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    Neue Ein­satz­trai­nings­zen­tren für die waf­fen­füh­ren­den Be­schäf­tig­ten des Zolls

    • Der Zoll bekämpft die mittlere, schwere und organisierte Kriminalität bei Zoll-, Rauschgift- und Verbrauchsteuerdelikten. Zusätzlich kommt dem Zoll eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung zu.
    • Die Kontroll- und Einsatzbeamten müssen für diese verantwortungsvollen Aufgaben dienstbegleitend gut ausgebildet werden. Hierzu gehört der handlungssichere Umgang mit der Waffe, aber auch das Trainieren von Deeskalationsstrategien, Einsatztaktiken und -techniken.
    • Im gesamten Bundesgebiet werden daher in den kommenden Jahren elf neue Einsatztrainingszentren entstehen, um den rund 13.000 waffentragenden Zöllnerinnen und Zöllnern eine einsatzorientierte und bedarfsgerechte Aus- und Fortbildung zu bieten.

    Der Zoll als Teil der Sicherheitsarchitektur des Bundes

    Der Zoll hat heute ein breites und verantwortungsvolles Aufgabenspektrum: Neben der Erhebung von Zöllen und Steuern, der Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs und der Vollstreckung von Forderungen des Bundes und der Sozialversicherungsträger nimmt der Zoll auch eine zentrale Rolle bei der Verhinderung und der Bekämpfung der Schwarzarbeit, der Zollkriminalität und der Geldwäsche ein. Hierbei stehen in der Regel Bandenstrukturen beziehungsweise international agierende Gruppierungen im Fokus der Ermittlungen.

    Die derzeit rund 13.000 Beamtinnen und Beamten in den Kontrolleinheiten, bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) und im Zollfahndungsdienst tragen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben aus Gründen der Eigensicherung sowie zur Durchsetzung von Festnahmen gewaltbereiter Täterinnen und Täter Schusswaffen. Für diese verantwortungsvollen Aufgaben müssen sie auf Basis moderner Trainingsmethoden und dem Stand aktueller Erkenntnisse aus polizeilichen Einsatzlagen entsprechend professionell und zielgerichtet ausgebildet werden. Neben den fachlichen Aspekten sind der sichere Umgang mit Schusswaffen, das Trainieren waffenloser Selbstverteidigungstechniken und ein realitätsnahes Einsatztraining von herausragender Bedeutung. Dabei steht vor allem die Eigensicherung der Beamtinnen und Beamten im Vordergrund.

    Aus- und Fortbildung der waffentragenden Beschäftigten

    Das Zolltraining umfasst neben dem allgemeinen Dienstsport einschließlich der waffenlosen Selbstverteidigung, dem theoretischen Unterricht und dem Zollhundetraining insbesondere das Einsatztraining. Entscheidend beim Einsatztraining ist die realistische Darstellung eines gesamten Szenarios. Einsatztypischer Stress, dynamische Entwicklung der Lage entsprechend den getroffenen Maßnahmen und die Interaktion mit anderen Einsatzkräften müssen regelmäßig trainiert werden. Daher spielen neben dem sicheren Umgang mit Schusswaffen vor allem einsatztaktische und einsatzpsychologische Aspekte eine große Rolle.

    Zur Aneignung und Aufrechterhaltung einer wirkungsvollen Eigensicherung sowie einer taktisch lageangepassten und zielführenden Einsatzbewältigung ist gezieltes, kontinuierliches und anwendungsorientiertes Schieß- und Einsatztraining unabdingbar. Die durch regelmäßige Trainings erlernten Deeskalationsstrategien, Einsatztaktiken und -techniken geben Handlungssicherheit und Stressresistenz. Sie tragen so dazu bei, dass die Zollbeamtinnen und Zollbeamten in Einsätzen angemessen reagieren können.

    Neue Einsatztrainingszentren

    Von großer Bedeutung für eine zukunftsfähige Aufgabenerledigung der Zollverwaltung ist somit die dauerhafte Sicherstellung eines qualitativ hochwertigen und realitätsnahen Trainings in geeigneten Trainingsstätten nach einheitlichen Standards.

    In den nächsten Jahren werden zahlreiche neue Beschäftigte zur personellen Verstärkung in den bestehenden Arbeitsgebieten sowie aufgrund neuer Aufgaben eingestellt. Die Personalzuwächse in den waffenführenden Arbeitsbereichen der Zollverwaltung, insbesondere der FKS, erfordern daher die Erweiterung der Kapazitäten zum Absolvieren der Zolltrainings.

    Die Generalzolldirektion hat gemeinsam mit dem BMF ein Konzept entwickelt, das die Anforderungen an moderne Einsatztrainingszentren (ETZ) definiert, die hierfür erforderlichen Raum- und Sachkapazitäten örtlich zusammenfasst und die Anfahrtswege der waffentragenden Beschäftigten berücksichtigt.

    Die ETZ werden einen Raumschießanlagen-, Sporthallen- und Einsatztrainingskomplex mit Freiflächen beinhalten und künftig die modernsten Trainingsmöglichkeiten gewährleisten. Damit können unter realistischen und variabel darstellbaren Einsatzbedingungen auch einsatztaktische und einsatzpsychologische Aspekte trainiert werden. Dabei soll insgesamt Wert auf eine realistische Einsatzumgebung gelegt werden. Festnahmesituationen können so künftig in einer simulierten Wohnungsumgebung oder in simulierten Gewerberäumen geübt werden.

    Bundesweite Bedarfsregionen

    Folgende Standorte sind zur Errichtung der ETZ für die Bedarfsregionen geplant:

    • ETZ München in Garching-Hochbrück
    • ETZ Schleswig-Holstein in Neumünster
    • ETZ Rhein-Main in Griesheim
    • ETZ Elbe-Weser in Walsrode
    • ETZ NRW-Süd in Heiligenhaus
    • ETZ Berlin-Brandenburg in Stahnsdorf
    • ETZ „Grenze zur Schweiz“ in Hüfingen
    • ETZ Stuttgart in Eppingen
    • ETZ Dresden in Chemnitz
    • ETZ Nürnberg in Kümmersbruck/Amberg
    • ETZ NRW Nord – Das Erkundungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Der Abschluss soll in den kommenden Wochen erfolgen.

    Für zehn Standorte wurden die Planungsaufträge bereits erteilt. Damit können nun die konkreten Planungen an den jeweiligen Standorten zum Neubau durchgeführt werden. Aussagen zum Umfang der jeweiligen Investitionsmaßnahmen vor Ort und zu den Fertigstellungszeitpunkten können erst nach Abschluss der Planungsphase getroffen werden.

    Der Planungsauftrag für das ETZ NRW-Nord wird kurzfristig nach erfolgreichem Abschluss des Erkundungsverfahrens erteilt, sodass auch für diesen Standort zeitnah die weiteren Schritte zur Umsetzung eingeleitet werden können.

    Fazit

    Mit den elf neuen ETZ werden die Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte, bedarfsgerechte und praxisbezogene Aus- und Fortbildung für die waffentragenden Beschäftigten der Zollverwaltung sichergestellt. Damit können auch kritische Einsatzlagen unter realistischen und variabel darstellbaren Einsatzbedingungen trainiert und die Sicherheit aller Beteiligten in Einsatzlagen gewährleistet werden.

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