deutlich um 12,0 Prozent gegenüber dem Ergebnis im Mai 2020. Die einzelnen Steuern konnten zum Teil spürbare Zuwächse verbuchen. So stiegen die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer um 17,8 Prozent, aus der Feuerschutzsteuer um 10,4 Prozent und aus der Rennwett- und Lotteriesteuer um 16,4 Prozent. Das Biersteueraufkommen verbesserte sich um 124,7 Prozent. Bei der Erbschaftsteuer ergab sich ein leichter Rückgang um 1,0 Prozent. In den Monaten Januar 2021 bis Mai 2021 stieg das Aufkommen der Ländersteuern insgesamt um 8,6 Prozent.

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